Vom griecheischen Wein, Aristoteles und einer Republik nur für Mönche.

Es ist soweit, 23. Sep­tem­ber — 1:30 Uhr mor­gens, das Tuff­tuff star­tet Rich­tung Nürn­berg. Noch zwei Kaf­fee unter­wegs und schon sind wir da. Ein wenig bum­meln in der Air­port­hal­le, Pip­pi­la­to­ri­um­be­such und was muss Eul­chen auf dem Por­zel­lan hören??? “Die Pas­sa­gie­re X, X, Krie­ger, X, X und Rol­nik bit­te sich am Gate ein­fin­den — wir schlie­ßen das Bord­ing gleich”. Auf­ge­regt, im Stech­schritt und mit (nur) halb ent­leer­ter Eulen­bla­se neh­men wir im Flug­zeug Platz. Die Zeit bis Thes­sa­lo­ni­ki ver­ging auch buch­stäb­lich wie im Flug. Die Auto­ver­miet­sta­ti­on-Suche sorg­te dann für etwas Tru­bel und schon sind wir auf der grie­chi­schen Land­stra­ße.
Den ers­ten (Eis)Kaffe und das ers­te “gril­led sou­sa­ge” (Rabe braucht sein Würst­chen) gab’s an einer ori­gi­na­len, mobi­len Kan­ti­na. Bereits hier luden wir unse­ren ers­ten tie­ri­schen Gast zum Mahl ein — soll­te ab da eine Insti­tu­ti­on wer­den.
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Unser Hotel Xenia — traum­haft. Eine park­ähn­li­che, groß­zü­gig ange­leg­te Anla­ge, zwi­schen Oli­ven­hai­nen, Pal­men und direkt am Sand­strand. Unser Zim­mer — ein Bun­ga­low mit einer rie­si­gen Ter­ras­se natür­lich mit Blick auf Meer und die Esels­in­seln.
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Oura­nou­po­li (oder auf deutsch Oura­no­po­lis) bedeu­tet übri­gens — Him­mels­stadt und ist der letz­te “grie­chi­sche” Ort auf der Halb­in­sel Athos. Der Rest des “Fin­gers” ist das Land Got­tes, die auto­no­me Mönchs­re­pu­blik Athos. Betre­ten nur mit mehr­mo­na­ti­ger Vor­anmel­dung, nur durch Män­ner und aus­schließ­lich zu Pil­ger­zwe­cken (täg­lich wer­den nur 115 Besu­cher zuge­las­sen, 100 grie­chisch-ortho­do­xe und 15 ande­rer Kon­fes­sio­nen). Link zur Mönchs­re­pu­blik

Unse­re Mahl­zei­ten neh­men wir alle auf einer sehr schö­nen, medi­ter­ra­nen Ter­ras­se mit Blick aufs Meer und den Hafen von Oura­nou­po­li. (Meist in Beglei­tung von einer oder zwei Kat­zen oder Hun­den — Eul­chen kann Ihrem Mut­ter-Füt­te­rungs­in­stinkt nicht wider­ste­hen;)))))

Das herr­li­che Wet­ter des Tages nut­zen wir sofort zum Baden und Son­nen — von unse­rem Bun­ga­low zur coo­len Strand­bar sind es gra­de mal 70m. Mit­tel­meer 25 Grad warm — ein Badet­raum.

Tag 2, Athos­boots­tour: wir heu­ern auf einem (ohhh Wun­der) sehr moder­nen Aus­flugs­schiff an,
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wer­den vom Cap­tain per­sön­lich begrüßt, entern die bes­ten Plät­ze — besor­gen eine Fla­sche Wein (es soll­ten bis zum Anlan­den, knapp 4h spä­ter — zwei wer­den) und schon geht’s los.
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Vor­bei an einer Unzahl ver­schie­den­ar­tigs­ter, teils monu­men­ta­ler Klos­ter­bau­ten aus allen Epo­chen — begin­nend etwa 965, 998, 1235 usw. bis in die Neu­zeit.
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Eins impo­san­ter als das nächs­te — echt scha­de, dass man allem Welt­li­chen für immer ent­sa­gen müss­te um sie zu besu­chen.
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Ein inten­si­ves, inti­mes Gespräch im Wein­de­li­ri­um;)) würzt die Rück­fahrt;))))) nach all dem Wein (übri­gens erstaun­lich wie viel so ‘ne klei­ne Eule ver­trägt;)))) glüht der laut­lo­se Nacht­jä­ger dann doch wie die Hafen­bo­je vor Hel­go­land;))))) zurück im Hotel fal­len wir bei­de ins Bett­chen — nach einem kur­zen Ent­span­nungs-LP*, haeirn wir bis zum Abend­essen. Schööööön ….. das Boot­chen­fah­ren:-)))))

Der Sams­tag­mor­gen kün­digt kein schö­nes Wet­ter an (wie unschön es wird … spä­ter). Das Früh­stück auf der Ter­ras­se las­sen wir uns nicht neh­men und beschlie­ßen dabei das Frau­en­klos­ter Ormy­lia, knap­pe 50Km von uns weg, zu besich­ti­gen. Immer­hin über 20 davon schaf­fen wir tat­säch­lich auch. Regen­fäl­le wie in Ban­gla­desch zu Mon­sum­zeit
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las­sen uns unse­re Über­le­bens­chan­cen bei einer Wei­ter­fahrt pro­gnos­ti­zie­ren. Die Wei­ter­fahrt ver­liert;)))) Etwa zwei Kilo­me­ter vom Umkehr­punkt ent­fernt sind wir an einem lus­ti­gen Rie­sen-Wer­be-Käse­leib vor­bei gekom­men. Wir beschlie­ßen die Käse­rei zu besu­chen. Sie hält den Guin­ness-Welt­re­kord für den größ­ten, ech­ten Käse­leib mit 938 kg. Trotz Trep­pen­par­king errei­chen wir den klei­nen Käse­rei­la­den Pitsch­nass. Zurück im Auto sind wir dann GANZ nass — der Laden war nicht der Hit. Beim Ver­las­sen des Werks­ge­län­des macht der Rabe plötz­lich eine Voll­brem­sung und schreit “DA IST NE SCHILDKRÖTE“.
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Tat­sa­che, eine nied­li­che klei­ne Schil­di — pas­sier­te den unsicht­ba­ren Zebra­strei­fen auf Höhe der Werks­schran­ke — alle ver­füg­ba­ren Foto­do­ku­men­ta­ti­ons­mit­tel wer­den bemüht um den lang­sa­men Weg­über­que­rer zu blit­zen;))) … Und der Rabe hat sich den Auf­kle­ber “Ich brem­se auch für Tie­re” mehr als ver­dient. Apro­pos, Foto­do­ku­men­ta­ti­on fand außer­halb der auto­mo­bi­len Regen­schutz­zo­ne statt — statt ganz nass, beka­men wir nun das Prä­di­kat VÖLLIG NASS ver­lie­hen.

Um unse­re Lau­ne und unse­re Mägen etwas auf­zu­hei­tern suchen wir eine uri­sche Taver­ne. Die Wahl fällt auf das “Limo­nia­dos” direkt am Was­ser in der “Main­street” von Oura­nou­po­li. Der zwei­te Kon­takt mit lecke­rer grie­chi­scher Qui­sine. Nicht uner­wähnt blei­ben soll­te auch der Haus­wein — leeeeeecker. Scha­de nur, dass non­stop Was­ser floss, als wäre der Jang­tse­kiang-Stau­damm geplatzt.

Der Sonn­tag weck­te uns wie­der mit strah­len­dem Him­mel. Aus­gie­bi­ge Tier­füt­te­rung ver­bun­den mit einer klei­nen Erst­kaf­fe­e­in­nah­me auf der Restau­rant­ter­ras­se läu­ten den herr­li­chen Tag ein. “Lan­ge nicht mehr Boot­chen gefah­ren” ist das Kre­do der mor­gend­li­chen Unter­hal­tung;)))) Im Ergeb­nis mie­ten wir für den gan­zen Tag ein schi­ckes Motor­boot. Die Geis­sens wären vor Neid geplatzt. Mari­ti­me Frei­heit ohne (Raum- und Zeit)Grenzen. Wir schip­pern im Voll­gas an Ammoulia­ni vor­bei (… Noch den Vor­spann von Mia­mi Vice vorm geis­ti­gen Auge????;-))).
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Eules ers­ter Befehl an den Steu­er­mann lau­tet “lang­sa­meeeeeer” und endet gleich mit einem POPÖSEM (rich­tig! ohne M) Dis­as­ter;)))) Eules Sterzl (bei weib­li­chen Tie­ren unnüt­zes Schwanz­an­satz­stück;)) lan­det aus der lie­gen­den Mil­lio­närs-Tus­sen-Ange­ber­po­si­ti­on unsanft auf einer Boots­kan­te (immer­hin schön abge­run­det). Wut­ent­brann­te Unmuts­äu­ße­run­gen zwei­ter Klas­se ver­las­sen Eules Lip­pen. Nach 10 min wird die Schimp­fe-Eule wie­der gegen mei­ne lie­be Eule aus­ge­tauscht. Nahr­heu­ma­ti­sche Sym­pto­merwäh­nun­gen enden erst drei Tage spä­ter.;)))

Zuerst lan­den wir auf Ali­kes-Beach — herr­li­cher Sand­strand, tür­kis-blau­es Was­ser — wir baden aus­gie­big. Anschlies­send umschif­fen wir kreuz und quer die Dre­nia-Inseln (Esels­in­seln). Auf der unbe­wohn­ten Atemis­in­sel ent­de­cken wir eine klei­nen Taver­ne namens “Res­tia” — Tische halb auf dem Strand, kos­ten­lo­se Lie­gen und Schir­me und in der Sai­son sogar halb­stünd­lich ein klei­nes Fähr­boot, das die Tou­ris von und zum Fest­land beför­dert. Dort ent­deckt Eul­chen Ihre Lie­be zu gegrill­ten Sprot­ten.
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Eulen-O-Ton: “ich esse so n Zeug nicht”. Eigent­lich hat sich der Rabe drauf gefreut. Immer­hin etwa 10 Sprot­ten konn­te der schlaue Vogel der Eule ent­lo­cken. Auch alle übri­gen Gerich­te sahen per­fekt aus.

Wei­ter auf Peña, der nächs­ten Esels­in­sel, stellt eine Her­de Zie­gen und Böcke den Namen der Insel­grup­pe in Fra­ge. “Der mit dem etwas Län­ge­ren, dafür etwas fal­ti­ger” (sogar ohne Glat­ze;-)))))) war wohl der Stam­mes­äl­tes­te.
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Eins der put­zi­gen Gras­na­ger folg­te paar rus­si­schen Tou­ris­ten sogar bis zu ihrem Boot.
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Es folgt eine Vor­bei­fahrt am Hafen von Oura­nou­po­li und unse­rem Hotel. Vor­bei an klei­nen Fischer­boo­ten deren “Kapi­tä­ne” alle samt freund­lich grüß­ten. Mit unse­ren 40PS, wehen­dem Haar und über­glück­lich schip­pern wir gegen 17 Uhr wie­der zurück. Traum­haft, kön­nen wir jedem Chal­ki­di­ki-Urlau­ber wärms­tens emp­feh­len.

Mon­tag wird zum Tag der Archäo­lo­gie gekürt. Wenn die Grie­chen schon was zum besich­ti­gen haben dann ist es mind. 1000 Jah­re alt. Dem­entspre­chend ste­hen meist nicht mehr vie­le Stei­ne auf­ein­an­der. Begin­nen tun wir nahe Ieris­sos, eine anti­ke Aus­gra­bungs­stät­te — wenig spek­ta­ku­lär. Unser unge­üb­tes Nicht­ar­chäo­lo­ge­nau­ge wür­de eher eine Kopf­stein­pflas­ter Abla­ge­stel­le einer Stras­sen­bau­fir­ma hin­ter den Stein­hau­fen ver­mu­ten. Wei­ter nach Akan­thos, einer 655 v.Ch. gegrün­de­ten Sied­lung. Hier schon ein paar Stei­ne mehr auf­ein­an­der und sogar Säu­len zu erken­nen.

Der Höhe­punkt des Besich­ti­gungs­tour erwar­tet uns in Olym­pia­da (zu deutsch Olym­pia).
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Nur weni­ge Meter vom heu­ti­gen Hafen des Ortes besich­ti­gen wir die Über­res­te von Stagei­ra — eben­falls aus dem 7. Jhd. vor Chris­ti und ….. der Geburts­ort des Aris­to­te­les.
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Hier füh­len wir den Zahn der Zeit haut­nah. Wir schrei­ten auf den Spu­ren des berühm­ten Phi­lo­so­phen und Baden anschlie­ßend sogar in der glei­chen klei­nen Bucht in der der gro­ße Den­ker und Begrün­der eini­ger Wis­sen­schaf­ten sei­nen ver­schwitz­ten Haupt abkühl­te. Für die­se Anti­ke Erde neh­men wir uns auch rich­tig Zeit. Dem­entspre­chend aus­ge­hun­gert (und frisch geba­det;))) steu­ern wir unse­ren Ele­fan­ten­schuh ins Ört­chen um Olym­pio­ni­ken zu wer­den. Wir neh­men nur an einer Dis­zi­plin Teil — “grie­chi­sches Essen und Trin­ken”. Im Olym­pia­sta­di­on von “Taver­na Agio­kih­ma” ver­zeh­ren wir grie­chi­schen Salat mit (bestimmt einem Kilo) Schafs­kä­se, Hähn­chen vom Grill, den defi­ni­tiv bes­ten Tza­zi­ki und roten Wein vom aller­feins­ten. Adio Olym­pia­da und Grü­ße an Pla­to den Leh­rer Von Aris­to­te­les.

Zurück im Ört­chen machen wir uns schick und suchen eben­so eine Taver­ne. Die Wahl fällt dies­mal aus die “Zorbas”-Fischtaverne und es soll der ein­zi­ge, klei­ne, gas­tro­no­mi­sche Wer­muts­trop­fen des Urlaubs wer­den und blei­ben. Der Wein nicht ganz so, das Oli­ven­öl nicht ganz so, das Tza­zi­ki nicht ganz so …… ins­ge­samt NIICHT GANZ SO:(

Noch zwei vol­le Tage — wir sind im Ent­de­cker­mo­dus. Die Mönchs­re­pu­blik übt eine mys­ti­sche und zugleich magi­sche Anzie­hung aus. Eule ent­deckt im Inter­netz eine gut­ver­steck­te Info, dass es nahe der Gren­ze zur Mönchs­re­pu­blik noch ein wei­te­res, ein­und­zwan­zigs­tes Klos­ter gab. Des­sen Rui­nen besu­chen wir. Schon die Zufahrt erspart uns die Teil­nah­me an der Jeep-Safa­ri, die im Hotel für 70€ ange­bo­ten wird. Unser klei­ner, wei­ser Esel der auf den Namen Suzu­ki hört, klet­tert brav über alle Unweg­sam­kei­ten und Gelän­deano­ma­li­en (von denen es bis zur Gren­ze zum Kut­ten­land eini­ge gibt). Mit einem Mal sind wir da. Mau­er, Sta­chel­draht, Warn­schil­der, halb ver­fal­le­ne Gebäu­de ->
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ganz sicher DIE GRENZE — Rabe kennt sich da aus:)))) Und dane­ben, kei­ne 40m weg, die Rui­nen des Klos­ters Zygou. Hier dür­fen auch Frau­en rein:)) Eule ist glück­lich und bei­de sind wir beein­druckt. Zwar ste­hen hier nach über tau­send Jah­ren auch nicht mehr ganz vie­le Stei­ne auf­ein­an­der aber es sind genug um sich eine Vor­stel­lung vom Mönchs­le­ben damals zu machen. Immer­hin noch 2–4 Meter hohe Mau­ern sind erhal­ten und die Archäo­lo­gen haben herr­li­che Boden­mo­sai­ken frei­ge­legt,
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die Zeug­nis davon able­gen wie fili­gran und kunst­voll die Hand­wer­ker (wahr­schein­lich die Mön­che selbst) im 9. Jahr­hun­dert ent­le­ge­ne Kir­chen­bau­ten ver­schö­nert haben. Impo­sant eben­falls die Ver­tei­di­gungs­mau­er mit 11 Tür­men, die das gesam­te Klos­ter umschloss sowie die rest­li­chen lei­der nur sche­men­haft erkenn­ba­ren Gebäu­de. Das best­erhal­te­ne, das Katho­li­kon — die Haupt­kir­che des Klos­ters
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ist auch an den Wän­den mit Reli­efs und Male­rei­en reich ver­ziert. Wir bekom­men Gän­se­haut — die fil­mi­schen Ereig­nis­se in “Der Name der Rose” sind zum grei­fen nah. Und in Sicht­wei­te immer die Mau­er zum Mönchs­staat.

Nach dem Besuch des Klos­ters lau­fen wir ent­lang der Mau­er bis zum Strand. Eine wun­der­schö­ne Sand­bucht eröff­net sich unse­ren Augen. Am rech­ten Rand Fel­sen und zwi­schen ihnen ein Durch­gang. Eine wei­te­re Bucht — wie die Kulis­se zu “The Beach”. Hier müs­sen wir noch­mal her.

Gesagt getan — der Mitt­woch ist unse­re letz­te Gele­gen­heit. Nach der ers­ten, ein­zi­gen und wenig ergie­bi­gen Shop­ping-Tour durch Oura­nou­po­li, len­ken wir den Suzu­ki-Esel wie­der zur Gren­ze der Kut­ten­män­ner. So gefähr­lich scheint’s ja doch nicht zu sein. Rabe betritt sogar den hei­li­gen Berg — wie der Mönchs­staat auch genannt wird. Nur 2m tief, nur für ein Foto aber immer­hin:))) Der Eule geht die Muf­fe:))) Sie will dann doch nicht mit 2236 Män­nern auf ein­mal zu tun bekom­men:))) Aus siche­rer Ent­fer­nung Macht sie das Beweis­fo­to.
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Mist, unse­re klei­ne Bade­bucht ist von eini­gen Män­nern besetzt. Die Aben­teu­rer Eule&Rabe las­sen sich aber nicht ent­mu­ti­gen. Wir stamp­fen durch meter­ho­hes Was­ser, an Fel­sen ent­lang,
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von Wel­len bespritzt zu der etwas klei­ne­ren, zwei­ten Bucht. Hier sind wir unge­stört und allein — ledig­lich Eul­chens-Hor­ror­phan­ta­si­en über die (un)möglichen Rück­marsch­sze­na­ri­en trü­ben etwas die herr­li­che Stim­mung.
Nach Abzug der Män­ner und noch bevor die Mit­tel­meer­flut das Was­ser um 3m stei­gen lässt:)))) (eine der Phan­ta­si­en) wat­scheln wir wie­der in siche­ren Sand. Noch die letz­ten Son­nen­strah­len genie­ßen. Dann Abschied vom Meer und zurück ins Hotel. Wir haben beim Kok­ko­si einen Tisch reser­viert. Olga, die pol­nisch spre­chen­de Rus­sin die uns dort bedien­te freu­ten sich sehr.
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Die Woche beschlie­ßen wir wie­der mit einem Liter vom Leckers­ten Wein, mit gegrill­tem Okto­pus,
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Fet­acreme, einer war­men total lecke­ren Käse­viel­falt — hmmmm. Ach­ja, *LP durf­te nicht feh­len — schöööööööööööööööööööööööön. Bye, bye Grie­chen­land — bis zum nächs­ten mal.

καλωσορίσω στην Ελλάδα — Willkommen in Ellàda — Chalkidiki Kassandra

72 Stun­den — 3 Län­der. Mon­tag 15:00 Uhr Eul­chens neue Fri­sur trotzt leich­tem Wind in Jele­nia Gora, Diens­tag-Mitt­woch dem Erfur­ter Groß­stadt­mief und heu­te (Don­ners­tag) dem Salz­was­ser des Mit­tel­mee­res am Hrous­sou Beach. Wie­der ein­mal ver­schlägt uns des Nacht­vo­gels Urlaubs­quar­tier-Jagd auf Grie­chen­lands Hand der Göt­ter. Dies­mal auf Kasan­dra, den west­lichs­ten der drei “Fin­ger” Halkidiki’s. Posi­di heißt das pos­sier­li­che Ört­chen.

Mitt­ler­wei­le sind wir Pro­fis im Hel­las-Land. Ein Air­bus der “luf­ti­gen” Ber­li­ner bringt uns nach The Ssa­lo­ni­ki:))) Die Ste­war­de­sen in schwarz (ein Omen?) und an Bord, trotz fast zwei Stun­den Flug, Spei­sen und Geträn­ke nur gegen Bezah­lung. Wie bei der gei­zi­gen, Iri­schen Rain­air — Deutsch­land schafft sich ab — auch in der Luft.

Dafür punk­tet Chal­ki­di­ki-Cars — deutsch­spra­chi­ge Abho­lung mit Namens­schild in der Ankunfts­hal­le des Make­do­nia-Air­ports, dank Online-Check-in eine Blitz­über­ga­be des klei­nen Pan­das ….. und, mind. fünf Mit­ar­bei­ter der Fir­ma grüs­sen uns lächelnd auf dem Sta­ti­ons­ge­län­de und erkun­di­gen sich AUF DEUTSCH !!!! ob auch alles zur unse­rer Zufrie­den­heit ist. ***** glat­te 5 Ster­ne. Alles ohne VISA, ohne Kau­tio­nen, ohne Tank­geld im Vor­aus in 3 (DREI) Minu­ten erle­digt. Wahn­sinn, wir sind begeis­tert — die Expe­di­ti­on kann begin­nen.

Nach etwas über einer Stun­de errei­chen wir gegen 10:00 Uhr die West­küs­te Kasan­dras — die Grie­chen schei­nen noch zu schla­fen. Erst gegen 11 Uhr fin­den wir eine Fut­ter­quel­le. Das Essen ist kein Hit — Gyros halb roh, Pom­mes matchig — na ja der Hun­ger treibt’s rein;)) Dann Check-in. Die Dame an der Rezep­ti­on spricht gut Eng­lisch und orga­ni­siert es, dass unser Zim­mer bereits MIt­tags bezugs­fer­tig ist — wir freu­en uns.

DONNERSTAG
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posidi-img_020.jpgNach kur­zer Ver­schnauf­pau­se — treibt es uns zu ers­ten Akti­vi­tä­ten. Eul­chen fin­det auf einer sche­men­haf­ten “Kar­te” der Halb­in­sel (aus dem Hotel­fly­er) eine Aus­gra­bungs­stät­te … MITTEN im Länd­le. Natür­lich führt da kei­ne Stra­ße hin. Wir peit­schen unse­ren Pan­da-Bären gute 15 Km über Fel­sen, Pfüt­zen, Stei­ne, Schlag­lö­cher und Sand mit aben­teu­er­li­chen Stei­gun­gen und Abfahr­ten. Teil­wei­se sind die Wege schma­ler als unser Miet­au­to breit ist:))) Eine archäo­lo­gi­sche Ent­de­ckung machen wir lei­der nicht. Dafür wer­den mit atem­be­rau­ben­den Pan­ora­mas. belohnt. Uns stockt der Atem — ein Aus­blick über kilo­me­ter­wei­te Küs­te und die Ber­ge. Ein­fach traum­haft und unbe­schreib­lich — nicht ein­mal Fotos geben es annä­hernd wider.

So berauscht fin­den wir anschlie­ßend einen ver­las­se­nen Strand mit paar Schir­men und Lie­gen (alles leer). Das Mit­tel­meer ist pudel­warm — wir genie­ßen den rest­li­chen Nach­mit­tag. Das Leben ist soooooo schön!!!!
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Zurück im Hotel folgt eine klei­ne Sies­ta, wir wol­len schließ­lich zum Din­ner wie­der fit sein;))
Ein Tisch in der aller­ers­ten Rei­he (ein­mal over the Street) ist dann auch unser. (da traut sich “das Volk” nicht hin;)) Eine Wein­ent­de­ckung folgt auf dem Fuße — Raben­tier han­delt mit dem Beach­bar­kee­per eine Fla­sche vom 2014er Kane­nas aus. Ein köst­li­cher Char­don­nay mit leich­tem Mus­katcu­vèe aus Maro­nia in Thra­ki­en. Einer der bes­ten grie­chi­schen Wei­ne heut­zu­ta­ge.
Der Name Kane­nas bedeu­tet übri­gens auf Grie­chisch NIEMAND und ist der Odys­see ent­nom­men, als Odys­seus dem Kyklo­pen Poly­phi­mos auf die Fra­ge, wer der Herr sei, der ihm die­sen gött­li­chen Trank, ant­wor­te­te: NIEMAND.

Eul­chen mun­det er immer­hin soooo gut, dass sie nach zwei Schop­pen des Göt­ter­trunks in einen seli­gen Tie­fen­schlaf ent­schwin­det aus dem sie erst nach zehn Stun­den erwacht. Ach so, das Essen reich­hal­tig, mit vie­len typisch grie­chi­schen High­lights mun­det uns nicht min­der. Sum­ma sum­ma­rum — schon der ers­te Tag ist herr­lich und macht Lau­ne auf die Fol­gen­den.

FREITAG
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Der Tag beginnt mit einem aus­gie­bi­gen und gesun­den Früh­stück auf der hotel­ei­ge­nen Ter­ras­se, direkt am Meer. Heu­te wol­len wir die Süd­spit­ze Kas­san­dras erkun­den. Ein Novum dabei, wir ori­en­tie­ren uns am Rei­se­be­richt eines Paa­res auf Globetrotter.de -:)))) aller­dings von 2009. Unse­re ers­te Ent­de­ckung ist ein klei­nes Berg­dorf namens Agia Paras­ke­vi. Der Ort mit engen Gäss­chen und tra­di­tio­nel­len Stein­häu­sern wirkt ver­schla­fen, kaum ein Tou­rist ver­irrt sich hier­her. Auf einem Hügel am Ende des Dor­fes steht die Kir­che und wie immer auf Chal­ki­di­ki kann man sie besichtigen.Wir bestau­nen wun­der­schö­ne alte Fres­ken und Iko­nen und zün­den in Geden­ken an uns lie­be Men­schen eine Ker­ze an.

posidi-img_060.jpgWei­ter geht’s zum Kap Paliou­ri. Nein noch nicht, Paliou­ri selbst soll auch sehens­wert sein. Wenig spä­ter kön­nen wir das bestä­ti­gen. Zuerst durch­fah­ren wir mit unse­ren Pan­da die engen Gas­sen, dann durch­lau­fen wir sie. Schö­ne alte Häu­ser mit Wein behan­gen und Bäu­me mit roten Gra­nat­äp­feln bezau­bern uns. Eul­chen ent­deckt in einer klei­nen Bou­tique ein schi­ckes Kleid­chen, es ist aber viel zu durch­sich­tig (Angst­ha­se:))). In einer Taver­ne direkt am Markt­platz gibt es für den Raben ein Bier­chen und für das Eul­chen ein lecker grie­chisch Wein­chen. Wir beob­ach­ten das Trei­ben von Dorf­be­woh­nern, Lie­fer­wa­gen, gro­ßen und klei­nen Hun­den, Kätz­chen und den Tou­ris­ten die sich hier­her, wie wir, ver­irrt haben … was für ein idyl­li­sches Fleck­chen Erde.

Jetzt ABER!;) auf zum Kap Paliou­ri …. Auf hal­ben Weg ris­kie­ren wir noch eine klei­ne Abwei­chung und wer­den belohnt. Das Ört­chen posidi-img_106.jpgKani­s­tro — eine win­zig klei­ne Sied­lung. In der klei­nen Bucht ste­hen bun­te alte Fischer­boo­te und auf einem Hügel unweit des Fischer­ha­fens, steht sie …. die klei­ne, weiß getünch­te Kapel­le Agio Nico­la­os und hebt sich vom Blau des Him­mels und des Mee­res ab.

 

 

 

 

Die Sehn­sucht nach dem “Traum­strand” wächst. Von wei­tem haben wir ihn auch schon gesich­tet. Wir fah­ren den Strand nach einer per­fek­ten Stel­le ab. Zu vie­le Leu­te, zu eng ste­hen­de Lie­gen, zu wenig Schir­me, zu lau­te Musik …. aber dann ist sie gefun­den …. Hrous­sou Beach ….. direkt am tür­kis­blau­en Was­ser, im fein­san­di­gen Strand las­sen wir uns ermat­tet nie­der und gön­nen uns gleich eine Abküh­lung. Das Was­ser ist herr­lich warm. WICHTIG:)) es gibt eine “Kan­ti­na” — also Bier­chen für den Raben und Kaf­fee für Eul­chen sind gesi­chert.
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Nach drei Stun­den Chil­len heißt es Abschied­neh­men. In Pef­koch­o­ri, auf der Rück­tour, ent­de­cken wir dann den heu­te so ver­geb­lich gesuch­ten Leucht­turm, nicht grö­ßer als 5 Meter, von wei­tem konn­ten wir ihn nicht sich­ten.
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Ziem­lich gro­ßer, bes­ser lan­ger, Tou­ris­ten-Ort ent­lang des eben so lan­gen Stran­des. Man kann bis an die Strand­mei­le her­an­fah­ren, sie befah­ren (so eng es auch manch­mal sein mag) und bepar­ken;))) In Deutsch­land undenk­bar. Die letz­ten Son­nen­strah­len neh­men wir zusam­men mit Latte&Beer in römi­scher Atmo­sphä­re ein — Bal­da­chin über­spann­te, brei­te Sofas kei­ne 5m vom Meer — traum­haft;))))
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SAMSTAG
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Eul­chens Weck­ruf holt den Raben gegen halb acht aus dem Tief­schlaf. Heu­te wol­len wir eine Schiffs­tour machen — von Pef­koch­o­ri nach Toro­ni auf Sitho­nia, dann nach Neos Mar­ma­ras, zwi­schen­durch vom Bord oder in traum­haf­ten Buch­ten baden — Essen und Trin­ken inclu­si­ve.

Nach dem Früh­stück bre­chen wir auf um quer über Kas­san­dra pünkt­lich am Anle­ger zu sein. Grie­chi­sche Stra­ßen, erst recht die Neben­we­ge quer durch die Pro­vinz, ent­spre­chen nicht ganz deut­schen DIN-Nor­men — manch ein Trup­pen­übungs­platz bei uns wäre stolz auf solch ne Pan­zer­übungs­stre­cke;)) Eul­chen ent­schließt sich kurz vorm Ziel dann auch was für die grie­chi­sche Umwelt zu tun. Not­ent­schlos­sen düngt sie die Land­schaft am Weges­rand — ein Bild für die (grie­chi­schen) Göt­ter — wir haben den gan­zen Tag was zu lachen:)))

Kurz nach neun pflo­cken wir unse­ren Pan­da nah dem “Hafen” an — schon von hier aus sehen wir das men­schen­über­la­de­ne Schiff. Schö­ner Kahn aber eben voll. Wir wer­fen wir die Tagesagen­da über den Hau­fen. Bei einem Wein­chen, in einer süßen Strand­bar, recher­chie­ren wir die heu­ti­gen Sta­tio­nen.
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Die Ost­küs­te Kas­san­dras wer­den wir heu­te erobern. Cha­nio­tis und Poli­chro­no erwe­cken nicht unse­ren Ent­de­ckungs­geist. In Kal­li­thea wol­len wir eigent­lich den Tem­pel des Amon Zeus (bzw. was von ihm geblie­ben ist) besich­ti­gen — lei­der ist die Anla­ge geschlos­sen. Ers­ter Okto­ber? Sai­son zu Ende? Viel­leicht hat es was damit zu tun. Sehr trau­rig sind wir nicht — über den Zaun geluckt sehen wir ledig­lich ein Paar Stei­ne (noch nicht ein­mal über­ein­an­der) — nicht viel ver­passt lau­ter unser Urteil.

Nur fünf Kilo­me­ter wei­ter wird unser Gemüt erhellt- wir par­ken den Pan­da in Afidos — einem der schöns­ten Orte auf Kas­san­dra über­haupt. Kaum das Auto abge­stellt erbli­cken wir die ers­te Bou­tique — des Raben schar­fer Super­tex­ti­li­en­blick ent­deckt zwi­schen lau­ter Trä­ger­s­hirts, Blu­sen und Hän­gern ein traum­haf­tes Star-Desi­gner Kleid­chen — ein­mal zur Anpro­be ange­zo­gen gibt glück­li­ches Eul­chen es nicht wie­der her. posidi-img_149.jpgDer US-Army-Tarn-Look wird auf der Stel­le gegen Bo Derek — Play­boy Strand Foto-Ses­si­on-Look ein­ge­tauscht;)))) Der Rabe bekommt der Gerech­tig­keit hal­ber, gnä­di­ger­wei­se, als Beloh­nung eine schö­ne oran­je-Bade­ho­se;)))

Archi­tek­to­nisch geprägt wird die­ses grie­chi­sche Dorf durch die klei­nen, aber zahl­rei­chen Stein­häus­chen aus dem 18.Jahrhundert; aus Natur­stei­nen gebaut und mit infor­mel­len Inschrif­ten über Ent­ste­hungs­da­tum und Haus­be­sit­zer ver­se­hen. Reli­giö­ser Höhe­punkt ist die Kir­che „Agi­os Dimi­tri­os“, wel­che im 19.Jahrhundert gebaut wur­de und sich durch ein Holz­dach samt Kup­pel aus­zeich­net. Wäh­ren unse­res Besu­ches putzt eine älte­re Frau den Boden des Got­tes­hau­ses — der Schein der über ihr hän­gen­den Kron­leuch­ter (zwei gigan­ti­sche, mehr­ar­mi­ge Kon­struk­tio­nen — selbst der Peters­dom wäre stolz auf solch eine Aus­stat­tung) ver­mit­telt den Ein­druck einer Erleuch­tung.
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In der Anti­ke war Afitos ein blü­hen­der Stadt­staat mit einer eige­nen Münz­prä­gung wahl­wei­se in Gold und Sil­ber. Für vie­le anti­ke Schrift­stel­ler, wie etwa Aris­to­te­les war das Dorf zudem Bezugs­punkt.
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Der Hun­ger nach Ein­drü­cken sti­mu­liert auch unse­re Magen­ge­gend. Die Taver­nen sind eine ein­la­den­der als die ande­re. Wir lan­den unbe­wusst beim CHRISTUS ….. Ähhh Chris­tos, wahr­schein­lich auf grie­chisch Jesus;))) Wie im Him­mel schme­cken dann auch:posidi-img_166.jpg Okto­pus­si;))) gebra­te­ne Zuchin­ni und Zazi­ki samt Wein. Auch hier, wie in Polen, wird über­all alles aus fri­schen Zuta­ten selbst zube­rei­tet. Metro, Sel­gros und Co. haben hier kei­ne Chan­ce.

Wei­ter geht’s nach Nea Fokea. Wir besich­ti­gen nah dem Hafen
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einen byzan­ti­ni­schen Turm aus dem 14. Jahr­hun­dert — inter­es­san­ter­wei­se hat die­ser kei­nen sicht­ba­ren Ein­gang.
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Dann erkun­den wir noch die Kapel­le des Agi­os Pav­los, zwar nur weni­ge Meter von der Haupt­stra­ße am Dorf­rand gele­gen — aber so “beschei­den” aus­ge­schil­dert, dass kein Rei­se­füh­rer sie erwähnt. Eul­chens Sehens­wür­dig­kei­ten-Radar hat sie den­noch ent­deckt:) Dabei soll es sich um ein in den Fels gehaue­nes maze­do­ni­sches Grab han­deln. Der Apos­tel Pau­lus hat in die­ser Fels­höh­le Zuflucht vor sei­nen Ver­fol­gern gefun­den.
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Ein klei­ner Ein­gang, ein Vor­raum vol­ler Iko­nen und Fres­ken und dann ein etwa 15 m lan­ger Tun­nel (kaum 80–90 cm hoch) der nur im Kriech­gang zu bewäl­ti­gen ist, führt uns zu einer Grot­te. Wir wagen es und erbli­cken einen herr­lich geschmück­ten, klei­nen Altar — mit Iko­nen ver­ziert und vie­len Ker­zen beleuch­tet.
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Eul­chen hat ein mul­mi­ges Gefühl, krab­belt aber (den Pop­ser nach hin­ten aus dem Kleid­chen gestreckt) mutig bis zum Inne­ren der Höh­le. Zurück, wie­der auf allen Vie­ren, sind wird dann ziem­lich geschafft. Der Kul­tur genug für heu­te.

Wir düsen mit 100 Sachen zu unse­rem Traum­strand — 35 Km in kaum 30 min. Ange­kom­men wird erst­mal ein küh­les Blon­des und Wein geor­dert — die nächs­ten drei Stun­den las­sen wir es uns gut gehen;))) Kari­bi­sches Flair, tür­ki­ses Was­ser, Stroh-Umbrel­las — Grie­chen­land ist schöööön!!!!

SONNTAG
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Heu­te wird kür­zer getre­ten. Halb neun Äug­lein auf (da fuh­ren wir ges­tern bereits los) — eine Kuschel­ein­heit und Klein­ra­ben­ver­wöhn­pro­gramm;))) — wir sind mun­ter:) Nach dem Früh­stück noch ein Lat­te und ein Tee an der Strand­bar — dabei wer­den die Tages­zie­le abge­steckt, der Leucht­turm von Posi­di und der Tem­pel des Posai­don, bei­des in unmit­tel­ba­rer Nähe unse­res Hotels.

Wir trei­ben unse­ren klei­nen Pan­da­bä­ren auf gut Glück in Rich­tung der ver­meint­li­chen Sehens­wür­dig­kei­ten — ent­de­cken zwar den Ort Kalan­dra (alles gehört hier irgend­wie zu die­ser Ort­schaft, auch wenn’s zehn Kilo­me­ter ent­fernt ist) aber erst Goog­le­maps weist uns den Weg zum Posai­dons Stein­hau­fen. Pri­ma ein­ge­zäun­tes Are­al beher­bergt, wie in Grie­chen­land üblich, wie­der ein­mal nur eini­ge Fun­da­ment­stei­ne von 600 vor Chris­ti und die Spon­sor-EU-Fah­ne — was soll’s wir waren da;)))

posidi-img_210.jpgWei­ter zum, laut eini­ger Rei­se­be­rich­te impo­san­ten, Leucht­turm. Erst in weni­gen Metern Ent­fer­nung erbli­cken wir das ver­gleichs­wei­se mick­ri­ge Gebäu­de — bis 1975 mit einer Öllam­pe betrie­ben. Heu­te elek­tri­fi­ziert fun­zelt das Türm­chen in der Nacht vor sich hin — kei­ne Ahnung von wo aus man es sieht. Die spit­ze Land­zun­ge drum her­um ist defi­ni­tiv um eini­ges sehens­wer­ter und reiz­vol­ler.

Wir bre­chen Rich­tung Strand auf. Auf dem hal­ben Weg besich­ti­gen wir Nea Skio­ni. Ein klei­ner Küs­ten­ort mit beschau­li­chem Fischer­ha­fen und vie­len Taver­nen. Unser “Unter­gang” — gegrill­te Sprot­ten, Zazi­ki, Feta und zwei Krü­ge Wein mun­den uns zum Mit­tag — Eul­chens Deli­ka­tes­sen­la­den ist im Anschluss zum Bers­ten voll. Am Strand ange­kom­men erst­mal Sies­ta erst dann Badi-badi;))) Die klei­ne Kan­ti­na ist nicht mehr da, der Lie­gen­muf­ti sam­melt sein Hab und Gut flei­ßig ein — für die Grie­chen ist RIO mit der Sai­son. Nur gut, dass wir Bier, Was­ser und Knab­be­rei­en dies­mal dabei haben.

Auf dem Rück­weg wol­len wir in dem gott­ver­las­se­nem Dörf­chen Agia Paras­keyh ein­keh­ren. Die Dorf­be­woh­ner sehen Tou­ris alle paar Wochen mal in die Kir­che hin­ein­schau­en,
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dass jemand die Dorf­ta­ver­ne auf­sucht ist ein Novum. Wir wer­den beäugt wie Außer­ir­di­sche — lus­tig. Der Enkel der Besit­ze­rin, die nur des grie­chi­schen mäch­tig ist, der gera­de an sei­nem BMW Cabrio schraubt, über­setzt unse­re Bestel­lung. Hal­ber Liter Wein und ein Tel­ler des leckers­ten Zazi­ki der Insel, wird geor­dert. Ein Tel­ler Oli­ven und Gur­ken samt himm­li­schen Weiß­brot kommt unauf­ge­for­dert auf den Tisch — wir füh­len uns wie Kolum­bus bei der ers­ten Mahl­zeit mit den Ein­ge­bo­re­nen — Wahn­sinn.
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Nach dem “πληρωμή” (bezah­len) düsen wir ins Hotel.

 

 

 

 

 

 

Unter­wegs legen wir noch ein Halt in Lou­tra ein. Ein ver­schla­fe­nes Ört­chen mit einem Hotel, einem klei­nen Strand, einem Natur­häf­che und einer süßen klei­nen Kapel­le.
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Wir schie­ßen tol­le Fotos und zün­den zwei Ker­zen für unse­re Lie­ben an — schön mal hier gewe­sen zu sein. Voll von Ein­drü­cken und im Gespräch ver­tieft, ver­pas­sen wir die Kreu­zung nach Posi­di und “wachen” erst in einem Tou­ritem­pel auf — Ska­la Four­ka, fünf Kilo­me­ter wei­ter auf. Tol­le Taver­nen, schö­ne Geschäf­te, ein Sand­strand mir Bars, eine Kano­ne aus dem 18. Jahr­hun­dert bewacht die Orts­mit­te — hier­her kom­men wir wie­der. Jetzt aber ab zum Hotel­trog auch wenn wir kaum Hun­ger haben. Ein herr­li­cher Tag geht zu Ende. Noch biss­chen auf dem Bal­kon die heu­te auf­fäl­li­ge Abend­wär­me genie­ßen dann Heia — gute Nacht John Boy;)))))

 

 

 

 

 

 

MONTAG
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Wir schla­fen wie­der wie Got­tes­kin­der. Halb neun wecken uns unse­re vol­len Bla­sen und die Son­nen­strah­len durch die klei­nen Fens­ter­chen der Ost­sei­te unse­res Appart­ments. Heu­te ist die Nord­west­küs­te von Kas­san­dra dran.

Nach einem klei­nen Bre­ak­fest star­ten wir ent­lang der Küs­te — Haupt­sa­che nicht auf Haupt­chouse­en. Schma­le Sträss­chen, Schot­ter­pis­ten und teil­wei­se Feld­we­ge füh­ren uns der Rei­he nach, nach Ska­la Four­kas, Savi­ri, Ela­ni und dann über einen stei­ni­gen Feld­weg auf die Stra­ße nach Sani.

posidi-img_265.jpgKaum auf dem Asphalt (zwi­schen Kasandria und Sani) erbli­cken wir eine klei­ne Kapel­le. Natür­lich müs­sen wir sie besich­ti­gen. Es han­delt sich um ein schö­nes aber neu­es Gebäu­de von 2013. Spär­lich aus­ge­stat­tet, mit eini­gen Wand­ma­le­rei­en und einem impo­san­ten Glo­cken­turm in des­sen Fuß eine Art ver­glas­te Kam­in­kas­set­te ein­ge­setzt ist. Die Schei­ben las­sen sich schie­ben — wir ent­zün­den wie­der ein­mal zwei Ker­zen, hin­ter­las­sen etwas Geld in der Spen­den­box und machen eini­ge Fotos. Da wis­sen wir noch nicht was uns wei­ter erwar­tet. Kei­ne 700 m wei­ter steht schon das nächs­te noch viel grö­ße­re Sakral­ge­bäu­de. Die­ses ist ein Gegen­teil des vor­her­ge­hen­den. Detail­ge­treue Fres­ken zie­ren nahe­zu jede Senk­rech­te. Selbst Michel­an­ge­lo hät­te hier wahr­schein­lich meh­re­re Jah­re zu tun gehabt.

Sze­nen aus dem Evan­ge­li­um, kunst­voll und far­ben­froh, auf die Wand gebracht von klei­nen, bun­ten But­zen­fens­tern stil­voll und defi­ni­tiv nicht zufäl­lig beleuch­tet. Wir knip­sen was das Zeug hält, kön­nen uns nicht satt sehen — selbst aus­ge­wach­se­ne Kathe­dra­len wir­ken dage­gen wie schmuck­lo­se evan­ge­li­sche Dorf­kir­chen. Die­se fili­gra­ne Pin­sel­füh­rung, die­se foto­gra­fi­sche Detail­treue — über­wäl­ti­gend!!!!
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Wei­ter geht’s — aller­dings nur bis zum zwei­ten Gang der Pan­da­schal­tung — kaum um die Kur­ve gefah­ren, waren’s 300m? steht schon das nächs­te Got­tes­haus. Dies­mal ein erkenn­bar alter Holz­tem­pel — alle drei übri­gens in einer völ­lig gott­ver­las­se­nen Gegend, kilo­me­ter­weit von der nächs­ten mensch­li­chen Sied­lung ent­fernt.

Auch hier sind wir geplät­tet. In Öl gemal­te Iko­nen, bestimmt Jahr­hun­dert alte Gemäl­de, ein mit Apos­tel­fi­gu­ren bemal­ter Altar und eine klei­ne Sakris­tei. Mit­ten im Raum ein mit einer fest­li­chen, pur­pur­ro­ten Samt­de­cke bedeck­ter Tisch und gro­ße Ker­zen­stän­der.
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Wir las­sen die Umge­bung auf uns wir­ken und viel­leicht betört von der Stil­le, der Men­schen­lee­re oder vom Honig­duft, der uns auf den vie­len Feld­weg­ki­lo­me­tern in der Nase lag — über­kommt uns … Lust. Schon Päps­te haben es in vati­ka­ni­schen Gemäu­ern getan (wir schau­en gra­de “Bor­gia” — eine Serie über den grau­sa­men wie fri­vo­len Papst Alex­an­der den VI.), ein­fa­che Mön­che in Klös­tern, Pries­ter sicher in Kir­chen — so ent­wei­hen wir glück­se­lig die­ses Got­tes­haus. Das Leben ist soooo schöööön;))))

So auf­ge­putscht und erfüllt lan­den wir in Nea Potidea — dem Tor zu Kas­san­dra. Die schmals­te Stel­le zwi­schen dem Toro­näi­schen und dem Ther­mai­schen Golf beträgt hier gra­de mal 900m. Ein Kanal, den 1931 Flücht­lin­ge aus Ost­thra­ki­en hier gru­ben ver­bin­det bei­de Gewäs­ser. Am Kanal ent­lang kann man die Über­res­te einer Stadt­mau­er sehen, die wahr­schein­lich aus der römi­schen Besat­zungs­zeit (160v.Ch. — 1430) stam­men. Mehr zufäl­lig fin­den wir uns auf dem Weg zum klei­nen Fischer­ha­fen und fah­ren am Kanal ent­lang — es sieht sehr dörf­lich aus, wenig Bebau­ung, eben die Stadt­mau­er­rui­nen sind zu sehen. Dem Raben knurrt etwas der Magen und gegen einen Schluck Wein hät­te auch das Eul­chen nicht ein­zu­wen­den. Da taucht aus dem nichts eine alte Taver­ne auf. Wie man sie sich eben vor­stellt — ein­fa­che Tische, Holz­stüh­le, alte Män­ner unter­hal­ten sich aus­ge­las­sen laut­stark — grie­chi­sche Musik säu­selt aus dem Laut­spre­cher — dem schein­bar ein­zi­gen, moder­nen Gegen­stand hier.
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Genau das rich­ti­ge für uns, die Män­ner freu­en sich eine Frau zu sehen, der Wirt spricht sogar paar Bro­cken Eng­lisch. Wir las­sen auf­tra­gen: Tin­ten­fisch, Boh­nen­muß mit Kapern und Zwie­beln, Gemü­se vom Grill, wie immer Zazi­ki und natür­lich Wein. Brot. Was­ser gibt’s aufs Haus dazu. Kööööööst­lich alles samt.
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Zwei der Män­ner (bei­de an oder über die 80) sprin­gen plötz­lich, ani­miert von der Musik, auf und füh­ren einem Volks­tanz auf — ähn­lich dem Schuh­platt­ler, beschwingt und lus­tig — die Stim­mung ist aus­ge­las­sen und mit VISA nicht zu bezah­len.

Wir sind glück­lich so etwas haut­nah erle­ben zu dür­fen. Der Rest des Ortes ist weni­ger inter­es­sant — eine klei­ne Kathe­dra­le ist wohl das prunk­volls­te Gebäu­de des Ortes — lei­der ist sie aber geschlos­sen;(((

Mitt­ler­wei­le ist es halb drei und wir wol­len doch noch Baden. Wir steu­ern nach Sivi­ri. Da in Greece die Sai­son offen­sicht­lich zu Ende ist — sind vie­le Strän­de bereits ver­las­sen. In Sivi­ri sind noch zwei Strand­bars geöff­net, Umbrel­las und lie­gen sind auch noch da. Auch hier ein­ma­li­ges, war­mes, tür­ki­ses Was­ser und Sand wie in der Kari­bik — kei­ne zwei Flug­stun­den von Nürn­berg.

Abends im Hotel ledig­lich klei­ne Stär­kung, etwas Wein­chen und Eulen­ent­span­nung;))) Danach Göt­ter­heia;))))))

DIENSTAG
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Diens­tags ist Markt­tag in Kasandria — der größ­te auf der Insel. Kasandria selbst, im Inse­lin­ne­ren gele­gen, ist der größ­te Ort auf dem “Fin­ger”. Direkt nach dem Früh­stück trei­ben wir unse­ren Pan­da durch die hüge­li­ge Land­schaft in die Pro­vinz­haupt­stadt, und dort ziel­si­cher in die Orts­mit­te. Der Markt belegt nahe­zu das gesam­te Zen­trum des Ortes. Meh­re­re Stra­ßen, stern­för­mig vom Kern ver­lau­fend sind auf hun­der­ten Metern Län­ge mit Stän­den voll­ge­stellt. Von außen nach innen mit Tex­til­stän­den (kopier­te Label­ar­ti­kel, Kin­der­sa­chen, Damen- und Her­ren­mo­de, Unter­wä­sche, Haus­tex­ti­li­en) wei­ter Rich­tung Mit­te, Obst- und Gemü­se­stän­de
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… allein die Oli­ven
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in der Mit­te — die Königs­dis­zi­plin — MEERESBEWOHNER. Fisch­lein, Fische, Kreb­se, Krab­ben, Octo­pu­se, Muscheln uvm. Die Händ­ler füh­ren ein fas­zi­nie­ren­des “Schau­spiel” auf. Es wird gefeilscht und gehan­delt, geschrien und gebrüllt. Sze­nen wie aus einem Film — ein­fach schöööön.

Am liebs­ten wür­den wir zwei Tin­ten­fi­sche, einen Octo­pus, zwei Schei­ben Thun­fisch und dazu Pepe­ro­nis, Toma­ten, Zuchin­nis und zum Nach­tisch paar Gra­nat­äp­fel mit­neh­men und alles lecker zube­rei­ten- Schaaaa­de, das geht lei­der nicht. Paar Kral­len­schüt­zer für den Raben und (noch) ein Som­mer­kleid für die Eulen­kö­ni­gin tun es auch. Wie­der­mal ein Pracht­ex­em­plar aus einer klei­nen grie­chi­schen Hin­ter­hof­näh­stu­be — ein­ma­lig und in good old Ger­ma­ny — unbe­zahl­bar.
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Vom Trei­ben und Gewirr geschafft sin­ken wir in einem der unzäh­li­gen Kaf­fees nie­der, ordern Trau­ben­saft mit Schuss;)) und betrach­ten die Grie­chen bei ihrem Tag­werk. Die Fisch­ver­käu­fe­rin und die Cafe­be­sit­ze­rin haben es uns beson­ders ange­tan:-) In den Stra­ßen herrscht ein Trei­ben wie in einem Bie­nen­stock. Ein­hei­mi­sche schlep­pen Tüten mit Lebens­mit­ten nach Hau­se (kein Wun­der dass hier 80 Jäh­ri­ge spie­lend Volks­tän­ze im Knie­stand auf­füh­ren — bei die­ser gesun­den Ernäh­rung und Lebens­wei­se), Tou­ris­ten zer­ren Boss, Dol­ce & Gab­an­na und Guc­ci in ihre deut­schen, rus­si­schen, bul­ga­ri­schen und pol­ni­schen Hei­mat­ge­fil­de weg. Eine ein­ma­li­ge Sze­ne­rie, medi­ter­ran, fast ori­en­ta­lisch aber irgend­wie ehr­li­cher.

Nach einem kur­zen, ergeb­nis­lo­sen Bum­mel durch paar Geschäf­te ver­las­sen wir Kasandria Rich­tung Ska­lio Fukea. Eine uri­ge Taver­ne am Strand hat es ange­tan. Das Lokal ist fast leer, aber wie so oft, kaum haben wir 5m vom Mit­tel­meer Platz genom­men fül­len sich die Tische — sowohl mit Men­schen als auch mit Essen. Dies­mal sind Eul­chens Augen grö­ßer als das Magen­füll­vo­lu­men. Gril­led Sardins, Toma­ten-Gur­ken­sa­lat für 3€ (wir dach­ten was klei­nes — es kommt eine Halb­ki­lo­schüss­sel mit Zwie­beln und Öl ange­macht), extra für uns wird Mixed Gril­led Vaga­ta­bles gezau­bert (ist auf der Kar­te eigent­lich nicht zu haben), Knoblauch-Bohnen-Humus(2x!!!!) natür­lich Zazi­ki und das lecke­re grie­chi­sche Brot dazu selbst­ver­ständ­lich Oli­ven und Oli­ven­öl.
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Ein Liter Haus­wein beglei­tet unse­re zwei­stün­di­ge Fres­sor­gie;))) Wir sind voll — im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes;))) Das aller­ers­te Mal gehen halb vol­le Tel­ler zurück in die Küche — hof­fent­lich denkt der Wirt nicht, dass es uns nicht geschmeckt hat — das Gegen­teil ist näm­lich der Fall.

Am Strand in Sivi­ri lie­gen wir dann auch da wie zwei gestran­de­te Buckel­wa­le;))) “Schlep­pen” uns zwei mal ins Was­ser wer­den aber von den klei­nen Wel­len wie­der an Land gespült;))) Die Strand­lie­gen haben heut kei­nen “leich­ten” Job;)))) Abend­brot im Hotel las­sen wir aus­fal­len — 20 Uhr beschwe­ren wir die Hotel­ma­tra­zen mit unse­ren völ­li­gen “Kada­vern” — kaum hal­be stun­de spä­ter schnarcht der Rabe bereits;)))))

MITTWOCH
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The Last day — heu­te wird kom­plett ent­spannt. Unse­re Ent­de­ckungs­lust ist gestillt, wir haben alle befes­tig­ten und fast alle unbe­fes­tig­ten Wege auf Kas­san­dra abge­fah­ren, haben alle Win­kel der Insel gese­hen, Orte besucht in die sich kein Tou­rist ver­läuft, Ein­drü­cke gesam­melt, die ein Pau­scha­li nie­mals machen wird und haben in Dorf­ta­ver­nen gespeist, die nur von Ein­hei­mi­schen besucht wer­den. Heu­te wol­len wir zum letz­ten Mal die tür­ki­sen Flu­ten um unse­re Kör­per spü­ren, die Son­nen­strah­len genie­ßen.

Vor­her noch kur­zer Abste­chern nach Kasandria zu unse­rer Cafe­be­sit­ze­rin;)) Lat­te Mac­chia­to, Wein­chen, Nüss­chen und ein Was­ser ver­sü­ßen uns das Kar­ten­schrei­ben. Der Post­kar­ten­kauf ver­läuft noch ord­nungs­ge­mäß. Die Suche nach Brief­mar­ken aber gestall­te sich schwie­ri­ger. Im Bony und Cly­de Still erstür­men eine rie­si­ge Post­fi­lia­le. Wir pas­sie­ren im “Schat­ten” einer Kun­din meh­re­re Sicher­heits­schleu­sen, che­cken alle Auto­ma­ten in der mit Schreib­ti­schen und geschäf­tig­ten Beam­ten gefüll­ten Hal­le. Eul­chen will schon, der Kun­din gleich, eine Num­mer zie­hen um ….. Paar Brief­mar­ken zu kau­fen???

Gera­de noch recht­zei­tig schnal­len wir, dass wir in einer Bank sind;))) Nicht alles was gelb aus­sieht, ist auf die­ser Welt eine Post. Die grie­chi­sche Post ist eben blau und steht fünf Häu­ser wei­ter, um die Ecke. Ein freund­li­cher, älte­rer Post­an­ge­stell­ter ver­kauft uns lächelnd die Bap­perln und bie­tet dem Raben glatt einen Job an als er ihn die­sel­bi­gen anle­cken und kle­ben sieht.

Unse­rer Devi­se (Men­schen­an­samm­lun­gen zu mei­den) fol­gend Steu­ern wir an den Strand von Hrous­sou. Der Rabe hat sei­ner Eulen­tät in die­sem Urlaub noch Zie­gen ver­spro­chen. Auf der Fahrt über Land, von Kasandria nach Pef­koch­o­ri sprin­gen plötz­lich rund 70–80 Tie­re aus einem Feld­weg direkt auf die Stra­ße. Ein Hund und ein Hir­te (seit­wärts) auf einem Muli fol­gen der Her­de. Ein tol­les Foto­mo­tiv — und Weib­chen glü­ckelich;)))
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Wei­ter zur (unse­rer) Hrous­sou-Bucht — eine klei­ne Kan­ti­na mit vor­züg­li­chen Frap­pé und eini­gen Lie­gen wird heut unser Hafen. Wir sind die ein­zi­gen Gäs­te, im Hin­ter­grund säu­seln lei­se grie­chi­sche Wei­sen, ein Fischer­boot liegt 100m ent­fernt an einem win­zi­gen Steg posidi-img_359.jpgfest. Eine Idyl­le. Frei nach Goe­the “Hier sind wir Mensch — hier woll’n wir sein” — aalend und Haschmich mit der ein­zi­gen klei­nen Wol­ke am Him­mel spie­lend, ver­brin­gen wir die let­zen Stun­den am Meer.

Es ist so schön, dass wir die Zeit ver­ges­sen. Erst gegen 18:00 Uhr Sam­meln wir unser “Strand­gut” zusam­men — eigent­lich woll­ten wir schon eine Stun­de frü­her auf­bre­chen.

Schon den gan­zen Tag freu­en wir uns auf die klei­ne Dorf­ta­ver­ne in Agia Paras­ke­vi. Unter­wegs dahin erspäht des Nacht­jä­gers waches Auge am Weges­rand einen alten Mann mit Ruck­sack und Stock. Kurz dar­auf hören wir klei­ne Glöck­chen durch die offen Auto­fens­ter schel­len. Der Rabe stoppt den Pan­da unsanft und schiebt sein Heck wie­der Rück­wärts, berg­auf zum “Ort des Gesche­hens”;)) posidi-img_350.jpgDie ZWEITE Zie­gen­her­de grast dies­mal see­len­ru­hig an einem Hang. Der freund­li­che Hir­te weiß nicht wie ihm geschieht — strahlt über bei­de Ohren als er Eul­chens jauch­zen­den Glücks­tanz sieht. Auch er wird mit sei­nen “Anver­trau­ten” frei­wil­lig zum Foto­mo­tiv. Der wird zu Hau­se was zu erzäh­len haben;))))

Nun sind wir da und haben dies­mal gro­ßen Hun­ger mit­ge­bracht. Heu­te hat immer­hin noch ein Tou­ripär­chen aus Russ­land den Weg hier­her gefun­den — muss ein Jack­pot für die Wir­tin sein. Der “Dol­met­scher-Enkel” und sei­ne Oma freu­en sich uns wie­der zu sehen. Es gibt die Spe­zia­li­tät des Hau­ses — einen Grill­tel­ler mit Bif­te­ki, Fleisch­spieß und …. ZIEGE (das drit­te Mal Heu­te;))) vom Grill — eine Deli­ka­tes­se. Dazu ein Berg Toma­ten-Gur­ken-Oli­ven-Zwie­bel­sa­lat (köst­lich gewürzt) na und selbst­ver­ständ­lich Zazi­ki — die­sen macht die Oma (als ein­zi­ge auf der Insel) mit Dill an ….. leeeeeeecker!!!!!! Wein gehört bei den Grie­chen zu jeder Mahl­zeit dazu, also auch zu die­ser;))) Wir pro­bie­ren bei­de … white and red;))) Im Oli­ven­öl getunk­tes, war­mes Knob­lauch­brot ist eben­falls Usus hier. Bis auf das Brot könn­ten wir also augen­blick­lich die grie­chi­sche Staats­bür­ger­schaft anneh­men;;)))))
Das Ambi­en­te, der Wein, die Stim­mung, das dörf­li­che Flair wir kön­nen uns nicht satt sehen. Mit Weh­mut und Trä­nen in den Augen ver­las­sen wir in der Dun­kel­heit das Dorf. Ob unse­re Freun­de und Bekann­ten das Glücks­ge­fühl bei und nach sol­chen Ein­drü­cken nach­voll­zie­hen könn­ten??? Oder sind wir anders gestrickt? Wer weiß;))))

Glück­se­lig fal­len wir in die Bet­ten — die Nacht wird kurz.

DONNERSTAG
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Kurz vor sechs klin­gelt der Wecker. In einer hal­ben Stun­de sind wir kom­plett gepackt, die Mor­gen­toi­let­te ist auch erle­digt samt dazu­ge­hö­ri­gen Gän­gen — (das klappt wie ein Län­der­spiel) und sit­zen bereits im Auto.

Rück­tour ist stress­frei, nun ken­nen wir die Wege. Von Posi­di-Kreu­zung bis fast zum Flug­ha­fen kön­nen wir die hier übli­chen 90 Km/h durch­rau­schen. Halb acht ver­ab­schie­den wir uns von unse­rem treu­en Pan­da­bär­chen — wie­der völ­lig unpro­ble­ma­tisch. Inner­halb von 3 min. sit­zen wir im Shut­tle von Chal­ki­di­ki-Cars und fah­ren bereits zum Ter­mi­nal. Dank des prio­ri­ty checkin’s sind in 10 min die For­ma­li­tä­ten erle­digt. Für die Kof­fer­ab­ga­be brau­chen wir noch­mal 10 min — hier müss­ten die sich in “The Ssaloniki”-Makedonia-Airport noch was ein­fal­len las­sen;(

Noch ein letz­ter Lat­te im Frei­en, ein Eulen-prä­ven­tiv-Toi­gang und schwups sit­zen wir in der “Düs­sel­dorf” wie­der ein­mal mit Kapi­tän Hel­mut Schä­fer …… antio Ella­ki.
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