Metropole mit Charme und Stil — BRESLAU … etwas anders

Seit Jah­ren zu Indi­vi­dua­lis­ten mutiert unter­neh­men wir nur höchst­sel­ten eine Städ­te­rei­se. Men­schen­an­samm­lun­gen sind uns ein­fach suspekt. Ab und an gön­nen wir uns eine Aus­nah­me – meist zu Weih­nachts­zeit. So fiel dies­mal die Wahl auf Bres­lau. Der „Jar­mark bozo­na­r­od­ze­nio­wy“ (Weih­nachts­jar­markt) soll der schöns­te in Polen sein. Unse­re schle­si­schen Urwur­zeln befeu­er­ten die Idee und Eul­chens Shop­ping-Lust besie­gel­te die Ent­schei­dung. Wie nicht anders zu erwar­ten gehen wir den Trip etwas anders an als es die übli­chen Blog­wri­ter tun.

Bres­lau liegt an der Oder und zwi­schen vier wei­te­ren ihrer Zuflüs­se auf ins­ge­samt 12 Inseln die mit dem Fest­land über 100–300 Brü­cken ver­bun­den sind (Je nach der Zähl­wei­se zugrun­de geleg­ten Kri­te­ri­en. Wir ordern ein Zim­mer im Old Town Appar­te­ment. Ein luxu­riö­ser, moder­ner Kom­plex mit­ten im Her­zen der Alt­stadt – für ver­gleichs­wei­se erschwing­li­chen Taler. Bereits hier wer­den wir zum ers­ten mal über­rascht. Hoch­wer­ti­ge Mate­ria­li­en bis ins kleins­te Detail, mehr als voll­stän­di­ge Aus­stat­tung, groß­zü­gi­ge Räu­me (selbst das Bad), Pan­ora­ma­blick auf die impo­san­te, 1112 ein­ge­weih­te, goti­sche Adal­bert­kir­che und die fest­lich beleuch­te­te, gewal­ti­ge Gale­ria Domi­ni­kans­ka (Shop­ping Mall) und den Domi­ni­ka­ner Platz – wo selbst zu spä­ter Stun­de immer Betrieb ist.  Und den­noch schla­fen wir jede Nacht wie auf einer ein­sa­men Insel.  Ähn­li­che Appar­te­ment-Über­nach­tun­gen in Mün­chen und Ber­lin bescher­ten uns ziem­lich bil­li­ges Ambi­en­te weit ab des Zen­trums. Von den Kos­ten ganz zu schwei­gen. Ers­ter Plus­punkt für die Oder-Metro­po­le.

Gleich am Sams­tag star­ten wir zum Besuch des Weih­nachts­markts. Auch wenn es nur 500m dahin sind wird es ein sehr klei­ner Besuch ledig­lich eines der „Sei­ten­ar­me“  des Mark­tes. Unwäg­bar­kei­ten wie Buti­ken, Geschäf­te eine wei­te­re Shop­ping-Mall (davon gibt es in Bres­lau etli­che) und schließ­lich der klei­ne Hun­ger sor­gen für eine Plan­än­de­rung.

Shop­pen kann man in Polen präch­tig. Hun­der­te klei­ne und gro­ße Läden auf Schritt und Tritt – dazu für unser­eins immer noch attrak­ti­ve Prei­se, von den Schnäpp­chen ganz zu schwei­gen. Auch Essen ist in Polen ein Fest … mit einer Aus­nah­me. Der Sams­tag­nach­mit­tag bis frü­her Abend. Dazu muss man wis­sen, dass die Polen im Unter­schied zu den Deut­schen mehr­heit­lich zwi­schen 15–17 Uhr ihr Mit­tag zu sich neh­men und …. Wer was auf sich hält und es sich leis­ten kann (das kön­nen immer mehr) – führt sein Fami­lie am Sams­tag in die Gast­stät­te aus. So eine Art Sta­tus zei­gen.

Schaut der ger­ma­ni­sche Gas­tro­nom sei­ne Gäs­te zwi­schen 15–17 Uhr nicht mal mit dem A. an – kol­la­biert die gas­tro­no­mi­sche Infra­struk­tur in Polen (trotz drei bis fünf­fa­cher Anzahl der Loka­li­tä­ten) am Sams­tag fast regel­mä­ßig. In den ange­sag­tes­ten Eta­blis­se­ments geht ohne Reser­vie­rung Gar­nichts. Wenn zwei Engel auf Rei­sen sind gesche­hen aber manch­mal Wun­der. Hilf­reich ist auch unse­re gerin­ge Mann­schafts­stär­ke.  Wir ergat­tern einen Zwei­er­tisch im Masa­la – einem Indi­schen In-Lokal.

(Aus­nahms­wei­se nix von uns — son­dern ein Mar­ke­ting­vi­deo)

Hype, far­bi­ge Beleuch­tung, moder­ne Ein­rich­tung, bun­te Spei­se­kar­te und live coo­king mit drei ori­gi­nal indi­schen Köchen. Ein klei­nes Minus – die Kar­te gibt’s nur in pol­ni­scher Spra­che. Für uns kein Pro­blem😊 Nach dem raben­schen Über­set­zungs-Mara­thon tropft uns der Zahn nach 1000 ver­schie­de­nen Sachen. Geht wohl den meis­ten so – auf der Kar­te fin­den sich des­halb unter­schied­li­che Mix-Tel­ler – der umfangreis­te ist als­bald unser. Es wird eine Gau­men-Orgas­mus-Orgie. Vor­spei­sen, Cur­rys, Chi­cken, Sala­te, Soßen und natür­lich Reis – in einer Men­ge die wir trotz auf­op­fe­rungs­vol­len Ein­sat­zes nicht schaf­fen … und das will beim Raben was hei­ßen😊 Wir schaf­fen es gera­de so zurück in unser schi­ckes Appar­te­ment. Tag eins ist vor­bei – noch waren wir nicht auf dem berüch­tig­ten Weih­nachts­markt.

Der Sonntag 

begrüßt uns mit grau­em Him­mel. Hof­fent­lich bleibt es wenigs­tens regen­frei. Nach weni­gen Minu­ten Fuß­marsch errei­chen wir ein etwas indus­tri­ell anmu­ten­des, run­des Gebäu­de.

Dar­in ein­zig­ar­tig insze­niert ein monu­men­ta­les Rund­ge­mäl­de. 120 Meter breit, 15 Meter hoch, 1710 m² Flä­che. Pan­ora­ma Racla­wi­cka – Pan­ora­ma von Racla­wice heißt es und ist das ein­zi­ge sei­ner Art in Polen. Aber weder sei­ne Schön­heit noch die gigan­ti­schen Aus­ma­ße las­sen den Betrach­ter baff wer­den son­dern die Art der Prä­sen­ta­ti­on. Der Raum zwi­schen dem Zuschau­er und dem Bild wur­de kunst­voll und prä­zi­se genau mit Details aus dem Bild gestal­tet. An kei­ner ein­zi­gen Stel­le ist man sich auch nur annäh­rend sicher ob das gera­de Betrach­te­te – Deko oder Bild ist … und wir haben uns echt ange­strengt. Dage­gen ver­blasst die Dar­stel­lung des Bau­ern­kriegs­pan­ora­ma in Bad Fran­ken­hau­sen gewal­tig. Wenn die Polen schon was aus­stel­len oder zur Besich­ti­gung frei­ge­ben – dann hat das Pep, das muss man denen las­sen. (davon kön­nen wir Lie­der sin­gen und in den nächs­ten Tagen kom­men wei­te­re neue dazu).

Das Wet­ter will nicht bes­ser wer­den. Wir schlen­dern ent­lang der Oder in Rich­tung der Schlös­ser­brü­cke und kom­men an zwei Boots­an­le­gern vor­bei.

Ein Schaufelrad-Dampfer für 100 Zloty

Das größ­te Bin­nen­pas­sa­gier­schiff Polens – die Wra­tis­la­via fährt heut nicht obwohl Sonn­tag ist – shit Wet­ter eben. Am alten Hin­ter­schau­fel-Pas­sa­gier­damp­fer Wik­to­ria, weni­ge Meter wei­ter auf der Insel Pia­sek, steht ein Mann. Wir kom­men ins Gespräch. Noch ist der Kahn leer aber wenn wir fünf Kar­ten kau­fen gehört der Pott uns

… für etwa eine Stun­de. Der Deal steht – für umge­rech­net 25 Euro­nen mie­ten wir einen Rad­damp­fer samt Besat­zung. Abfahrt in 15 Minu­ten. Klei­ner Wer­muts­trop­fen – an Board gibt es kei­ne war­men Geträn­ke. Etwas aus­ge­kühlt holen wir uns, im nah gele­ge­nen Cafe, köst­lich hei­ßen Espres­so. Als wir wie­der­kom­men haben doch noch zwei Öster­rei­cher und drei Eng­län­der ein­ge­schifft. Der Deal ist hin­fäl­lig — Für nor­ma­les Ticket schip­pern wir also die Oder ent­lang nach Osten, Rich­tung ZOO. Vom Schiff aus bekommt am bes­ten mit wie groß, weit­läu­fig, grün und beson­ders Bres­lau ist. In die­ser, auf plat­tem Land gele­ge­nen Stadt gibt’s sogar eine rich­ti­ge Gon­del­bahn. Polin­ka, so heißt sie, hat eine Län­ge von 380 Metern und ver­bin­det zwei Stand­or­te der Uni­ver­si­tät mit­ein­an­der. Sie lie­gen an unter­schied­li­chen Ufern der Oder. Ver­rückt die Bres­lau­er.

Das Wet­ter wird immer besch…eidener. Nach der Damp­fer­tour geht’s auf die s.g. Gro­ße Insel. Paläs­te, Kir­chen und Kathe­dra­len las­sen wir links lie­gen. Der klei­ne Hun­ger klopft an. In freu­di­ger Erwar­tung …. unse­res nächst­jäh­ri­gen Urlaubs, heu­ern wir im U Gru­zi­na“ an – einem geor­gi­schen Imbiss. Wir ordern ein Chat­cha­pu­ri mit Fleisch­fül­lung. Ein Blick auf die Nach­bar­ti­sche sagt uns – eine Por­ti­on reicht locker für uns bei­de. Dazu rus­si­schen Chai und der klei­ne Hun­ger hat sich in Luft auf­ge­löst. Schon läs­tig wenn einem der Magen knurrt. Außer­dem, wenn der Zucker­spie­gel der Eulen­kö­ni­gin abfällt wird es für Per­so­nen in ihrer Umge­bung gefähr­lich.

Näs­se und Käl­te trei­ben uns auf dem Rück­weg in das Natio­nal­mu­se­um – oder ist es die Suche nach einer Toi­let­te? Mit den Ein­tritts­kar­ten des Pan­ora­ma-Gemäl­des kann man drei wei­te­re Objek­te Besu­chen. Was solls, zum auf­wär­men tau­chen wir ins Natio­nal­mu­se­um ein. Gleich im Unter­ge­schoss dür­fen wir den größ­ten Stolz des Hau­ses bestau­nen. Der Gold­schatz von Neu­markt – Skarb średzki – stammt aus dem 14. Jahr­hun­dert und besteht aus fast 8000 Sil­ber­mün­zen, einer Gold­kro­ne für eine Frau und wei­te­rem Goldschmuck.Er wur­de 1985 und 1988 beim Abriss alter Häu­ser in der klei­nen schle­si­schen Ort­schaft Srod­za (Neu­markt) lus­ti­ger­wei­se vom glei­chen Bag­ger­fah­rer, qua­si aus­ge­bud­delt. Der Schatz gehör­te wahr­schein­lich dem Kai­ser Karl IV der sie an einen jüdi­schen Kauf­mann ver­pfän­de­te um sei­ne Krö­nungs­fei­er zu finan­zie­ren. Wegen der Pest flo­hen aber alle aus dem Ort, der Kauf­mann ver­bud­del­te den Schatz unter sei­nem Haus.  Etwa 630 Jah­re spä­ter sitzt Rys­zard Widur­ski in sei­nem Bag­ger und trifft mit sei­ner Schau­fel, im Abstand von 3 Jah­ren, zwei­mal vor­treff­lich genau dahin wo der Jude einst die nach heu­ti­ger Schät­zung, über 60 Mil­lio­nen Euro ver­gra­ben hat. Ham­mer … äh … bes­ser Schau­fel­hart. Und wie­der prä­sen­tie­ren die Polen den Schatz per­fekt. Er ist zum Grei­fen nah – man steht kei­ne 20 cm vor ihm. Treff­lich aus­ge­leuch­tet, von allen Sei­ten bes­tens sicht­bar, kei­ne Auf­sicht die einen arg­wöh­nisch beob­ach­tet … man ist allein mit dem Schatz (ok hin­ter Glas) und kann sich alle Zeit der Welt fürs Betrach­ten las­sen.

Auch die ande­ren Aus­stel­lun­gen fas­zi­nie­ren uns. Vom Mit­tel­al­ter bis in die heu­ti­ge Zeit betrach­ten wir Gemäl­de, Skulp­tu­ren und Arte­fak­te als wür­den wir durch das Haus eines Freun­des gehen. Gemäl­de von Jan Mate­j­ko (der berühm­tes­te pol­ni­sche Maler) hän­gen hier genau­so wie Arbei­ten von Aschen­bach, Feu­er­bach und Kan­din­sky. An jedes Gemäl­de kann man bis auf einen Zen­ti­me­ter her­an, es von allen Sei­ten bestau­nen, es genie­ßen – kei­ne Kor­deln zum wah­ren des Abstands, das Per­so­nal freut sich wenn es paar Tipps geben oder eine Anek­do­te erzäh­len kann. Wir, sonst kei­ne beson­de­ren Kunst­lieb­ha­ber, sind ver­zau­bert.

In der Par­terre genie­ßen wir noch eine Limo mit dem Blick auf Polo­nia, das rie­si­ge Gemäl­de von Jan Sty­ka, dem sel­ben Maler der das Pan­ora­ma von Racla­wice gemalt hat.

Beseelt, ent­leert und gewärmt ver­las­sen wir das Natio­nal­mu­se­um. Im Appar­te­ment wird eine klei­ne Sies­ta abge­hal­ten und schon müs­sen wir zum Ter­min eilen. Dies­mal sind wir schlau­er und das obwohl es gar nicht nötig ist. Ein Tisch im roman­ti­schen Sarah in der Wlod­ko­wi­ca Stra­ße, am Ran­de der Alt­stadt ist ab 17 Uhr für uns reser­viert. Das Sarah teilt sich den gewal­ti­gen Innen­hof, bes­ser Platz, mit der schick restau­rier­ten Syn­ago­ge zum Wei­ßen Storch und ist ein ….. rich­tig … ein jid­di­sches Restau­rant. Wir lie­ben jid­di­sches Essen. Die Spei­sen sind so man­nig­fal­tig und außer­ge­wöhn­lich gewürzt. Halb ori­en­ta­lisch halb ost­eu­ro­pä­isch – den­noch irgend­wie ver­traut und auf jeden Fall aus­ge­fal­len kom­bi­niert. Als Vor­spei­se muss es bei uns immer Humus sein. Dies­mal kön­nen wir nicht ent­schei­den ob der im Sarah oder der im Masa­la bes­ser war. Rin­der­bäck­chen so zart wie ein Kin­der­po­po mit Möh­ren­mousse und  Rinds­gu­lasch nach der Art der Brü­der Barasch – mit einer Kugel geba­cke­nem Kar­tof­fel­brei und roter Bete. Die Gebrü­der Barasch betrie­ben vor dem Krieg ein Kauf­haus in Bres­lau, das heu­ti­ge Feniks. In die­sem Kauf­haus befand sich, im drit­ten Stock, ein Restau­rant mit täg­lich wech­seln­der Mit­tags­spei­se. Am Mon­tag gabs Rind😊 .  Das Sarah ver­sprüht im Ker­zen­schein sei­nen vol­len Zau­ber. Lei­se Musik, die höf­li­che Bedie­nung, der jun­ge, moder­ne, welt­män­ni­sche Chef de Rang oder gar der Besit­zer sor­gen für ein traum­haf­tes Erleb­nis. Wie­der schlie­ßen wir den Tag mit einer kuli­na­ri­schen Fern­rei­se die per­fek­ter nicht sein konn­te. Noch lan­ge schau­en wir durch das Pan­ora­ma­fens­ter auf das pul­sie­ren­de Leben auf dem Domi­ni­ka­ner­platz und las­sen das Erleb­te Revue pas­sie­ren … bis das Sand­männ­chen uns abholt. Apro­pos, wie ihr schon merkt – mit dem Weih­nachts­markt wur­de es wie­der nichts.

Es ist Mon­tag. Paar Son­nen­strah­len täu­schen einen net­ten Sight­see­ing-Day-Anfang vor. Wir fal­len drauf rein und gleich­zei­tig aus dem Bett. Es gibt noch soviel zu sehen in die­ser leb­haf­ten Stadt. Dies­mal wol­len wir das Früh­stück nicht dem Zufall über­las­sen und kom­bi­nie­ren es mit dem ers­ten Pro­gramm­punkt. Die alte Markt­hal­le – Hala tar­go­wa ist eine Insti­tu­ti­on in Bres­lau und gleich­zei­tig eine Sehens­wür­dig­keit – ähn­lich einem ori­en­ta­li­schen Basar.

In dem von außen neu­go­tisch erschei­nen­den Kom­plex von 1907 gibt es unzäh­li­ge Stän­de mit Fleisch, Geflü­gel, Obs, Gemü­se, Fisch, Süßig­kei­ten aller Cou­leur, Gewür­zen, Blu­men sowie eini­ge Hand­werks­stän­de vor­ran­gig auf der Gale­rie ober­halb der Hal­le. Am Imbis­stand besor­gen wir uns „Früh­stück“. Es wird ein Mega-XXL-Schnit­zel (für umge­rech­net 2,40€) mit Roh­kost satt – gibt’s zu jedem Haupt­gang umsonst – so viel man will. Eulen­kö­ni­gin ver­lei­ert etwas die Augen – mampft aber ein hal­bes Schwein weg wie nichts. Nur um es klar zu stel­len – es ist rich­ti­ges Schnit­zel­fleich – kein Form­fleisch, wie in manch deut­schem Restau­rant für das sechs­fa­che Geld. Und die pol­ni­schen Sala­te sind eh an Geschmack und Fri­sche nicht zu über­tref­fen. Geplät­tet und gesät­tigt ver­las­sen wir die Hal­le und beschlie­ßen unse­ren Wochen­ein­kauf, kurz vor der Abfahrt hier zu erle­di­gen.

Bunte Höfe in Nadodrze

Des Wet­ters wegen sind wir heu­te mit dem Auto unter­wegs – kön­nen also auch wei­te­re Stre­cken zurück­le­gen. Der Rabe hat in einem bres­lau­er Blog einen Geheim­tipp ent­deckt. Es geht ins Nado­drze – ein Stadt­teil nörd­lich der Innen­stadt. Irgend­wo haben wir gele­sen „wer Nado­drze nicht gese­hen hat, kennt Bres­lau nicht“ und so ist es. Die Bebau­ung besteht aus präch­ti­gen Stadt­häu­sern und Vil­len den man von wei­tem ansieht, dass sie schon bes­se­re Zei­ten erlebt haben aber dem Charme des Gan­zen kann man sich irgend­wie nicht ent­zie­hen. Der Krieg hat hier kaum Scha­den ange­rich­tet und die Kom­mu­nis­ten haben kaum etwas an den Häu­sern gemacht. Aber es tut sich was. Nach dem Krieg kam man her wegen der Ein­käu­fe, der Hand­wer­ker wegen Ver­gnü­gen und Spaß. Irgend­wann dann hieß es in Bres­lau dann nur noch „das Bes­te was du in Nado­drze bekommst ist eine auf die Fres­se“. Es sind ein­fa­che Men­schen die hier leben aber sie fül­len die­sen Stadt­teil mit einer ganz spe­zi­el­len Atmo­sphä­re aus. Und die klei­nen Innen­hof-Hand­werks­be­trie­be, klei­ne Tan­te-Ema-Läden, leib­haf­ti­ge Nach­kriegs­bä­cker, Flei­scher, gibt es noch heu­te. Einen Kaf­fee bekommt man in jedem Hin­ter­hof, aus irgend­ei­ner Tür ser­viert. Natür­lich nicht wenns kalt und nass ist – unser Pech.

Apro­pos Hin­ter­hö­fe – genau des­halb sind wir hier. Street-Art-Künst­ler haben vor eini­gen Jah­ren zusam­men mit den Bewoh­nern begon­nen ihre schmud­de­li­gen Hin­ter­hö­fe zu gestal­len. Was wir in der ul.Roosvelta zu sehen bekom­men haut uns um. In Wor­te lässt es sich kaum fas­sen. Wir strei­fen im leich­ten Nie­sel zuerst durch den west­lich gele­ge­nen Hof. Ein Kin­der­gar­ten ist hier, über den Zaun ein Kar­me­li­ten­klos­ter, ein Sank­tua­ri­um, die Uni hat ein Insti­tut hier .. es sieht biss­chen aus wie in der Bronx .. und dann ….

Bil­der, bes­ser klei­ne und gro­ße Kunst­wer­ke sagen mehr als 1000 Wor­te.

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mich kann man auch live fotografieren“

Auf der ande­ren Stra­ßen­sei­te geht’s wei­ter. Ein Kul­tur­zen­trum, eine Pfand­lei­he, eine Grund­schu­le, Geschäf­te von Des­sous über Com­pu­ter, Braut­klei­der, Lebens­mit­tel … usw. Wir foto­gra­fie­ren begeis­tert die unbe­schreib­li­chen Moti­ve. Fast alle Bewoh­ner haben sich in irgend­ei­ner Form hier ver­ewigt und sind stolz dar­auf, jeder hat etwas bei­gesteu­ert. Ton, Kera­mik, Tex­te, Papp­ma­schè … alles wur­de auf und in die Wän­de ein­ge­ar­bei­tet. Im Knips-Wahn über­se­hen wir fast Pani Kazia (Kazi­mie­ra). Der Rabe foto­gra­fiert eine Wand mit einer Frau und einer Kat­ze dar­auf als plötz­lich von hin­ten eine Stim­me ruft „mich kann man auch live foto­gra­fie­ren“. Als wir uns umdre­hen lächelt uns unser Wand­mo­tiv an – ok, ohne Kat­ze😊 Auch sie ist stolz auf ihr Vier­tel. Plötz­lich ist es hip hier zu leben – wo man sich frü­her geschämt hat. Es kom­men Men­schen her um es zu sehen. Niveau­vol­le Men­schen, auch aus dem Aus­land. Sogar paar Schwar­ze hat sie gese­hen, sagt sie uns. (Ist in Polen nicht selbst­ver­ständ­lich😊) Sie freut sich über ein Gespräch .. und wir erst.

Wir dach­ten hier in 20–30 Minu­ten weg zu sein um das Nächs­te zu besu­chen, nun sind es fast zwei Stun­den.

Der Skytower

Der Regen wird stär­ker. Wir ver­ab­schie­den uns von Frau Kazia und zie­hen wei­ter. Bres­lau ist zwar die viert­größ­te Stadt Polens (sechst­größ­te pol­ni­sche Stadt welt­weit nach: War­schau, Chi­ca­go, NY, Kra­kau und Lodz) aber einen Wol­ken­krat­zer hat Bres­lau erst seit sechs Jah­ren. Der Sky­to­wer ist das höchs­te Gebäu­de Polens und auf Platz 20 in Euro­pa … hej, wir wol­len da rauf. In der 49. Eta­ge gibt’s einen Aus­sichts­punkt Der Fahr­stuhl samt „Chauf­feur“ ist in etwa 50 Sekun­den oben. Wahn­sinns Pan­ora­ma (schon wie­der😊) eröff­net sich vor uns. Bei gutem Wet­ter kann man sogar die Schnee­kop­pe (1602m) sehen und die ist Luft­li­nie 98 Kilo­me­ter ent­fernt. Heu­te lei­der nicht. Immer noch nass und .. nass. Wenigs­tens nicht mehr kalt.

Weihnachtsmarkt

Ihr merkt schon, wir sind immer noch nicht auf dem Weih­nachts­markt gewe­sen. Zuerst noch Shop­ping was sonst. Shop­ping in der Gale­ria im Sky­to­wer, Shop­ping in der Are­na-Mall und Shop­ping in der Zielins­kie­go Pas­sa­ge, noch ein Schlüs­sel nach­ma­chen las­sen und die nächs­ten drei Stun­den sind weg wie nichts. Lang­sam kommt der klei­ne Quäl­geist wie­der … Huuuuuun­ger. Es ist bereits dun­kel, der Weih­nachts­markt leuch­tet aus der Fer­ne. Es fällt auf wie geräu­mig es hier ist. Viel Platz zwi­schen den Buden. Kei­ne Pol­ler, kei­ne Beton­klöt­zer, kei­ne Poli­zei­hun­dert­schaf­ten, viel­leicht eine Strei­fe. Es erklingt Musik, schö­ne, seich­te Pop­mu­sik – kei­ne schwe­ren Weih­nachts­lie­der. Alle sind aus­ge­las­sen, Ver­käu­fer haben gute Lau­ne, machen Späß­chen mit. Auf­fäl­lig auch, dass viel weni­ger Essens­stän­de und Glüh­wein­bu­den da sind. Wahr­schein­lich geht es in Polen bei einem Weih­nachts­markt um was ande­res.

Mehr­mals am Tag tre­ten Solis­ten, Zau­be­rer, Chö­re, Pan­to­mi­me und ande­re Künst­ler auf. Der Weih­nachts­markt erstreckt sich über meh­re­re Plät­ze, Stra­ßen und rund um das präch­ti­ge Rat­haus – er ist schon impo­sant. Aber zuerst wird was gemampft. Gegrill­tes für den Raben, Bak­la­va mit Humus, Fleisch und Grill­ge­mü­se für das Eul­chen … lecker.

Als es Zeit für einen Glüh­wein wird ent­de­cken wir das Hard Rock Cafe. Tja, da hat der Weih­nachts­markt wie­der Pech. Abschluss-Shop­ping (3 Shirts) ein Guin­nes und ein Sex on the Beach krö­nen den Bres­lau­be­such. Eine tol­le Stadt. Wir kom­men wie­der. Natür­lich gabs noch eine Glüh­wein im Niko­laus-Haus (auf dem Plac Sol­ny), ganz oben, im zwei­ten Stock. Mit traum­haf­ter Aus­sicht auf die vie­len Blu­men­stän­de ( … man haben die Geste­cke, Wahn­sinn) und den Bun­ten Baum auf dem Rat­haus­platz. Nun haben wir doch unse­ren ers­ten Weih­nachts­markt in die­sem Jahr besucht … und was für einen roman­ti­schen. Pan­ora­ma­fens­ter­gu­cken auf den Domi­ni­ka­ner­platz ist zum Ein­schlafri­tu­al gewor­den. Good Night.

Last Day — Dienstag

Heut müs­sen wir schon wie­der weg. Schaaaaaaaaaa­de. Ein biss­chen Zeit bleibt noch und in die­ser ent­de­cken wir … das Was­ser. Zuerst aber wird ein­ge­kauft. Leu­te, ehr­lich – soviel Spaß hat das Lebens­mit­tel-Ein­kau­fen lan­ge nicht mehr gemacht. Das fri­sches­te Fleisch, schle­si­sche Würs­te, pol­ni­sche Weiß­würs­te für Weih­nach­ten, Boc­zek (10ck Dicke-Rip­pe), Gemü­ße, But­ter, Süßig­kei­ten, Gewür­ze uvm. aber vor allem die net­ten Gesprä­che mit den Stand­frau­en mache das Bio-Shop­ping zum High­light. Und das Gan­ze für ‘n schma­len Taler. Klei­nes war­mes Früh­stück schie­ben wir in erwar­tung von 5h im Auto auch noch ein. Eul­chen Hack­bäll­chen mit Pilz­so­ße (reich­lich) für 1,50€, der Rabe wie­der Fleisch – rie­sen Hähn­chen­rou­la­de  mit Spi­nat und Gor­gon­zo­la gefüllt (3€) – dazu Roh­kost satt zur frei­en Wahl. Wie geht das .. und es schmeckt auch noch wie bei Mut­tern zu Hau­se.

Hydropolis

Von der Markt­hal­le sind es genau zwei Kilo­me­ter, ent­lang der Oder, Rich­tung Osten zum letz­ten Punkt unse­res Inter­es­ses. Ein alter, mäch­ti­ger, still­ge­leg­ter städ­ti­scher Was­ser­spei­cher wur­de zur einer phä­no­me­na­len Aus­stel­lung über Was­ser umfunk­tio­niert. Auf 4000 m² (Fuss­ball­feld) wird in die­sem Tank auf wun­der­schö­ne, fast zau­ber­haf­te Art und Wei­se alles Inter­es­san­te über das The­ma Was­ser, Unter­was­ser, Tief­see, Ozea­ne, Schif­fe: gesun­ke­ne, Grö­ßen­ver­glei­che, Tier­welt, uvm. wahn­sin­nig anschau­lich dar­ge­bo­ten. Wie­der kön­nen wir nur stau­nen wie die Polen sowas ange­hen. Ähn­li­che Aus­stel­lun­gen in D wir­ken dage­gen ange­staubt und tro­cken. Hier wird mit Licht, Visua­li­sie­run­gen, Ani­ma­tio­nen, Mul­ti­me­dia, Inter­ak­ti­on, Com­pu­ter­ef­fek­ten gear­bei­tet – man fühlt sich wie auf der Brü­cke der Enter­preis.

Kann Schal­ter dre­hen, Knöp­fe drü­cken, in die Zen­tra­le der Tri­es­te ein­stei­gen (Die Tri­es­te war ein von Augus­te Pic­card kon­stru­ier­ter Bathy­s­caph, ein U-Boot, das spe­zi­ell für die Tief­see­for­schung gebaut wur­de.), auch dort alles berüh­ren, ori­gi­nal Kame­ra­auf­nah­men sehen sowie ori­gi­nal Funk hören als wäre man per­sön­lich grad 11 000 Meter unter dem Mee­res­spie­gel, im in tie­fen des Maria­nen­gra­bens.  Es ist nicht über­trie­ben, dass es Euro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus­stel­lung ist. Wir sind gren­zen­los begeis­tert – wenn die Polen was machen, dann machen sie es rich­tig. Wenn es inter­es­siert hier gibt’s mehr Infos. https://hydropolis.pl/de/

Das wars auch schon – bye, bye schö­nes Bres­lau. Rich­ti­ger­wei­se Wro­claw – bis bald. Es gibt noch so viel zu ent­de­cken.

P.S. Nur am Ran­de sol­len die Kras­na­le erwähnt wer­den. Zwer­ge die im gesam­ten Stadt­ge­biet ver­teilt sind. Es gibt mitt­ler­wei­le 239 von ihnen und kei­ne zwei glei­chen. Einer schwimmt sogar auf unse­rem Damp­fer Wik­to­ria mit (haben wir erst danach gele­sen). Put­zig und wit­zig sind die klei­nen Kerl­chen und nicht mehr aus Stadt­bild weg­zu­den­ken. Gan­ze Stadt­tei­le sind nach ihnen benannt (Bis­ku­pin vom Bis­ku­pik, Sępol­no vom Sępik, Szc­ze­pin vom Szc­zepik, Oporów vom Opor­nik usw. …) 😊.
– hier eine Kar­te mit ihren Stand­or­ten — http://krasnale.pl/de/

Dorsch-Angeln auf einem polnischen Kutter — zwei Städter auf Selbstversorgungs-Trip

Der Win­ter will heu­er, so früh im März noch nicht frei­wil­lig wei­chen. Die Son­ne lässt sich immer­hin schon etwas län­ger bli­cken. Wir wol­len mal Ost­see-Luft schnup­pern. Der Rabe tele­fo­niert, im Vor­feld des Auf­ent­halts, mit eini­gen Fischern in Ust­ka und ver­ein­bart einen Hoch­see-Angel-törn. Auch unse­re Freun­de aus Köpe­nick wer­den da sein. Wölf­chen ist von der Angel-Idee begeis­tert. Gecko (des Wölf­chens sin Fru) bestellt spe­zi­ell zu die­sem Zweck, sogar extra zwei wet­ter­fes­te,  modi­sche, Ost­frie­sen-Krea­tio­nen. Das ist Spon­ta­ni­tät.
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Der Zeit­punkt des Angel­turns soll vom Wet­ter abhän­gig fest­ge­legt wer­den. Der Anruf des Käpt’n des klei­nen Fisch-Kut­ters kommt wäh­rend des Mon­tags­früh­stücks. Mor­gen ist es so weit. Der Diens­tag beginnt für uns “Essens­be­schaf­fer” sehr zei­tig. Fein in Signal­gelb raus­ge­putzt mel­den wir uns bei­de, kurz nach drei Uhr mor­gens an Bord de Kut­ters. Bis zu den Stol­per Fang­ge­wäs­sern fährt die 230PS Ein­heit gute vier Stun­den.  Die “Ame­lia Bis” ver­fügt über eine klei­ne Mes­se und eini­ge Kojen. Von den Letz­te­ren erfah­ren wir aber erst, als gegen sie­ben Uhr plötz­lich eini­ge, zer­knit­ter­te Gestall­ten aus den “Untie­fen” hin­ter dem Steu­er­stand empor krie­chen. Für alle  zehn “Pas­sa­gie­re” hät­ten sie eh nicht gereicht.
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Wir ver­trei­ben uns die Zeit mit zwei älte­ren  pol­ni­schen Pro­fi-Ang­lern. See­manns­garn und Angel­tipps. Einer davon ist pol­ni­scher Meis­ter im Flie­gen­fi­schen und auch dem Hoch­see­an­geln nicht abge­neigt. Nach sei­ner Pro­phe­zei­ung wird der Rabe, mit sei­ner Tele­skop Angel, nix holen. Angeb­lich unge­eig­net — eine leich­te, zwei­tei­li­ge Rute ist das ein­zig Wah­re. Nun, eini­ge Zei­len wei­ter unten — wer­den wir sehen ob er Recht behielt. Kurz vor halb acht wird’s an Bord geschäf­tig. Ein Signal­horn sagt “die Spie­le mögen begin­nen”. Die Bun­des­li­ga-Ang­ler an Bug und Heck des Kut­ters wer­fen ihre teu­re­ren Vor­fä­cher mit ihren noch teu­re­ren Angeln ins tie­fe Ost­see­was­ser.
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Wir ver­pas­sen den Start etwas. Dem Wölf­chen fällt näm­lich erst hier ein, dass eine Angel samt Haken und “Weih­nachts­baum-Schmuck” ganz nütz­lich beim Hoch­see­an­geln wäre. Der Cap­tain ist leicht amü­siert, als der Rabe um 7:20 Uhr eine Rute und Zube­hör für den Wolf aus­leiht. Mit etwas Gefum­mel bas­teln Wölf­chens unge­üb­te Hän­de alles hin­ter­ein­an­der an die Hard­ware. Der pol­ni­sche Meis­ter hilft .… so sind sie, die Polen.

Eine vier­tel Stun­de spä­ter ist alles bereit. The Show must go on. Auch unse­re Vor­fä­cher ver­sin­ken in den Flu­ten. Noch ist kein Fisch an Deck. Erneut ertönt das Horn, alle Angeln wer­den ein­ge­rollt. Der Cap­tain bewegt das Boot eine hal­be See­mei­le nach Nor­den … wie­der Signal … aus­wer­fen … angeln … hof­fen. So ver­ge­hen die ers­ten zwei Stun­den. Bis auf einen Zwerg­dorsch hat nie­mand etwas am Haken.
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Die Ang­ler wer­den unru­hig, miss­mu­tig, der Kapi­tän ange­spann­ter, die Wech­sel­ma­nö­ver fol­gen in immer kür­ze­ren Abstän­den. Bis­her viel­leicht zwei Fische an Deck.
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Der Rabe kämpft mit sei­ner “teu­ren” Aus­rüs­tung. Die leuch­tro­te Schnur hat sich schon beim letz­ten Angel­ritt (vor 15 Jah­ren😁) ver­hed­dert und ist alle fünf Meter mit einem Kno­ten “ver­edelt”. Ver­nünf­ti­ges Aus­wer­fen, Abrol­len und Ein­rol­len ist kaum mög­lich. Plötz­lich Wie­der­stand beim Zie­hen. Ent­we­der der Drei­zack hat sich im Mee­res­bo­den ver­hakt oder .….  Es ist oder. Die Schnur lässt sich ein­ho­len, aber nur mit Kraft­auf­wand. Weni­ge Sekun­den spä­ter sieht der Rabe knapp unter der Was­ser­ober­flä­che das “gewal­ti­ge Mee­resun­ge­heu­er”. Kurz dar­auf ist ein Halb­me­ter-Dorsch in der Plas­te­wan­ne (halb mit See­was­ser gefüllt). Unser ers­ter Fisch … Es geht doch was … Wir wer­den uns nicht gänz­lich vor unse­ren Frau­en bla­mie­ren.
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Zwi­schen­zeit­lich hat der Cap­tain das Fang­ge­biet gewech­selt. “Ame­lia Max” ein befreun­de­ter Kut­ter hat grö­ße­re Schwär­me ent­deckt und teilt sie nun mit uns. Wir nut­zen die fang­ar­me Zeit zum Mit­tag­essen. Der Smut­je hat eine lecke­re Erb­sen­sup­pe mit Kass­ler gezau­bert — Tee bzw. Kaf­fee bekommt man auf Wunsch jeder­zeit zube­rei­tet. Ein Pole spen­diert uns ein Bier … wir sind dank­bar, geben eine Run­de Ziga­ril­los aus. Auf deut­schen Boo­ten kann man Alko­hol kau­fen — hier ist der Genuss ver­bo­ten, steht jeden­falls auf dem Schild. Schil­der sind aber gedul­dig — selbst Mit­ge­brach­ten kann man trin­ken. Wie­der was gelernt — wie­der zu spät☺.
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Noch was steht groß auf einem Schild im Steu­er­haus. Min­dest­län­ge des Fangs 37cm — maxi­ma­le Fisch­zahl pro Nase: SIEBEN. (in Deutsch­land 50–5) Die Mann­schaft ist nicht für die Ein­hal­tung zustän­dig. Wir fra­gen rum … es wird nicht kon­trol­liert, auch nicht im Hafen.

Nun geht es vor­wärts. Der Rabe hat etwa 30 Meter sei­ner ver­kno­te­ten Angel­schnur abge­schnit­ten — jetzt macht das Rol­lern Spaß. Abwech­selnd holt mal Wolf mal der Rabe einen Dorsch an Bord. Wölf­chen lässt “aus Dank­bar­keit” 😇 fünf Vor­fä­cher am Mee­res­grund lie­gen. Der Cap­tain bangt schon um sei­ne Vor­rä­te — freut sich aber über den Extraum­satz. Ein Pole zitiert eine See­ang­ler­weis­heit — “schenkst du dem Meer was, gibt das Meer Dir auch etwas”.
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Kurz vor 15 Uhr ertönt das letz­te Horn. Der Kapi­tän bedankt sich bei sei­nen Gäs­ten. Ins­ge­samt ent­rei­ßen wir bei­de der Natur 11 Dor­sche. Die Ost­see bekommt von uns dafür acht Vor­fä­cher. Fai­rer Tausch wie ich fin­de. Spaß und Aben­teu­er hat­ten wir alle mal. Das Wet­ter war per­fekt — Son­ne den gan­zen Tag lang, und die Tem­pe­ra­tur merkt man im Ost­frie­senn­erz über­haupt nicht. Jetzt noch die Rück­fahrt. Vier Stun­den … Rund 30 See­mei­len bis Ust­ka. Wölf­chen macht ein Nicker­chen — der Rabe dampft gemein­sam mit dem Die­sel.
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Genau die­se 30 Mei­len haben übri­gens die Opfer der “Gust­loff”, der “Steu­ben” und der “Goya” vor 73 Jah­ren vom ret­ten­den Ufer bei Stolp­mün­de getrennt. Rund 20 000 Men­schen star­ben 1945 genau hier. Ver­senkt von sowje­ti­schen U-Boo­ten, im eis­kal­ten Was­ser der Ost­see. Die größ­ten See­ka­ta­stro­phen der Mensch­heits­ge­schich­te über die man bis heu­te all­zu gern schweigt. Irgend­wo da unten lie­gen die Wracks noch. Ein schau­ri­ges Gefühl über­kommt den Raben.
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Kurz vor 19:00 Uhr legen wir im Hafen an. Die 16 Stun­den auf See ste­cken uns im den Kno­chen — wir sehen etwas geschafft aus. Wie es sich für anstän­di­ge Fischer­bräu­te gehört, war­ten unse­re Frau­en an der Pier auf uns. Hal­le­lu­ja (oder .… ver­dammt😀) sie haben uns wie­der.

Ein opu­len­tes Abend­mahl mit unse­ren Köni­gin­nen krönt die­sen Tag.

Das vierte festliche Weihnachten “Made in Poland”

Die Vor­weih­nachts­zeit neigt sich dem Ende. Wie­der haben wir es geschafft, die­se fröh­lich, gemüt­lich und lie­be­voll zu erle­ben. Mit Schlen­dern über Weih­nachts­märk­te (die­ses Jahr Schloss Lom­nitz, Erfurt und Som­mer­ach), Ver­kos­tun­gen aller­lei Glüh­wein­ar­ten und Feu­er­zan­gen­bow­len und der Weih­nachts­fahrt vom Cara­van Shop Hör­cher, die dies­mal ins Frän­ki­sche führ­te.

Für unse­re Freun­de haben wir uns einen ganz beson­de­ren Weih­nachts­gruß aus­ge­dacht. , Die­ses Jahr rapp­ten wir — “Weih­nachts­zeit”.  Ein You­tube-Zufalls­fund dien­te als Vor­la­ge. Bereits  lan­ge vor dem 1. Advent began­nen die Vor­be­rei­tun­gen. Musik zusam­men­schnei­den, Film­chen an ver­schie­de­nen Orten dre­hen, Kos­tüm­pro­be, Gesangs­übun­gen, Auf­nah­men und nicht zuletzt das Schnei­den des Clips. Der Rabe voll­bringt ein wah­res Meis­ter­stück — wir sind stolz wie Bol­le über das Ergeb­nis und hof­fen mit der Par­odie Allen ein Lächeln ins Gesicht gezau­bert zu haben-:))))
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Den Hei­li­gen Abend und die Fei­er­ta­ge ver­brin­gen wir in unse­rem gelieb­ten Kar­pacz.  Als Domi­zil dient “Dom Potok” — ein klei­nes Hotel­chen am einem rei­ßen­den Berg­bach. Wir haben uns schon im Som­mer ein Zim­mer im Dach­ge­schoss mit Bade­wan­ne direkt  imZim­mer (wie cool ist das denn), Him­mel­bett, Cou­ch­e­cke .… und einem herr­li­chen Aus­blick über den Ort aus­ge­sucht .… ein­fach traum­haft. Wigi­lia (Hei­lig­abend) und das tra­di­tio­nel­le Weih­nachts­es­sen genie­ßen wir in der Cha­ta Kar­ko­no­s­ka einer stim­mungs­vol­len, uri­gen Holz­bau­de. Im gro­ßen Saal sind alle Tische fest­lich ein­ge­deckt, zwei jun­ge Män­ner spie­len auf ihren Akkor­de­ons pep­pig pol­ni­sche Kolen­dy und ande­re Weih­nachts­klas­si­ker. Zwölf tra­di­tio­nel­le Spei­sen wer­den der Rei­he nach auf­ge­tra­gen bzw. ste­hen auf den Buf­fet-Tischen. Der Karp­fen schmeckt beson­ders gut — er kommt von einer klei­nen, mit dem Restau­rant befreun­de­ten, pri­va­ten Zucht und wer­den das gan­ze Jahr mit Wei­zen, Gers­te und Rog­gen gefüt­tert. Das Fleisch ist vor­züg­lich, fest und schmack­haft — schön paniert und gebra­ten. Leeeeecker. Dazu Pie­ro­gen mit Kraut mit Pil­zen, rus­si­sche Pie­ro­gen, Barschtsch, Wald­pilz­sup­pe, Hering in Sah­ne, Karp­fen in Gelee, gebra­te­nes Karpfen­fi­let, alt­pol­ni­scher Gemü­se­sa­lat (wie unser Kar­tof­fel­sa­lat nur mit viel mehr Zuta­ten), Kom­pot aus getrock­ne­ten Früch­ten, aller­lei Kuchen uvm. Für die Klei­nen gibt’s einen Weih­nachts­mann mit rich­ti­gen Geschen­ken, nicht zu ver­ges­sen das tra­di­tio­nel­le Bre­chen von Obla­ten, womit man sich gegen­sei­tig alles Gute wünscht .….. ein wun­der­vol­ler Abend.

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Das Wet­ter an den Fei­er­ta­gen ist son­nig. Wir Wan­dern, unter ande­ren von der Okraj-Hüt­te (Schro­nis­ko “Na przelec­zy okraj”) ent­lang der Gren­ze zur “U Kostel­lu”, einer uri­gen Bau­de in Tsche­chi­en und von Schloss Fisch­bach (Zamek Karpni­ki) zur Szwa­j­car­ka — der “Schwei­zer Hüt­te”. Allein an den bei­den Fest­ta­gen erlau­fen wir über 20 Kilo­me­ter. Das Gan­ses­sen im “U Ducha Gor” ver­die­nen wir uns red­lich. Als Über­ra­schung spielt ein Allein­un­ter­hal­ter auf und wir kön­nen sogar das Tanz­bein schwin­gen. Ein herr­li­ches Fest.
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Ein klei­ner Abste­cher führt uns auch nach Cie­pli­ce — Bad Warm­brunn, heu­te ein Stadt­teil von Jele­na Gora. Die Kir­che Johan­nes der Täu­fer aus dem 16. Jahr­hun­dert ist innen eine uner­war­te­te Augen­wei­de. Der Hoch­al­tar wür­de jeder Kathe­dra­le gut ste­hen, die Sei­ten­al­tä­re strah­len vor Prunk und Schön­heit, Gemäl­de von Micha­el Will­mann schmü­cken das Got­tes­haus. Auch das Schloss,  zwi­schen 1784–1809 nach Ent­wurf des Oppel­ner Bau­meis­ters Johann Georg Rudolf mit zwei­ge­schos­si­gem Ball­saal im Empi­re-Stil und stuck­ver­zier­ter Decke, Intar­si­en­fuß­bo­den, Spie­geln und Kris­tall­leuch­tern errich­tet ver­mu­tet man nicht in die­ser Pro­vinz. Das wer­den wir uns noch­mal in Ruhe anse­hen müs­sen.

Was für wun­der­schö­ne, ent­spann­te Weih­nach­ten. Die Bil­der spre­chen für sich.

B & B — Budniki & Bajm

Die Advents­zeit erle­ben wir jedes Jahr auf unse­re spe­zi­el­le Art und Wei­se. Wir stim­men uns auf das Fest ein – ohne jeg­li­chen Stress, ohne Hek­tik, ohne Druck Geschen­ke kau­fen zu müs­sen, ohne Erwar­tun­gen Ande­rer erfül­len zu müs­sen. Schen­ken kann man jeder­zeit und Fami­li­en­be­su­che sind auch außer­halb von Weih­nach­ten schön. Ego­is­tisch? … etwas … Zuge­ständ­nis­se haben wir Jahr­zehn­te lang gemacht. Wir besu­chen aus­ge­fal­le­ne Weih­nachts­märk­te und das „Bas­teln“ eines musi­ka­li­schen Video-Weih­nachts­gru­ßes – macht uns seit Jah­ren auch einen rie­sen Spaß.

Es adven­tet also und uns treibt es in die See­len­hei­mat – nach Kar­pacz. Zeit wird’s, wir haben schon wie­der vier Wochen hier geschuf­tet – da ist ein Hei­mat­ur­laub wohl erlaubt:))) Eine schnu­cke­li­ge Pen­si­on namens „Rezy­den­c­ja Gor­s­ka“ nimmt uns auf. Am Wald­rand, ganz ruhig gele­gen, genie­ßen wir ein traum­haf­tes Zim­mer, ein feu­da­les Bad, einen gro­ßen Bal­kon, ein lie­be­vol­les Früh­stück und die Natur rund­her­um.

Wir sind die ein­zi­gen Gäs­te und wer­den von der „Früh­stückstan­te“ jeden Tag aufs Neue über­rascht. NUR FÜR UNS berei­tet sie Racuszki – ein süßes Teig­ge­bäck, hier mit war­men Apfel­schei­ben gefüllt, Toast mit Raclette­kä­se und fri­schen Prei­sel­bee­ren, uvm – das ist so lieb und schmeckt so lecker.

Das B Nr. 1 — Budniki

Es ist das ers­te Advents­wo­chen­en­de – wir wol­len uns aus­ru­hen, ent­span­nen, alle Vier gera­de sein las­sen. Eine Wan­de­rung darf natür­lich nicht feh­len. Die Lage unse­rer Unter­kunft bringt uns auf eine Idee. Ober­halb von Kar­pacz, im Tal des Baches Mali­na, auf knapp 900 m.ü.d.M. gab es bis in die 40er Jah­re eine klei­ne Men­schen­sied­lung mit dem Namen Bud­ni­ki – Forst­lang­was­ser oder Forst­bau­den.

Das Beson­de­re an die­sem Ort war (und ist), dass an 113 Tagen im Jahr kei­ne Son­ne scheint. Jedes Jahr am 26. Novem­ber fei­er­te man den Son­nen-Abschied und am 19. März begrüß­te man sie fei­er­lich. Seit eini­gen Jah­ren orga­ni­siert der Freun­des­kreis Forst­bau­den die tra­di­tio­nel­le „Ver­ab­schie­dung der Son­ne” in Bud­ni­ki wie­der. Beim strah­len­den Son­nen­schein star­ten wir von unse­rer Her­ber­ge in der Fels­sied­lung (Osied­le Skal­ne) in die Ber­ge.

Stim­mungs­voll und male­risch wer­den wir von der dick mit Schnee bedeck­ten Natur beglei­tet. Von der Sied­lung ist nicht mehr viel übrig. Tafeln ste­hen dort wo Gehöf­te waren den­noch kann man sich gut vor­stel­len wie hart das Leben hier gewe­sen sein muss.

Die alten Fotos stam­men von der Sei­te des Freun­des­krei­ses Bud­ni­ki

Wir sind allein in den Ber­gen. Genuss pur. Erst nach vier Stun­den, fast wie­der in Kar­pacz, tref­fen wir wie­der eini­ge Homo-Sapi­ens. Ein herr­li­ches Gefühl — und das Essen im Dwor Lic­zyr­ze­py schmeckt gleich noch­mal so lecker:)

Weihnachtsmarkt im Schloss Lomnitz

Es ist schon Tra­di­ti­on gewor­den den Advents und Weih­nachts­markt in Schloss Lom­nitz zu besu­chen. Auf dem Gelän­de der ehe­ma­li­gen Stal­lun­gen und des Wirt­schafts­ho­fes laden vie­ler­lei bun­te Stän­de zum Wun­dern, Stau­nen und Kau­fen ein! Man fühlt sich in Kin­der­ta­ge zurück ver­setzt wenn man mit auf­ge­ris­se­nen Augen und offe­nen Mund durch die­se wun­der­sa­me, bun­te Weih­nachts­welt schlen­dert.
Im alten Stall spielt ein Gora­len-Chor auf — wit­zig, alte Män­ner von einer reso­lu­ten Frau diri­giert — da stimmt der Rabe glatt mit ein.

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Gemüt­li­che Sitz­ecken mit Kuschel­kis­sen laden zum Ver­wei­len ein um die kuli­na­ri­schen Lecke­rei­en zu genie­ßen. Für uns dies­mal “Kas­zan­ka” eine Art Grütz­wurst , ein­fach ober­le­cker! Dazu ein Glüh­wein mit Gewür­zen und Oran­ge, was kann es schö­ne­res geben!
Hier ent­ste­hen auch die ers­ten Video-Take’s für unse­ren dies­jäh­ri­gen Weih­nachts-Clip
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Das B Nr.2 – BAJM

Am Sonn­tag ist in Jele­nia Gora was los. In der Kon­zert- und Sport­are­na fin­det zum sie­ben­ten Mal eine Cha­ri­te-Gala statt. Unter dem Titel „Ver­zau­ber­te Weih­nacht mit der Tau­ron-Fun­da­ti­on“ wird Geld für geis­tig wie kör­per­lich behin­der­te Kin­der und Jugend­li­che gesam­melt. Ver­schie­de­ne musi­ka­li­sche und reha­bi­li­ta­ti­ons Work­shops fin­den schon Tage zuvor mit beson­ders gesangs­be­gab­ten, behin­der­ten Jugend­li­chen statt. Die Bes­ten von ihnen sowie die Gewin­ner des polen­weit im Fern­se­hen aus­ge­tra­ge­nen Musik­wett­be­werbs „Das ver­zau­ber­te Lied“ (Zac­za­ro­wa­na pio­sen­ka) für Behin­der­te bestrei­ten die ers­te Hälf­te des Pro­gramms. Eini­ge Kin­der­grup­pen lei­ten das Gesche­hen auf der Büh­ne gemein­sam mit ihren Betreu­ern an.

Dann kom­men die jun­gen Stars an die Rei­he. Wir sind zu Trä­nen gerührt … die musi­ka­li­sche Klas­se der Voka­lis­ten über­steigt bei Wei­tem die man­cher, nicht behin­der­ten, Fina­lis­ten von DSDS, Pop­stars oder Super­ta­lent. Die Stim­men und die Per­sön­lich­kei­ten begeis­tern uns wie das gesam­te Publi­kum – ein Wahn­sinn.

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Haupt-Attrak­ti­on des Abends ist eine pol­ni­sche Rock-Pop-Legen­de – die Grup­pe BAJM, so benannt nach den Vor­na­men ihrer Grün­dungs­mit­glie­der im Jahr 1978. Eine Zeit lang beglei­te­te der Rabe das Schaf­fen der Band aus Lub­lin auf Kas­set­ten-Sam­plern, wie es so in den 80ern üblich war. Songs wie “Nie ma wody na pus­ty­ni”, “Dwa ser­ca, dwa smut­ki” oder “Dzie­sięć przyka­zań” kennt jeder Pole. Die Eulen­kö­ni­gin kann­te zwar kei­nen ein­zi­gen Titel der an die­sem Abend gespielt wur­de – ist aber nach dem Kon­zert zum lebens­lan­gen Fan der Trup­pe gewor­den. Eine bril­li­an­te Show ist dafür genau­so ver­ant­wort­lich wie die etwas gleich­al­te Bea­ta Kozid­rak

(das B von Bajm) – die Rock­la­dy lie­fer­te eine leben­di­ge, ener­gie­ge­la­de­ne Vor­stel­lung ab. Die Fans am rech­ten Rand der Büh­ne fei­er­ten von Beginn an mit. Zum Schluss stan­den auch die zig Rei­hen Offi­zi­el­ler beim Stan­ding Ova­ti­on und wipp­ten im Takt der letz­ten Akkor­de.
Selbst der lang­bei­ni­ge Back­round-Chor bekam in dem eh gekürz­ten Auf­tritt ein Solo­stück — das spricht für die sym­pa­ti­sche Che­fin.

Wäh­rend des Auf­tritts schloss Eul­chen eine klei­ne Freund­schaft mit ihrer Sitz­nach­ba­rin. Bei­de ver­stan­den ein­an­der über­haupt nicht — schun­kel­ten, lach­ten und tanz­ten aber gemein­sam wie zwei ver­lieb­te Teen­ager. Ein leib­haf­ti­ger Beweis dafür, dass Musik ver­bin­det und Gren­zen über­win­det. 

 

Fackeln … ähh Vögel im Sturm

So sehr wir von Alba­ni­en schwär­men, so sehr ver­mis­sen wir unser gelieb­tes Polen. Wie die Zeit ver­geht. Sechs Wochen sind es schon her, dass wir unse­re Wahl­hei­mat nicht gese­hen haben .… ers­te Ent­zugs­er­schei­nun­gen wer­den spür­bar.

End­lich, die Gren­ze — ande­res Land, ande­re Men­schen, obwohl so nah … ande­re Gala­xie. Freund­li­che, bun­te, auf sich stol­ze Gala­xie. Freund­lich ihre Bewoh­ner, bunt deren Klei­dung und wenn auch poli­tisch zer­strit­ten, einig in der Ver­tei­di­gung der natio­na­len Iden­ti­tät, Tra­di­tio­nen und Wer­te. Mit eige­nem Wil­len .. nicht bereit BLIND zu gehor­chen nur weil eini­ge, weni­ge Mario­net­ten den Kon­ti­nent regie­ren wol­len.  Was kommt als nächs­tes? Eine Welt­re­gie­rung aus Peking?

Den stür­mi­schen und ver­reg­ne­ten Sams­tag machen wir zum Shop­ping- und Dienst­leis­tungs-Day. Eul­chen woll­te schon immer wie eine Kreu­zung aus einem Ali­en und einer Wikin­ger-Krie­ge­rin aus­se­hen. In 3 Tagen ist Hal­lo­ween … hihi. Der Rabe lässt sich der­weil “stun­den­lang” den Kopf mas­sie­ren.

Shop­ping klappt per­fekt. Hosen, Gür­tel und Uten­si­li­en zur Kriegs­be­ma­lung wech­seln den Besit­zer. Es ist kein span­nen­der Tag — aber wir machen ihn wenigs­tens zu einem ange­neh­men. Nicht zuletzt durch Raben’S Idee ein, bes­ser gesagt -DAS, ganz beson­de­re  Fisch­re­stau­rant auf­zu­su­chen. Auf dem Radar haben wir es schon lan­ge gesich­tet. Es pos­tet immer wie­der Fotos von den leckers­ten Mee­res-Spei­sen in sozia­len Medi­en. Uns tropft schon lan­ge der Zahn.

Izba Ryba­cka (Fischer­bau­de) befin­det sich in Pod­gór­ki, rund 15 Km hin­ter Jele­nia Gora. Jedes nur erdenk­li­che Fluss- und Mee­res­ge­tier fin­det man auf hier auf der Kar­te, und dazu in den aben­teu­er­lichs­ten Krea­tio­nen. Die Besit­zer ver­si­chern uns, dass alles frisch zube­rei­tet wird und nichts gefro­ren ange­lie­fert oder gela­gert wird. Dies las­sen sie sich zer­ti­fi­zie­ren und wer­den stän­dig kon­trol­liert.

Wir wis­sen anfäng­lich nicht wofür wir uns ent­schei­den sol­len. Alles klingt beson­ders, alles klingt lecker. Der Rabe ent­schei­det sich für den Lieb­lings­fisch sei­ner Kind­heit — die Flun­der. Genau­er, Flun­der-Rou­la­de mit Spi­nat gefüllt, an  But­ter­pil­zen, Buch­wei­zen (kas­za grycz­ana), Ruco­la und Mini Tomät­chen. Die Eule pro­biert Kabel­jau-Filet mit ver­schie­de­nen Roh­kost­sa­la­ten, Knob­lauch­so­ße (per Excel­lence) und Fischer-Kar­tof­feln aus dem Ofen. Unnö­tig zu erwäh­nen, dass wir gleich­zei­tig zum Orgas­mus kom­men.

Das schö­ne lan­ge Wochen­en­de will uns lei­der kein schö­nes Wet­ter besche­ren. Es soll kalt und nass blei­ben. Hin­zu kommt Sturm Grze­gorz, der von Nor­den über Deutsch­land her­ein­bricht und Rich­tung Polen abbiegt. Es stürmt gewal­tig. Pol­ni­sches Fern­se­hen berich­tet über Wind­ge­schwin­dig­kei­ten von knapp 200 Km/h.

Festung Silberberg — Twierdza Srebrnogorska

Am Noch-Orkan-Sonn­tag suchen wir eine Mög­lich­keit etwas “indoor” zu besich­ti­gen. Die Fes­tung Sil­ber­berg (Twierd­za Sre­brno­gór­s­ka) haben wir bereits vor län­ge­rer Zeit im Netz ent­deckt. Es war uns bis­her aber etwas zu weit dahin. Heu­te spu­len wir die 95 Kilo­me­ter gern ab. Wir sehen vie­le umge­fal­le­ne Bäu­me: rie­si­ge, uralte Buchen, Eichen und Tan­nen. Zwei­ge fal­len immer noch auf die Stra­ße wäh­rend wir ins Eulen­ge­bir­ge rol­len.

Die Fes­tung Sil­ber­berg, auch Schle­si­sches Gibral­tar genannt, ist die ein­zi­ge Gebirgs­fes­tung auf dem Gebiet Schle­si­ens und der größ­te Fes­tungs­bau in Euro­pa. Zudem besitzt sie den höchs­ten Bas­tei-Don­jon. In ihrer Geschich­te wur­de sie nie­mals von Fein­den ein­ge­nom­men. Die Anla­ge protzt mit gewal­ti­gen Aus­ma­ßen und ist ein­zig­ar­tig in ihrer Bau­form.

Wäh­rend der Füh­rung erfah­ren wir Inter­es­san­tes über den Erbau­er, König Fried­rich II sowie über das Preu­ßi­sche Mili­tär und die dama­li­gen Kriegs­stra­te­gi­en. Fried­rich, selbst nur 1.50 m groß, psy­chisch lädiert, vom eige­nen Vater gebro­chen, schuf zwar Fol­ter als Züch­ti­gungs­me­tho­de ab — befür­wor­te­te aber har­te und schmerz­haf­te Stra­fen. Er leg­te größ­ten Wert auf Ord­nung und Gehor­sam. Kadet­ten wur­den drei Jah­re lang von den Unter­of­fi­zie­ren gedrillt. Wer sich nicht füg­te, nicht konn­te oder nicht woll­te, wur­de mit Peit­schen-Hie­ben gezüch­tigt. Der Hol­ze­sel war gefürch­tet — unge­hor­sa­me Kadet­ten muss­ten mit Stahl­ku­geln an ihren Bei­nen, stun­den­lang drauf sit­zen — äußerst schmerz­haft.

Die ein­zi­ge Paß-Fes­tung Schle­si­ens bestand aus fünf Forts und einem Don­jon — dem Haupt­boll­werk. Im Ernst­fall war sie mit 5000 Sol­da­ten, 6500 Mus­ke­ten, 264 Artil­le­rie-Geschüt­zen und 280 Ton­nen Schieß­pul­ver besetzt — und bereit 9 Mona­te lang einer Bela­ge­rung Stand zu hal­ten. Die Idee dahin­ter war, feind­li­che Kräf­te, und das in gro­ßer Zahl, so lan­ge wie mög­lich zu bin­den und das konn­te sich kei­ne Armee leis­ten. Sie wäre selbst bis dahin ver­hun­gert oder erfro­ren. Außer­dem, konn­te sich poli­tisch wie stra­te­gisch in 9 Mona­ten viel ändern. Nur ein­mal 1807 ver­such­ten Napo­leo­ni­sche Trup­pen sie zu erobern, muss­ten aber nach der Unter­zeich­nung des Til­si­ter Frie­dens unver­rich­te­ter Din­ge wie­der abzie­hen. Einen schö­nen Bei­trag über die Fes­tung fin­dest Du hier.

Übri­gens, Don­jon kommt aus dem fran­zö­si­schen und bedeu­tet (in mili­tä­ri­scher Spra­che) so viel wie die letz­te Bas­ti­on — die letz­te Ver­tei­di­gungs­li­nie. Auf dem preu­ßi­schen Hof, wie übri­gens auf allen ande­ren Höfen sei­ner­zeit, sprach man Fran­zö­sisch. Fried­richs Eltern haben schlicht ver­ges­sen ihrem Sohn Deutsch bei­zu­brin­gen — des­halb schrieb er Befeh­le, Plä­ne und mili­tä­ri­sche Wer­ke in fran­zö­si­scher Spra­che.

Bei Wind­stär­ke 8–9 ver­su­chen wir auf dem Don­jon noch Fotos des ein­zig­ar­ti­gen Baus zu machen — geben uns aber der Natur geschla­gen, die um Haa­res­brei­te Raben‘s zwei Zent­ner fast weg­weht. Es ist kein Hal­ten — und der Fes­tungs­hof gute zehn Meter tie­fer. Wir bla­sen zum Rück­marsch. Es wird sich noch etwas ande­res zum Bestau­nen fin­den — davon gibt es hier in Nie­der­schle­si­en jede Men­ge.

Schloss Tannhausen — Zamek Jedlinka

In einem Fly­er ent­de­cken wir Ame­ri­ka. Ok das hat vor uns schon Colum­bus getan — den­noch ist es wahr. Ame­ri­ka so hieß Hit­lers Son­der­zug, sein mobi­les Haupt­quar­tier mit dem er die Fron­ten besich­tigt hat, Mus­so­li­ni und Fran­co in ihren Län­dern besucht hat und in dem eini­ge, kriegs­wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen gefällt wur­den.

Eini­ge pas­sio­nier­te Geschichts­verück­te las­sen auf dem Anwe­sen des Schlos­ses Jed­lin­ka, nahe Wal­brzych, den Füh­rer­zug bzw. zwei sei­ner Wag­gons als Nach­bau ent­ste­hen. Wir sind zwar für eine Füh­rung zu spät — den­noch erweicht der Rabe mit sei­nem Charme eine net­te Mit­ar­bei­te­rin, die extra für uns den Stabs-Wag­gon 10–252 Bln auf­schließt. Ein kur­zer Film erzählt die Fak­ten zu dem Son­der­zug. Erstaun­lich die Ähn­lich­keit der Replik mit den Ori­gi­nal­auf­nah­men. Selbst die Stüh­le in den wir die Film­vor­füh­rung anschau­en sehen genau­so aus wie die in denen Hit­ler saß. Wir bedan­ken uns herz­lichst bei der net­ten Dame und möch­ten ihre Mühe beloh­nen — “kommt nicht in Fra­ge” erwi­dert sie mit bestim­men­der Stim­me. Eben eine  .… ande­re Gala­xie!!!


Mit­ten im Schloss­vor­hof steht noch eine wei­te­re Replik aus einem noch frü­he­ren Krieg. Eine Fok­ker Dr.1 — ein Drei­flüg­ler Jagd­flug­zeug — in roter Lackie­rung bekannt gewor­den durch das Flie­gerass des ers­ten Welt­krie­ges, den Roten Baron — Man­fred von Richt­ho­fen (80 bestä­tig­te Abschüs­se). Der Rabe macht in der Kan­zel die­ses Jägers eine her­vor­ra­gen­de Figur. Außer­dem gibt’s hier auch noch eine klei­ne Braue­rei — Bro­war Jed­lin­ka. Cle­ver – selbst gebrau­tes Bier, ein Restau­rant (Piz­ze­ria) und ein Hos­tel unter einem Dach.


Wir neh­men das Brettl mit den vier hier, in klei­nen Men­gen, gebrau­ten Sor­ten. Eul­chen ver­liebt sich aus dem Stand in die „März-Dame“ und in den „Hel­len Prin­zen“. Dem Raben mun­det „Der Rote Baron“ …. Wir sind wohl­ge­merkt bei­de KEINE Bier­trin­ker.

        

Zu Abend essen wir in der Kar­cz­ma Kami­en­na in Czar­ny Bór. Das liegt auf dem Rück­weg, etwa 25 Kilo­me­ter vor Jele­nia Gora. Kei­ne Neu­ent­de­ckung — hier wären wir schon mit Pio­tr. Damals hat Ihre Eulen­tät falsch gewählt. Die­ses Mal … ein Voll­tref­fer.  Hefe­klö­ße mit Gulasch. Die Klö­ße .. ein Gedicht. Für den Prin­zen gibt’s ein Giga­schnit­zel … tel­ler­groß … mit geba­cke­nen Jung­kar­tof­feln … eben­falls …. per­fet­to. Übri­gens alles zusam­men, mit vier klei­nen Schop­pen Haus­wein, kei­ne 15 Euro … fast wie in Alba­ni­en.

Wanderung zum Zackelfall — Wodospad Kamienczyka

Mon­tag scheint der ers­te tro­cke­ne Tag zu wer­den. End­lich kön­nen wir doch noch unse­re tra­di­tio­nel­le Berg­wan­de­rung absol­vie­ren. Wir steu­ern nach Szklars­ka Porę­ba, Schrei­bern­hau, ein wei­te­res tou­ris­ti­sches Zen­trum des Rie­sen­ge­bir­ges. Außer 20 Kilo­me­ter Abfahrts­pis­ten gibt es hier unzäh­li­ge Ber­ge, Bäche, Wan­der­rou­ten und, für uns nicht unwich­tig, eini­ge Berg-Bau­den.
(.… und jede Men­ge Eulen — hihi)


Da das Wet­ter immer noch unbe­re­chen­bar scheint und die Lif­te außer Betrieb sind, ent­schei­den wir uns für eine “klei­ne” Run­de ent­lang der schwar­zen und roten Rou­te. Ziel ist der Zackel­fall (wodospad Kami­en­c­zy­ka), der höchs­te Was­ser­fall in den pol­ni­schen Sude­ten.

Wir schnup­pern auch am grü­nen Pfad ent­lang und am roten ogar viel wei­ter als zum Errei­chen des Natur­wun­ders nötig. Bis zum Nach­mit­tag wer­den es gute 10 Kilo­me­ter sein die wir “erschnup­pert” haben. Die Natur ist hier wie­der ein­mal ein­zig­ar­tig und wun­der­schön. Dem NACHT­jä­ger gelingt sogar mit­ten am TAG, der (Foto)Abschuss eines Eichel­hä­her.


Der sonst so scheue Vogel lässt uns auf drei Meter an sich ran, Hier ist die Welt noch in Ord­nung.

Den Zackel­fall kön­nen wir nur wärms­tens emp­feh­len. Die Zackel (pl. Kamieńc­zyk), ist ein Neben­fluss des Zacken und ent­springt auf 1260 m Höhe, auf der s.g. Grenz­wie­se. Von einer Höhe von 846 m über NN fällt sie, über drei Stu­fen, 27 m tief in ein Becken. Von dort aus fließt sie durch eine tie­fe, ein­hun­dert Meter lan­ge Fel­sen­schlucht – die Zackel­klamm. Die Schlucht ist an eini­gen Stel­len nicht brei­ter als vier Meter, die Fels­wän­de ragen bis zu 30 m in die Höhe. Gewal­tig. Ein Natur­schau­spiel son­der­glei­chen  … ein “Must see” hier. Da 1973 ein Tou­rist von einem Fels­bro­cken erschla­gen wur­de, fin­det die Bege­hung nur mit Schutz­helm statt. Ein­tritt 6 Zł — 1.50€.

Nach der Wan­de­rung und einer klei­nen Run­de durchs Städ­te­le – keh­ren wir für eine Erfri­schung in Mlyn Lukas­za ein. Die Lukas-Müh­le ist eins der ältes­ten Gebäu­de des Ortes. Toll in Schuss beher­bergt sie ein uri­ges Restau­rant und mahlt bis heu­te eige­nes Mehl, aus dem fri­sche Pirog­gen und eige­nes Brot gezau­bert wer­den. Das Brot, mit selbst  her­ge­stell­ten Schmalz, müs­sen wir selbst­ver­ständ­lich kos­ten. Unnö­tig zu sagen, dass es eine Lecke ist … natür­lich wie­der viel zu viel …. Auweia.

Auf der Rück­fahrt ent­de­cken wir sogar noch ein Schloss. Das Schloss Pakos­zow. Das ach­te zau­ber­haft restau­rier­te Schloss im Hirsch­ber­ger Schlös­ser­tal. Besich­ti­gen müs­sen wir es ein ande­res Mal. Das 5 Ster­ne Haus bie­tet nur an den Wochen­en­den, jeweils 14 Uhr, Füh­run­gen an. Die Decken­ma­le­rei­en sol­len aber Atem­be­rau­bend sein — restau­riert vom sel­ben Maler, der der Frau­en­kir­che in Dres­den neu­en Glanz ein­ge­haucht hat.

Zurück im Hotel gön­nen wir unse­ren Kno­chen, trotz nicht all­zu spä­ter Stund, Bett­ru­he – ist das herr­lich.

Auch am letz­ten Tag tun wir etwas für unse­re Gesund­heit. Das Spa des Schloss Stons­dorf wur­de in die­sem Blog schon mehr­fach in den Him­mel geho­ben. An der Kern­aus­sa­ge hat sich nichts geän­dert – Scha­de nur, dass die Sau­na erst 16:00 Uhr ange­heizt wird. Wir whir­poo­len dafür aus­gie­big, schwim­men fast unse­re Stamm­di­stanz von 1500m und fau­len­zen lesend und blog­schrei­bend auf den feu­da­len Lie­gen des aris­to­kra­ti­schen Wellnesspfuhl’s. Nach fast fünf Stun­den ver­las­sen wir sau­ber und erholt das Schloss-SPA. Übri­gens, dass SPA eine latei­ni­sche Abkür­zung ist stimmt nicht. Es ist ein … Ach­tung … Backro­nym. Ein, erst nach­träg­lich, aus den Initi­al­buch­sta­ben der latei­ni­schen Gra­phe­me sanus per aquam (Gesund durch Was­ser) zusam­men­ge­füg­tes Wort. Tat­säch­lich gab der Bel­gi­sche Bade­ort Spa der heu­ti­gen Bedeu­tung die­ser drei Buch­sta­ben sei­nen Namen.

So gerei­nigt an Kör­per und See­le kön­nen wir auch wie­der sün­di­gen. Noch unschlüs­sig wo wir es tun wol­len, erspäht das Eul­chen, noch vor’m Orts­aus­gang von Sta­nis­zow – ein neu­es Lokal. Restau­rac­ja “Sta­nis­zow­ka” ist genau unser Ding. Sty­lisch und kusch­lig, mit einem Kamin, einem Koh­le­grill und einer Aus­sen­an­la­ge (für die Som­mer­ta­ge) bie­tet es Ober­le­cke­res aus der Regi­on sowie alt­pol­ni­sche Küche. Dazu ein male­ri­sches Berg­pan­ora­ma. Prä­di­kat 1A – hier­her kom­men wir gern wie­der. Der Rabe bekommt hier nun doch sein gelieb­tes Golon­ka (Eis­bein­chen) – das isst er mitt­ler­wei­le nur noch in Polen. Hier fällt das Fleisch beim anhau­chen vom Kno­chen ab – und die krie­gen auch die Haut immer so krus­tig. Die Köni­gin ver­putzt einen Rie­sen­tel­ler Gemü­schen und ihr Leib­ge­richt … Rou­la­de.
Bye, bye Rie­sen­ge­bir­ge … bis zum nächs­ten Mal.