Am Koman See — Bashota “das abgelegenste Gästehaus des Kontinents”

Nach der Über­nach­tung und den geschichts­träch­ti­gen Ein­drü­cken auf Skan­der­bergs Burg in Kru­je steu­ern wir ins Pro­kle­ti­je — die alba­ni­schen Alpen.  Zwi­schen Mon­te­ne­gro, Koso­so­vo und Nord­al­ba­ni­en erstre­cken sich gewal­ti­ge Berg­mas­si­ve mit stei­len Berg­rü­cken und tief ein­ge­schnit­te­nen Tälern .. wie tief erfah­ren wir in zwei Tagen (dazu mehr im nächs­ten Bei­trag). Das stark kars­ti­ge, schrof­fe, zer­klüf­te­te Mas­siv, mit Gip­feln bis zu 2700 Metern Höhe — sieht den Alpen sehr ähn­lich.

Der Weg führt uns heu­te an den Koman-See. Eine Per­le der Schön­heit zwi­schen den Fel­sen der ver­wun­sche­nen Ber­ge. Nah dem Dorf Koman, in der Schlucht von Mal­gun, wur­de zwi­schen 1980 und 1989 eine gewal­ti­ge Stau­mau­er errich­tet — wodurch der wil­de Fluss Drin begann sich auf­zu­stau­en. Heu­te schlän­gelt sich der so ent­stan­de­ne See über 34 Kilo­me­ter lang bis zur Stau­mau­er des Fier­za Stau­sees.

Zwi­schen bei­den Orten (Koman — Fier­za) ver­kehrt eine Fäh­re. Unser ursprüng­li­cher Plan sah vor mit dem Auto, auf der Fäh­re, Valbo­na zu errei­chen — um von dort das male­ri­sche Theth zu erwan­dern. Es ist aller­dings eine 12 Kilo­me­ter-Wan­de­rung mit 1000 Metern Höhen­un­ter­schied (und einer Rück­tour 1–2 Tage spä­ter). Da wir kei­ne sehr aus­ge­präg­te Hicking­psy­cho­se haben, und den Rest des Urlaubs nicht mit Rekon­va­les­zenz zubrin­gen wol­len — wird die­ser Plan ein­stim­mig abge­lehnt. Respekt vor allen, die es geschafft haben — es soll wun­der­schön sein.

Wir beschlies­sen den See anders zu ent­de­cken. Dazu wird eine Über­nach­tung gesucht. Es gibt in der Nähe einen Cam­ping­platz und es gab wohl sowas wie ein Hotel .. bei­des macht uns nicht glück­lich.

Wir bemü­hen aus­nahms­wei­se das Airb­nb. Nicht weit von hier wird EIN ein­zi­ges Zim­mer ange­bo­ten. Die­ses Zim­mer wird zu einem unse­rer bis­her größ­ten (ende­mi­schen :)) Aben­teu­er über­haupt. Ein Eng­län­der beschreibt es in sei­nem Blog wie folgt: ” … es ist wahr­schein­lich eins der abge­le­gens­ten Gäs­te­häu­ser des Kon­ti­nents.”. Aber der Rei­he nach.

Die 120 Kilo­me­ter von Kru­ja zum Koma­ni-Lake tei­len sich in zwei Abschnit­te. Die ers­ten etwa 70 Kilo­me­ter, bis kurz nach Plez­he, fährt man zügig und bequem, ent­lang der gut aus­ge­bau­ten SH1. Dann bie­gen wir Rich­tung Mje­de ab und ab etwa Vau Deja beginnt eine male­ri­sche Fahrt auf einem schma­len, schot­te­ri­gen, löch­ri­gen Weg.

Es geht die gan­ze Zeit ent­lang des Umris­ses einer Berg­ket­te zur Rech­ten. Dann par­al­lel dazu, ent­lang des Drin-Tals, zur Lin­ken. Man spürt, dass man sich von der “Zivi­li­sa­ti­on” ent­fernt. Der Weg wird immer holp­ri­ger. Wir fah­ren immer lang­sa­mer. Für die letz­ten 33 Kilo­me­ter benö­ti­gen wir knap­pe zwei Stun­den (mit Foto- und Pipi­pau­sen). Der Weg endet an einem Tun­nel. Wir durch­fah­ren ihn und sind end­lich da. Eine etwa 50x50 Meter gro­ße, beto­nier­te Flä­che die zwei Gebäu­de und den Fähr­an­le­ger beher­bergt. Wir gön­nen uns Kaf­fee und ein kal­tes Bier­chen und schau­en dem Trei­ben auf dem künst­li­chen Eiland zu.

Ab hier beginnt unser Bas­ho­ta-Aben­teu­er. Wir setz­ten das Auto zurück vor den Tun­nel, packen zwei Mini­ruck­sä­cke mit Zahn­pas­ta, T‑Shirts und Was­ser und keh­ren zu Fuß zum Koman. Ein jun­ger Mann bringt uns mit einem klei­nen Boot­chen zur Anle­ge­stel­le der Buj­ti­na.  Eul­chen glaubt bis dahin noch an einen Scherz — zumin­dest bis sie den ers­ten Schritt ans Ufer setzt.  Auf einen gro­ßen Stein ist eine Son­ne auf­ge­malt und mit roter Far­be steht auf dem nächs­ten Stein “Bas­ho­ta”. Auch unser Fähr­mann lässt kei­nen Zwei­fel dar­an, dass wir rich­tig sind. Wie ET  hebt er den Arm und streckt sei­nen Zei­ge­fin­ger Rich­tung (fast) Him­mel aus. “good luck” sagt er noch zu Ver­ab­schie­dung und lächelt.

Es sind etwa 27 Grad. Spon­tan sprin­gen wir nackig in den Koman — das Was­ser ist ange­nehm, nicht zu kalt. Dann beginnt der Auf­stieg.

Es sind rund zwei Kilo­me­ter in denen wir etwa 400 Meter Höhe bewäl­ti­gen. Wir schwit­zen, Stol­pern, stöh­nen, äch­zen… so ähn­lich muss sich der Jakobs­weg anfüh­len. Nicht weit ent­fernt sehen wir den 1500 Meter hohen Qer­ret. Wir sind kurz vorm Ver­zwei­feln, Im nächs­ten Moment wie­der jauch­zend vor Glück ob der atem­be­rau­ben­den Aus­bli­cke. Dann wie­der zäh­ne­knir­schend weil es wei­ter steil berg­auf geht. Nach ein­andhal­ber Stun­den errei­chen wir ein ver­fal­le­nes Tor, dahin­ter ein Stein­haus mit Neben­ge­bäu­den. Sind über­glück­lich es geschafft zu haben, bis uns zwei Frau­en zu ver­ste­hen geben, dass wir nicht am Ziel sind.

Eine wei­te­re vier­tel Stun­de steil auf­wärts fin­den wir end­lich “unse­re” Buj­ti­na. Ein ein­fa­ches Stein­haus am Berg­hang. Ein Zim­mer wur­de für die Tou­ris etwas her­ge­rich­tet. Vier Bet­ten, ein Ofen, ein Tisch, eine wack­li­ge Steck­do­se, eine Lam­pe. Drau­ßen von Wein­tra­ben und Kiwis ver­han­gen, ein drei Meter brei­ter Strei­fen, ent­lang des Hau­ses — mit zweit Tischen und paar Stüh­len. Kin­der spie­len Ball, Hüh­ner zwi­schen den Bei­nen, ein Hund bellt auf­ge­regt an der Ket­te.

Toi­let­te und Wasch­ge­le­gen­heit sind hin­ter dem Haus, eben­falls am Hang, jeweils in einer Holz- oder Blech­bu­de. Ein­fach eben aber wir woll­ten erfah­ren wie die Men­schen hier in den Ber­gen leben. Es leben übri­gens nur die­se bei­den Fami­li­en hier oben, Die Nächs­te Men­schen­sied­lung ist paar Kilo­me­ter ent­fernt.

Durch­ge­schwitzt und völ­lig abge­kämpft begrü­ßen wir die alba­ni­sche Fami­lie, die für die nächs­ten Tage unser Gast­ge­ber sein wird. Eins steht zu die­sem Zeit­punkt jeden­falls fest. Die­se Stra­pa­ze nicht noch­mal!!! Den nächs­ten Tag blei­ben wir hier oben — wir rüh­ren uns kein Stück.

Bereits eine Stun­de spä­ter sieht die Welt schon wie­der freund­li­cher aus. Aus­ge­ruht, mit Was­ser und Raki abge­füllt, schmie­den wir einen neu­en Plan. Ein Boot wird per SMS für halb acht an den Stein­hau­fen geor­dert. Die Zeit hier in Alba­ni­en ist viel zu kost­bar um die Tage zu ver­plem­pern :)))

Die Fami­lie ist sehr nett und noch mehr bemüht spricht aber kei­ne Fremd­spra­che. Ledig­lich Andrea, ein 12 Jäh­ri­ger, der bei sei­nen Groß­el­tern die Feri­en ver­bringt kann sich mit uns unter­hal­ten. So erfah­ren wir beim gemein­sa­men Abend­essen etwas über das Leben hier und die Fami­lie. Ler­nen gemein­sam Voka­beln und üben die rich­ti­ge Aus­spra­che. Etwas spät gibt es end­lich Abend­essen. Die Wei­ße Boh­nen­sup­pe mit Zie­gen­fleisch ist ober­le­cker, der selbstan­ge­bau­te und ver­ar­bei­te­te Wein auch, nach wei­te­ren drei Raki schla­fen wir herr­lich.

Nach dem Früh­stück beginnt der Abstieg. Der hats eben­falls in sich. Wir sind zwar in einer Stun­de am “Stein” aber eine Sekun­de Unauf­merk­sam­keit könn­te mit dem Absturz enden und ein Not­arzt in die­ser Pam­pa??? Soweit kommt es nicht und auch das Boot ist pünkt­lich da. Unse­re “Ver­mie­ter” kom­men mit eini­gen bepack­ten Eseln übri­gens auch an die “Anle­ge­stel­le”. Sie sind eine hal­be Stun­de nach uns los­ge­lau­fen … mit bil­li­gen Turn­schu­hen an den Füßen.

Die Über­fahrt zählt defi­ni­tiv zu den schöns­ten Fähr­fahr­ten Euro­pas — wenn es nicht sogar die schöns­te ist. Etwa 2,5 Stun­den schlän­gelt man sich durch 50–400 Meter brei­ten Can­yon, zwi­schen schrof­fen, kars­ti­gen Fels­gip­feln, dann wie­der zwi­schen bewal­de­ten Ber­gen. Tie­fe Schluch­ten zur Rech­ten und zur Lin­ken bil­den eine ein­ma­li­ge Kulis­se. Hin­ter jeder Bie­gung des Sees immer wie­der neue, atem­be­rau­ben­de Pan­ora­men. So müs­sen nor­we­gi­sche Fjor­de aus­se­hen nur unun­ter­bro­chen 150 Minu­ten lang — wahn­sin­nig schön.

Es kur­sie­ren zwei Fäh­ren zwi­schen Koman nach Fier­ze. Bei­de legen um 9:00 Uhr ab. Wir heu­ern auf der grö­ße­ren, an. Da ist wenigs­tens eine klei­ne The­ke, die kal­te Geträn­ke anbie­tet. Die klei­ne­re betreibt Mario Mol­la. Mario ist eine Insti­tu­ti­on hier am Koman. Er hat aus einem alten Bus eine Fäh­re gebaut und trans­por­tiert damit Gäs­te auch zum Gast­haus sei­ner Fami­lie etwa auf der Hälf­te des Sees. Mit uns an Bord der “Bari­sha” ein hol­län­di­scher Old­ti­mer-Club. Gut 15 Autos und die Besat­zun­gen dazu. Auch paar pol­ni­scher Biker sind mit von der Par­tie. Etli­che jun­ge Leu­te mit Ruck­sack wol­len sicher in das Valbo­na-Tal. Es hat sich wahr­schein­lich her­um­ge­spro­chen, dass die Bal­kan­län­der ein­fach wun­der­schön sind was die Natur, das Essen und die Gast­freund­schaft betrifft. Wir hof­fen, dass Alba­ni­en in den nächs­ten Jah­ren von Tou­ris­ten nicht über­rollt wird.

In Fier­ze (eigent­lich in der Pam­pa einen Kilo­me­ter davor) legt die Beri­sha kurz vor halb 12 an. Außer einem klei­nen Cafe ist hier nichts. Autos und Moto­rä­der rol­len von Bord. Auf das Fuß­volk war­ten Klein­bus­se, die es nach wahl­wei­se nach Fier­ze, Valbo­na oder wei­ter brin­gen. Die Fäh­re fährt 13 Uhr wie­der zurück. Wir genie­ßen einen Kaf­fee und einen klei­nen Imbiss (bei­des gabs auf der Fäh­re nicht — nur kal­te Geträn­ke) und eine klei­ne Folk­lo­re-Ein­la­ge. So sind sie, die Alba­ner — freund­lich, aus­ge­las­sen und gut drauf.

Die Rück­fahrt lie­fert wie­der neue Ein­drü­cke, neue Aus­sich­ten und neue Fotos. Wir ler­nen eine allein rei­sen­de Deut­sche Ruck­sack­tou­ris­tin ken­nen, die Zeit ver­geht wie im Flug. Wie­der am Anle­ger in Koman — über­fällt der Rabe einen klei­nen Grill. Eine Frau bie­tet Meat­balls und Hähn­chen­stü­cke an. Wohl­wis­send, dass in der Bas­ho­ta Vega­nes In ist — bring der Rabe sei­nen Eiweiß- und Fett­spie­gel auf ein Bevor­ra­tungs-Niveau.

Danach wie­der mit einem Boot über­setz­ten, nackt baden und die Stra­pa­zen des Auf­stiegs. Dies­mal scheint es uns irgend­wie leich­ter zu fal­len. Zwar brau­chen wir immer noch gut 90 Minu­ten, sind danach aber nicht ganz so geschafft wie am Vor­tag. Wir sind jeden­falls stolz, es zum zwei­ten Mal geschafft zu haben. Den Rest des Tages, bes­ser Abends ver­brin­gen wir mit Andrea — dem Jun­gen. Am liebs­ten spielt er WWM auf dem Ipad. Wenn wir ihm die Fra­gen über­setz­ten kennt er erstaun­lich vie­le Ant­wor­ten. (Ob sie ein deut­scher Fünft­kläss­ler genau so beant­wor­ten könn­te???)

Mama Ema­nu­el und die Cou­sins Niko­la und Lean­dro gehen ihrem nor­ma­len Tages­ab­lauf nach. Die Köni­gin küm­mert sich mit Papa Gjon um die Zie­gen. Lei­der ist da die­se Sprach­bar­rie­re — aber mit Hän­den und Füßen klappt auch die Zie­gen­füt­te­rung ganz ordent­lich. Etwas leid tut uns Bar­dosh, der Hund. Er bleibt bei­de Tage an der Ket­te. Angeb­lich kann er, wenn kei­ne Frem­den da sind aber frei lau­fen.

Abends eine Über­ra­schung. Der Rabe hat sich ges­tern sowas wie Zazi­ki gewünscht. Hat uns .. in NIvi­ca so lecker gezau­bert. Mama Ema­nu­el zau­bert auch. Hier oben eben mit fri­schem Zie­gen­quark, vieeeeel Knob­lauch und was sonst dazu gehört. Der Eule mun­det es nicht so — der Rabe ist glück­lich. Das Gericht heißt übri­gens Sal­cë kosi. Den Rest der Mahl­zeit machen Toma­ten, Gur­ken, Zie­gen­kä­se und wei­ße Boh­nen­sup­pe. Es wird geges­sen was hier oben ange­baut und geern­tet wird. So leben die­se Men­schen hier und sind glück­lich. Das selbst­ge­ba­cke­ne Brot ist jeden­falls vor­züg­lich.

Bei Zei­ten fal­len wir ins Bett und schla­fen durch wie die Mur­mel­tie­re. Mor­gen kön­nen wir etwas län­ger grun­zen. Das Boot haben wir für um 10:00 bestellt. Früh­stück, Abschied und Abstieg — wir wol­len noch ein­mal im See baden. Alles klappt wie ein Län­der­spiel. Noch ein Kaf­fee in der Bar bei der Fäh­re und wir kön­nen für heu­te unse­re Wan­der­schu­he aus­zie­hen. Es geht nach Theth … was auf dem Weg auf uns war­tet, lässt sich kaum in Wor­te fas­sen. Es wird die aben­teu­er­lichs­te Fahrt in unse­rem Leben — und der Rabe hat bestimmt mehr als 600 000 Kilo­me­ter in so eini­gen Län­dern die­ser Welt abge­spult.

Mit Freunden nach Nivica — ein Traum im Kurvelesh

Heu­te heißt es Abschied neh­men von Dard­he. Ein wun­der­vol­ler Ort zum Ver­wei­len. Ruhe, Natur, gutes Essen … aber wir wol­len ja noch so viel von Alba­ni­en sehen und  Ani­la und Gino in Tepe­le­ne war­ten schon auf uns. Auf die fünf Stun­den Fahrt durch die Mali i Mele­s­in­it Ber­ge und ent­lang der Vjo­sa. freut sich der Rabe schon die gan­ze Zeit.

Die Köni­gin fragt ein letz­tes Mal nach der Tank­fül­lung — das hat sie schon etwa 34,5 Mal getan aber man weiß nie , denkt sie sich. Defek­ter Tank, Ver­duns­tung, spon­ta­ne Ent­lee­rung … soll’s doch alles schon mal gege­ben haben. Der Rabe ver­si­chert, dass der Tank zu 95,74638% voll ist und ver­bit­tet sich Brenn­stoffan­fra­gen für die nächs­ten paar Stun­den. (In Alba­ni­en gibt es gefühlt alle zwei Kilo­me­ter eine Tank­stel­le. Ok, in den weni­ger besie­del­ten Gebie­ten alle 10 Kilo­me­ter.)

Wir kom­men schnel­ler vor­an als geplant. Die Stra­ße nach Erse­ka wur­de wei­ter aus­ge­baut. Das weiß nicht ein­mal Goog­lëMëps. Wir sind dank­bar — so kön­nen wir mehr Zeit an den Ther­mal­quel­len bei Ben­jë ver­brin­gen. Letz­tes Jahr waren wir spät dran und konn­ten kaum eine Stun­de die war­men Quel­len genie­ßen — dafür aber fast allei­ne.

In Las­ko­vik biegt der Rabe rechts ab auf die SH75, Rich­tung Cor­sho­vë. Der Weg wird wie­der schlecht, stei­nig und ber­gig aber die Aus­bli­cke um so schö­ner. Es sind acht Kilo­me­ter weni­ger aber 15 min. län­ger 😊. Das Prinz­chen liebt sol­che Stre­cken.

Gegen 14 Uhr sind wir an der Ura e Kadiut — der osma­ni­schen Brü­cke über der Len­ga­ri­ca, beim Dorf Bën­ja. Oder bes­ser gesagt an den herr­li­chen Ther­mal­quel­len vor und hin­ter ihr. Davon gibt es sechs — in klei­ne­ren und grö­ße­ren, natür­li­chen Becken und von mas­si­ven Fel­sen auf bei­den Sei­ten des Len­ga­ri­ca-Flus­ses umge­ben. Das Schwe­fel­was­ser in ihnen hat sehr hohe Heil­wir­kun­gen. Unter ande­rem für chro­ni­sches Rheu­ma, Arthri­tis,  Magen­krank­hei­ten und in einem für Haut­krank­hei­ten. Die­ses Mal neh­men wir uns wirk­lich Zeit und erkun­den und genie­ßen die unter­schied­li­chen Becken. Wir wäl­zen und abwech­selnd in den klei­ne­ren Becken und tau­chen in den tie­fe­ren ab. Im gro­ßen, dem bekann­tes­ten Becken, tum­meln sich gut 30 Men­schen — das ist uns zu viel. Dies­mal lau­fen wir auch ein Stück hin­ter die Brü­cke. Eine Echt male­ri­sche Can­yon-Land­schaft — die Len­gar­ni­ca Schlucht. Beim nächs­ten Mal wird sie bewan­dert — das steht fest. Es sind etwa 6 Kilo­me­ter, zum Teil bis zum Bauch­na­bel durchs Was­ser. Und das Dorf Bën­ja eben­falls.

Von den Quel­len ist es noch etwas eine Stun­de nach Tepe­le­ne,  einer Klein­stadt im Vjo­sa-Tal, im Süden Alba­ni­ens, mit 4300 Ein­woh­nern. Hier wur­de Ali Pascha, ein bekann­ter osma­ni­scher Herr­scher, gebo­ren und von hier resi­dier­te er lan­ge.  Län­ge­re Zeit leb­te am Hofe Ali Paschas der berühm­te eng­li­sche Dich­ter — Lord Byron. Bereits im letz­ten Jahr wur­de sein Name eng mit unse­rem Schick­sal ver­bun­den.

Die Eulen­kö­ni­gin buch­te ein Guest­house das sei­nen Namen trägt … ein­zig und allein wegen des … Namens. Das nennt man Hard­core-Spon­ta­ni­tät und soll­te sich als pures Glück her­aus­stel­len. Traum­haf­te Lage, lecke­re Küche und herz­li­che und super sym­pa­thi­sche Besit­zer. Die Bekannt­schaft mit Ali­na und Gino hat sich seit unse­rem ers­ten Besuch hier zu einer klei­nen Freund­schaft ent­wi­ckelt.

End­lich im “Lord Byron” ange­kom­men wer­den wir dem­entspre­chend lie­be­voll emp­fan­gen und begrüßt. Natür­lich bekom­men wir das schöns­te Zim­mer, ein Traum in Wein­rot mit super beque­men, neu­en Bett — seit letz­tem Jahr wur­de kräf­tig inves­tiert. Auch das Restau­rant des Hau­ses wur­de umge­baut. Es ist wun­der­schön gewor­den — und Gino hat end­lich Platz in sei­ner Küche. Gino kocht jeden Abend was ande­res. Eine fes­te Spei­se­kar­te gibt es nicht. War er Angeln — gibt es Fisch, war er jagen — gibt es Wild, war er im Wald gibt es Pil­ze. Bei­de gehö­ren in Alba­ni­en zu den Gewin­nern — es geht ihnen gut, aber sie arbei­ten auch hart dafür.

Abend­essen gibt es an einem Tisch mit­ten im Gar­ten, bei Gril­len­zir­pen. Für den Raben ein 500 Gramm Steak vom Feins­ten, dazu Ruco­la mit Toma­te und Prada­no , Eul­chen darf sich ihren Fisch direkt bei Gino in der Küche aus­su­chen. Es wird eine Dora­de mit gegrill­tem Gemü­se. Anschlie­ßend sit­zen wir gesel­lig zusam­men beim Wein und wer­den (wie­der ein­mal) von der alba­ni­schen Gast­freund­schaft geplät­tet. Wir haben ein klei­nes Geschenk anfer­ti­gen las­sen — einen Wim­pel, der Gino zum offi­zi­el­len Bot­schaf­ter der Deutsch-Alba­ni­schen Freund­schaft kürt.

Ani­la und Gino haben sich für uns auch etwas ein­fal­len las­sen. Wir wer­den zu einem Tages­aus­flug ein­ge­la­den — zu was für einen phan­ta­si­ti­schen, wird uns erst am nächs­ten Tag bewusst. Abends erfah­ren wir nur, dass es nach Nivi­ca geht, in ein abge­le­ge­nes Dorf, weit oben in den Ber­gen, mit nor­ma­lem PKW nicht zu errei­chen. Wir freu­en uns sehr — mit solch Auf­merk­sam­keit haben wir nie­mals gerech­net. Wir sind gerührt.

NIVICA das einzigartige Dorf im Kurveleshgebirge

Nach dem Früh­stück herrscht Auf­bruch­stim­mung. Ali­na hat sich Frei genom­men und Gino hat einen Aus­hilfs­kell­ner orga­ni­siert. Bei­de las­sen es sich nicht neh­men und wer­den uns beglei­ten. Wie­der sind wir platt und glück­lich gleich­zei­tig. Ali­na hat noch am Vor­abend ein “Moun­tain-Taxi” für heu­te bestellt. Pünkt­lich fährt Fre­dy vor. Fre­dy kutscht täg­lich 2–3 Mal Men­schen und Waren in die abge­le­ge­ne Berg­re­gi­on. Das ist sein Brot. In einem 45 Jah­re alten E‑Klasse Benz, etwas hoch­ge­schraubt, rat­tert er mit uns Rich­tung Bence an der Straf­voll­zugs­an­stalt vor­bei und biegt, kurz nach Tepe­le­nes Orts­aus­gang, nach Süden, auf eine schma­le Stra­ße die ins Kur­velesh Gebir­ge führt ab.

Unser ers­ter Halt folgt schon 4 Kilo­me­ter danach. Ali Pascha hat vor über 200 Jah­ren hier ein Aquä­dukt über dem Fluss Bence bau­en las­sen. Es war und ist eine her­aus­ra­gen­de, tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung. Das Bau­werk über­stand Krie­ge, Erd­be­ben und ein maro­des Sys­tem und lie­fer­te bis vor zehn Jah­ren noch Was­ser für umlie­gen­de Fel­der und das nah gele­ge­ne Dorf Bence sowie für Tepe­le­ne selbst.

Es geht wei­ter. Fre­dy ist gesel­lig und total gut drauf. Er spricht zwar kein Eng­lish aber der Rabe hat schon die Namen aller bekann­ten, deut­schen Fuß­bal­ler mit ihm aus­ge­tauscht — “Schuain­stei­ger”, Becken­bau­er, Rum­me­ni­ge, und über Ronal­do haben wir gelacht. Sein alter Benz hat 380 000 Kilo­me­ter auf der Uhr. Wahr­schein­lich die zwei­te Umdre­hung. Die Fahrt an sich ist schon ein High­light. Die Stre­cke ist eigent­lich nur für Off­road­fahr­zeu­ge befahr­bar. Dass es trotz­dem geht, zeigt Fre­dy bra­vou­rös mit sei­nem Mer­ce­des. Die glei­che Erfah­rung machen wir eini­ge Tage spä­ter, auf der Fahrt nach Theth, mit unse­rem Miet­su­zu­ki. Wir haben ein klei­nes Film­chen dabei gemacht.

In Pro­gonat, dem größ­ten Dorf im Kur­velesh, das in Alba­ni­en für sei­ne Wehr- und Stand­haf­tig­keit bekannt ist, machen wir Pau­se. Ein Raki und ein Kaf­fee mun­tern uns auf.

Gegen Mit­tag errei­chen wir end­lich Nivi­ca. Ani­la und Gino haben dort Freun­de. Dal­lan­dy­s­he & Per­tit leben seit Urzei­ten hier. Sie besit­zen ein kusche­li­ges Haus mit Neben­ge­bäu­den (man lebt hier von Vieh­zucht) und ein gepfleg­tes Grund­stück, genau ober­halb des Can­yons. Eine mehr als impo­san­te Ansicht. Nivi­ca zählt zu den 100 aus­ge­such­ten Dör­fern in Alba­ni­en die etwas Unter­stüt­zung bei Auf­bau des sanf­ten Tou­ris­mus bekom­men. Dazu wur­de extra ein Pro­gramm von der Poli­tik ins Leben geru­fen. Bis­her ist davon wenig zu sehen. Immer­hin wur­de der Haupt­platz mit sei­ner Kir­che restau­riert und gepflas­tert aber sonst … Noch vor zwei Jah­ren lag auf dem Dorf­platz der Müll der letz­ten 30 Jah­re.

Die bei­den Rent­ner haben zwei Gäs­te­zim­mer her­ge­rich­tet um möch­ten sie zukünf­tig ver­mie­ten. Ani­la hilft ihnen etwas mit ihrer Erfah­rung. Wei­te­re Unter­stüt­zer haben sie in Tira­na — die­se küm­mern sich um eine Inter­net­sei­te und um Face­book. Aber dazu spä­ter mehr. Wir erfah­ren, dass wir die zwei­ten Deut­schen hier sind.

Zuerst wird uns die Umge­bung des Hau­ses gezeigt. Es liegt auf dem Berg, genau am Rand der Fels­wand. Oben links im Bild — ist das nicht ham­mer­mä­ßig?

Das Eul­chen kriecht sogar auf allen vie­ren um mal hin­un­ter zu sehen. Uns stock der Atem. Es ist schwin­del­erre­gend hoch und unbe­schreib­lich schön hier. Im Anschluss wan­dern wir zur den Rui­nen einer 2400 Jah­re alten Burg der Illy­rer. Viel ist nicht von ihr übrig. Die Stei­ne haben über Jahr­hun­der­te sicher Ver­wen­dung beim Haus­bau hier und da gefun­den. Aber man ahnt, dass sie mal bedeu­tend war und kaum ein­nehm­bar. Von hier oben blickt man in alle umlie­gen­den Täler und zwar tief hin­ein. Den Berg auf dem die Burg­rui­ne steht umwan­dern wir in sen­gen­der Mit­tags­son­ne. Per­tit pflückt eini­ge Zwei­ge wil­den Ore­ga­no. Den bekommt Gino für sein Restau­rant. Auf fel­si­gen, schma­len, teils zuge­wu­cher­ten Pfa­den, über Fel­sen, errei­chen wir wie­der das Dorf.

Dal­lan­dy­s­he hat der­weil ein Fest­mahl zube­rei­tet. Alles aus selbst ange­bau­ten und selbst gezüch­te­ten Zuta­ten. Es ist erstaun­lich wie saf­tig und frisch Toma­ten nach Toma­ten und Gur­ken nach Gur­ken schme­cken kön­nen. Was unser­eins im Laden bekommt erin­nert dage­gen geschmack­lich nicht im Gerings­ten an die­se Früch­te. Eine Art Zazi­ki kommt auf den Tisch, wei­ße Boh­nen, fri­sches Brot (vor unse­rer Ankunft geba­cken) und ange­bra­te­ne Zie­gen­le­ber — ein kuli­na­ri­scher Hoch­ge­nuss. Wir erfah­ren wie hier oben gelebt wird und ver­spre­chen etwas Wer­bung für die Buj­ti­na mbi can­yon zu machen — was wir hier­mit ein­lö­sen.

Bevor es aber ans Essen geht, lee­ren wir alle eis­ge­kühl­tes Bier — wahr­schein­lich das Ein­zi­ge, das hier aus dem Tal kommt, und … of cour­se, wir sind in Alba­ni­en 😊 … einen Raki. Den darf man hier nicht aus­schla­gen. Das käme Majes­täts­be­lei­di­gung gleich. Nahe­zu jeder Alba­ner stellt eige­nen Raki her — der MUSS ver­kos­tet und gelobt wer­den. Der hier ist wirk­lich exqui­sit. Die Fla­sche wird am Ende der Mahl­zeit leer sein. Um so aus­ge­las­se­ner sind die Män­ner bei der Rück­fahrt. Gino stimmt mehr­fach “ein Pro­sit” an … wir haben Gau­di ohne Ende … und dabei ist es erst 15 Uhr.

Auf der Rück­fahrt sam­meln wir noch Äpfel von frei ste­hen­den Bäu­men, ulken mit Kühen die auf einer Wie­se rum gra­sen und wech­seln einen Rei­fen. Pas­siert öfter sagt mir Fre­dy. Die scharf­kan­ti­gen Stei­ne und Fel­sen, die den Weg bil­den und Säu­men, sind nicht ohne. Am spä­ten Nach­mit­tag sind wir wie­der zurück. Wir möch­ten Fre­dy einen klei­nen Dan­ke­schön “Bonus” zukom­men las­sen — den wir umge­hend zurück­be­kom­men — es gehört sich wohl nicht. Wie­der etwas über alba­ni­schen Stolz und die alba­ni­sche Gast­freund­schaft gelernt.

Nivi­ca wer­den wir beim nächs­ten Mal defi­ni­tiv erneut besu­chen und dort auch bei den Mer­jos ver­wei­len. Es ist unbe­schreib­lich wie ursprüng­lich und natür­lich das Leben hier statt­fin­det.  Es wäre ein per­fek­ter Ort um z.B. ein Buch zu schrei­ben.

Abends in Tepe­le­ne zau­bert Gino dem Raben noch Fluss­kreb­se mit Pas­ta — Gau­men­or­gas­mus. Das Eul­chen isst was Leich­tes. Wir las­sen gemein­sam den Tag bei Gesprä­chen aus­klin­gen. Ok, Gino und der Rabe lee­ren noch eine Fla­sche Wein, die Mädels schaf­fen kei­ne gan­ze😊 Lei­der ist für uns Mor­gen die Wei­ter­fahrt ange­sagt. Wir sind unse­ren Freun­den zutiefst dank­bar für die­se wun­der­schö­nen Erleb­nis­se — und freu­en uns schon aufs nächs­te Mal. Bye Ani­la — Bye Gino.

Vor der Abrei­se, gleich nach dem Früh­stück, lau­fen wir noch “schnell” im Fluss­bett der Vjo­sa bis zur berühm­ten Hän­ge­brü­cke unter­halb der Fes­tung von, wem??? .… na klar doch .. Ali Pascha 😊 Auch die­se “paar” Meter — Ani­la sprach was von 20 min, es wer­den 40 — lau­fen wir in der Mit­tags­glut. Der Rabe ist kurz vorm hit­ze beding­ten Kom­plett-Sys­tem-Ver­sa­gen. Aber es lohnt sich — die Brü­cke ist ein Muss für den Tepe­le­ne-Besu­cher. Tei­le des Fun­da­men­te der Brü­cke rüh­ren noch aus .. na klar, Ali Paschas Zei­ten. Die heu­ti­ge, löch­ri­ge Bridge, stammt aus den 50ern  — es ist aber ein Erleb­nis sie zu bege­hen und erst recht eins — die Vjo­sa in ihrer Wild­heit zu “erle­ben”.

Jörg Dau­s­cher erzählt in sei­nem Blog kurz und bün­dig über Tepe­le­ne: “Bereits Edward Lear berich­tet 1809 von Ver­wüs­tun­gen, nicht den ers­ten und nicht den letz­ten, weil jede Armee seit den Cäsa­ren hier vor­bei­ge­kom­men ist. Mag sein, dass es auch des­we­gen bis heu­te kei­ne Brü­cke gibt über die Vjo­sa, nur eine Hän­ge­brü­cke. Tepe­le­ne war nie Han­dels­stadt, Tepe­le­ne dien­te Jahr­hun­der­te lang dazu, Frem­de auf­zu­hal­ten. Ein loka­ler Aber­glau­be besagt, dass die Stadt jedes­mal vor der Zer­stö­rung stün­de, sobald sie mehr als hun­dert Gebäu­de zäh­len wür­de. Es wäre also mal wie­der an der Zeit: Den letz­ten Auf­stand hat Tepe­le­ne im Jah­re 1997 gese­hen, als von hier aus gegen die Regie­rung oder viel­mehr das Sys­tem Sali Beri­sha zu den Waf­fen gegrif­fen wur­de.”

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Transsylvanien — Walachei — Kreisch .… eine rumänische Liebelei

War­um denn da hin, es gibt doch schö­ne­re Orte” … so die Kom­men­ta­re mei­ner Mama, von Freun­den, Bekann­ten und Kol­le­gin­nen, als ich von unse­rem neu­en Urlaubs­ziel erzählt habe. Zuge­ge­ben ein wenig Skep­sis war auch bei mir da.…am Anfang. Dann habe ich pri­va­te Blogs gele­sen und Doku­men­ta­tio­nen geschaut und dann war mei­ne  Neu­gier auf Land und Men­schen, mei­ne Aben­teu­er­lust ein­fach grö­ßer. Ich hat­te kei­ne Erwar­tun­gen. Oder viel­leicht doch … so viel  Natur und Tie­re wie mög­lich und so wenig Men­schen wie mög­lich.

Ruhe und Schö­nes für die See­le. Mit der Ankunft in Buka­rest war die­ses woh­li­ge Gefühl da — Frei­heit. Los­fah­ren mit dem Miet­au­to, die Freu­de ist groß, ein wei­ßer, fast neu­er Dacia Dus­ter. Die ers­te Unter­kunft natür­lich tra­di­tio­nell. Ers­tes Abend­essen, frisch ein­ge­kauft:  Weißbrot,Tomaten, Zwie­bel, Wurst, Zie­gen­kä­se, eine Büch­se Bier, dazu bekom­men wir spon­tan von unse­rer Gast­ge­be­rin eine Fla­sche Palin­ka (der typisch rumä­ni­sche Obst­ler). Jeder Tag gleicht hier einen Aus­flug ins Para­dies — soviel Ein­drü­cke — unbe­rühr­te Natur, ein­sa­me Wan­der­we­ge, rie­si­ge Schaf‑, Kuh‑, und Zie­gen­her­den, ver­schla­fe­ne Dörf­chen mit klei­nen bun­ten Häuschen,Storchennester wie auf eine Schnur auf­ge­fä­delt, bun­te Wie­sen, plät­schern­de Flüs­se, geheim­nis­vol­le Klös­ter, Mys­te­riö­ses, schick­sal­haf­te Begeg­nun­gen, stei­le Ber­ge, Bären in frei­er Wild­bahn. Hun­de, die sich spon­tan unse­ren Wan­de­run­gen anschlie­ßen oder unse­ren Schlaf auf abge­schie­den Bau­ern­hö­fen bewa­chen.

Es scheint fast unmög­lich, dass der nächs­te Tag genau­so schön wird. Und dann sind da noch die Men­schen. Die täg­li­che, har­te Arbeit ist ihnen ins Gesicht geschrie­ben. Gegerb­te Haut und Fal­ten, die vom Leben erzäh­len. Ihre Gast­freund­schaft so herz­lich, genau­so wie die Freu­de uns Frem­de begrü­ßen zu kön­nen. Da gibt es eine Ein­la­dung mit einen Pfer­de­fuhr­werk das Dorf zu erkun­den eben­so wie noch war­me frisch geleg­te  Eier zum Früh­stück. Für mich kann kein Urlaub in einem 5‑S­ter­ne-Luxus-Hotel die­se Glücks­ge­füh­le erset­zen. Eins sein mit die­sen Men­schen und der Natur. Wie wenig braucht man doch um glück­lich zu sein! Welch Geschenk ist es so etwas Schö­nes erle­ben zu dür­fen!

Ihrer Eulentät — Jahresrückblick 2017

Hin­ter uns liegt ein tol­les Jahr, da sind wir uns einig. Ste­tig haben wir an unse­rer Ernäh­rung gear­bei­tet, jaaaa das ist das rich­ti­ge Wort geARBEITet !!!. Dabei sind wir Immer wie­der auf ver­steck­te Gefah­ren gesto­ßen, denen wir uns ein­fach nicht aus­set­zen wol­len — sei es Fluo­rid in der Zahn­pas­ta, Che­mie in  Lebens­mit­teln, min­der­wer­ti­ges Fleisch und Gemü­se aus der indus­tri­el­len Land­wirt­schaft, Kuh­milch mit all ihren schäd­li­chen Aspek­ten,  uvm. Schon seit 2016 steu­ern wir gegen — in den ver­gan­ge­nen 12 Mona­ten haben wir noch wei­ter vom der gut­gläu­bi­gen All­ge­mein­heit ent­fernt.

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Fleisch, Wurst, Eier, Obst und Gemü­se kau­fen wir  nur noch von einem klei­nen pri­va­ten Bau­ern­hof. Viel teu­rer ist es nicht, aber der Genuss beim Essen ist ein­fach unbe­zahl­bar. Wir sind ech­te “Grü­ner-Tee-Trin­ker” gewor­den, mit der rich­ti­gen Sor­te und der rich­ti­gen Zube­rei­tung. Auf indus­tri­ell gefer­tig­te Geträn­ke ver­zich­ten wir sowie­so, Lei­tungs­was­ser mit Zitro­ne, Gur­ke oder Ing­wer ist super. Brau­ne Säge­spä­ne kom­men, eben­falls nicht mehr in unse­re Tas­sen. Eine frisch­ge­rös­te­te Boh­ne von klei­nen Ver­trags-Far­men in Süd­ame­ri­ka und Afri­ka schmeckt seit Jah­ren end­lich wie­der nach ech­tem Kaf­fee … allein der Duft ist betö­rend.

Und … klingt jetzt unsen­si­bel  … aber dem “Essen” beim glück­li­chen Leben auf einem klei­nen Hof, in die Augen zu sehen  gibt irgend­wie auch ein gutes Gefühl. Egal ob Fleisch, Gemü­se, Obst, Tee oder Kaf­fee .. wenn man erst­mal den  ursprüng­li­chen, vol­len Geschmack die­ser fri­schen, unver­fälsch­ten Lebens­mit­tel gekos­tet hat, will man nie wie­der zurück. Es geht ein­fach nicht mehr.

Für die täg­li­che war­me Mahl­zeit wird frisch ein­ge­kauft und das Zube­rei­ten ist zum Ritu­al gewor­den. Zu unse­rem kon­ti­nu­ier­li­chen Bewe­gungs­pro­gramm (4–5 x pro Woche) gehö­ren die Rücken­schu­le, Ten­nis, Bad­min­ton, Lau­fen und Schwim­men. Es waren 2017 immer­hin 2000 gelau­fe­ne Kilo­me­ter und 21 geschwom­me­ne!!! Wir sind stolz wie Bol­le.

2017 haben wir ein neu­es “Fami­li­en­mit­glied” aus einem “Heim” in Bay­ern abge­holt — wir haben ihn Kea getauft, damit er in unse­ren Schwarm passt. Ein lieb gewon­ne­ner Gefähr­te blieb dafür dort. Die Trau­er hielt sich in Gren­zen — der Freu­de über­wog.
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Auch sonst sind wir ech­te Glücks­kin­der. Zwei tol­le Urlau­be haben unse­ren Hori­zont erwei­tert und aus uns end­gül­tig indi­vi­du­ell Aben­teu­rer gemacht. Auf Zypern konn­ten wir haut­nah Schild­krö­ten bei der Eiab­la­ge beob­ach­ten. Unser Alba­ni­en­ur­laub war der schöns­te über­haupt in mei­nem Leben. Mit dem Miet­au­to unbe­rühr­te Natur ent­de­cken, in urna­tür­li­chen Ther­mal­quel­len baden und Men­schen Ken­nen­ler­nen, deren Gast­freund­schaft über­wäl­ti­gend ist.
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In Par­ty-Stim­mung waren wir eben­falls oft. Wir waren dabei als die Sie­ger von “The Voice auf Ger­ma­ny” ihre Stim­men in der Erfur­ter Mes­se­hal­le prä­sen­tier­ten und auch die  Nacht mit “Traum­hits” wird unver­ges­sen blei­ben. Wir fei­er­ten zum zwei­ten Mal zusam­men mit 10 000 Biker’n das größ­te Har­ley­tref­fen unse­rer Brei­ten­gra­de. Das Jahr bescher­te uns die pol­ni­schen Rock­le­gen­den BAJM (im Dezem­ber) und PERFECT (im August) die hier­zu­lan­de völ­lig unbe­kannt sind aber gigan­ti­sche Auf­trit­te lie­fern samt fan­tas­ti­scher Songs.

Auch bei Auf­trit­ten rich­ti­ger “Grö­ßen” durf­ten wir live dabei sein. Zusam­men mit 70 Tau­send Fans bei PUR auf Schal­ke, in der Mer­ce­des Benz Are­na in Ber­lin beim DJ BOBO und beim kusche­li­gen Stu­dio­kon­zert mit NENA im Natur­thea­ter Stein­bach-Lan­gen­bach . Das Kon­zert von PINK in der Ber­li­ner Wald­büh­ne (es gab euro­pa­weit nur 4 Auf­trit­te) war die abso­lu­te Krö­nung — him­mel­hoch jauch­zend, ein­fach unbe­schreib­lich … wie geil war das denn! Wir freu­en uns auf die kom­men­de Tour­nee, hof­fent­lich 2018.
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Fast hät­te ich ver­ges­sen das Klez­mer-Orches­ter in der Erfur­ter Luther­kir­che zu erwäh­nen. Ange­fan­gen hat es mit einem unschein­ba­ren Fly­er und es wur­de ein wun­der­vol­les, ein­zig­ar­ti­ges musi­ka­li­sches Erleb­nis. Manch­mal sind es ja die klei­nen Din­ge die Freu­de machen. So zum Bei­spiel in der Kar­wo­che, als in Erfurt die tra­di­tio­nel­le “Nacht der klei­nen Haus­mu­sik” statt­fand. Wir waren das drit­te Jahr hin­ter­ein­an­der dabei. Es ist immer wie­der über­ra­schend anders und schön. Genau­so fin­det in Erfurt alle 2. Jah­re die ” Lan­ge Nacht der Wis­sen­schaft” statt, naja alles kann man ja noch­mal ganz genau bis ins kleins­te Detail in unse­rem Blog nach­le­sen.
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Besu­che sport­li­cher Ver­an­stal­tun­gen zwei­er tol­ler Teams ste­hen bei uns fest im Pro­gramm. Ein Hoch auf die “Black Dra­gons” und die Vol­ley­bal­le­rin­nen von SWE Vol­ley Team!  Trotz allem blieb sogar noch für die Fami­lie Zeit. Der Rabe dach­te, es ist Zeit die Eulen­kö­ni­gin beson­ders lie­ben Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen vor­zu­stel­len. Es war Sym­pa­thie auf den ers­ten Blick, Dan­ke an Bet­ty, Chris, Mati, Jani­na, Janusz, Hele­na und Egon.

Unser Städ­te­trip führ­te uns 2017 zusam­men mit Freun­den nach Kra­kau. Da hat uns beson­ders das jüdi­sche Vier­tel gefal­len. Das Flair, die Knei­pen mit Live­mu­sik und kosche­ren Spei­sen beglück­ten uns auf beson­de­re Wei­se.
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2017 war ein tol­les Jahr — wir sind gesund, glück­lich und vol­ler posi­ti­ver Ener­gie und ob es das Glas Wein am Sams­tag­mit­tag vor dem Erfur­ter Dom ist oder ein gemüt­li­cher Sonn­tags­spa­zier­gang mit “Grün­mom” zwi­schen Schneck­chen und Kreuz­chen … das Leben ist schön und kost­bar .… jede Minu­te! Wir sind dank­bar, dass wir  in die­ser ver­rückt gewor­de­nen Welt mit sol­chen Erleb­nis­sen beschenkt wur­den.

Weihnachtszeit” — unser besonderer Gruß

Weih­nachts­zeit … San­ta kommt vor­bei … guck, die Men­scheit freut sich auf die Weih­nachts­zeit” … , heisst es in einem noch sehr jun­gem Weih­nachts­lied­chen. Aber freu­en wir uns wirk­lich? oder “Wie die Zeit ver­geht” sagen wir all­zu schnell gera­de kurz vor und wäh­rend der Weih­nachts­zeit. “Wie die Zeit ver­geht” heißt aber nichts ande­res als “ver­dammt, ich habe mir wie­der kei­ne Zeit genom­men um mein Leben zu genie­ßen”

Die Weih­nachts­zeit ist eine Zeit der Besinn­lich­keit, der Freu­de aber auch des Genus­ses und des Genie­ßens. Uns stellt sich in letz­ter Zeit ver­mehrt die Fra­ge ob die Men­schen um uns rum, ob wir Deut­schen über­haupt noch genie­ßen kön­nen. Kön­nen wir uns noch rich­tig freu­en? Die müden und gestress­ten Gesich­ter auf der Stras­se haben kei­ne Zeit mehr für ein Lächeln geschwei­ge denn für ein net­tes Wort. Die sel­ben Gesich­ter sit­zen im Cafe, im Thea­ter und im Kon­zert. Freu­de, Erre­gung, Stim­mung, Exta­se sieht man kaum noch … ein pflicht­be­wuss­tes Klatsch­ten bekom­men die Akteu­re nur noch als Zucker­brot.

Und kön­nen wir uns noch über Klei­nig­kei­ten freu­en? Über das Blüm­chen das aus dem Schnee ragt, über einen Vogel­schwarm, über ein Lächeln oder ein klei­nes Geschenk? Muss es erst ein Auf­tritt von Elton John sein oder ein 1000-Euro-Kaf­fee­voll­au­to­mat als Prä­sent um uns eine mensch­li­che Regung abzu­ge­win­nen? Wer singt denn heu­te noch Weih­nachts­lie­der?

Frü­her” hat man sich noch über einen selbst­ge­strick­ten Schal gefreut, viel­leicht selbst für einen lie­ben Men­schen etwas gebas­telt oder eine Fuh­re Plätz­chen geba­cken und unter den Freun­den ver­teilt. Das Frü­her ist gar nicht so lan­ge her. In die­sem Sin­ne … genießt ganz bewusst die­se Weih­nachts­zeit, Eure Nächs­ten und Liebs­ten um Euch rum oder auch nur in Euren Gedan­ken. Freut Euch dar­über, dass es Euch so gut geht. Freut Euch auch über die klei­nen Geschen­ke und freut Euch (aus­nahms­wei­se sicht­bar) über all die Lecke­rei­en auf dem Tisch … da hat näm­lich jemand lan­ge ‘für “gebas­telt”.

Wir zwei Ver­rück­ten haben uns auch die­ses Jahr nicht neh­men las­sen unse­ren Weih­nachts­gruß mit einem klei­nen Geschenk zu ver­se­hen — kei­ne Angst — wir haben nicht gestrickt. Wir hat­ten wochen­lang einen Mega­spaß bei den Auf­nah­men und dem Schnitt und hof­fen Euch damit ein klei­nes Lächeln zu ent­lo­cken. Also, horcht in Euch hin­ein und genießt auch die klei­nen, unschein­ba­ren oder ver­rück­ten Din­ge auf die­ser Welt.


WEIHNACHTSZEIT

Es ist Weih­nachts­zeit und die Glo­cken über­all, und ich freu mich dar­auf wenn die Flo­cken end­lich fall’n.
Es ist drau­ßen bit­ter­kalt und die Kin­der spiel’n im Schnee, die Eltern sind Daheim und sie trin­ken ihren Tee.
Sag mal weißt du noch, wie es alles anfing? Damals als wir zwei, .. durch den Schnee gerannt sind?

Der ers­te Weih­nachts­baum, der ers­te Weih­nachts­kuss und die Geschen­ke vom Play­mo­bil der gro­ße Bus.
Wir haben uns nur gefragt, ‘Weih­nachts­mann wo bleibst du denn?’
das gan­ze Jahr gewar­tet, dass du Geschen­ke bringst
und wenn ich heu­te Abend dar­über nach­denk’, weiß ich das du dei­nen Schlit­ten heut’ Nacht zu mir lenkst.

Yeah, Weih­nachts­zeit.. Yeah, San­ta kommt vor­bei…    … guck die Mensch­heit freut sich auf die Weih­nachts­zeit…
Yeah, Weih­nachts­zeit… Yeah, San­ta kommt vor­bei…    … guck die Mensch­heit freut sich auf die Weih­nachts­zeit…

…  der Kakao hält mich warm und ich hab’ ne’ Freun­din, sie hält mei­nen Arm.
Gedan­ken wer­den frei, ich will nicht strei­ten, Weih­nach­ten mit Eltern, Weih­nach­ten mit Freun­den,
der Punch schmeckt mir gut, der Weih­nachts­markt ist voll, ‘Hey Herr Weih­nachts­mann, ihr Bart steht ihn toll!’
Ich frag mich oft ‘Kann der Rudolf flie­gen?’ mit sei­ner roten Nase oder bleibt er lie­gen?
Gibt es Elfen, die dir Hel­fen? Bei den Geschen­ken, dann wären sie wah­re Hel­den.
Wenn sie all den klei­nen Kids ihren Traum erflüll’n, Und Über­ra­schung, in dicke Säcke einfüll’n

Und hier gibts noch die Weih­nachts-Kra­cher der ver­gan­ge­nen Weih­nach­ten !!!