Einzigartige Vögel — fast nur eine Fotoreportage

Dass in Nie­der­sach­sen ganz beson­de­re Vögel leben wis­sen wir schon lan­ge. Zwi­schen unse­ren eher unge­wöhn­li­chen Rei­se­zie­len (Nord­zy­pern, Alba­ni­en, Trans­syl­va­ni­en) haben wir einen “Luxus”-Kurztrip in die Lüne­bur­ger Hei­de ein­ge­scho­ben.

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Der Welt­vo­gel­park Wals­ro­de, der sich eigent­lich in Vös­sel­hö­ve­de befin­det, ist der größ­te welt­weit (daher wohl der voll­mun­di­ge Name:)) und beher­bergt über 4000 Vögel. Dar­un­ter vie­le vom Aus­ster­ben bedroh­te Spe­zi­es und eini­ge, die man in Deutsch­land gar welt­weit nur in Wals­ro­de zu sehen bekommt.

Unse­re Neu­gier war bereits letz­tes Jahr geweckt — für Vögel haben wir einen beson­de­ren Fai­ble. Den “Familien”-Ausflug zu unse­ren “Ver­wand­ten” … ande­ren Eulen und Raben, aber auch vie­len, vie­len wei­te­ren befie­der­ten Schna­bel­we­sen leg­ten wir auf ein ver­län­ger­tes Wochen­en­de und zwar das, des Fina­les der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft.

Nach Eul­chens unbe­frie­di­gen­den Boo­king-Hotel-Recher­che fand der Rabe im Airb­nb einen Dia­man­ten. Hät­te der lie­be Gott ein Feri­en­do­mi­zil in der Lüne­bur­ger Hei­de (und nicht in Frank­reich:)  — wäre es Fabi­ans Pool-Haus in Ham­bü­ren. Eine gedie­ge­ne Sied­lung, ein aus­la­den­des Grund­stück, top gepflegt, ein klei­nes aber fei­nes Pool-Haus (in dem es an nichts fehl­te) und natür­lich ein 10x5m Pool …. nur für uns allein.

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Die Über­tra­gung des Frank­reich-Kroa­ti­en Kra­chers haben wir dann auch stan­des­ge­mäß, mit edlem Wein­chen in den Glä­sern … IM POOL geschaut. Ein Ham­mer-Kri­mi, aber dazu haben sich schon Tau­send ande­re Blog­ger aus­ge­las­sen.

Kurz nach 10 Uhr am Fol­ge­tag betre­ten wir dann den viel (haupt­säch­lich eigen-) gelob­ten WELT­vo­gel­park und ver­las­sen ihn nach gut acht Stun­den mit eher gemisch­ten Gefüh­len. Der Vogel­park betreibt eini­ge Natur­schutz-Pro­jek­te welt­weit, kann Zucht­er­fol­ge bei sehr repro­duk­ti­ons­lah­men Arten vor­wei­sen (auch Erst­zuch­ten), zeigt Vögel die in kei­nem ande­ren ZOO der Welt zu sehen sind und glänzt mit eini­gen Zuschau­er-Magne­ten,  wie den sen­sa­tio­nel­len Flug­shows, der Frei­flug­hal­le und der “Baby”-Station. Viel Spaß hat­ten wir auch im  “Too­woom­ba”, wo man haut­na­hen Kon­takt mit zah­men Loris bekommt. Das Eul­chen arbei­te­te da von Anfang an mit Bestechung — der Rabe hat­te der­lei Tohu­wa­bo­hu nicht nötig:)

 

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Gut geht es unse­ren Ver­wand­ten in den Außen­an­la­gen. Stor­che, Peli­ka­ne, Fla­min­gos, Rei­her leben unge­zwun­gen auf dem Gelän­de und genie­ßen sicher das betreu­te Woh­nen all inclu­si­ve.

Die meis­ten der Park­be­woh­ner fris­ten ihr Dasein aber eher in “Plat­ten­bau­ten”. Aus den 60/70ern stam­men­de Gebäu­de mit ver­al­te­ten Volie­ren genau­so wie fast alle Außen-Volie­ren sind, für einen Park der soviel auf sich und den Tier­schutz hält, ein­fach zu klein, für die Bewoh­ner zu unat­trak­tiv und ent­spre­chen, aus heu­ti­ger Sicht, nicht den Stan­dards der art­ge­rech­ten Hal­tung.

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Der Palm-Kaka­du, Hya­zinth-Aras und ande­re hoch­in­tel­li­gen­te Papa­gei­en genau­so wie die sehr sel­te­ne Har­py­ie und vie­le Ande­re ver­brin­gen ihr Leben in sehr kar­gen, über­schau­ba­ren und vor allem viel zu klei­nen Volie­ren. Die­se Bedin­gun­gen und der Aus­druck in den Augen eini­ger die­ser Feder­kleid­trä­ger hat uns sehr trau­rig gestimmt. Die Weiß­hau­ben-Kaka­dus waren sicht­lich dank­bar für eini­ge Minu­ten Unter­hal­tung, Auf­merk­sam­keit und Strei­chel­ein­hei­ten. Vie­le der erwähn­ten Arten wer­den 60–80 Jah­re alt … und das auf weni­gen Qua­drat­me­tern ohne jeg­li­cher geis­ti­ger För­de­rung. Wir hal­ten selbst Vögel und wis­sen wie agil, leb­haft, neu­gie­rig, kom­mu­ni­ka­tiv und vor allem sozi­al kom­pe­tent die­se ganz spe­zi­el­len Wir­bel­tie­re sind.
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In der Frei­flug­hal­le ist man den flei­gen­den Bewoh­nern teil­wei­se im Weg — ob am Boden oder weil man die Flug­schnei­se unqua­li­fi­ziert pas­siert:)

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Will man vie­le, fast aus­ge­rot­te­te Vogel­ar­ten sehen, möch­te man über 670 Vogel­ar­ten geballt auf einem Are­al (immer­hin 240 000m²)  sehen — kommt man um den Vogel­park Wals­ro­de nicht rum. Das Enga­ge­ment für Umwelt, Tier­schutz und Art­erhal­tung in allen Ehren — aber bei den Besu­cher­zah­len und den Ein­tritts­prei­sen soll­ten pöh’e pöh die ver­al­te­ten Anla­gen gegen neue, gro­ße, freund­li­che und art­ge­rech­te aus­ge­tauscht wer­den — und zwar schleu­nigst. Man könn­te sonst auf die Idee kom­men, dass der neue Betrei­ber ledig­lich glän­zen will wo auch Licht scheint aber sich kaum um das Wohl­sein des Gros sei­ner Bewoh­ners küm­mert.

Einen Besuch ist der Park alle Mal wert. Auf­fäl­lig war, dass nur Kin­der mit Erwach­se­nen im Schlepp­tau unter­wegs waren und die letz­te­ren sich mehr für die Bespa­ßung ihres Nach­wuch­ses als für die Vögel zu inter­es­sie­ren schie­nen. Wir hat­ten jeden­falls, wie oben erwähnt vor Begeis­te­rung nas­se Augen bei den Shows — teil­wei­se waren über 40 Vögel gleich­zei­tig in der Luft — aber auch das eine oder ande­re Trän­chen im Auge in den Gebäu­den ohne oder mit kaum Tages­licht wo vie­le der klei­nen Arten hau­sen müs­sen.

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Eini­ge spek­ta­ku­lä­re Fotos sind uns den­noch gelun­gen. Hier sind sie — bes­ser etwas wei­ter oben. Die letz­ten bei­den “Vögel” sind kei­ne Bewoh­ner des Parks — wer­den art­ge­recht gehal­ten, sind ledig­lich etwas über­füt­tert:))))
Bis bald — eure Eulen­kö­ni­gin und euer Raben­prinz.

PS. Eine Beson­der­heit der Lüne­bur­ger Hei­de müs­sen wir den­noch erwäh­nen. Seit fast 30 Jah­ren wünsch­te sich die Eulen­kö­ni­gin ein­mal eine Heid­schnu­cke zu spei­sen … soviel zu Tier­lie­be :)))) … … der Rabe hät­te bei einer “Wer wird Millionär”-Frage nach Heid­schnu­cke tod­si­cher dane­ben gele­gen.  Und so ver­schlug es uns in das legen­dä­re Restau­rant “Utspann” in Bad Fal­ling­bos­tel, nur weni­ge Kilo­me­ter vom Park ent­fernt.

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Die Medail­lons (Rabe) und der Bra­ten (Eule) von unse­ren Jung­fern-Heid­schnu­cken schmeck­ten superb — wie übri­gens auch alles ande­re in der Loka­li­tät. Der Rabe kann wärms­tens auch die Bier-Ent­de­ckung des Jah­res emp­feh­len — das Mei­sels Weis­se alko­hol­frei …. So schmeckt manch rich­ti­ges Hefe­wei­zen nicht. Na dann mal Prost:)

Verbrechen im Laub … oder Invasion der grünen Männchen

… ok, Weib­chen sind auch dabei. Sogar zah­len­mä­ßig den, dazu noch klei­ne­ren Männ­chen, über­le­gen. Aus den ent­fern­tes­ten Win­keln des „Stei­gers“ kom­men sie gekro­chen. Über Laub, Stock und Stein, ent­lang von Mau­ern und durch dunk­le Tun­nel. Es ist gespens­tisch – der Wald­bo­den „bewegt“ sich. In Grün-Brau­nen Tarn­an­zü­gen bewe­gen sich gan­ze Arme­en zum stra­te­gi­schen Sam­mel­punkt. Nie­mand wird zurück­ge­las­sen. Kräf­ti­ge, „spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te“ Frosch­frau­en tra­gen schwä­che­re Männ­chen hucke­pack ins Ein­satz­ge­biet. Es sind Hun­der­te …. Viel­leicht sogar Tau­sen­de. Das gan­ze Jahr ope­rie­ren sie ver­streut und ver­deckt ober­halb der alten NVA Kaser­nen. Aber sie müs­sen schon lan­ge hier sein … 30 Jah­re min­des­tens, den sie ken­nen Gor­bat­schows Wor­te – wer zu spät kommt den bestraft das Leben. Ich befürch­te die­se her­vor­ra­gend getarn­te und ange­pass­te Inva­si­ons­macht beob­ach­tet uns schon seit Mil­lio­nen von Jah­ren.
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Vor allem Nachts bewe­gen sie sich zu ihrem Ein­satz­ort. Bis zu 600 Meter am Tag – bis zu fünf Kilo­me­ter ins­ge­samt schlei­chen sie um zu lai­chen. Mit die­sem raf­fi­nier­ten Ver­fah­ren gene­rie­ren sie neue „Sol­da­ten“. Am Ein­satz­ort ange­kom­men fei­ern sie zuerst Orgi­en … jaaaa rich­tig … wie im alten Rom. Es wird wild ge….. und unge­niert ge…. J Haupt­sa­che sovie­le Part­ner­wech­sel wir mög­lich. Die gie­ri­gen Weib­chen trei­ben es teil­wei­se mit zwei, drei und mehr Männ­chen gleich­zei­tig. Der Befehl lau­tet: für neue Regi­men­ter sor­gen. Tau­sen­de von Eiern wer­den, nach der Orgie, ins Was­ser gelas­sen.
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Die­se Trup­pen­be­we­gun­gen fin­den immer im Frü­her statt. Und dau­ern nur weni­ge Tage. Man mun­kelt sich, dass der „Angriffs­be­fehl“ von einer  spe­zi­el­len Mond­pha­se aus­ge­ge­ben wird. Die­ses Jahr erspä­hen wir sie – die Inva­si­ons­ar­mee – zufäl­lig, bei einem Spa­zier­gang. Es ist ein Spek­ta­kel son­ders Glei­chen. Man kann in der Nähe des Frosch­tei­ches (Gro­ßer Wald­haus­teich), im Erfur­ter Stei­ger­wald, kaum tre­ten. Aber auch wir wur­den ent­deckt und für gene­tisch wür­di­ges Repli­ka­ti­ons­ma­te­ri­al befun­den. Die Eulen­kö­ni­gin wird zum Begat­ten besprun­gen – und da sie kei­nen Befrei­ungs­ruf aus­stößt (machen Männ­chen wenn sie „irr­tüm­lich“ von Ihres­glei­chen bestie­gen wer­den) – klam­mert sich der ver­zau­ber­te Prinz ganz fest an ihrer Hufe fest und will sei­nen Befehlt um jeden Preis aus­füh­ren.

Das Eul­chen ist der Maßen über­rum­pelt, dass Sie die „Ver­ge­wal­ti­gung“ weder mit Elek­tro­scho­cker noch mit Pfef­fer­spray abwehrt. Sie lässt die­sen Macho ein­fach machen ohne per Kuss zu prü­fen ob es sich tat­säch­lich um einen Prinz han­delt. Die Anwäl­te der Gegen­sei­te behaup­ten wie­der­holt, dass es kein Ver­bre­chen gege­ben habe und es sich um ein bedau­erns­wer­tes Miss­ver­ständ­nis gehan­delt habe. Eine am post­trau­ma­ti­schen Stress-Syn­drom lei­den­de Frosch­frau war ledig­lich von den glit­zern­den Hufen­scho­nern der Eulen­kö­ni­gin geblen­det und woll­te sie für sich. Es täte ihr leid … bla bla. Wie auch immer — wir rächen uns am ver­meint­li­chen Täter indem wir sein Foto hier im Inter­net  ver­öf­fent­li­chen 🙂

Sich auf ein­mal inmit­ten die­ses Natur­schau­spiels zu befin­den ist wun­der­schön. Wir bestau­nen neu­gie­rig das Gesche­hen – genie­ßen die Sze­ne­rie und die Geräusch­ku­lis­se, kom­men am Fol­ge­tag mit pro­fes­sio­nel­ler Foto­tech­nik um von eini­gen Prin­zen und Prin­zes­sin­nen Bass­bil­der zu schie­ßen. Es ist über­wäl­ti­gend. Wir erin­nern uns an die Eiab­la­ge der Mee­res­schild­krö­ten in Nord­zy­pern. Das Ziel­ge­biet bleibt für (bis zu vier) Wochen ein­ge­kes­selt. Der Laich wird beschützt. Nach die­ser Zeit, dür­fen die Arme­en wie­der zurück. Wen es inter­es­siert –wie das ganz genau funk­tio­niert – der kann es hier nach­le­sen.
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Im Namen der Wis­sen­schaft wol­len wir auch das letz­te Mys­te­ri­um um die lie­bens­wer­ten Amphi­bi­en unter­su­chen. Die, über dem Frosch in der Nah­rungs­ket­te ran­gie­ren­de, Eule will es unbe­dingt wis­sen. Ein Kuss soll klä­ren ob was dran ist, an der Prin­zen­ge­schich­te. Wie zu erwar­ten — pas­siert nichts. Damit ist end­gül­tig bewie­sen, dass der Frosch­kö­nig eben nur ein Mär­chen ist. Was übri­gens ganz gut ist — das Eul­chen hat schon einen Prin­zen — den Raben­prinz.

(Inter­es­san­tes über Frö­sche … von froschlaich.eu … dan­ke)

Seit wann gibt es Frö­sche?
Frö­sche exis­tie­ren schon sehr, sehr lan­ge auf die­sem Glo­bus. Im Jah­re 2008 hat man auf Mada­gas­kar ein Fos­sil eines Fro­sches gefun­den, wel­ches in etwa 70 Mil­lio­nen Jah­re alt sein soll. Die­ser Frosch muss etwa 4 bis 5 Kilo gewo­gen haben und so groß wie ein Bas­ket­ball gewe­sen sein!

Ist der Frosch ein Raub­tier?
Viel­leicht nicht ganz vor­stell­bar. Aber der Frosch ist tat­säch­lich ein Raub­tier. Er jagt Insek­ten, aber auch Spin­nen, Nackt­schne­cken und ähn­li­ches Getier.

Wie alt kann ein Frosch wer­den?
Frö­sche kön­nen, je nach Art, durch­aus mehr als 20 Jah­re alt wer­den. Frö­sche haben aber sehr vie­le natür­li­che Fein­de, wes­halb solch ein Alter eher die Aus­nah­me ist.

Mögen Frö­sche Käl­te?
Auch hier die die Ant­wort ein­deu­tig und lau­tet “Nein”. Frö­sche sind soge­nann­te Kalt­blü­ter. Ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur bestimmt sich dem­nach von der Außen­tem­pe­ra­tur. Auf­grund des­sen über­win­tern Frö­sche an geschütz­ten Orten (sie gra­ben sich bei­spiels­wei­se ein) und war­ten dort (mit redu­zier­ter Kör­per­funk­ti­on) dar­auf, dass es wie­der wär­mer wird.

Wie groß sind Frö­sche
Dies hängt ganz von der Gat­tung und der Regi­on ab, wo das betref­fen­de Tier lebt. Das Spek­trum reicht vom win­zi­gen Frosch (1 oder 2 Zen­ti­me­ter) bis zum Och­sen­frosch, der durch­aus 30 Zen­ti­me­ter lang wer­den kann.

Darf man Frö­sche fan­gen und mit­neh­men?
Der Frosch eig­net sich nicht als Haus­tier! Er ist an das Gewäs­ser gebun­den, in dem er sel­ber “das Licht der Welt erblick­te”! Zudem ste­hen Amphi­bi­en, in Deutsch­land, unter stren­gem Natur­schutz! Sie dür­fen dem­zu­fol­ge nicht ent­fernt, umge­sie­delt, gefan­gen oder getö­tet wer­den!

War­um gibt es eigent­lich Krö­ten­wän­de­run­gen?
Krö­ten und Frö­sche keh­ren zu dem Gewäs­ser zurück, wo sie einst selbst als Laich “gebo­ren” wur­den. Ein ähn­li­ches Ver­hal­ten kann man bei­spiels­wei­se beim Lachs beob­ach­ten! Dies erklärt, war­um die Tie­re zur Paa­rungs­zeit wan­dern. Sie sind dann auf dem Weg zu ihrem hei­mat­li­chen Gewäs­ser!

Gibt es gefähr­li­che Frö­sche?
In unse­ren Brei­ten grund­sätz­lich nicht, in ande­ren Tei­len der Welt sehr wohl. Im Dschun­gel exis­tie­ren bei­spiels­wei­se Frö­sche, die hoch­gif­tig sind! Zumeist sind die­se Tie­re, zur War­nung, mit grel­len Far­ben gemus­tert. Die grel­le Far­be signa­li­siert: “Bei mir ist Vor­sicht gebo­ten!”.

Kön­nen Frö­sche unter und über Was­ser leben?
Frö­sche kön­nen sowohl über die Haut als auch über die Lun­ge atmen! Sie sind also in der Lage über und unter Was­ser zu exis­tie­ren, was ihre Über­le­bens­chan­cen enorm erhöht!

Wel­che Gewäs­ser bevor­zu­gen Frö­sche?
Frö­sche mögen eher trü­bes als kla­res Was­ser. Zudem soll­te das Ufer Ver­steck­mög­lich­kei­ten bie­ten! Zudem wer­den Gewäs­ser bevor­zugt die ruhig (ste­hend) sind (also kein reis­sen­der Fluss!). Bevor­zugt sind auch sol­che, die kei­nen Fisch­be­satz haben! Dem­zu­fol­ge sind Tüm­pel und Wei­her idea­le Orte für Frosch­po­pu­la­tio­nen.

War­um qua­ken Frö­sche?
Mit dem Qua­ken locken Frosch­männ­chen Weib­chen an, wenn die Zeit der Paa­rung ist. Man­che Frö­sche kön­nen Lau­te erzeu­gen, die man noch in zwei Kilo­me­ter Ent­fer­nung hören kann! Das Qua­ken ist also so eine Art von Balz­ver­hal­ten!

Weltreise an einem Tag

Wir haben ja nun die wei­te Rei­se nach Gel­sen­kir­chen gemacht, um unse­re Lieb­lings­band “PUR” live zu erleben…fragt mich doch mein Raben­prinz ob ich Lust hät­te, die ZOOM Erleb­nis­welt zu besu­chen. Mein ers­ter Gedan­ke war, dass ich kei­ne Lust auf Tech­nik habe …kei­ne Ahnung wie ich dar­auf kom­me.

Es soll­te der aller schöns­te Besuch eines Zoos in mei­nem gan­zen Leben wer­den! Eigent­lich ist das Wort Zoo schon falsch. Man ent­deckt die Tier­welt von drei Kon­ti­nen­ten: Asi­en, Afri­ka und Alas­ka und zwar haut­nah. Die Revie­re der Tie­re sind natur­ge­treu und sehr groß­räu­mig ange­legt, mit typi­schen Pflan­zen ‚Bäu­men ‚klei­nen Bächen, Was­ser­fäl­len, Inseln und jeder Men­ge an Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten für Ihre Bewoh­ner. Man merkt die Lie­be zum Detail .… Wir hat­ten nicht das Gefühl in einem Tier­park zu sein.

Die Tie­re waren sehr aktiv und sogar sehr foto­gen:) und als Besu­cher begibt man sich auf eine Aben­teu­er­rei­se. Ob schma­le Wege, geschlän­gel­te Pfa­de, Wege in Tun­neln unter Was­ser, in der “Afri­ka Queen” zu Was­ser, über bau­meln­de Hän­ge­brü­cken oder in schwin­deln­der Höhe.…Wir fühl­ten uns als Aben­teu­rer und Ent­de­cker und hat­ten die eine oder ande­re beson­de­re Begeg­nung.

Sehr zur Belus­ti­gung und zum Stau­nen ein Oran Utan der auf einer grü­nen Wie­se vor aller Augen die neu­es­ten Übun­gen zum Affen Yoga demons­triert.

Bei der Fahrt mit der “Afri­ka Queen” dem Juras­sic Park ein biss­chen näher .… ganz nah am Elek­tro­zaun. Beim Mit­tag­essen in der Afri­ka Lounge dem Nas­horn auf die Pel­le gerückt .… der Mara­bu, der auf dem höchs­ten Hügel der Savan­ne sitzt und “sein” wei­tes Revier mit aus­ge­brei­te­ten Flü­geln prä­sen­tiert und .…. ein Strauß, der auf­merk­sam sei­ne Pfle­ger beim Keh­ren der Wege beob­ach­tet — klei­ne Staub­wölk­chen — ab und zu die gesam­mel­ten Stei­ne wie­der aus der Schub­kar­re mopst und sich zu guter Letzt nie­der­lässt und anfängt mit sei­nen Flü­geln auch zu keh­ren und klei­ne Staub­wölk­chen zu fabri­zie­ren … ein­fach gött­lich anzu­se­hen.

Noch nie haben wir Eis­bä­ren so nah gese­hen und erst recht nicht unter Was­ser beim Schwim­men beob­ach­ten kön­nen. Noch nie waren wir einem Rudel Wöl­fe so nah … noch nie durf­ten wir ein Löwen­paar so aus nächs­ter Nähe beob­ach­ten. Einen Dachs haben wir auch noch nie in frei­er Natur gese­hen. Dass es einen nord­ame­ri­ka­ni­schen Baum­stach­ler gibt wuss­ten wir noch nicht mal. Sehr beein­dru­ckend fan­den wir eine ganz spe­zi­el­le Tus­si 🙂 — die 5000 Jah­re alte Rin­der­ras­se Watus­si­rind, eine Kreu­zung des Alt­ägyp­ti­schen Haus­rin­des mit dem indi­schen Buckelrind.Nicht ver­ges­sen möch­ten wir die Tüp­fel­hyä­ne  die die war­men Strah­len der Sep­tem­ber­son­ne unge­niert genos­sen hat.

Wir sind him­mel­hoch jauch­zend vor Glück und ein­zig­ar­ti­gen Momen­ten .… und sagen Euch “das müsst Ihr gese­hen haben”

Singen Strauße Senf … nein es ist keine Frage:-)

Him­mel­fahrt also Chris­ti Rück­kehr als Sohn Got­tes zu sei­nen Vater in den Him­mel wird all­jähr­lich 40 Tage nach der Oster­zeit (39 Tage nach Oster­sonn­tag) in den “12 neu­en” Bun­des­län­dern als der volks­tüm­li­che Vater­tag began­gen. In der DDR war und ist es der Her­ren- oder Män­ner­tag.  Tra­di­tio­nell bege­ben sich da Schar­ren von trink­freu­di­gen Tes­to­ste­ron-Jün­gern auf die Wan­der­schaft, die meist ein Aus­flugs­lo­kal mit Grill und Zapf­hahn zum Ziel hat. Bun­te Vögel wie wir wan­dern oft genug im Jahr und so haben wir beschlos­sen gemein­sam mit unse­rem neu­en Tuff­tuff eini­ge inter­es­san­te Aus­flugs­zie­le im Ilm­tal zu besu­chen.

Unser ers­tes Ziel, die Rock­knei­pe “Rock­jung­fer” im Arn­städ­ter Schön­brunn, las­sen wir aller­dings nach kur­zer Vor­bei­fahrt links lie­gen — der schat­ti­gen Lage, der feh­len­den ver­spro­che­nen Band “La Gran­ge” (ZZ-TOP Cover­band) und der Inkom­pa­ti­bi­li­tät mit den jet­zi­gen Post­ti­tel wegen:) Für die fol­gen­den Zie­le hat­ten wir umso mehr Zeit und Lust.

Die klei­ne pri­va­te Muse­ums-Braue­rei “Schmidt” in Thü­rin­gen hat­te die B&B Anbe­ter (Bier & Brat­wurst) zum Weis­bier­an­stich und zum musi­ka­li­schen Früh­schop­pen, der sich sicher bis zum Abend hin­zog, ein­ge­la­den. Der aus­ge­hun­ger­te Nacht­jä­ger freu­te sich bereits auf den schmerz­lich bis dahin ver­miss­ten Kaf­fee muss­te aber mit der ers­ten Brat­wurst des Tages vor­lieb neh­men. Der Rabe riss der­weil ein saf­ti­ges Stück köst­lich gegrill­ten Schwei­nen­acken — zu Thü­rin­gisch — Rost­brä­tel. Zu bei­den wur­de ein schmack­haf­tes Brot gereicht. Die klei­ne über 150 Jah­re alte Braue­rei, in einem 348 See­len Dorf, pro­du­ziert übri­gens eins der “100 bes­ten Bie­re der Welt” — denkt man nicht. Ein fri­sches aus dem Fass muss­ten wir natür­lich kos­ten und kön­nen die Ver­zü­ckung der Autoren der Bier­bi­bel voll nach­voll­zie­hen.

Die Blas­ka­pel­le mach­te mäch­tig Stim­mung hat­te aber Kon­kur­renz von einem DJ und geschätz­ten 100 Frö­schen im gegen­über lie­gen­den Teich. Samt dem Gewim­mel der Men­schen­mas­sen ergab das ein ein­drucks­vol­les Schau­spiel und ein gelun­ge­nes Volks­fest.

 

Von Sin­gen aus steu­er­ten wir unser Tuff­tuff nach Klein­hett­stedt, ein noch klei­ne­res an der Ilm gele­ge­nes Dorf mit 120 Ein­woh­nern und min­des­tens zwei Attraktionen.Seit 2014 “woh­nen” unter die­ser Adres­se eini­ge afri­ka­ni­sche Über­sied­ler. Es sind  Struthio came­lus — die größ­ten leben­den Vögel der Welt. Ok eigent­lich heißt Vogel wer flie­gen kann aber das wür­de ja nicht nur den Orni­tho­lo­gen den hal­ben Spaß ver­der­ben. Um zu begrei­fen, dass die bis zu drei Meter gro­ßen und bis zu 180 kg schwe­ren VÖGEL durch­aus was von den Flug­sauri­ern haben, reicht ein Blick auf ihre Füße. 

Aber begin­nen wir mit ihrem “Ver­mie­ter” und Geburts­hel­fer. Rene Mei­er, Leh­rer im Haupt- und Strau­ßen­züch­ter im Neben­be­ruf  kam 2014 auf die Idee 14 der bis dahin in Rhein­land-Pfalz leben­den Afri­ka­ner nach Thü­rin­gen zu holen. Heu­te leben rund 60 Tie­re an der Ilm. Eine Ver­vier­fa­chung der Popu­la­ti­on in drei Jah­ren — eine Par­al­le­le zu ande­ren Bewoh­nern des schwar­zen Kon­ti­nents … Tat­sa­che:) Der Strau­ßen­hof in Klein­hett­stedt ver­folgt eine ein­zig­ar­tig schö­ne Phi­lo­so­phie: ganz­jäh­ri­ge Wei­de­hal­tung, offe­ne Stäl­le, Fut­ter aus­schließ­lich aus der Regi­on, ein Viel­fa­ches der emp­foh­le­nen Aus­lauf- und Stall­flä­che, natür­li­che Auf­zucht uvm. 

Nach­dem wir eine Strau­ßen-Brat­wurst und Strau­ßen-Gulasch gekos­tet haben — bei­des sehhhhhhr lecker .… schlie­ßen wir uns einer Füh­rung an. Herr Mei­er erklärt lei­den­schaft­lich alles nur Erdenk­li­che zu sei­ner Idee, zur den Vögeln, zu Hal­tung und Auf­zucht, zur den Marot­ten man­cher Tie­re und zu den außer­ge­wöhn­li­chen Metho­den zu den er manch­mal grei­fen muss und z.B. die Häh­ne abzu­len­ken wenn er auf den Wei­den alle zwei Tage die Eier ein­sam­meln muss. Neben­bei ler­nen wir 

1.Dass der Strauß  der schwers­te und größ­te flug­un­fä­hi­ge Vogel ist
2.Dass es  die schnells­ten flug­un­fä­hi­gen Vögel (70 – 90 km/h) sind
3.Dss der Strauß das größ­te Auge aller Vögel hat
4.Dass er die größ­ten Eier in der Vogel­welt legt
5.Dass Strau­ße als ein­zi­ge Vogel­art  nur 2 Zehen haben – dadurch kön­nen sie  schnel­ler ren­nen.
6.Dass auch die Län­ge ihrer Bei­ne in der Vogel­welt uner­reicht ist.
7.und dass die Lebens­er­war­tung eines Strau­ßes  bis zu 70 Jah­ren betra­gen kann 

…hier auf dem Hof aller­dings nur etwa 14–22 Mona­te — es sind ja schließ­lich Nutz­tie­re.

Wir machen Fotos was das Zeug hält und sind begeis­tert von die­sen lie­bens­wer­ten Rie­sen-Geschöp­fen. 

Das letz­te Schluck Bier und das letz­te Rost­brä­tel ver­drü­cken wir gleich neben­an in der Klein­hettsts­d­ter Senf­müh­le. Ein Klein­od für Senflieb­ha­ber und nicht nur sol­che.

An die 30 Sor­ten Senf ste­hen in der Aus­la­ge des klei­nen Müh­len­la­desn. Selbst­ver­ständ­lich neh­men wir etwas von der schar­fen, gol­de­nen Pas­te mit — Küchen­senf, den Klas­si­ker. Hier­her kom­men wir bestimmt noch­mal. Heu­te ist es schon zu spät und wir von den vie­len Ein­drü­cken zu berauscht.

 

 Ein Saft im Pusch­kin und ande­re freu­di­ge Sachen mit S ergän­zen den herr­li­chen Him­mel­fahrts-Tag. Apro­pos — dan­ke lie­ber Gott für das Wet­ter, es war traumhaft.

 

 

 

Autobiografie einer Nymphe

Hal­lo­chen zusam­men!

Heu­te will ich mich mal in unse­rem Blog zu Wort mel­den. Wie Ihr ja wisst leben wir als “bun­te Vögel” gemein­sam in einem Schwarm. Wir sind zu dritt —  die Eule, der Rabe und ich der Nym­phen­sit­tich Wil­ly. Ich lebe  seit mitt­ler­wei­le 16 Jah­ren bei den  Feder­lo­sen. Bis vor einem Jahr gab es noch mein Weib­chen, die Zitro­nen­prin­zes­sin Tweety. Lan­ge haben mei­ne Nym­phenel­lis über­legt , ob sie mir eine neu­es Weib­chen  suchen. Aber es kommt eben anders als man denkt. Inner­halb kür­zes­ter Zeit habe ich mir ein­fach  den Raben­prin­zen als neu­en Part­ner aus­er­ko­ren und das ist mein größ­tes Glück. Sind wir bei­de doch ein Herz und eine See­le. Ich bin ein glück­li­ches  Nym­phen­kind und das mer­ken mei­ne bei­den Feder­lo­sen  an vie­len  klei­nen Din­gen, an mei­nem Ver­hal­ten und an täg­lich wie­der­keh­ren­den  Ritua­len.


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Wenn die Son­ne auf­geht begrü­ße ich den neu­en Tag zusam­men neben mei­nem “Kuschel” mit  Lie­bes­ge­flüs­ter.  Nicht unbe­dingt lei­se, aber sehr melo­disch und schön anzu­hö­ren. Dann flie­ge ich ins Schlaf­zim­mer, lan­de auf dem Kopf­kis­sen und wecke  mei­ne zwei Rie­sen­schlaf­müt­zen ganz per­sön­lich mit mei­nem Gesang .…..tiri­li­ti­ri­li. Meist sind sie schon vom Lie­bes­ge­flüs­ter wach gewor­den, stel­len sich aber schla­fend die Ban­de.

Am Früh­stücks­tisch hat es mir das Knie mei­nes Raben­prin­zen ange­tan.  Es ist so wohl­ge­formt und bequem. Kaum dass der Raben­prinz sitzt, lan­de ich und los geht’s. In abso­lu­ter Wohl­fühl­stel­lung — dabei sit­ze ich auf einem Bein und das ande­re ste­cke ich in mein war­mes Gefie­der am Bauch, frö­ne ich mei­nem gelieb­ten   “Zun­gen­spiel”. Dabei knis­pel ich  mit mei­nem Schna­bel und schie­be mei­ne   Zun­ge kreuz  und quer.  Anschlies­send put­ze ich mich aus­gie­big und krab­bel  mir won­nig im Öhr­chen. Ach ist das fein. Auf mei­nem eige­nen Platz­deck­chen , wel­ches zu jeder Mahl­zeit von den Feder­lo­sen für mich mit ein­ge­deckt wird, gibt es Bröt­chen und abends vom Hühn­chen, mage­rem Fleisch Ei oder ande­ren Lecke­rei­en.

Wenn mei­ne Feder­lo­sen dann “Tschüss “sagen, mecke­re ich laut­hals, dass sie mich schon wie­der allei­ne las­sen. Umso schö­ner ist das Wie­der­se­hen nach der  Arbeit. Jetzt ist Frau­chens Knie dran und ich put­ze mich erst­mal aus­gie­big. Beim aus­schüt­teln schimpft sie dann immer” Du alter Staub­beu­tel”.  Ich bin eine abso­lu­te Glücks­nym­phe, darf ich doch den gan­zen Tag frei flie­gen und hier und da Dumm­hei­ten machen.

Zum Vogel­häus­chen direkt am Käfig kom­men jeden Tag ande­re Vögel und besu­chen mich — daich hab was zu gucken. Ja und ab und an ent­de­cke ich mei­ne  Vor­lie­be für Tape­te oder eine beson­de­re Grün­pflan­ze. Manch­mal sit­ze ich in mei­nem wei­chen Nest auf dem Schrank und brü­te über mei­nem Schick­sal. Ob es allen mei­nen Ver­wand­ten so gut geht … na hof­fent­lich.

Frau­chen macht mei­ne Kleck­se immer gleich weg. Wenn mein Herr­chen wirk­lich mal zuhau­se arbei­ten muss, hel­fe ich wo ich kann. Wenn der Tag sich dem Ende neigt, heißt es wie bei allen Kin­dern schla­fen gehen. Mitt­ler­wei­le gehe ich allei­ne in mei­nen Käfig, wo ich eine dicke, gemüt­li­che Schlaf­stan­ge habe. Wenn ich mal kei­ne Lust habe, reicht ein vom Papa geru­fe­nes “Heia” dann weis ich — acha Schal­fens­zeit:). Bei der Mama erlau­be ich mir schon­ma zu zedern  und zu fau­chen, naja nur so zum Spaß. Da ärgert sie sich so lus­tig.

Das neu­es­te Higth­light ist das gemein­sa­me Baden, Wenn Papa in der Wan­ne sitzt flie­ge ich auf sei­nem behaar­ten  Bauch :-))und Frau­chen darf mit der Blu­men­du­sche sprit­zen, welch ein Luxus…ach so ein Nym­phen­le­ben ist schön. Bis zum nächs­ten Post.

Euer Wil­ly