Mazedonien — Skopje — Gebärmutter(?) .… es kann losgehen

Maze­do­ni­en ist eigent­lich kom­plett falsch — das Land heißt ja offi­zi­ell EJRM —  Ehe­ma­li­ge jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en — aber Ejrm läßt sich so beschei­den aus­spre­chen:) Skop­je die Haupt­stadt, weil wir einen lächer­lich bil­li­gen Flug hier­her bekom­men haben (erst nach der Rei­se sind wir dank­bar die­ses Land ken­nen­ge­lernt zu haben) — und das mit der Gebär­mut­ter kommt wei­ter unten … Geduld:)

Unse­re Vor­freu­de auf den dies­jäh­ri­gen Bal­kan-Road­tripp ist etwas getrübt. Unse­re gute Freun­din und im „Neben­hob­by“ Nym­phen­nan­ny – hat gro­ße Sor­gen. Ihre Mama liegt im Kran­ken­haus und es sieht nicht gut aus. Sie ver­si­chert uns, sich trotz­dem um das Wil­ly­kind zu küm­mern – wir sind so unend­lich dank­bar.

Dann will Sky­pe der Eulen­kö­ni­gin Eins aus­wi­schen. Pünkt­lich am ers­ten Sep­tem­ber legt Sky­pe alle alten Ver­sio­nen sei­ner Soft­ware lahm. Eul­chens „Spieg­lein“ zum Wil­ly – mehr­fach am Tag unter­hal­ten wir uns mit dem Klei­nen der allein zu Hau­se geblie­ben ist. In der aktu­el­len Ver­si­on, wur­de „aus Sicher­heits­grün­den“ das auto­ma­ti­sche Ran­ge­hen abge­schafft – idio­tisch. Der IT-Rabe fin­det eine, zuge­ge­ben etwas umständ­li­che, aber immer­hin EINE Lösung.

Fahrt und Flug mit WIZZAIR völ­lig unpro­ble­ma­tisch. Übri­gens, mit WIZZAIR sind wir das ers­te Mal geflo­gen und kön­nen nicht kla­gen. Top Ser­vice, top Abfer­ti­gung, alles top. End­lich in Skop­je ange­kom­men aller­dings die nächs­te Hiobs­bot­schaft. Weil wir zwei Stun­den zu spät gelan­det sind ist unser Miet­wa­gen gecan­celt. Auch Check24, unser Dia­ler, kann uns tele­fo­nisch nicht aus der Pat­sche hel­fen – im „Rent-a-Car-Busi­ness“ geht’s frei nach Gor­bi. Wer zu spät kommt den bestraft EUROPCAR – „rie­sen Dan­ke­schön“ an die Trup­pe – sie hat­ten unse­re Flug­num­mer.

Wir fra­gen uns an den Schal­tern der ande­ren 15 Auto­ver­mie­tun­gen durch. Eule von links begin­nend, der Rabe von rechts. Frei nach dem Mot­to: “give me your best car at your best Pri­ce” haben wir bin­nen 10 Minu­ten völ­lig unpro­ble­ma­tisch ein Gefährt . „STAR CAR“ gibt uns einen schnu­cke­lig blau­en Suzu­ki Bale­no – voll­ver­si­chert und …. with „Green­card“ for Alba­nia (war bei der ursprüng­li­chen Reser­vie­rung, übri­gens ein hei­den Heck­meck), zu einem Preis der um ein Drit­tel unter dem des Wochen vor­her gebuch­ten liegt.

Alles wird gut!!!! ( … und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht alles😊)

Heu­te müs­sen wir GsD (Gott sei Dank) nicht mehr weit fah­ren. Unser Ziel ist der ” Mat­ka Can­yon” – zu Deutsch – die Gebär­mut­ter Schlucht. Ein „must see“ in Maze­do­ni­en – aber bei einer 17:20 Uhr Lan­dung woll­ten wir kei­ne gro­ße Stre­cke am Anrei­se­tag absol­vie­ren. Nach dem Rent-a-car-Deba­kel und in Anbe­tracht des Son­nen­un­ter­gangs, kurz nach 19:00 Uhr, eine sehr wei­se Ent­schei­dung. (DIe Fotos hier sind am nächs­ten Tag gemacht wor­den)

Die Mat­ka-Schlucht ist ein 1937 ent­stan­de­ner künst­li­cher See. Tür­kis­blau­es Was­ser, fast senk­rech­te Fel­sen links und rechts, Klös­ter aus dem 14. Jahr­hun­dert, die tiefs­te Unter­was­serhöh­le der Welt …. usw. Vor allem aber ein reiz­voll anmu­ten­des und hoch gelob­tes Restau­rant mit eini­gen Gäs­te­zim­mern direkt über dem See. Wir spe­ku­lie­ren dar­auf, dass Abends die Tou­ris­ten- und Besu­cher­mas­sen wie­der weg sind, und früh (zumal Mon­tag) kei­ne kom­men wer­den. Das mit dem Mon­tag ging nicht ganz auf:)

Zuerst müs­sen wir es aber fin­den, das „Can­yon Mat­ka Hotel“. Goog­le-Mops behaup­tet schon an der „Fresh Lounge Bar, dem (schein­bar) letz­ten Lokal an dem schma­len Weg zum Can­yon, am Ziel zu sein. Auch eine Ein­ga­be­kor­rek­tur mit der Adres­se aus Boo­king, bringt kei­ne Klar­heit. Dafür gehen aber 30€ für „sagen­haf­te“ 20 MB – Inter­net­vo­lu­men drauf. Jaaaa außer­halb der EU ist Inter­net für uns teu­er – 10MB für 15€ — das macht drei TAUSEND €uro für einen gän­gi­gen 2GB Ver­trag in Deutsch­land … alles klar?

Als muti­ge Ent­de­cker fah­ren wir wei­ter  bis es nicht mehr geht, par­ken dann  auf einen engen Park­platz zwi­schen Müll und Abfall, biss­chen gru­se­lig das Gan­ze. Ein spär­lich beleuch­te­ter schma­ler Weg am Fel­sen ent­lang, vom Hotel kei­ne Spur, ein Wach­pos­ten sagt, wir sind rich­tig. Die Eulen­kö­ni­gin ist bereits hef­tig am nölen und ver­zwei­feln. Der Rabe bleibt  gelas­sen. Es kann nicht mehr weit sein, denkt er – aber in völ­li­ger Dun­kel­heit, am Fel­sen ent­lang – kei­ne Wer­bung für ein Hotel.

Wir eini­gen uns noch 200–300 Meter zu lau­fen und dann gege­be­nen­falls umzu­keh­ren. Der Rabe soll Recht behal­ten – nach weni­gen Metern, hin­ter der nächs­ten Fels­bie­gung, erstrahlt das Restau­rant im vol­len Glan­ze. Wer­bung braucht es nicht – ist hier das Ein­zi­ge weit und breit und funk­tio­nie­ren­de Weg­be­leuch­tung hat kei­nen hohen „Stel­len­wert“ – braucht es auch nicht – die Gäs­te kom­men alle am Tag um die Schön­heit der Natur zu bewun­dern.

Wir sind jeden­falls end­lich ange­kom­men, ohne Gepäck, ohne Zahn­bürs­te, ohne Wech­sel­schlüp­fer, ohne alles. Unser  Zim­mer­chen total süß und das spä­te Abend­essen auf der Ter­ras­se, die über dem Was­ser hängt  ein abso­lu­ter Traum. Für uns bei­de gab es vor­weg Salat mit Schafs­kä­se und ober­le­cke­rem Schin­ken und einer ein­zig­ar­ti­gen Salat­so­ße mit Sesam­öl, für den Raben ein Schwei­ne­fi­let mit Pfef­fer­sauce und für das Eul­chen Geflü­gel­rou­la­de mit gerös­te­ten Schin­ken und Pis­ta­zi­en in einer Sau­ce von Sel­le­rie Pis­ta­zie Ana­nas  und Curry…ein Hoch­ge­nuss. Dazu die gra­tis Fla­sche Belan (ober­le­cke­ren maze­do­ni­schen Wein), die inclu­si­ve zur Zim­mer­bu­chung gehör­te … ach gehts uns gut 😊.  Das Aben­teu­er Maze­do­ni­en Alba­ni­en kann begin­nen.

Einzigartige Vögel — fast nur eine Fotoreportage

Dass in Nie­der­sach­sen ganz beson­de­re Vögel leben wis­sen wir schon lan­ge. Zwi­schen unse­ren eher unge­wöhn­li­chen Rei­se­zie­len (Nord­zy­pern, Alba­ni­en, Trans­syl­va­ni­en) haben wir einen “Luxus”-Kurztrip in die Lüne­bur­ger Hei­de ein­ge­scho­ben.

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Der Welt­vo­gel­park Wals­ro­de, der sich eigent­lich in Vös­sel­hö­ve­de befin­det, ist der größ­te welt­weit (daher wohl der voll­mun­di­ge Name:)) und beher­bergt über 4000 Vögel. Dar­un­ter vie­le vom Aus­ster­ben bedroh­te Spe­zi­es und eini­ge, die man in Deutsch­land gar welt­weit nur in Wals­ro­de zu sehen bekommt.

Unse­re Neu­gier war bereits letz­tes Jahr geweckt — für Vögel haben wir einen beson­de­ren Fai­ble. Den “Familien”-Ausflug zu unse­ren “Ver­wand­ten” … ande­ren Eulen und Raben, aber auch vie­len, vie­len wei­te­ren befie­der­ten Schna­bel­we­sen leg­ten wir auf ein ver­län­ger­tes Wochen­en­de und zwar das, des Fina­les der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft.

Nach Eul­chens unbe­frie­di­gen­den Boo­king-Hotel-Recher­che fand der Rabe im Airb­nb einen Dia­man­ten. Hät­te der lie­be Gott ein Feri­en­do­mi­zil in der Lüne­bur­ger Hei­de (und nicht in Frank­reich:)  — wäre es Fabi­ans Pool-Haus in Ham­bü­ren. Eine gedie­ge­ne Sied­lung, ein aus­la­den­des Grund­stück, top gepflegt, ein klei­nes aber fei­nes Pool-Haus (in dem es an nichts fehl­te) und natür­lich ein 10x5m Pool …. nur für uns allein.

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Die Über­tra­gung des Frank­reich-Kroa­ti­en Kra­chers haben wir dann auch stan­des­ge­mäß, mit edlem Wein­chen in den Glä­sern … IM POOL geschaut. Ein Ham­mer-Kri­mi, aber dazu haben sich schon Tau­send ande­re Blog­ger aus­ge­las­sen.

Kurz nach 10 Uhr am Fol­ge­tag betre­ten wir dann den viel (haupt­säch­lich eigen-) gelob­ten WELT­vo­gel­park und ver­las­sen ihn nach gut acht Stun­den mit eher gemisch­ten Gefüh­len. Der Vogel­park betreibt eini­ge Natur­schutz-Pro­jek­te welt­weit, kann Zucht­er­fol­ge bei sehr repro­duk­ti­ons­lah­men Arten vor­wei­sen (auch Erst­zuch­ten), zeigt Vögel die in kei­nem ande­ren ZOO der Welt zu sehen sind und glänzt mit eini­gen Zuschau­er-Magne­ten,  wie den sen­sa­tio­nel­len Flug­shows, der Frei­flug­hal­le und der “Baby”-Station. Viel Spaß hat­ten wir auch im  “Too­woom­ba”, wo man haut­na­hen Kon­takt mit zah­men Loris bekommt. Das Eul­chen arbei­te­te da von Anfang an mit Bestechung — der Rabe hat­te der­lei Tohu­wa­bo­hu nicht nötig:)

 

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Gut geht es unse­ren Ver­wand­ten in den Außen­an­la­gen. Stor­che, Peli­ka­ne, Fla­min­gos, Rei­her leben unge­zwun­gen auf dem Gelän­de und genie­ßen sicher das betreu­te Woh­nen all inclu­si­ve.

Die meis­ten der Park­be­woh­ner fris­ten ihr Dasein aber eher in “Plat­ten­bau­ten”. Aus den 60/70ern stam­men­de Gebäu­de mit ver­al­te­ten Volie­ren genau­so wie fast alle Außen-Volie­ren sind, für einen Park der soviel auf sich und den Tier­schutz hält, ein­fach zu klein, für die Bewoh­ner zu unat­trak­tiv und ent­spre­chen, aus heu­ti­ger Sicht, nicht den Stan­dards der art­ge­rech­ten Hal­tung.

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Der Palm-Kaka­du, Hya­zinth-Aras und ande­re hoch­in­tel­li­gen­te Papa­gei­en genau­so wie die sehr sel­te­ne Har­py­ie und vie­le Ande­re ver­brin­gen ihr Leben in sehr kar­gen, über­schau­ba­ren und vor allem viel zu klei­nen Volie­ren. Die­se Bedin­gun­gen und der Aus­druck in den Augen eini­ger die­ser Feder­kleid­trä­ger hat uns sehr trau­rig gestimmt. Die Weiß­hau­ben-Kaka­dus waren sicht­lich dank­bar für eini­ge Minu­ten Unter­hal­tung, Auf­merk­sam­keit und Strei­chel­ein­hei­ten. Vie­le der erwähn­ten Arten wer­den 60–80 Jah­re alt … und das auf weni­gen Qua­drat­me­tern ohne jeg­li­cher geis­ti­ger För­de­rung. Wir hal­ten selbst Vögel und wis­sen wie agil, leb­haft, neu­gie­rig, kom­mu­ni­ka­tiv und vor allem sozi­al kom­pe­tent die­se ganz spe­zi­el­len Wir­bel­tie­re sind.
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In der Frei­flug­hal­le ist man den flei­gen­den Bewoh­nern teil­wei­se im Weg — ob am Boden oder weil man die Flug­schnei­se unqua­li­fi­ziert pas­siert:)

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Will man vie­le, fast aus­ge­rot­te­te Vogel­ar­ten sehen, möch­te man über 670 Vogel­ar­ten geballt auf einem Are­al (immer­hin 240 000m²)  sehen — kommt man um den Vogel­park Wals­ro­de nicht rum. Das Enga­ge­ment für Umwelt, Tier­schutz und Art­erhal­tung in allen Ehren — aber bei den Besu­cher­zah­len und den Ein­tritts­prei­sen soll­ten pöh’e pöh die ver­al­te­ten Anla­gen gegen neue, gro­ße, freund­li­che und art­ge­rech­te aus­ge­tauscht wer­den — und zwar schleu­nigst. Man könn­te sonst auf die Idee kom­men, dass der neue Betrei­ber ledig­lich glän­zen will wo auch Licht scheint aber sich kaum um das Wohl­sein des Gros sei­ner Bewoh­ners küm­mert.

Einen Besuch ist der Park alle Mal wert. Auf­fäl­lig war, dass nur Kin­der mit Erwach­se­nen im Schlepp­tau unter­wegs waren und die letz­te­ren sich mehr für die Bespa­ßung ihres Nach­wuch­ses als für die Vögel zu inter­es­sie­ren schie­nen. Wir hat­ten jeden­falls, wie oben erwähnt vor Begeis­te­rung nas­se Augen bei den Shows — teil­wei­se waren über 40 Vögel gleich­zei­tig in der Luft — aber auch das eine oder ande­re Trän­chen im Auge in den Gebäu­den ohne oder mit kaum Tages­licht wo vie­le der klei­nen Arten hau­sen müs­sen.

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Eini­ge spek­ta­ku­lä­re Fotos sind uns den­noch gelun­gen. Hier sind sie — bes­ser etwas wei­ter oben. Die letz­ten bei­den “Vögel” sind kei­ne Bewoh­ner des Parks — wer­den art­ge­recht gehal­ten, sind ledig­lich etwas über­füt­tert:))))
Bis bald — eure Eulen­kö­ni­gin und euer Raben­prinz.

PS. Eine Beson­der­heit der Lüne­bur­ger Hei­de müs­sen wir den­noch erwäh­nen. Seit fast 30 Jah­ren wünsch­te sich die Eulen­kö­ni­gin ein­mal eine Heid­schnu­cke zu spei­sen … soviel zu Tier­lie­be :)))) … … der Rabe hät­te bei einer “Wer wird Millionär”-Frage nach Heid­schnu­cke tod­si­cher dane­ben gele­gen.  Und so ver­schlug es uns in das legen­dä­re Restau­rant “Utspann” in Bad Fal­ling­bos­tel, nur weni­ge Kilo­me­ter vom Park ent­fernt.

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Die Medail­lons (Rabe) und der Bra­ten (Eule) von unse­ren Jung­fern-Heid­schnu­cken schmeck­ten superb — wie übri­gens auch alles ande­re in der Loka­li­tät. Der Rabe kann wärms­tens auch die Bier-Ent­de­ckung des Jah­res emp­feh­len — das Mei­sels Weis­se alko­hol­frei …. So schmeckt manch rich­ti­ges Hefe­wei­zen nicht. Na dann mal Prost:)

Ein Weinberg zum Verlieben … der Steinmeister

Roman­tisch in den Wein­ber­gen gele­ge­ne Hüt­ten oder Bänk­chen an Aus­sichts­punk­ten, waren schon immer Orte der Lie­be. Zar­te Lie­bes­ban­de began­nen in manch einer von ihnen aber auch amou­rö­se Affä­ren. Nicht von Unge­fähr ent­stan­den unzäh­li­ge Sprü­che wie z.B. der Fol­gen­de.Wenn mei­ne Zun­ge im Löch­lein steckt und gie­rig jedes Tröpf­chen leckt, den­ke nicht ich sei ein Schwein, ich red von einer Fla­sche Wein.”


 

Wo sich Maria War­ten­berg und Hein­rich Sau­er ken­nen & lie­ben lern­ten  wis­sen wir nicht. Die bei­den renom­mier­ten Pro­fes­so­ren der Medi­zin haben sich defi­ni­tiv aber noch ein zwei­tes Mal ver­liebt. In den Wein …  bes­ser, in den Wein­berg. Sie erwar­ben vor eini­gen Jah­re , das Wein­gut Stein­meis­ter bei Naum­burg an der Saa­le, wel­ches sich in einem trau­ri­gen Zustand, fern­ab sei­ner Bestim­mung, befand.  Zwei Jah­re Arbeit ver­gin­gen bis die dazu­ge­hö­ri­ge Bau­sub­stanz wie­der glänz­te und auch die, teil­wei­se 90 jäh­ri­gen, Wein­re­ben benö­tig­ten inten­si­ve Pfle­ge. Das Ergeb­nis lässt sich nicht nur sehen, es strahlt eine, hier zu Lan­de sel­ten gewor­de­ne, Gast­freund­schaft und (da haben wir’s wie­der) Lie­be zum Detail. Wie es sich für zwei Wis­sen­schaft­ler gehört wur­de inten­siv zum The­ma recher­chiert. Archi­ve und Hören­sa­gen för­der­ten Inter­es­san­tes wie Legen­den zu Tage, die Maria bei manch Gele­gen­heit char­mant, lie­be­voll und wit­zig an die “Fans” wei­ter gibt. Wir dür­fen ihren Erzäh­lun­gen wäh­rend  einer “süf­fi­gen” Wein­wan­de­rung lau­schen. Natür­lich wird dabei auch ver­kos­tet, jeweils da wo die ent­spre­chen­de Rebe wächst — aus einem, am Leder­riem­chen mit­ge­führ­ten, Glasel. Aber der Rei­he nach.

Wir sind gewohnt recht­zei­tig da und so kön­nen wir den schö­nen Gar­ten des Wein­guts genie­ßen. In der Strauß­wirt­schaft gibt’s ein Käse­spieß­chen und den ers­ten Rose … schon mal lecker. Sowohl in der Gast­stu­be als auch im Gar­ten muss man sich ein­fach wohl­füh­len. Eine statt­li­che Men­schen­men­gen fin­det sich all­mäh­lich zur „Gro­ßen Wein­bergs­wan­de­rung durch den Stein­meis­ter“ ein. Etwa 13:00 Uhr setzt sich der rund 30 Mann (und Frau) zäh­len­de Troß in Bewe­gung.

Die Mönchshütte“

Das klei­ne aber fei­ne Häus­chen stand hier schon im 13. Jahr­hun­dert. Davon zeugt die Tie­fe des Kel­ler­bo­dens, der sei­ner­zeit kein Kel­ler war. Im lau­fe der Geschich­te, und mit jeder Flut spül­te die Saa­le Sedi­men­te her­bei, die dafür gesorgt haben, dass das Häus­chen heu­te etwa 1,5 Meter tief in der Erde steht. Zu bestimm­ten Ver­an­stal­tun­gen wir aus der Boden­lu­cke Wein gereicht, die Bedie­nung ragt ab der Brust her­aus – sieht bestimmt lus­tig aus. Hier erfah­ren wir so eini­ges über das Wein­gut und sei­ne Anfän­ge. Es fal­len wit­zi­ge Begrif­fe. Zum Bei­spiel Spon­tan­gä­rung … wenn die Trau­ben in einem Gefäß begin­nen selb­stän­dig Che­mie zu ler­nen (wir erin­nern uns an den Film „Die Feu­er­zan­gen­bow­le“ … die alko­ho­li­sche Gärung ist die Gärung des Alko­hols ……🤣

… und semi­s­te­ril😉 – das soll­te nach dem mischen mit Wein das Was­ser wer­den. Frü­her war das Was­ser nicht immer rein. Mön­che haben es also mit Wein, den sie im Über­fluss hat­ten, ver­mischt — damit es trink­bar wur­de.

Das klei­ne Häus­chen gehör­te frü­her  einer gewis­sen Olga Thie­ne­mann, der Schwes­ter von Gerd Haupt­mann. Eini­ge Sze­nen des Buches „Das dra­ma­ti­sche Werk“ (Band zwei) von G. Haupt­mann, sol­len sich im Häus­chen abspie­len.

Neben den bei­den Wis­sen­schaft­lern gibt’s auch einen Win­zer. Einen jun­gen dazu. Auch er hat sich ver­liebt, zum einen in die Toch­ter der net­ten Medi­zi­ner und zum ande­ren in den Wein­an­bau. Schon sein Urgroß­va­ter ent­wi­ckel­te vor 100 Jah­ren in der Gegend Reb­sor­ten. Der jun­ge Mann kre­denzt uns an jeder Sta­ti­on Wei­ne und schmückt die­se Ver­kos­tun­gen mit fach­fun­dier­ten wie amü­san­ten Fak­ten zum jewei­li­gen Wein und zum Wein­an­bau über­haupt. An die­ser Stel­le ein rie­sen Dan­ke­schön. Selbst der Raben­prinz als „Semi­wein­ken­ner“😁 saugt neu­es Wis­sen auf wie ein Ele­fan­ten­schwamm Was­ser.

Am Mönchs­häus­chen gibt’s übri­gens einen Sil­va­ner. Die­se Reb­sor­te ist etwa 400 Jah­re alt.  „Unser“ Sil­va­ner stammt von teils 90 jäh­ri­gen Reb­stö­cken. Die tra­gen weni­ger, die Trau­ben sind klei­ner und ein rein am Gewinn inter­es­sier­ter Win­zer hät­te die­se Stö­cke längst ver­heizt, aber wenn man den weni­ger Ertrag in Kauf nimmt kann man einen exqui­si­ten, qua­li­ta­tiv uner­reich­ten Trop­fen genie­ßen. Das tun wir und sind begeis­tert. Im Abgang schmeckt er leicht nach Apfel … gar Lit­schi.

Höhlenwohnung

Wei­ter geht es zu den Höh­len­woh­nun­gen. Davon gibt es zwei. Eine klei­ne und eine grös­se­re. Die zwei­te inspi­zie­ren wir nun genaus­tens😁 Male­risch mit­ten im Wein­berg gele­gen – mit Aus­sicht über da gan­ze Tal und auf den Naum­bu­rer Dom, zeugt sie wie­der von alten Glanz­ta­gen.  Die Alt­ei­gen­tü­mer lager­ten hier Alt­rei­fen und zwar jede Men­ge davon. Wit­te­rung und Zeit haben ihr Übri­ges getan, doch heu­te wür­de man hier am liebs­ten sofort ein­zie­hen. Auch um die­se „Immo­bi­lie“ ran­ken sich Legen­den. Unter ande­rem sol­len die Pfor­ten­ser Mön­che hier ihren Schatz ver­steckt haben. Alles Lug und Trug ver­si­chert uns Frau War­ten­berg. Wir wür­den auch nie­man­dem ver­ra­ten wenn wir einen Schatz gefun­den hät­ten🤣


Und erneut springt der jun­ge Win­zer ein (scha­de, dass wir sei­nen Namen nicht erfah­ren haben)😫

Dies­mal gibt es zwei Wei­ne. Eine Weiß­bur­gun­der Spät­le­se von 2016 den bereits die Zis­ter­zi­en­ser Mön­che vor 1000 Jah­ren hier ange­baut haben, und einen Ries­ling Kabi­nett. Bei­de mun­den vor­züg­lich. Im ers­te­ren ver­liebt sich (… schon wie­der😘) die Eulen­kö­ni­gin. Wenn es nach ihr gin­ge müss­ten wir kei­ne wei­te­ren Sor­ten ver­kos­ten. Hier erfah­ren wir auch war­um die Aka­de­mi­ker in ihrem Wein­gut (fast) kei­nen Eis­wein her­stel­len. Sie trin­ken ihn lie­ber selbst.

Eis­wein wird im Win­ter, bei minus acht bis zehn Grad geern­tet. Einen Berg Trau­ben braucht man dafür. Die Men­ge wür­de rei­chen um gut 1000 Liter Wein her­zu­stel­len — her­aus­kom­men aber ledig­lich gan­ze 5.5 Liter erst­klas­si­gen Eis­wein. Wei­ter erfah­ren wir, dass nur Sor­ten­rei­ne Wei­ne abge­füllt wer­den und dass man hier fast ohne Dün­ger aus­kommt. Teil­wei­se wird zehn Jah­re lang nicht gedüngt. An sol­che Details spürt man schon die Phi­lo­so­phie der Wein­berg­be­sit­zer. Der klei­ne Betrieb pro­du­ziert auf 4,4 Hekt­ar etwa 25 000 Liter des Lebens­saf­tes. Das sind gut 33 Tau­send Fla­schen pro Jahr­gang die in der Staruß­wirt­schaft und in zwei Läden (Leip­zig und Erfurt) ver­kauft wer­den.

Das Türmchen

Das Türm­chen ist unse­re nächs­te Sta­ti­on. Oben auf dem s.g. Kai­ser­hü­gel thront es über dem Besitz und dien­te frü­her dem Schutz des sel­bi­gen vor … Wein­die­ben. Spä­ter dien­te es einem sei­ner Besit­zer, dem Herrn Golon­eck, mehr als Lie­bes­nest. Angeb­lich schwer im Wein­berg schuf­tend, beglück­te der Lust­molch jun­ge Mäd­chen aus den umlie­gen­den Orten hier oben. Ein wun­der­schö­nes Fleck­chen Erde ist es hier um das Türm­chen her­um.  Eine 800 Jah­re alte Sou­bi­se-Eiche (so benannt wahr­schein­lich nach dem fran­zö­si­schen Prin­zen Sou­bi­se, der hier im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg weil­te und tafel­te, ver­leiht dem Ort zusätz­lich einen geheim­nis­vol­len Charme.

 

Die­ser Stand­ort war auch im Kai­ser-Manö­ver 1903 Füh­rungs­stand … und sicher auch 1850 als die unver­schäm­ten Ross­ba­cher wegen zu hoher Steu­ern gegen die Mön­che im Klos­ter Pfor­ta mar­schier­ten. Scha­de, dass heut zu Tage nie­mand mehr aus sel­bi­gen Grund mar­schiert. Zeug­nise jener Tage fan­den sich bei der Reno­vie­rung der Gebäu­de – hier Patro­nen­hül­sen aus dem 19. Jh.

Nun ist wie­der Schwie­ger­sohn an der Rei­he. Es gibt einen Johan­ni­ter – eine Neu­zich­tung eines Dr. Becker aus Frei­burg im Breis­gau (eine Rebe die kei­nen Pflan­zen­schutz benö­tigt) und einen Mus­ka­ris Aus­le­se. Eine eben­falls sehr sel­te­ne Rebe, die wegen ihrer Süße nicht unser Favo­rit wird aber bestimmt man­chen Nicht­wein­trin­ker vom Wein über­zeu­gen könn­te.

 

Und dann kommt end­lich ein Roter. Dar­auf hat der Rabe gedul­dig gewar­tet. Ein Spät­bur­gun­der aus dem Holz­fass, natür­lich tro­cken😉 Die­ser gedeiht in der Frey­bur­ger Steil­la­ge dem zwei­ten Wein­berg der Guts. 2016 wur­de er zum bes­ten Rot­wein in der Unstrut prä­miert. Der Rabe ist hap­py. Ein edler Trop­fen und hier wird auch gepick­nickt. Lecke­re Baguettes mit Käse und Sala­mi, Hack­bäll­chen mit Gur­ke, Schmalz­bro­te und Käse­spie­ße dazu Toma­ten satt. Alles lie­be­voll zube­rei­tet.

Beim schlem­men fra­gen wir unse­rem Win­zer Löcher in den Bauch. Mit einer Engels­ge­duld, mit Charme und Stolz stillt er unser Wiss­be­geh­ren. Über eine Stun­de genie­ßen wir sei­ne Erzäh­lun­gen, die Aus­sicht, den Wein und die Häpp­chen. Es ist ein­fach herr­lich hier. Beim Abstieg über die, bereits vor Jahr­hun­der­ten von Mön­chen ange­leg­te, ganz schma­le Wein­berg-Trep­pe zählt das Eul­chen über  250 Stu­fen. Schööööööönnn war es und bestimmt nicht nur wegen der lecke­ren Häpp­chen wer­den wir wie­der kom­men. Die  Wein­ern­te wol­len wir im Herbst eben­falls mit­er­le­ben — Hil­fe wird hier dan­kend ange­nom­men.

 

Zum Abschluss noch etwas zum The­ma Gesund­heit und Wein … Frau War­ten­berg ver­bin­det im Vor­trag Pas­si­on und Pro­fes­si­on.

Dan­ke und bis zum nächs­ten Mal.

Ihrer Eulentät — Jahresrückblick 2017

Hin­ter uns liegt ein tol­les Jahr, da sind wir uns einig. Ste­tig haben wir an unse­rer Ernäh­rung gear­bei­tet, jaaaa das ist das rich­ti­ge Wort geARBEITet !!!. Dabei sind wir Immer wie­der auf ver­steck­te Gefah­ren gesto­ßen, denen wir uns ein­fach nicht aus­set­zen wol­len — sei es Fluo­rid in der Zahn­pas­ta, Che­mie in  Lebens­mit­teln, min­der­wer­ti­ges Fleisch und Gemü­se aus der indus­tri­el­len Land­wirt­schaft, Kuh­milch mit all ihren schäd­li­chen Aspek­ten,  uvm. Schon seit 2016 steu­ern wir gegen — in den ver­gan­ge­nen 12 Mona­ten haben wir noch wei­ter vom der gut­gläu­bi­gen All­ge­mein­heit ent­fernt.

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Fleisch, Wurst, Eier, Obst und Gemü­se kau­fen wir  nur noch von einem klei­nen pri­va­ten Bau­ern­hof. Viel teu­rer ist es nicht, aber der Genuss beim Essen ist ein­fach unbe­zahl­bar. Wir sind ech­te “Grü­ner-Tee-Trin­ker” gewor­den, mit der rich­ti­gen Sor­te und der rich­ti­gen Zube­rei­tung. Auf indus­tri­ell gefer­tig­te Geträn­ke ver­zich­ten wir sowie­so, Lei­tungs­was­ser mit Zitro­ne, Gur­ke oder Ing­wer ist super. Brau­ne Säge­spä­ne kom­men, eben­falls nicht mehr in unse­re Tas­sen. Eine frisch­ge­rös­te­te Boh­ne von klei­nen Ver­trags-Far­men in Süd­ame­ri­ka und Afri­ka schmeckt seit Jah­ren end­lich wie­der nach ech­tem Kaf­fee … allein der Duft ist betö­rend.

Und … klingt jetzt unsen­si­bel  … aber dem “Essen” beim glück­li­chen Leben auf einem klei­nen Hof, in die Augen zu sehen  gibt irgend­wie auch ein gutes Gefühl. Egal ob Fleisch, Gemü­se, Obst, Tee oder Kaf­fee .. wenn man erst­mal den  ursprüng­li­chen, vol­len Geschmack die­ser fri­schen, unver­fälsch­ten Lebens­mit­tel gekos­tet hat, will man nie wie­der zurück. Es geht ein­fach nicht mehr.

Für die täg­li­che war­me Mahl­zeit wird frisch ein­ge­kauft und das Zube­rei­ten ist zum Ritu­al gewor­den. Zu unse­rem kon­ti­nu­ier­li­chen Bewe­gungs­pro­gramm (4–5 x pro Woche) gehö­ren die Rücken­schu­le, Ten­nis, Bad­min­ton, Lau­fen und Schwim­men. Es waren 2017 immer­hin 2000 gelau­fe­ne Kilo­me­ter und 21 geschwom­me­ne!!! Wir sind stolz wie Bol­le.

2017 haben wir ein neu­es “Fami­li­en­mit­glied” aus einem “Heim” in Bay­ern abge­holt — wir haben ihn Kea getauft, damit er in unse­ren Schwarm passt. Ein lieb gewon­ne­ner Gefähr­te blieb dafür dort. Die Trau­er hielt sich in Gren­zen — der Freu­de über­wog.
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Auch sonst sind wir ech­te Glücks­kin­der. Zwei tol­le Urlau­be haben unse­ren Hori­zont erwei­tert und aus uns end­gül­tig indi­vi­du­ell Aben­teu­rer gemacht. Auf Zypern konn­ten wir haut­nah Schild­krö­ten bei der Eiab­la­ge beob­ach­ten. Unser Alba­ni­en­ur­laub war der schöns­te über­haupt in mei­nem Leben. Mit dem Miet­au­to unbe­rühr­te Natur ent­de­cken, in urna­tür­li­chen Ther­mal­quel­len baden und Men­schen Ken­nen­ler­nen, deren Gast­freund­schaft über­wäl­ti­gend ist.
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In Par­ty-Stim­mung waren wir eben­falls oft. Wir waren dabei als die Sie­ger von “The Voice auf Ger­ma­ny” ihre Stim­men in der Erfur­ter Mes­se­hal­le prä­sen­tier­ten und auch die  Nacht mit “Traum­hits” wird unver­ges­sen blei­ben. Wir fei­er­ten zum zwei­ten Mal zusam­men mit 10 000 Biker’n das größ­te Har­ley­tref­fen unse­rer Brei­ten­gra­de. Das Jahr bescher­te uns die pol­ni­schen Rock­le­gen­den BAJM (im Dezem­ber) und PERFECT (im August) die hier­zu­lan­de völ­lig unbe­kannt sind aber gigan­ti­sche Auf­trit­te lie­fern samt fan­tas­ti­scher Songs.

Auch bei Auf­trit­ten rich­ti­ger “Grö­ßen” durf­ten wir live dabei sein. Zusam­men mit 70 Tau­send Fans bei PUR auf Schal­ke, in der Mer­ce­des Benz Are­na in Ber­lin beim DJ BOBO und beim kusche­li­gen Stu­dio­kon­zert mit NENA im Natur­thea­ter Stein­bach-Lan­gen­bach . Das Kon­zert von PINK in der Ber­li­ner Wald­büh­ne (es gab euro­pa­weit nur 4 Auf­trit­te) war die abso­lu­te Krö­nung — him­mel­hoch jauch­zend, ein­fach unbe­schreib­lich … wie geil war das denn! Wir freu­en uns auf die kom­men­de Tour­nee, hof­fent­lich 2018.
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Fast hät­te ich ver­ges­sen das Klez­mer-Orches­ter in der Erfur­ter Luther­kir­che zu erwäh­nen. Ange­fan­gen hat es mit einem unschein­ba­ren Fly­er und es wur­de ein wun­der­vol­les, ein­zig­ar­ti­ges musi­ka­li­sches Erleb­nis. Manch­mal sind es ja die klei­nen Din­ge die Freu­de machen. So zum Bei­spiel in der Kar­wo­che, als in Erfurt die tra­di­tio­nel­le “Nacht der klei­nen Haus­mu­sik” statt­fand. Wir waren das drit­te Jahr hin­ter­ein­an­der dabei. Es ist immer wie­der über­ra­schend anders und schön. Genau­so fin­det in Erfurt alle 2. Jah­re die ” Lan­ge Nacht der Wis­sen­schaft” statt, naja alles kann man ja noch­mal ganz genau bis ins kleins­te Detail in unse­rem Blog nach­le­sen.
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Besu­che sport­li­cher Ver­an­stal­tun­gen zwei­er tol­ler Teams ste­hen bei uns fest im Pro­gramm. Ein Hoch auf die “Black Dra­gons” und die Vol­ley­bal­le­rin­nen von SWE Vol­ley Team!  Trotz allem blieb sogar noch für die Fami­lie Zeit. Der Rabe dach­te, es ist Zeit die Eulen­kö­ni­gin beson­ders lie­ben Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen vor­zu­stel­len. Es war Sym­pa­thie auf den ers­ten Blick, Dan­ke an Bet­ty, Chris, Mati, Jani­na, Janusz, Hele­na und Egon.

Unser Städ­te­trip führ­te uns 2017 zusam­men mit Freun­den nach Kra­kau. Da hat uns beson­ders das jüdi­sche Vier­tel gefal­len. Das Flair, die Knei­pen mit Live­mu­sik und kosche­ren Spei­sen beglück­ten uns auf beson­de­re Wei­se.
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2017 war ein tol­les Jahr — wir sind gesund, glück­lich und vol­ler posi­ti­ver Ener­gie und ob es das Glas Wein am Sams­tag­mit­tag vor dem Erfur­ter Dom ist oder ein gemüt­li­cher Sonn­tags­spa­zier­gang mit “Grün­mom” zwi­schen Schneck­chen und Kreuz­chen … das Leben ist schön und kost­bar .… jede Minu­te! Wir sind dank­bar, dass wir  in die­ser ver­rückt gewor­de­nen Welt mit sol­chen Erleb­nis­sen beschenkt wur­den.

Fackeln … ähh Vögel im Sturm

So sehr wir von Alba­ni­en schwär­men, so sehr ver­mis­sen wir unser gelieb­tes Polen. Wie die Zeit ver­geht. Sechs Wochen sind es schon her, dass wir unse­re Wahl­hei­mat nicht gese­hen haben .… ers­te Ent­zugs­er­schei­nun­gen wer­den spür­bar.

End­lich, die Gren­ze — ande­res Land, ande­re Men­schen, obwohl so nah … ande­re Gala­xie. Freund­li­che, bun­te, auf sich stol­ze Gala­xie. Freund­lich ihre Bewoh­ner, bunt deren Klei­dung und wenn auch poli­tisch zer­strit­ten, einig in der Ver­tei­di­gung der natio­na­len Iden­ti­tät, Tra­di­tio­nen und Wer­te. Mit eige­nem Wil­len .. nicht bereit BLIND zu gehor­chen nur weil eini­ge, weni­ge Mario­net­ten den Kon­ti­nent regie­ren wol­len.  Was kommt als nächs­tes? Eine Welt­re­gie­rung aus Peking?

Den stür­mi­schen und ver­reg­ne­ten Sams­tag machen wir zum Shop­ping- und Dienst­leis­tungs-Day. Eul­chen woll­te schon immer wie eine Kreu­zung aus einem Ali­en und einer Wikin­ger-Krie­ge­rin aus­se­hen. In 3 Tagen ist Hal­lo­ween … hihi. Der Rabe lässt sich der­weil “stun­den­lang” den Kopf mas­sie­ren.

Shop­ping klappt per­fekt. Hosen, Gür­tel und Uten­si­li­en zur Kriegs­be­ma­lung wech­seln den Besit­zer. Es ist kein span­nen­der Tag — aber wir machen ihn wenigs­tens zu einem ange­neh­men. Nicht zuletzt durch Raben’S Idee ein, bes­ser gesagt ‑DAS, ganz beson­de­re  Fisch­re­stau­rant auf­zu­su­chen. Auf dem Radar haben wir es schon lan­ge gesich­tet. Es pos­tet immer wie­der Fotos von den leckers­ten Mee­res-Spei­sen in sozia­len Medi­en. Uns tropft schon lan­ge der Zahn.

Izba Ryba­cka (Fischer­bau­de) befin­det sich in Pod­gór­ki, rund 15 Km hin­ter Jele­nia Gora. Jedes nur erdenk­li­che Fluss- und Mee­res­ge­tier fin­det man auf hier auf der Kar­te, und dazu in den aben­teu­er­lichs­ten Krea­tio­nen. Die Besit­zer ver­si­chern uns, dass alles frisch zube­rei­tet wird und nichts gefro­ren ange­lie­fert oder gela­gert wird. Dies las­sen sie sich zer­ti­fi­zie­ren und wer­den stän­dig kon­trol­liert.

Wir wis­sen anfäng­lich nicht wofür wir uns ent­schei­den sol­len. Alles klingt beson­ders, alles klingt lecker. Der Rabe ent­schei­det sich für den Lieb­lings­fisch sei­ner Kind­heit — die Flun­der. Genau­er, Flun­der-Rou­la­de mit Spi­nat gefüllt, an  But­ter­pil­zen, Buch­wei­zen (kas­za grycz­ana), Ruco­la und Mini Tomät­chen. Die Eule pro­biert Kabel­jau-Filet mit ver­schie­de­nen Roh­kost­sa­la­ten, Knob­lauch­so­ße (per Excel­lence) und Fischer-Kar­tof­feln aus dem Ofen. Unnö­tig zu erwäh­nen, dass wir gleich­zei­tig zum Orgas­mus kom­men.

Das schö­ne lan­ge Wochen­en­de will uns lei­der kein schö­nes Wet­ter besche­ren. Es soll kalt und nass blei­ben. Hin­zu kommt Sturm Grze­gorz, der von Nor­den über Deutsch­land her­ein­bricht und Rich­tung Polen abbiegt. Es stürmt gewal­tig. Pol­ni­sches Fern­se­hen berich­tet über Wind­ge­schwin­dig­kei­ten von knapp 200 Km/h.

Festung Silberberg — Twierdza Srebrnogorska

Am Noch-Orkan-Sonn­tag suchen wir eine Mög­lich­keit etwas “indoor” zu besich­ti­gen. Die Fes­tung Sil­ber­berg (Twierd­za Sre­brno­gór­s­ka) haben wir bereits vor län­ge­rer Zeit im Netz ent­deckt. Es war uns bis­her aber etwas zu weit dahin. Heu­te spu­len wir die 95 Kilo­me­ter gern ab. Wir sehen vie­le umge­fal­le­ne Bäu­me: rie­si­ge, uralte Buchen, Eichen und Tan­nen. Zwei­ge fal­len immer noch auf die Stra­ße wäh­rend wir ins Eulen­ge­bir­ge rol­len.

Die Fes­tung Sil­ber­berg, auch Schle­si­sches Gibral­tar genannt, ist die ein­zi­ge Gebirgs­fes­tung auf dem Gebiet Schle­si­ens und der größ­te Fes­tungs­bau in Euro­pa. Zudem besitzt sie den höchs­ten Bas­tei-Don­jon. In ihrer Geschich­te wur­de sie nie­mals von Fein­den ein­ge­nom­men. Die Anla­ge protzt mit gewal­ti­gen Aus­ma­ßen und ist ein­zig­ar­tig in ihrer Bau­form.

Wäh­rend der Füh­rung erfah­ren wir Inter­es­san­tes über den Erbau­er, König Fried­rich II sowie über das Preu­ßi­sche Mili­tär und die dama­li­gen Kriegs­stra­te­gi­en. Fried­rich, selbst nur 1.50 m groß, psy­chisch lädiert, vom eige­nen Vater gebro­chen, schuf zwar Fol­ter als Züch­ti­gungs­me­tho­de ab — befür­wor­te­te aber har­te und schmerz­haf­te Stra­fen. Er leg­te größ­ten Wert auf Ord­nung und Gehor­sam. Kadet­ten wur­den drei Jah­re lang von den Unter­of­fi­zie­ren gedrillt. Wer sich nicht füg­te, nicht konn­te oder nicht woll­te, wur­de mit Peit­schen-Hie­ben gezüch­tigt. Der Hol­ze­sel war gefürch­tet — unge­hor­sa­me Kadet­ten muss­ten mit Stahl­ku­geln an ihren Bei­nen, stun­den­lang drauf sit­zen — äußerst schmerz­haft.

Die ein­zi­ge Paß-Fes­tung Schle­si­ens bestand aus fünf Forts und einem Don­jon — dem Haupt­boll­werk. Im Ernst­fall war sie mit 5000 Sol­da­ten, 6500 Mus­ke­ten, 264 Artil­le­rie-Geschüt­zen und 280 Ton­nen Schieß­pul­ver besetzt — und bereit 9 Mona­te lang einer Bela­ge­rung Stand zu hal­ten. Die Idee dahin­ter war, feind­li­che Kräf­te, und das in gro­ßer Zahl, so lan­ge wie mög­lich zu bin­den und das konn­te sich kei­ne Armee leis­ten. Sie wäre selbst bis dahin ver­hun­gert oder erfro­ren. Außer­dem, konn­te sich poli­tisch wie stra­te­gisch in 9 Mona­ten viel ändern. Nur ein­mal 1807 ver­such­ten Napo­leo­ni­sche Trup­pen sie zu erobern, muss­ten aber nach der Unter­zeich­nung des Til­si­ter Frie­dens unver­rich­te­ter Din­ge wie­der abzie­hen. Einen schö­nen Bei­trag über die Fes­tung fin­dest Du hier.

Übri­gens, Don­jon kommt aus dem fran­zö­si­schen und bedeu­tet (in mili­tä­ri­scher Spra­che) so viel wie die letz­te Bas­ti­on — die letz­te Ver­tei­di­gungs­li­nie. Auf dem preu­ßi­schen Hof, wie übri­gens auf allen ande­ren Höfen sei­ner­zeit, sprach man Fran­zö­sisch. Fried­richs Eltern haben schlicht ver­ges­sen ihrem Sohn Deutsch bei­zu­brin­gen — des­halb schrieb er Befeh­le, Plä­ne und mili­tä­ri­sche Wer­ke in fran­zö­si­scher Spra­che.

Bei Wind­stär­ke 8–9 ver­su­chen wir auf dem Don­jon noch Fotos des ein­zig­ar­ti­gen Baus zu machen — geben uns aber der Natur geschla­gen, die um Haa­res­brei­te Raben‘s zwei Zent­ner fast weg­weht. Es ist kein Hal­ten — und der Fes­tungs­hof gute zehn Meter tie­fer. Wir bla­sen zum Rück­marsch. Es wird sich noch etwas ande­res zum Bestau­nen fin­den — davon gibt es hier in Nie­der­schle­si­en jede Men­ge.

Schloss Tannhausen — Zamek Jedlinka

In einem Fly­er ent­de­cken wir Ame­ri­ka. Ok das hat vor uns schon Colum­bus getan — den­noch ist es wahr. Ame­ri­ka so hieß Hit­lers Son­der­zug, sein mobi­les Haupt­quar­tier mit dem er die Fron­ten besich­tigt hat, Mus­so­li­ni und Fran­co in ihren Län­dern besucht hat und in dem eini­ge, kriegs­wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen gefällt wur­den.

Eini­ge pas­sio­nier­te Geschichts­verück­te las­sen auf dem Anwe­sen des Schlos­ses Jed­lin­ka, nahe Wal­brzych, den Füh­rer­zug bzw. zwei sei­ner Wag­gons als Nach­bau ent­ste­hen. Wir sind zwar für eine Füh­rung zu spät — den­noch erweicht der Rabe mit sei­nem Charme eine net­te Mit­ar­bei­te­rin, die extra für uns den Stabs-Wag­gon 10–252 Bln auf­schließt. Ein kur­zer Film erzählt die Fak­ten zu dem Son­der­zug. Erstaun­lich die Ähn­lich­keit der Replik mit den Ori­gi­nal­auf­nah­men. Selbst die Stüh­le in den wir die Film­vor­füh­rung anschau­en sehen genau­so aus wie die in denen Hit­ler saß. Wir bedan­ken uns herz­lichst bei der net­ten Dame und möch­ten ihre Mühe beloh­nen — “kommt nicht in Fra­ge” erwi­dert sie mit bestim­men­der Stim­me. Eben eine  .… ande­re Gala­xie!!!


Mit­ten im Schloss­vor­hof steht noch eine wei­te­re Replik aus einem noch frü­he­ren Krieg. Eine Fok­ker Dr.1 — ein Drei­flüg­ler Jagd­flug­zeug — in roter Lackie­rung bekannt gewor­den durch das Flie­gerass des ers­ten Welt­krie­ges, den Roten Baron — Man­fred von Richt­ho­fen (80 bestä­tig­te Abschüs­se). Der Rabe macht in der Kan­zel die­ses Jägers eine her­vor­ra­gen­de Figur. Außer­dem gibt’s hier auch noch eine klei­ne Braue­rei — Bro­war Jed­lin­ka. Cle­ver – selbst gebrau­tes Bier, ein Restau­rant (Piz­ze­ria) und ein Hos­tel unter einem Dach.


Wir neh­men das Brettl mit den vier hier, in klei­nen Men­gen, gebrau­ten Sor­ten. Eul­chen ver­liebt sich aus dem Stand in die „März-Dame“ und in den „Hel­len Prin­zen“. Dem Raben mun­det „Der Rote Baron“ …. Wir sind wohl­ge­merkt bei­de KEINE Bier­trin­ker.

        

Zu Abend essen wir in der Kar­cz­ma Kami­en­na in Czar­ny Bór. Das liegt auf dem Rück­weg, etwa 25 Kilo­me­ter vor Jele­nia Gora. Kei­ne Neu­ent­de­ckung — hier wären wir schon mit Pio­tr. Damals hat Ihre Eulen­tät falsch gewählt. Die­ses Mal … ein Voll­tref­fer.  Hefe­klö­ße mit Gulasch. Die Klö­ße .. ein Gedicht. Für den Prin­zen gibt’s ein Giga­schnit­zel … tel­ler­groß … mit geba­cke­nen Jung­kar­tof­feln … eben­falls …. per­fet­to. Übri­gens alles zusam­men, mit vier klei­nen Schop­pen Haus­wein, kei­ne 15 Euro … fast wie in Alba­ni­en.

Wanderung zum Zackelfall — Wodospad Kamienczyka

Mon­tag scheint der ers­te tro­cke­ne Tag zu wer­den. End­lich kön­nen wir doch noch unse­re tra­di­tio­nel­le Berg­wan­de­rung absol­vie­ren. Wir steu­ern nach Szklars­ka Porę­ba, Schrei­bern­hau, ein wei­te­res tou­ris­ti­sches Zen­trum des Rie­sen­ge­bir­ges. Außer 20 Kilo­me­ter Abfahrts­pis­ten gibt es hier unzäh­li­ge Ber­ge, Bäche, Wan­der­rou­ten und, für uns nicht unwich­tig, eini­ge Berg-Bau­den.
(.… und jede Men­ge Eulen — hihi)


Da das Wet­ter immer noch unbe­re­chen­bar scheint und die Lif­te außer Betrieb sind, ent­schei­den wir uns für eine “klei­ne” Run­de ent­lang der schwar­zen und roten Rou­te. Ziel ist der Zackel­fall (wodospad Kami­en­c­zy­ka), der höchs­te Was­ser­fall in den pol­ni­schen Sude­ten.

Wir schnup­pern auch am grü­nen Pfad ent­lang und am roten ogar viel wei­ter als zum Errei­chen des Natur­wun­ders nötig. Bis zum Nach­mit­tag wer­den es gute 10 Kilo­me­ter sein die wir “erschnup­pert” haben. Die Natur ist hier wie­der ein­mal ein­zig­ar­tig und wun­der­schön. Dem NACHT­jä­ger gelingt sogar mit­ten am TAG, der (Foto)Abschuss eines Eichel­hä­her.


Der sonst so scheue Vogel lässt uns auf drei Meter an sich ran, Hier ist die Welt noch in Ord­nung.

Den Zackel­fall kön­nen wir nur wärms­tens emp­feh­len. Die Zackel (pl. Kamieńc­zyk), ist ein Neben­fluss des Zacken und ent­springt auf 1260 m Höhe, auf der s.g. Grenz­wie­se. Von einer Höhe von 846 m über NN fällt sie, über drei Stu­fen, 27 m tief in ein Becken. Von dort aus fließt sie durch eine tie­fe, ein­hun­dert Meter lan­ge Fel­sen­schlucht – die Zackel­klamm. Die Schlucht ist an eini­gen Stel­len nicht brei­ter als vier Meter, die Fels­wän­de ragen bis zu 30 m in die Höhe. Gewal­tig. Ein Natur­schau­spiel son­der­glei­chen  … ein “Must see” hier. Da 1973 ein Tou­rist von einem Fels­bro­cken erschla­gen wur­de, fin­det die Bege­hung nur mit Schutz­helm statt. Ein­tritt 6 Zł — 1.50€.

Nach der Wan­de­rung und einer klei­nen Run­de durchs Städ­te­le – keh­ren wir für eine Erfri­schung in Mlyn Lukas­za ein. Die Lukas-Müh­le ist eins der ältes­ten Gebäu­de des Ortes. Toll in Schuss beher­bergt sie ein uri­ges Restau­rant und mahlt bis heu­te eige­nes Mehl, aus dem fri­sche Pirog­gen und eige­nes Brot gezau­bert wer­den. Das Brot, mit selbst  her­ge­stell­ten Schmalz, müs­sen wir selbst­ver­ständ­lich kos­ten. Unnö­tig zu sagen, dass es eine Lecke ist … natür­lich wie­der viel zu viel …. Auweia.

Auf der Rück­fahrt ent­de­cken wir sogar noch ein Schloss. Das Schloss Pakos­zow. Das ach­te zau­ber­haft restau­rier­te Schloss im Hirsch­ber­ger Schlös­ser­tal. Besich­ti­gen müs­sen wir es ein ande­res Mal. Das 5 Ster­ne Haus bie­tet nur an den Wochen­en­den, jeweils 14 Uhr, Füh­run­gen an. Die Decken­ma­le­rei­en sol­len aber Atem­be­rau­bend sein — restau­riert vom sel­ben Maler, der der Frau­en­kir­che in Dres­den neu­en Glanz ein­ge­haucht hat.

Zurück im Hotel gön­nen wir unse­ren Kno­chen, trotz nicht all­zu spä­ter Stund, Bett­ru­he – ist das herr­lich.

Auch am letz­ten Tag tun wir etwas für unse­re Gesund­heit. Das Spa des Schloss Stons­dorf wur­de in die­sem Blog schon mehr­fach in den Him­mel geho­ben. An der Kern­aus­sa­ge hat sich nichts geän­dert – Scha­de nur, dass die Sau­na erst 16:00 Uhr ange­heizt wird. Wir whir­poo­len dafür aus­gie­big, schwim­men fast unse­re Stamm­di­stanz von 1500m und fau­len­zen lesend und blog­schrei­bend auf den feu­da­len Lie­gen des aris­to­kra­ti­schen Wellnesspfuhl’s. Nach fast fünf Stun­den ver­las­sen wir sau­ber und erholt das Schloss-SPA. Übri­gens, dass SPA eine latei­ni­sche Abkür­zung ist stimmt nicht. Es ist ein … Ach­tung … Backro­nym. Ein, erst nach­träg­lich, aus den Initi­al­buch­sta­ben der latei­ni­schen Gra­phe­me sanus per aquam (Gesund durch Was­ser) zusam­men­ge­füg­tes Wort. Tat­säch­lich gab der Bel­gi­sche Bade­ort Spa der heu­ti­gen Bedeu­tung die­ser drei Buch­sta­ben sei­nen Namen.

So gerei­nigt an Kör­per und See­le kön­nen wir auch wie­der sün­di­gen. Noch unschlüs­sig wo wir es tun wol­len, erspäht das Eul­chen, noch vor’m Orts­aus­gang von Sta­nis­zow – ein neu­es Lokal. Restau­rac­ja “Sta­nis­zow­ka” ist genau unser Ding. Sty­lisch und kusch­lig, mit einem Kamin, einem Koh­le­grill und einer Aus­sen­an­la­ge (für die Som­mer­ta­ge) bie­tet es Ober­le­cke­res aus der Regi­on sowie alt­pol­ni­sche Küche. Dazu ein male­ri­sches Berg­pan­ora­ma. Prä­di­kat 1A – hier­her kom­men wir gern wie­der. Der Rabe bekommt hier nun doch sein gelieb­tes Golon­ka (Eis­bein­chen) – das isst er mitt­ler­wei­le nur noch in Polen. Hier fällt das Fleisch beim anhau­chen vom Kno­chen ab – und die krie­gen auch die Haut immer so krus­tig. Die Köni­gin ver­putzt einen Rie­sen­tel­ler Gemü­schen und ihr Leib­ge­richt … Rou­la­de.
Bye, bye Rie­sen­ge­bir­ge … bis zum nächs­ten Mal.