Die Advents­zeit erle­ben wir jedes Jahr auf unse­re spe­zi­el­le Art und Wei­se. Wir stim­men uns auf das Fest ein – ohne jeg­li­chen Stress, ohne Hek­tik, ohne Druck Geschen­ke kau­fen zu müs­sen, ohne Erwar­tun­gen Ande­rer erfül­len zu müs­sen. Schen­ken kann man jeder­zeit und Fami­li­en­be­su­che sind auch außer­halb von Weih­nach­ten schön. Ego­is­tisch? … etwas … Zuge­ständ­nis­se haben wir Jahr­zehn­te lang gemacht. Wir besu­chen aus­ge­fal­le­ne Weih­nachts­märk­te und das „Bas­teln“ eines musi­ka­li­schen Video-Weih­nachts­gru­ßes – macht uns seit Jah­ren auch einen rie­sen Spaß.

Es adven­tet also und uns treibt es in die See­len­hei­mat – nach Kar­pacz. Zeit wird’s, wir haben schon wie­der vier Wochen hier geschuf­tet – da ist ein Hei­mat­ur­laub wohl erlaubt:))) Eine schnu­cke­li­ge Pen­si­on namens „Rezy­den­c­ja Gor­s­ka“ nimmt uns auf. Am Wald­rand, ganz ruhig gele­gen, genie­ßen wir ein traum­haf­tes Zim­mer, ein feu­da­les Bad, einen gro­ßen Bal­kon, ein lie­be­vol­les Früh­stück und die Natur rund­her­um.

Wir sind die ein­zi­gen Gäs­te und wer­den von der „Früh­stückstan­te“ jeden Tag aufs Neue über­rascht. NUR FÜR UNS berei­tet sie Racuszki – ein süßes Teig­ge­bäck, hier mit war­men Apfel­schei­ben gefüllt, Toast mit Raclette­kä­se und fri­schen Prei­sel­bee­ren, uvm – das ist so lieb und schmeckt so lecker.

Das B Nr. 1 — Budniki

Es ist das ers­te Advents­wo­chen­en­de – wir wol­len uns aus­ru­hen, ent­span­nen, alle Vier gera­de sein las­sen. Eine Wan­de­rung darf natür­lich nicht feh­len. Die Lage unse­rer Unter­kunft bringt uns auf eine Idee. Ober­halb von Kar­pacz, im Tal des Baches Mali­na, auf knapp 900 m.ü.d.M. gab es bis in die 40er Jah­re eine klei­ne Men­schen­sied­lung mit dem Namen Bud­ni­ki – Forst­lang­was­ser oder Forst­bau­den.

Das Beson­de­re an die­sem Ort war (und ist), dass an 113 Tagen im Jahr kei­ne Son­ne scheint. Jedes Jahr am 26. Novem­ber fei­er­te man den Son­nen-Abschied und am 19. März begrüß­te man sie fei­er­lich. Seit eini­gen Jah­ren orga­ni­siert der Freun­des­kreis Forst­bau­den die tra­di­tio­nel­le „Ver­ab­schie­dung der Son­ne” in Bud­ni­ki wie­der. Beim strah­len­den Son­nen­schein star­ten wir von unse­rer Her­ber­ge in der Fels­sied­lung (Osied­le Skal­ne) in die Ber­ge.

Stim­mungs­voll und male­risch wer­den wir von der dick mit Schnee bedeck­ten Natur beglei­tet. Von der Sied­lung ist nicht mehr viel übrig. Tafeln ste­hen dort wo Gehöf­te waren den­noch kann man sich gut vor­stel­len wie hart das Leben hier gewe­sen sein muss.

Die alten Fotos stam­men von der Sei­te des Freun­des­krei­ses Bud­ni­ki

Wir sind allein in den Ber­gen. Genuss pur. Erst nach vier Stun­den, fast wie­der in Kar­pacz, tref­fen wir wie­der eini­ge Homo-Sapi­ens. Ein herr­li­ches Gefühl — und das Essen im Dwor Lic­zyr­ze­py schmeckt gleich noch­mal so lecker:)

Weihnachtsmarkt im Schloss Lomnitz

Es ist schon Tra­di­ti­on gewor­den den Advents und Weih­nachts­markt in Schloss Lom­nitz zu besu­chen. Auf dem Gelän­de der ehe­ma­li­gen Stal­lun­gen und des Wirt­schafts­ho­fes laden vie­ler­lei bun­te Stän­de zum Wun­dern, Stau­nen und Kau­fen ein! Man fühlt sich in Kin­der­ta­ge zurück ver­setzt wenn man mit auf­ge­ris­se­nen Augen und offe­nen Mund durch die­se wun­der­sa­me, bun­te Weih­nachts­welt schlen­dert.
Im alten Stall spielt ein Gora­len-Chor auf — wit­zig, alte Män­ner von einer reso­lu­ten Frau diri­giert — da stimmt der Rabe glatt mit ein.

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Gemüt­li­che Sitz­ecken mit Kuschel­kis­sen laden zum Ver­wei­len ein um die kuli­na­ri­schen Lecke­rei­en zu genie­ßen. Für uns dies­mal “Kas­zan­ka” eine Art Grütz­wurst , ein­fach ober­le­cker! Dazu ein Glüh­wein mit Gewür­zen und Oran­ge, was kann es schö­ne­res geben!
Hier ent­ste­hen auch die ers­ten Video-Take’s für unse­ren dies­jäh­ri­gen Weih­nachts-Clip
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Das B Nr.2 – BAJM

Am Sonn­tag ist in Jele­nia Gora was los. In der Kon­zert- und Sport­are­na fin­det zum sie­ben­ten Mal eine Cha­ri­te-Gala statt. Unter dem Titel „Ver­zau­ber­te Weih­nacht mit der Tau­ron-Fun­da­ti­on“ wird Geld für geis­tig wie kör­per­lich behin­der­te Kin­der und Jugend­li­che gesam­melt. Ver­schie­de­ne musi­ka­li­sche und reha­bi­li­ta­ti­ons Work­shops fin­den schon Tage zuvor mit beson­ders gesangs­be­gab­ten, behin­der­ten Jugend­li­chen statt. Die Bes­ten von ihnen sowie die Gewin­ner des polen­weit im Fern­se­hen aus­ge­tra­ge­nen Musik­wett­be­werbs „Das ver­zau­ber­te Lied“ (Zac­za­ro­wa­na pio­sen­ka) für Behin­der­te bestrei­ten die ers­te Hälf­te des Pro­gramms. Eini­ge Kin­der­grup­pen lei­ten das Gesche­hen auf der Büh­ne gemein­sam mit ihren Betreu­ern an.

Dann kom­men die jun­gen Stars an die Rei­he. Wir sind zu Trä­nen gerührt … die musi­ka­li­sche Klas­se der Voka­lis­ten über­steigt bei Wei­tem die man­cher, nicht behin­der­ten, Fina­lis­ten von DSDS, Pop­stars oder Super­ta­lent. Die Stim­men und die Per­sön­lich­kei­ten begeis­tern uns wie das gesam­te Publi­kum – ein Wahn­sinn.

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Haupt-Attrak­ti­on des Abends ist eine pol­ni­sche Rock-Pop-Legen­de – die Grup­pe BAJM, so benannt nach den Vor­na­men ihrer Grün­dungs­mit­glie­der im Jahr 1978. Eine Zeit lang beglei­te­te der Rabe das Schaf­fen der Band aus Lub­lin auf Kas­set­ten-Sam­plern, wie es so in den 80ern üblich war. Songs wie “Nie ma wody na pus­ty­ni”, “Dwa ser­ca, dwa smut­ki” oder “Dzie­sięć przyka­zań” kennt jeder Pole. Die Eulen­kö­ni­gin kann­te zwar kei­nen ein­zi­gen Titel der an die­sem Abend gespielt wur­de – ist aber nach dem Kon­zert zum lebens­lan­gen Fan der Trup­pe gewor­den. Eine bril­li­an­te Show ist dafür genau­so ver­ant­wort­lich wie die etwas gleich­al­te Bea­ta Kozid­rak

(das B von Bajm) – die Rock­la­dy lie­fer­te eine leben­di­ge, ener­gie­ge­la­de­ne Vor­stel­lung ab. Die Fans am rech­ten Rand der Büh­ne fei­er­ten von Beginn an mit. Zum Schluss stan­den auch die zig Rei­hen Offi­zi­el­ler beim Stan­ding Ova­ti­on und wipp­ten im Takt der letz­ten Akkor­de.
Selbst der lang­bei­ni­ge Back­round-Chor bekam in dem eh gekürz­ten Auf­tritt ein Solo­stück — das spricht für die sym­pa­ti­sche Che­fin.

Wäh­rend des Auf­tritts schloss Eul­chen eine klei­ne Freund­schaft mit ihrer Sitz­nach­ba­rin. Bei­de ver­stan­den ein­an­der über­haupt nicht — schun­kel­ten, lach­ten und tanz­ten aber gemein­sam wie zwei ver­lieb­te Teen­ager. Ein leib­haf­ti­ger Beweis dafür, dass Musik ver­bin­det und Gren­zen über­win­det. 

 

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