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Mit VISA nicht zu bezahlen — Faszination Mensch(en)

Mit VISA nicht zu bezahlen — Faszination Mensch(en)

Die­se hier fest­ge­hal­te­nen Momen­te unse­rer Geor­­gi­en-Rei­­se 2019 aber auch hun­der­te ande­re auf frü­he­ren Rei­sen — haben uns gezeigt was wirk­lich wich­tig ist im Leben … und das sind weder Geld, Immo­bi­li­en, Autos, Schmuck noch die Mei­nung ande­rer über einen. Es sind Ehr­lich­keit, gesun­de Lebens­wei­se, inne­rer Frie­den, Freu­de (auch über die kleins­ten Din­ge), Tole­ranz, Wert­schät­zung und Respekt gegen­über ande­ren Men­schen, der Natur und der Tier­welt und Lie­be.

Der lapi­da­ri­sche Spruch “REISEN BILDET” … stimmt. Wir ergän­zen: “REISEN ERWEITERT DEN HORIZONT

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Freddie Mercury lebt!

Freddie Mercury lebt!

Tri­bu­te, Cover, Revi­val — das Ori­gi­nal wird zumeist tief unter­flo­gen. Queen covern? Geht das über­haupt? JA DAS GEHT .. sogar pri­ma. Die gest­ri­ge Show der Queen Revi­val Band ist ein­fach per­fekt gewe­sen — an Super­la­ti­ven nicht zu über­bie­ten — des­we­gen las­sen wir die­se. Die Band schafft es das, sonst eher trä­ge, und in die­sem Fal­le (auch noch erschwe­rend) nicht das jüngs­te, Erfur­ter Publi­kum aus den beque­men, wei­chen Ses­seln zu rei­ßen. Selbst die letz­ten Rei­hen des Ober­ran­ges klatsch­ten ste­hend zu Queens Hym­nen, von den natür­lich kei­ne gefehlt hat.

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Mit dem PKW nach Theth — Kamikaze Tripp auf der legendären SH21

Mit dem PKW nach Theth — Kamikaze Tripp auf der legendären SH21

Man muss schon Eier haben und völ­lig durch­ge­knallt sein um die­se Stre­cke mit einem Klein­wa­gen zu wagen. Der Rabe hat sich über Tage men­tal auf die­se Expe­di­ti­on vor­be­rei­tet. Gefühl­te Mil­lio­nen Fotos von Theth stu­diert und Vide­os der Stre­cke “ana­ly­siert”. Auch Erfah­rungs­be­rich­te muti­ger, vol­l­­­kas­­ko-ver­­­si­cher­­ter Polen und Eng­län­der gele­sen. Den Aus­schlag gaben Fotos des Ortes auf denen  der Rabe ein bis zwei unbe­schä­dig­te Klein­wa­gen mit Stra­ßen­be­rei­fung ein­deu­tig iden­ti­fi­ziert hat. Die müs­sen da irgend­wie run­ter gekom­men sein.

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Georgien erleben — Begegnungen, Gespräche, Freundschaften

Georgien erleben — Begegnungen, Gespräche, Freundschaften

Es ist ein­fach zau­ber­haft … man fühlt sich frei, sowohl phy­sisch als auch psy­chisch. Alle Pro­ble­me der Welt weit ent­fernt und man staunt unent­wegt (auch über sich selbst) wie wenig man braucht um glück­lich zu sein. Vor unse­rem Urlaub in Geor­gi­en war ich wirk­lich sehr skep­tisch. Es gab nicht einen posi­ti­ven Kom­men­tar aus mei­nem Umfeld was die Wahl unse­res Urlaubs­zie­les betraf. Für mich ein magi­scher Moment — gemein­sam mit einem Schwein auf einer grü­nen Wie­se zu suh­len … im lei­sen Zwie­ge­spräch. Nein ver­rückt bin ich nicht!

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Wilder Sex der Antike — die Lustmolche aus Pompeji

Wilder Sex der Antike — die Lustmolche aus Pompeji

Bedeu­ten­de Städ­te der Anti­ke, Jahr­tau­send alte Rui­nen und Aus­gra­bungs­stät­ten ver­gan­ge­ner Hoch­kul­tu­ren kann man vie­ler­orts besich­ti­gen. In den letz­ten 2–3 Jah­ren haben wir bereit eini­ge davon bestau­nen dür­fen. Mit viel Glück sind noch Res­te und Rui­nen eini­ger monu­men­ta­ler Bau­ten zu sehen. Pom­pe­ji über­trifft alles bis­her aus­ge­gra­be­ne um Wel­ten.

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Auf Bären-Jagd in den Karpaten

Auf Bären-Jagd in den Karpaten

…weni­ge Minu­ten spä­ter nähert sich aus gegen­über­lie­gen­der Rich­tung ein jun­ges Männ­chen, etwa 5 Jah­re alt meint der Ran­ger. Die­ser kann uns defi­ni­tiv nicht wit­tern und dies­mal herrscht wirk­lich eine abso­lu­te Ruhe. Das Tier kommt immer näher und sucht offen­sicht­lich nach dem Obst.

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(K)EIN bisschen schlauer  … unser Jahr 2018

(K)EIN bisschen schlauer … unser Jahr 2018

… Wie Ihr wisst rei­sen wir gern indi­vi­du­ell, und mitt­ler­wei­le sind wir hung­rig auf die­ses Lebens­ge­fühl! Wir rei­sen nicht ein­fach nur, son­dern tau­chen mit allen Sin­nen in das frem­de Land ein. Wir las­sen unser Geld nicht bei gro­ßen Rei­se­an­bie­tern son­dern bei den “klei­nen Leu­ten”. Wir essen regio­nal und tra­di­tio­nell und über­nach­ten in lan­des­ty­pi­scher Guest­hou­e­ses …

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Am Koman See — Bashota “das abgelegenste Gästehaus des Kontinents”

Am Koman See — Bashota “das abgelegenste Gästehaus des Kontinents”

Nach der Über­nach­tung und den geschichts­träch­ti­gen Ein­drü­cken auf Skan­der­bergs Burg in Kru­je steu­ern wir ins Pro­kle­ti­je — die alba­ni­schen Alpen.  Zwi­schen Mon­te­ne­gro, Koso­so­vo und Nord­al­ba­ni­en erstre­cken sich gewal­ti­ge Berg­mas­si­ve mit stei­len Berg­rü­cken und tief…

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Mit VISA nicht zu bezahlen — Faszination Mensch(en)

Ein unge­wöhn­lich kur­zer Bei­trag im Gegen­satz zu unse­ren sonst so opu­len­ten Text­or­gi­en. Dies­mal sol­len Bil­der fast allein für sich spre­chen — denn die dar­auf ver­ewig­ten Momen­te kann man mit Wor­ten kaum beschrei­ben. Genau die­se Momen­te sind die Moti­va­ti­on für unse­re Rei­sen. Kei­ne Sehens­wür­dig­kei­ten, kei­ne Hot­spots, kei­ne Attrak­tio­nen … son­dern Begeg­nun­gen mit MENSCHEN sind es, die Gesprä­che und ihre Geschich­ten, die uns fas­zi­nie­ren, uns unend­lich berei­chern und gleich­zei­tig erden.  

Die freund­lichs­ten und herz­lichs­ten Men­schen tra­fen und tref­fen wir immer wie­der in den ärms­ten Län­dern Euro­pas und Eura­si­ens. Es sind zugleich die glück­lichs­ten und gesün­des­ten Men­schen — und jede die­ser Begeg­nun­gen ver­deut­licht uns immer mehr — wie wenig wir zum Glück­lich­sein brau­chen.  Das ahn­ten wir im inne­ren bereits … such­ten aber jahr­zehn­te­lang nach ander­wei­ti­ger Erfül­lung in Form von Wohl­stand, Aner­ken­nung, Respekt. 

Die­se hier fest­ge­hal­te­nen Momen­te unse­rer Geor­gi­en-Rei­se 2019 (aber auch hun­der­te ande­re auf frü­he­ren Rei­sen) haben uns gezeigt was wirk­lich wich­tig im Leben ist. Und das sind weder Geld, Immo­bi­li­en, Autos, Schmuck noch die Mei­nung ande­rer über einen. Es sind gesun­de Lebens­wei­se, inne­rer Frie­den, Ehr­lich­keit, Freu­de (auch über die kleins­ten Din­ge), Tole­ranz, Wert­schät­zung und Respekt gegen­über Mensch, Natur und Tier … aber vor allem LIEBE!

Der lapidare Spruch “REISEN BILDET” … stimmt. 
Wir ergänzen: “REISEN ERWEITERT DEN HORIZONT

Genau sol­che Begeg­nun­gen, Gesprä­che, Momen­te, Aben­teu­er … las­sen uns die Zeit zwi­schen unse­ren Rei­sen über­ste­hen. 

Der Rei­he nach:

- Ein lan­ges Gespräch mit Noda­ri — Er war von 1966–1968 bei der Roten Armee in Wit­tem­berg sta­tio­niert. Sein Zitat zur Deutsch-Sowje­ti­schen Geschich­te: “Hit­ler tot, Sta­lin tot — Drush­ba (Freund­schaft)”. 

- Ein Nach­mit­tag mit/bei den Non­nen vom Klos­ter Aba­no in der Tru­so-Schlucht. Gan­ze drei Schwes­tern leben weit ab jeg­li­cher Zivil­sa­ti­on. Sie bau­en alles was sie benö­ti­gen selbst an und ver­kau­fen klei­ne bemal­te Stei­ne an die weni­gen, die sich in die­se Regi­on ver­ir­ren. 

- Dus­ja (und Abel .. wei­ter unten) her­zens­lie­be und gast­freund­li­che Wein­bau­ern haben sich rie­sig gefreut, dass sie end­lich mit einem “euro­päi­schen” Gast reden konn­ten (Rabe kan pas­sa­bel rus­sisch:) — alle Gäs­te spra­chen bis­her nur eng­lisch — da war kein Gespräch drin. Es waren inter­es­san­te, auf­re­gen­de und humor­vol­le Tage bei ihnen.

-  Chacha (eine Art Obst­ler) aus Kanis­tern — der Rabe hilft in einer Bar aus die zwei Brü­der in Ste­panzmin­da, im gro­ßen Kau­ka­sus, unweit der Rus­si­sche Gren­ze betrei­ben. Zusam­men mit einem Nürn­ber­ger Pär­chen hat­ten wir einen Rie­sen­spaß dort.

- Ein Wis­sen­schaft­ler des Obser­va­to­ri­ums in Abas­tu­ma­ni (seit 1932 die ers­te Höhens­tern­war­te der Sowjet­uni­on) erklärt dem Raben “Der Gerät” — Fach­fra­gen erfreu­ten unse­ren Gast­ge­ber — auch hier hat Rus­sisch gehol­fen über­haupt hin­ein zu kom­men. (Ein­rich­tung gehört der Geor­gi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten.) Herr­li­che Anek­do­ten spru­del­ten nur so und viel Spaß auch hier.

- Die Eule schä­kert mit einem Fleisch­ver­käu­fer in Chia­tu­ra

- Dimi­tri erklärt uns die Pum­pen die aus der Tie­fe das Schwe­fel­was­ser für sei­nen “Pool” för­dern

- Der Seil­bahn­schaff­ner in Bar­jo­mi freut sich eben­falls Rus­sisch zu hören. Dies­mal erklärt der Rabe ein Piez­zo­feu­er­zeug — die Rau­cher unter sich. (erstaun­lich wie oft man dar­über ins Gespräch kommt)

- Eddi und Clau­dia, die Spaß­kom­pa­nie aus Nürn­berg — sie­he oben Ste­panzmin­da

- eine Arme­ni­sche Mama kocht für uns … das Eul­chen hap­py, ganz unten Abul, der Sohn erzählt stolz was die Fami­lie sich in den Grenz­ber­gen das klei­nen Kau­ka­sus auf­ge­baut hat. Respekt

- Smal­talk mit geor­gi­schen Cops .. voll easy die Jungs

- ein Laden­be­sit­zer aus Chulo, einem Dorf wie aus dem 17 Jh. — mit­ten in den Ber­gen (3 Off­road­stun­den vom nächs­ten erwäh­nens­wert grö­ße­ren Ort) — bei ihm tran­ken wir den bes­ten Kof­je ever. Zwei Fotos wei­ter: Eul­chen mit den Matrush­kas des Dor­fes — auch mit Hän­den und Füßen sorgt sie immer für Furo­re.

- Mit Dus­ja in Geor­gi­ers Aller­hei­ligs­tem — dem Schlaf­zim­mer der Haus­her­ren. Sie haben uns vol­ler Stolz ihre ganz pri­va­ten Gemä­cher gezeigt. 

- Chia­tu­ra, eine Abschluss­klas­se will unbe­dingt unse­re Glück­wün­sche auf ihren Hem­den haben. Hat den Raben stark an den Armee­ab­schied erin­nert:)

 — noch­mal Abel, Wein­bau­er, ehe­ma­li­ger Pro­fi­fuss­ba­ler (Dyna­mo Tif­li­si — 1. Liga) und Bücher­wurm — sei­nen Geschich­ten lausch­ten wir bis fast Mit­ten­acht.

- Gogi aus Gori (Sta­lins Geburts­stadt), eben­falls Win­zer, hat uns auf­ge­nom­men wie eige­ne Fami­lie — jetzt wis­sen wir alles über geor­gi­schen Wein. Bis spät Nachts fei­er­ten wir mit ihm und mit einem Däni­schen Pär­chen, ein klei­nes geor­gi­sches Fest. 

Alle die­se Men­sche erzähl­ten uns lang und gern von ihrem Leben, ihren Sor­gen und Pro­ble­men, von der Sowjet­zeit und der danach und waren wahn­sin­nig neu­gie­rig von uns etwas über Deutsch­land zu erfah­ren. Es ist ein­fach herr­lich. 

Freddie Mercury lebt!

Oft sind wir in den Clubs, Sälen, Hal­len und Sta­di­en die­ser Repu­blik zu Gast … oft sind wir begeis­tert und erle­ben einen schö­nen Abend … aber nur höchst sel­ten wer­den wir der­art geflasht wie am gest­ri­gen Abend. Eben­falls sel­ten machen wir im Anschluss Wer­bung für einen Act … für eine Tri­bu­te­show eigent­lich gar­nicht. Tri­bu­te, Cover, Revi­val —  das Ori­gi­nal wird zumeist tief unter­flo­gen. Musik­le­gen­den gibt’s nicht all zu vie­le und man­che schaf­fen es sogar das eige­ne, frü­he­re Niveau in spä­te­ren Jah­ren kaum zu errei­chen.  

Den kras­sen Kon­trast zu der­art Glanz­ver­lust durf­ten wir ges­tern in der Alten Oper zu Erfurt erle­ben. Ein Geist such­te die­se ehr­wür­di­ge Spiel­stät­te auf. Ein Geist mit Kum­pels sogar. 

Die Q‑Rivavel Band gab uns die Ehre. Unse­re Erwar­tun­gen waren aus, oben genann­ten Grün­den, nicht zu über­dreht. Queen covern? Geht das über­haupt? 

Erst Mit­te let­zen Jah­res durf­ten wir Queen, bei einem der ganz weni­gen Deutsch­land Kon­zer­te, in Ber­lin live erle­ben und …. Muss­ten kon­sta­tie­ren: Show toll, die alten Her­ren May und Tay­lor sind auf der Büh­ne noch top agil  und schaf­fen es gewal­ti­gen Sound­tep­piich aus­zu­rol­len aber …. der als Stimm- und Lea­der­er­satz enga­gier­te Adam Lam­bert konn­te das  Jahr­tau­send-Idol  Fred­die Mer­cu­ry nur unzu­rei­chend erset­zen.

Um so grö­ßer unser Erwa­chen nach dem zwei­ten, drit­ten Song am gest­ri­gen Abend. Lässt sich die Eulen­kö­ni­gin noch manch­mal eksta­tisch tan­zend und mul­ti­ple-orgas­mie­rend, durch den Charme oder den Sex­ap­peal eines Bar­den blen­den — ist der kon­zert­erfah­re­ne, musi­ka­lisch belas­te­te Raben­prinz ein unbe­stech­li­cher und gna­den­lo­ser Kri­ti­ker. Selbst ein Sai­ten­zu­p­fer, kann er mit  sei­nem fei­nen Gehör auch kleins­te Ris­se im Klang- und Stimm­lack mühe­los aus­ma­chen,  Ori­gi­nal­treue ein­schät­zen aber auch Punk­te für Indi­vi­dua­li­tät und Krea­ti­vi­tät ver­ge­ben.

Die gest­ri­ge Show der Queen Revi­val Band ist ein­fach per­fekt gewe­sen — an Super­la­ti­ven nicht zu über­bie­ten — des­we­gen las­sen wir die­se😀

Die Band schaff­te es das, sonst eher trä­ge, und in die­sem Fal­le (auch noch erschwe­rend) nicht das jüngs­te, Erfur­ter Publi­kum aus den beque­men, wei­chen Ses­seln zu rei­ßen. Selbst die letz­ten Rei­hen des Ober­ran­ges klatsch­ten ste­hend zu Queens Hym­nen, von den natür­lich kei­ne gefehlt hat.

Unse­re per­sön­li­che Fei­er fand haut­nah, in der zwei­ten Rei­he vor der Büh­ne statt. Jede Refrain­zei­le wur­de hel­den­haft grö­lend into­niert und dabei wur­de mas­siv abge­rockt — nicht selbst­ver­ständ­lich in die­sen Mau­ern. (gar in die­ser Stadt)

Eine Aus­nah­me­erschei­nung und Erfolgs­ga­rant der Con­bo ist Fred­die … ähhh Har­ry. Har­ry Rose bespielt mit sei­ner Stim­me, schein­bar mühe­los, alle Klang­re­gis­ter wie Eddie van Halen sei­ne Gitar­re oder Robert Schu­mann sein Kla­vier.

Augen zu — Mercury lebt — basta.

Die äuße­re Fred­die-Ähn­lich­leit ist frap­pie­rend. Mimik, Ges­tik, Bewe­gun­gen per­fekt — selbst der Wort­witz sitzt, gelingt und lässt das Ori­gi­nal auf­le­ben. Die spe­zi­ell ange­fer­tig­ten Büh­nen­kos­tü­me (wie­der iden­tisch mit Queens Roben) run­den das visu­el­le Erleb­nis ab.

Unse­re vor­ur­teils­be­haf­te­te Skep­sis wird mons­trös ein­ge­stampft. Unse­re Erwar­tung um Licht­jah­re über­tref­fen. Ein gran­dio­ses Hör- und Seh­erleb­nis.

Nach dem Kon­zert war es uns ver­gönnt mit der Band noch eini­ge Wor­te zu wech­seln und unse­re Begeis­te­rung und Kom­pli­men­te zu über­brin­gen. Hej, sym­pa­thisch sind alle oben­drein.

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Also lie­bes Volk — das dürft ihr das nächs­te mal nicht ver­pas­sen und lie­be Band …. Gran­di­os… macht wei­ter so … wir lie­ben euch und dan­ke fürs gemein­sa­me Foto.

Mit dem PKW nach Theth — Kamikaze Tripp auf der legendären SH21

Heute geht es nach Theth. 

Das Ört­chen, obwohl schwer zugäng­lich und tief in den Ber­gen gele­gen, hat Kult­sta­tus unter den Indi­vi­dualos.  Theth ist ein klei­nes 80 See­len Streu­dorf in den alba­ni­schen Alpen. Zu errei­chen von Mai bis Sep­tem­ber — ansons­ten von der Welt abge­schnit­ten. Noch 2006 warn­ten Ein­hei­mi­sche aus den Dör­fern vor den Ber­gen vor der Rei­se in die ent­le­ge­nen Berg­tä­ler. Raub war kei­ne Sel­ten­heit. Jedes Jahr wur­den auch eini­ge Tou­ris­ten ver­misst. Ganz abge­se­hen von dem fast unbe­fahr­ba­ren Weg in die­se Regi­on. Heu­te, 12 Jah­re spä­ter, ist die­ser Weg wei­test­ge­hend asphal­tiert. Tou­ris­ten strö­men in das Theth-Tal. Hikin­ger zu Fuß aus Valbo­na (12 Kilo­me­ter über einen anspruchs­vol­len Trail durch die s.g. ver­wun­sche­nen Ber­ge) oder mit Gelän­de­wa­gen aus Shkod­re. In Spit­zen­näch­ten schla­fen bis zu 500 Tou­ris in den etwa 25 Guest­houses des Tals. Wir haben Glück. Es ist Nach­sai­son. Nur wenig los. “Nur” die letz­ten rund 17 Kilo­me­ter sind Off­raod-König­reich. Die­ses Stück der berühm­ten Lan­des­stras­se SH21 gilt unter Off­raod-Fah­rern als legen­där.

Man muss schon Eier haben und völ­lig durch­ge­knallt sein um die­se Stre­cke mit einem Klein­wa­gen zu wagen. Der Rabe hat sich über Tage men­tal auf die­se Expe­di­ti­on vor­be­rei­tet. Gefühl­te Mil­lio­nen Fotos von Theth stu­diert und Vide­os der Stre­cke “ana­ly­siert”. Auch Erfah­rungs­be­rich­te muti­ger, voll­kas­ko-ver­si­cher­ter Polen und Eng­län­der gele­sen. Den Aus­schlag gaben Fotos des Ortes auf denen  der Rabe ein bis zwei unbe­schä­dig­te Klein­wa­gen mit Stra­ßen­be­rei­fung ein­deu­tig iden­ti­fi­ziert hat. Die müs­sen da irgend­wie run­ter gekom­men sein.

Jetzt nur Läs­sig­keit und chil­li­ge Ruhe aus­strah­len — sonst wit­tert die Eulen­kö­ni­gin kleins­te Rest­par­ti­kel von Respekt (vor dem Unter­fan­gen) im Wagen­in­ne­ren — und macht womög­lich dem Aben­teu­er ein Ende bevor es über­haupt begon­nen hat. Und … ober­wich­tig … Voll­tan­ken. Bevor alle zwei Kilo­me­ter neben einem der “Schatz, haben wir noch Sprit?”-Blues gesun­gen wird.

Bis zur Bar-Res­torant “Buni i bajrak­ta­rit” — Ist noch alles halb­wegs gut, auch wenn man da bereits 1–2 Kilo­me­ter Schot­ter fährt. Die Bar ist so male­risch gele­gen, dass man dort ein Bier ein­fach zap­fen MUSS. Der Blick der sich uns da eröff­net macht schwin­de­lig, benom­men. Die Gier nach mehr macht uns blind für alle Gefah­ren.

Road to hell

Ab da beginnt ein Höl­len­trip. Zeigt das Navi anfäng­lich etwa eine 3/4h bis Theth — wer­den es mit jedem gefah­re­nen Meter — Minu­te um Minu­te mehr. Nach etwa einer Stun­de haben wir gran­dio­se vier Kilo­me­ter zurück­ge­legt. 20 Minu­ten davon muss­ten wir war­ten weil ein PKW der sich die Ölwan­ne auf­ge­ris­sen hat, den Weg blo­ckier­te. Auf 99% der Stre­cke pas­sen kei­ne zwei Fahr­zeu­ge anein­an­der vor­bei. Ein alba­ni­scher Jeep hat den Hava­ris­ten zur nächs­ten brei­te­ren Stel­le gezo­gen und die Insas­sen, ein völ­lig auf­ge­lös­tes, jun­ges aus­län­di­sches Pär­chen Rich­tung Shko­dra mit­ge­nom­men. Hof­fent­lich haben sie Voll­kas­ko — der Miet­wa­gen ist hin.

End­lich kön­nen wir wei­ter. Der Rabe baut auf sei­ne jahr­zehn­te­lan­gen Fahr­küns­te. Eine hal­be Mil­li­on Kilo­me­ter zum Teil bei Matsch, Schnee und Eis im hei­mi­schen Mit­tel­ge­bir­ge. Das wird schon klap­pen. Es waren eini­ge Klein­wa­gen auf den Fotos aus Theth — was die konn­ten, das kann der Rabe mit links.

Ok — ganz mit Links ist es dann nicht.  Die Stre­cke besteht aus­schließ­lich aus unför­mi­gen Stei­nen und Fels­bro­cken. Schot­ter macht viel­leicht 10% der Stre­cke — auf­ge­teilt in 30 Meter lan­ge Abschnit­te. Die Eule anfangs noch auf­ge­regt gackernd — sieht nun ein, dass der Rabe am effek­tivs­ten und sichers­ten ohne stän­di­ges Geschrei nach unten kommt. Sie beschränkt sich auf’s Fest­hal­ten und Kur­ven­zäh­len. Übri­gens 175 Stück — gezählt wur­den kur­ven >45 Grad.

Der Rabe manö­vriert der­weil unse­ren Miet­wa­gen so zwi­schen nicht enden­den Bro­cken, dass nach Mög­lich­keit kei­ner von den grö­ße­ren unter dem Auto ist. Ein klei­ner PKW hat max. 15cm Luft unter dem Boden­blech. Der Weg ist über­sät von Fels­bro­cken die höher sind. Immer fährt ein Rad unse­res Gefährts lang­sam über einen Stein, um einen ande­ren unter sich vor­bei zu las­sen. Jedes Nach­fe­dern der Stoß­dämp­fer kann das Ende einer Rad­auf­hän­gung, der Stoß­stan­ge, der Ölwan­ne oder des Aus­puffs bedeu­ten. Jeder falsch ein­ge­schätz­te Stein oder Schlag­loch kann die Fahrt augen­blick­lich been­den. Jede Unauf­merk­sam­keit an einer der vie­len engen Kur­ven und Pas­sa­gen zwi­schen hun­der­te Meter tie­fen Abhän­gen und Fels­wän­den oder beim Aus­wei­chen vor dem hals­bre­che­risch fah­ren­den, hoch­ge­bock­ten Mini­bus­sen kann töd­lich enden. Weni­ge Tage vor uns ver­such­ten Hol­län­der mit einem Wohn­an­hän­ger den Trail zu pas­sie­ren. Einen Teil des Hän­gers sahen wir völ­lig demo­liert nah eines Abhangs, der Rest lag gut 50 Meter tie­fer. (Selbst fil­men war abso­lut nicht drin. Wir bemü­hen hier bei­spiel­haft You­tube-Vide­os von Kol­le­gen — man beach­te die don­nern in schi­cken 4x4 Fahr­zeu­gen über die Pis­te)

Nur zwei Mal nimmt der Rabe für 1–2 Sekun­den den Blick von der Schei­be um aufs Navi zu schau­en und genau in die­sen Momen­ten knallt es gegen unse­ren Unter­bo­den. Zum Glück ohne Kon­se­quen­zen. Nur gut, dass unse­re Maze­do­ni­sche Auto­ver­mie­tung nichts davon erfährt. Gegen 18Uhr beginnt es zu grau­en. Im Dun­keln wird es unmög­lich wer­den heil anzu­kom­men. Wie gut haben es da die loka­len Jeep-Len­ker. Die “hei­zen” die­se Pis­te mit 30–40 Km\h rauf und run­ter. Vie­le tref­fen wir aber nicht.

Die­se Stre­cke ist defi­ni­tiv nix für schwa­che Ner­ven. Stadt­flit­zer und uner­fah­re­ne Len­ker soll­ten es auch lie­ber sein las­sen. Für wenig Geld kann man sich ab Sko­dra fah­ren las­sen. Auch einen Gelän­de­wa­gen kann man für 10–15€ pro Tag in der Stadt mie­ten. Hät­ten wir es nur vor­her gewusst.

Auf den letz­ten 2–3 Kilo­me­tern müs­sen wir auch Bäche pas­sie­ren, einer ist hef­tig breit und tief. Es klappt — uff. End­lich Gebäu­de, noch über eine Brü­cke und wir hal­ten in Theth. Stolz erfüllt des Rabens Brust — geschafft, und das ohne Bles­su­ren. Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit 5Km\h — das schafft ein Fuß­gän­ger auch.

Aber noch sind wir nicht am Ziel. Ein Streu­dorf besteht nun mal aus meh­re­ren klei­nen Sied­lun­gen. So auch Theth. Erst ein Anruf in unse­rem Guest­house klärt — “nach der Brü­cke rechts und noch etwa ein Kilo­me­ter”. Ein Kilo­me­ter bedeu­te hier eine vier­tel Stun­de. Völ­lig durch­ge­schüt­telt, erschöpft und aus­ge­hun­gert par­ken wir unser Wun­der­au­to vor dem Haus der Fami­lie Rupa. Ein tra­di­tio­nel­les Stein­haus inmit­ten eines gro­ßen Gar­tens. Ein Nach­bar­haus ist nicht zu sehen. Idyl­lisch.

Wir kom­plet­tie­ren die inter­na­tio­na­le Beleg­schaft. Zwei Bel­gi­er, eine Aus­tra­li­sche Fami­lie und wir haben Zim­mer im Haus. Zwei Jungs aus Mün­chen und noch wei­te­re zwei sehr stil­le Gesel­len Zel­ten im Gar­ten.

Guest­house Rupa” ist ein wah­res Schmuck­stück, das Zim­mer­chen super. Es ist Abend­brot­zeit. Hier kocht die Oma per­sön­lich und zwar drau­ßen. Die Küche ist hin­ter dem Haus, immer­hin über­dacht aber es gibt nur eine Wand. Die Oma zau­bert ein Fünf- Gän­ge-Menü vom Feins­ten und das reich­lich. Boh­nen­sup­pe ist auch heu­te dabei und für den vegan-geschä­dig­ten Raben gibt’s sogar ein Stück Lamm­kott­let  extra.

Abends ler­nen wir Dan­ny und Tobi aus Mün­chen ken­nen. Obwohl, Dan­ny ist ein wasch­ech­ter Ossi, aus Thü­rin­gen — so klein ist die Welt. Die bei­den sind mit Ihren gelän­de­gän­gi­gen Klein­bus­sen durch den Bal­kan unter­wegs. Nach dem Abend­essen sin­nie­ren wir stun­den­lang am Lager­feu­er über Gott, die Welt, über alba­ni­schen Wein und den Raki und über den Ster­nen­him­mel.

Georgien — Freunschaft auf den ersten Blick

Geor­gi­en??? Krieg, Gewalt, Kri­mi­na­li­tät, Mafia — Seid ihr jetzt völ­lig über­ge­schnappt? Und dann noch in die abge­le­gens­ten Regio­nen. Die Reak­tio­nen unse­rer Freun­de und Fami­li­en auf die Aus­wahl unse­rer Rei­se­zie­le ken­nen wir bereits. Hej Leu­te, ist ja echt put­zig und süß von Euch. Wie immer stimmt kein ein­zi­ges Vor­ur­teil deut­scher Schäf­chen mit der Rea­li­tät über­ein. Im Gegen­teil — wir wer­den von unbe­schreib­li­cher Herz­lich­keit und Gast­freund­schaft der Geor­gi­er schier über­wäl­tigt.

Bera­tungs­re­sis­tent (was die “über­legt es euch noch­mal” Stim­men angeht) und Stolz lan­den wir am Sonn­tag-Nach­mit­tag mit­ten im Mai auf dem klei­nen, net­ten Flug­ha­fen von Kutai­si in West­ge­or­gi­en. Vier Stun­den Flug ver­gin­gen wie im .… Flug. Auch wenn es hier kei­ne ein­zi­ge Bou­tique gibt (das führt bei Eul­chen auf dem Rück­flug zu depres­si­ven 5 Minu­ten;))) — bekommt man hier alles was der Tou­ri zum “über­le­ben” braucht. Den net­ten Mann der ein Mega-Schild mit unse­rem Namen hält — kann man nicht über­se­hen. Der Ankunfts­be­reich ist nicht grö­ßer als unse­re Woh­nung. Er hat’s nicht eilig. Wir sol­len in Ruhe alles erle­di­gen. Wir zap­fen die ers­ten Lari aus einem Geld­au­to­ma­ten und bestü­cken unser “Rou­ting-Navi­ga­ti­ons-Dritt­han­dy” mit einer loka­len SIM … zum Spott­preis übri­gens, 30GB für umge­rech­net ’n Zeh­ner.

Kurz dar­auf begrüßt uns Kakha strah­lend. Er betreibt in Kutai­si ein Guest­house, ein klei­nes Büro das Tou­ren und Aus­flü­ge für Tou­ris­ten orga­ni­siert und neben­bei wird hin und wie­der auch einer sei­ner drei Jeeps ver­mie­tet. Alles läuft völ­lig unkom­pli­ziert und unbü­ro­kra­tisch, bereits ab dem ers­ten Kon­takt vor über einem hal­ben Jahr. Der Rabe hat eng­lisch­spra­chig im geor­gi­schen Inter­net gesucht und wur­de fün­dig. Per Whats­app han­deln wir alles nöti­ge aus — fer­tig. Jaaa — ich weiß — ein typi­scher Deut­scher wür­de Fie­ber, Zit­tern und Krät­ze bekom­men bei dem Gedan­ken nicht alles gere­gelt, ver­si­chert und sechs Mal schrift­lich bestä­tigt — (und das jeweils vom Ver­mitt­ler, Ver­mie­ter und Ver­si­che­rer) — aber so läuft das nun mal in man­chen Ecken die­ser Welt .… und es ist gut so. (Eini­ge Sei­ten Papier wer­den vor Ort unter­schrie­ben, natür­lich)

Für rund 450 Dol­lar bekom­men wir einen gut ein­ge­fah­re­nen (10 Jah­re ~ 120 000 Km) Mitsu­bi­shi Paje­ro. Top Hard­ware um in ent­fern­te Regio­nen des Kau­ka­sus zu kom­men. Krat­zer, Del­len, Beu­len inter­es­sie­ren weder Kakha noch uns, weder bei der Über­ga­be noch bei der Rück­ga­be. Der Rabe lässt sich noch schnell die Zau­ber­kräf­te der Maschi­ne erklä­ren (SS4-II Super Select All­rad­an­trieb, Vor­der­achs­dif­fe­ren­ti­al, sperr­ba­res Zen­tral­dif­fe­ren­ti­al mit Vis­ko­kupp­lung, elek­tro­ni­sche Trak­ti­ons­kon­trol­le, Gelän­de­un­ter­set­zung) und es geht los.

Unse­re Fahrt­rich­tung steht bis zum letz­ten Moment nicht fest. In den schwer zugäng­li­chen Berg­re­gio­nen des Kau­ka­sus, sol­len von Regen und Gewit­tern heim­ge­sucht wer­den. Da die Wet­ter­apps nicht ein­mal das gest­ri­ge Wet­ter genau ansa­gen kön­nen beschlie­ßen wir am Vor­tag doch auf “Risi­ko” zu gehen. Wir steu­ern Rich­tung Gro­ßer Kau­ka­sus. Bis in die Ber­ge sind es gut 300 Kilo­me­ter. Auf geor­gi­schen Stra­ßen und Berg­schot­ter­pis­ten sind das locker 5–7 Stun­den Fahrt. Wir suchen uns unge­fähr auf der Hälf­te ein Quar­tier. Zuvor wol­len wir aber noch eine Sowje­ti­sche inge­nieur-tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung mit eige­nen Augen sehen.

Enguri Staudamm

Den Engu­ri Stau­damm. Er ist mit 750m Brei­te und 271,5 m Höhe das größ­te Bau­werk im Kau­ka­sus. Eini­ge Zeit war er das größ­te gewölb­te Bau­werk der Welt. (seit 2012 ist es ein Stau­damm in Chi­na). Defi­ni­tiv ist die Stau­mau­er die fünft­höchs­te auf der Welt. Das dazu­ge­hö­ri­ge unter­ir­di­sche Was­ser­kraft­werk pro­du­ziert jähr­lich rund 4,5 Mil­li­ar­den Kilo­watt­stun­den. Das deckt fast 50 % des Strom­ver­brauchs Geor­gi­ens. Meh­re­re Quel­len behaup­ten — der Engu­ri-Damm wäre, dank der ihn umge­ben­den Berg­land­schaft, einer der schöns­ten Däm­me der Welt.


(diese atemberaubende Aufnahme stammt ausnahmsweise nicht von uns sondern von den Profis vom Urbexplorer.com)

Der Fluss Engu­ri bil­det einen Teil der Gren­ze zum abtrün­ni­gen Abcha­si­en. Stau­mau­er und Kraft­werk ste­hen auf Geor­gisch kon­trol­lier­tem Gebiet — Trans­for­ma­to­ren und ande­re tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen auf Abcha­si­schem Gebiet. Inter­es­sant ist, dass man beim Strom — trotz erbit­ter­ter Feind­schaft — zusam­men­ar­bei­ten kann. Die Navi­ga­ti­ons-Apps tun sich schwer. Wir bewe­gen uns im Grenz­ge­biet zu einem ver­fein­de­ten Staat. Der Damm ist trotz sei­ner gewal­ti­gen Aus­ma­ße von geor­gi­scher Sei­te nicht zu sehen. Wir fol­gen unse­rem Gefühl und schlän­geln uns zwi­schen zwei Ber­gen soweit wie es geht ran, bis wir auf ein­mal vor einen Tor mit zwei Wach­män­nern ste­hen. Das Gelän­de ist weit­räu­mig ein­ge­zäunt. Wir par­ken im gebüh­ren­den Abstand, der Rabe kämpft mit den Fens­ter­he­bern unse­res Jeeps. Die­se wol­len unbe­dingt in der Mit­te zum Ste­hen kom­men. Einer der Män­ner kommt auf uns zu. Unse­re Befürch­tung es könn­te haa­rig wer­den zer­streut sich in Sekun­den. Der Mann will uns nur hel­fen das Fens­ter Pro­blem zu lösen. Nach ein paar Wor­ten und einem gemein­sa­men Ziga­ril­lo — ist das Fens­ter end­lich zu und wir dür­fen hin­ter den Zaun. 

Die letz­ten paar Meter geht’s zu Fuß. Erst 100m vor dem Damm bekommt man ihn zu Gesicht. Mons­trös und wun­der­schön, gewal­tig und gleich­zei­tig anmu­tend wie ein Kunst­werk. Wir sind fas­zi­niert. Solch Schön­heit in solch abge­le­ge­nen Regio­nen — und wir sind erst seit vier Stun­den in Geor­gi­en — was wer­den wir noch alles erle­ben????


Wie sehr wir mit die­sen Gedan­ken Recht haben — wird uns in den fol­gen­den Tagen mehr­mals täg­lich bewusst.

Vom Damm sind es nur weni­ge Kilo­me­ter zu unse­rem Quar­tier. In einem klei­nen etwas abge­le­ge­nen Dorf, unweit Jva­ri, fin­den wir es. Das Haus der Fami­lie Matua — Wein­bau­ern seit Genera­tio­nen. Ein paar Haus­tie­re hal­ten sie auch und, seit dem die Kin­der zum stu­die­ren in die Haupt­stadt sind, ver­mie­ten sie ab und zu an Rei­sen­de.

Wir sind heu­te die Ein­zi­gen. Platz ist genug. Zwei sym­me­tri­sche Haupt­häu­ser sind durch einen Mit­tel­trakt ver­bun­den — auf dem eine 200 m² Ter­ras­se deut­lich macht — uns geht es gut. In Euro­pa wäre es unbe­zahl­bar und sicher von einem Pro­mi bewohnt. Es beginnt zu grau­en. In Geor­gi­en wird es wegen der zwei über­sprun­ge­nen Zeit­zo­nen zwei Stun­den eher dun­kel. Dass Geor­gi­er tra­di­tio­nell eine unver­gleich­li­che Gast­freund­schaft pfle­gen wuss­ten wir im Vor­aus — was uns bei Jew­dok­ja und Abel wider­fährt lässt unse­ren west­eu­ro­päi­schen Kul­tur­kreis in vie­ler­lei Hin­sicht echt blass aus­se­hen.

Schon bei der Begrü­ßung funkt es — spür­ba­re Sym­pa­thie erleuch­tet die Stim­mung. In den fol­gen­den Stun­den und am Fol­ge­tag keimt dar­aus eine klei­ne Freund­schaft. Es ist vom unschätz­ba­ren Wert, dass der Rabe mal frü­her (vor 35 Jah­ren) fast flie­ßend Rus­sisch gespro­chen hat. Zuerst aber kön­nen wir uns unser Nacht­la­ger aus­su­chen. Es gibt hier zwei Dop­pel­zim­mer und ein Appar­te­ment — unter­schied 6€ — ein Lacher. Natür­lich näch­ti­gen die Eulen­kö­ni­gin und der Raben­prinz stan­des­ge­mäß. Allein das Schlaf­ge­mach ist gut 40m² groß — dazu ein rie­si­ger Salon und ein sehr groß­zü­gi­ges Bad — alles für umge­rech­net 26€. Geor­gi­en live eben😊 Jew­dok­ja ist Ukrai­ne­rin und erst vor 30 Jah­ren nach Geor­gi­en gekom­men … der Lie­be wegen. Rus­sisch, Ukrai­nisch, Pol­nisch alles ver­wand­te Spra­chen. Wir sind glück­lich, end­lich kön­nen wir uns frei unter­hal­ten, erzäh­len, fra­gen, wit­zig sein. Rabens Rus­sisch wird schon an die­sem Abend immer bes­ser ‚spä­ter im Ver­lauf der Rei­se, fal­len ihm sogar kom­pli­zier­te­re Voka­beln wie­der ein. Auch unse­re Gast­ge­ber sind neu­gie­rig. Zum ers­ten mal kön­nen sie etwas über das Leben in Gje­r­man­ja erfah­ren. Es waren schon Deut­sche hier, spra­chen aber nur Eng­lisch.

Neben­bei, fast unbe­merkt, deckt Jew­dok­ja im Hof einen gro­ßen Tisch ein. Immer wie­der ent­schwin­det sie unbe­merkt in die Küche und berei­tet auch noch das Abend­mahl für uns zu. Wir dür­fen wäh­rend­des­sen schon mal unse­ren ers­ten geor­gi­schen Wein kos­ten — den gibt’s hier ein­fach über­all. Ihn auf einem Wein­gut zu trin­ken ist ein traum­haf­tes Erleb­nis. Abel schenkt uns ein … wei­ßen (der hier fast rose ist) und roten ein. Dann wird eine Karaf­fe voll­ge­macht. Zum Schluss wird aus dem “Rog” getrun­ken — aus dem Horn. Das Eul­chen lernt: das Horn muss man aus­trin­ken … abstel­len kann man es nicht 😊 Auch einen 38m tie­fen Brun­nen gibt’s hier — das kris­tall­kla­re Berg­was­ser ist erfri­schend kühl und schmeckt vor­züg­lich. Jew­dok­ja beginnt auf­zu­tra­gen. Wir den­ken zuerst es ist für vier. Nein, alles für uns … und das Auf­tra­gen geht im 10min Takt wei­ter. Immer neue­re Lecke­rei­en, deren Namen wir kaum aus­spre­chen kön­nen … Blin­chi­ki, Qat­mis, Chkhi­re­bi uvm. Alles für uns abso­lut neu, exo­tisch, pikant, wür­zig den­noch nicht scharf, vor allem aber unnach­ahm­lich lecker. Dazu fließt der Wein … und es wird noch lang ange­regt debat­tiert. Ein herr­li­cher ers­ter Abend unter Geor­gi­schem Him­mel.

Wir schla­fen in unse­rer feu­da­len Suite wie Babys — zehn Stun­den unun­ter­bro­chen. Nicht nur der Wein und die fri­sche Luft tra­gen dazu bei — auch das Bett. Fast alle Bet­ten in denen wir in Geor­gi­en näch­ti­gen dür­fen sind aus mas­si­ven Holz. HOLZ!!! Nicht wie in unse­ren Brei­ten­gra­den Holz­pro­duk­ten … Sperr­holz, Leim­holz, Press­holz, bil­li­gen Kie­fern­holz oder Kunst­soff. Kein wackeln, kein quiet­schen, nichts ist lawe­de. Kei­ne zwei Tage spä­ter erzählt uns ein Swa­ne eine Geschich­te aus sei­ner Fami­lie, die bezeugt wie wich­tig den Geor­gi­ern ihr Bett ist😊 (Dazu mehr im Bei­trag über Swanetien/Kaukasus)

маленькая дружба — Kleine Freundschaft

Jew­dok­ja, die wir seit ges­tern Abend Dus­ja (das ist ihr Kose­na­me) — nen­nen dür­fen berei­tet uns ein phä­no­me­na­les, geor­gi­sches Früh­stück. Unnö­tig zu sagen, dass alles was hier auf den Tisch kommt aus­schließ­lich aus eige­ner Zucht/Anbau/Herstellung stammt. Abel zeigt der Eulen­kö­ni­gin der­weil die Tier­stal­lun­gen und den Obst­gar­ten. Ein Schock für uns ord­nungs­ver­wöhn­te Deut­sche. Solch eine Ord­nung und Sau­ber­keit haben wir in unse­rem Leben noch nicht erlebt. Nir­gend­wo auch nur ein “Kleks” und das bei 30 Hüh­nern und etli­chen Puten. Auch zwei Schwei­ne und eine Kuh mit einem Kalb hau­sen hier .… und … nichts, kei­ne Fla­den, kei­ne Hau­fen, kein Unrat, kein Müll … alles säu­ber­lichst gerecht und gekehrt. Die Tie­re sind bes­tens ernährt und gepflegt — haben Aus­lauf und Frei­heit sich über­all zu bewe­gen. Der Umgang mit Tie­ren ist in vie­len sol­chen Län­dern ein völ­lig ande­rer als bei uns.

Noch vor dem Essen bekom­men wir ein Wein­horn geschenkt — aus Ton, rund­her­um ver­ziert und bunt ange­malt. Eine sehr schö­ne Hand­ar­beit — ob alle Gäs­te hier so emp­fan­gen wer­den? Ein­zig­ar­tig die­se Gast­freund­schaft — es über­trifft alles was wir über die­ses Land gele­sen haben.

Nach dem Früh­stück wer­den wir ins Haus ein­ge­la­den … in das pri­va­te Hei­lig­tum des Geor­gi­ers. Dus­ja zeigt uns stolz die Küche. Abel ist stolz auf das gro­ße Zim­mer, zeigt dem Raben “sei­ne” Biblio­thek. Hier­her zieht er sich zurück wenn er Ruhe braucht. Dar­in vie­le Erin­ne­rungs­stü­cke und Fotos von Fami­lie und Freun­den. Als Bur­sche spiel­te Abel bei der Jugend von Dîna­mo Tif­li­si zusam­men mit einem der bekann­tes­ten Geor­gi­schen Fuß­bal­ler. Wer denkt schon, dass ein Bau­er eine Biblio­thek hat oder fast Pro­fi­fuss­ba­ler war???

Das Schlaf­zim­mer und die Kin­der­zim­mer zeu­gen eben­falls vom Wohl­stand — und das sind nur die Räu­me eines der bei­den Haupt­häu­sern. Im ande­ren befin­det sich untern ein Raum das locker als gro­ßes Restau­rant die­nen könn­te .. mit super edlen Boden­flie­ßen aus­ge­legt. Dar­in wird die Hasel­nuss­ern­te zum trock­nen gela­gert. Die Eulen­kö­ni­gin hilft zugleich beim Sor­tie­ren.


man beach­te die Flie­ßen — der Ham­mer

Wir wis­sen, dass wir heu­te wei­ter wol­len — Rich­tung Kau­ka­sus — Swa­ne­ti­en. Eigent­lich haben wir beschlos­sen, dort wo es schön ist län­ger zu blei­ben. Das hal­ten wir bei die­ser Rei­se nicht ein. Die Neu­gier ist zu groß — es gibt soviel zu ent­de­cken. Aber bereits am ers­ten Abend bei den Matuo’s wis­sen wir 1000%ig — dass es nicht das letz­te Mal ist, dass wir die­ses para­die­si­sche Land berei­sen. Wir ver­ab­schie­den uns und ver­spre­chen im nächs­ten Jahr wie­der zu kom­men. Die klei­ne Freund­schaft pfle­gen wir nach der Rück­kehr wei­ter .. per Email .. schön. Bis bald Freun­de!

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