Sport-Wochenende … Bundes“Regional“Liga und Weltklasse

Ein ulti­ma­ti­ves Sport­wo­chen­en­de liegt hin­ter uns. Wir zwei bun­te Vögel, die sonst nach sport­li­chen Akti­vi­tä­ten lech­zen, haben uns dabei, mal aus­nahms­wei­se nicht hero­isch ver­aus­gabt. Ledig­lich ein leich­tes 5 Km-Wal­king mit Stop im Espach­ca­fe konn­ten wir auf der Haben­sei­te ver­bu­chen. Ande­ren bei Höchslteis­tun­gen zuzu­se­hen macht auch Spaß.

Schwarz-Weis Erfurt vs. Allianz MTV Stuttgart — Bundesliga Volleyball Damen

Am Sams­tag stat­ten wir unse­ren Bun­des­li­ga Vol­ley­ball-Damen in der Rieth-Sport­hal­le einen Besuch ab. Der SWE trat gegen Alli­anz MTV-Stutt­gart an. Der Tabel­len-Vor­letz­te gegen den Tabel­len-Zwei­ten. Genau so deut­lich fiel auch das Ergeb­nis aus – 0:3 nach Sät­zen. Die Erfur­te­rin­nen hat­ten kei­ne Chan­ce. Etwas Kri­tik muss nun erlaubt sein. Was den Raben, einst selbst Tabel­len-Drit­ter der Vol­ley­ball-Bezirks­li­ga mit der Aus­wahl der IHS-Zwi­ckau und lang­jäh­ri­ger Schül­ler einer Vol­ley­ball-Spe­zi­al­klas­se, sehr wun­dert – ist das Spiel­ni­veau der Damen-BUN­DES­LI­GA. Auf bei­den Sei­ten wur­den jede Men­ge Anga­ben ver­ge­ben – meist zu weit. Zu unse­rer Zeit haben wir Anga­ben bis zum Erbre­chen trai­niert. Aus­ge­feil­te, ange­schnit­te­ne Anga­ben konn­ten fast alle, sogar vie­le Mädels. Wir muss­ten im Trai­ning Badt­ep­pich gro­ße Mat­ten in der geg­ne­ri­schen Hälf­te tref­fen. Kraft­vol­le Flach­bäl­le wur­den vom Trai­ner erwar­tet sonst kam man erst gar nicht in die Aus­wahl für Spie­le. Angriffs­bäl­le am Netz durf­ten auch gegen gezielt plat­zier­te Hebe­bäl­le getauscht wer­den wenn der Block unüber­wind­bar gut stand – dafür scheint es in der Bun­des­li­ga der Frau­en Straf­punk­te zu geben. Wir muss­ten jeden Block mit einem Spie­ler sichern – ist das heut nicht mehr nötig? Scha­de so ver­lo­ren bei­de Mann­schaf­ten eini­ge Punk­te. Von Kraft gar nicht erst zu reden – ledig­lich die Ecua­do­ria­ne­rin, Eri­ka Mer­ca­do, brach­te Power in den Angriff – lei­der ver­lor Sie dafür mas­sen­wei­se Anga­ben.
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Noch vor weni­gen Jah­ren wohn­te der Rabe dem Vol­ley­ball Cham­pi­ons-League Halb­fi­na­le der Damen zwi­schen Suhl und Baku bei – ein Spiel auf Welt­ni­veu. Was ist seit dem gesche­hen? Wo sind unse­re Spit­zen­spie­le­rin­nen? Alle im Aus­land? Wir freu­en uns jeden­falls auf das Der­by in Mei­ni­gen am 17. Febru­ar – der 9. der Tabel­le gegen den 10. – das Niveau wird hof­fent­lich etwas bes­ser 🙂

Worldcup im Eisschnelllauf — 21. Januar 2018 

Am Sonn­tag dann end­lich doch Welt­klas­se – aller­dings im Eis­schnell­lauf. Ein Welt­cup aus­ge­tra­gen in unse­rem beschau­li­chen Städt­chen, in der Gun­da Nie­mann-Stir­n­e­mann Hal­le. Mehr wegen der Stim­mung als wegen der bekann­ten Namen haben wir uns die­se Ver­an­stal­tung gegönnt. Der Ein­zi­ge uns bekann­te Name gehör­te Clau­dia Pech­stein, die mit fast 46 Jah­ren ihrer Ehre hin­ter­her hechelt. Ihre Doping –Sper­re vor fast zehn Jah­ren will Sie immer noch ver­ges­sen machen – ob das der rich­ti­ge Weg ist? Ihr Auf­tritt über 3000m ende­te jeden­falls mit einem ernüch­tern­den Ergeb­nis. Mit 4:11,04 — Elf­ter Platz — viel­leicht hat Sie sich des­halb ver­mummt warm gelau­fen.
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Im Gesamt­welt­cup belegt Sie jedoch einen respek­ta­blen drit­ten Rang. Erfreut haben uns die vie­len pol­ni­schen Läu­fe­rin­nen und Läu­fer. Artur Nogal, Pio­tr Mich­alski, Nata­lia Czer­won­ka, Karo­li­na Bosiek, Sebas­ti­an Klosin­ski und eini­ge mehr …. waren in den Final­läu­fen unse­ren weni­gen Ath­le­ten jeden­falls nicht nur Zah­len­mä­ßig über­le­gen. Die Deut­schen hol­ten bei die­sem Welt­cup, immer­hin der Olym­pia-Gene­ral­pro­be, erst­ma­lig nicht eine ein­zi­ge Medai­l­i­le. Nicht nur Pech­stein war schwach — ein Nico Ihle ver­pass­te das Trepp­chen um 3 Hun­derts­tel trotz dem Feh­len der kom­plet­ten Welt­eli­te.

Stim­mung in der Hal­le war Super, dafür sorg­ten vor allem aus­län­di­sche Fans
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… aller­dings ver­sa­gen die deut­schen Ver­an­stal­ter sol­cher Events im inter­na­tio­na­len Ver­gleich. Eine Damen­toi­let­te mit zwei „Boxen“ für die gan­ze Hal­le???? Essens­ver­sor­gung warm nur aus­ser­halb der Hal­le, kalt nur ein Punkt in der Hal­le. Trin­ken immer­hin noch ein zwei­ter Punkt aus­ser­halb der Hal­le. Die Ein­lass­kräf­te haben sich sicher gefreut … rein, raus, rein, raus. Egal ob man Trin­ken, Essen oder Pipi woll­te – eine hal­be Hal­len­run­de war min­des­tens fäl­lig. Das erle­ben wir in „drit­te Welt Län­dern“ wie Grie­chen­land, Alba­ni­en und Polen bedeu­tend bes­ser. Na viel­leicht bekom­men es die Erfur­ter irgend­wann mal hin – ein Groß­ereig­nis Welt­klas­se durch zuzie­hen:) Das Pau­sen­pro­gramm war jeden­falls schon mal super.:)
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Fazit der Sport­schau

Steher mit Schrittmacher

Gibt zu, bei die­sem Titel denkt man zu aller erst an einen schwer herz­kran­ken Opa der eine blaue Pil­le ein­ge­wor­fen hat. Nichts der­glei­chen. Hoch­gra­dig unter­halt­sa­mer Rad­sport der Extra­klas­se wird von Ste­hern und Schritt­ma­chern betrie­ben – aber fan­gen wir lang­sam an.

Erfurt hat eine lan­ge Rad­sport-Tra­di­ti­on und seit über 130 Jah­ren auch eine …. falsch …. DIE ältes­te (noch in Betrieb befind­li­che) Rad­renn­bahn Deutsch­lands. Bereits in den 1880er Jah­ren dreh­ten hier Rad­ler ihre Run­den. Meh­re­re Umbau­ten folg­ten und heu­te ist die „stei­ner­ne Sup­pen­schüs­sel“ die mit Abstand stim­mungs­volls­te Sport­stät­te in Erfurt. Namen wie Rene Wolff, Dani­el Becke, Rene End­ers oder Kris­ti­na Vogel haben unser „Lan­des­haupt­dorf“ in die Sport­ge­schichts­bü­cher ein­ge­tra­gen. Olym­pia­sie­ger, Welt- und Euro­pa­meis­ter haben auf die­ser Rad­bahn trai­niert und tun es heu­te noch.

Ihre Eulen­tät hat bereits vor vie­len Mon­den der vor­letz­ten Deka­de den s.g. Ste­her­ren­nen bei­gewohnt. Heu­te will sie mit Ihrem Traum­ra­ben­prin­zen seit lan­ger Zeit wie­der mal dabei sein wenn die Ste­her­eli­te sich im Andre­as­ried ein Stell­dich­ein gibt. Wir sind über­pünkt­lich an der Renn­bahn – da ja die Zufahrt dahin, von der Stadt­äm­tern (Stra­ßen­bau­amt, Bau­amt, Unte­re- und Obe­re Bau­be­hör­de, haben wir was ver­ges­sen???) per­fekt ver­sperrt wur­de, sind wir recht­zei­tig los­ge­fah­ren. Meh­re­re Bau­stel­len (momen­tan allein in EF über 300), Stra­ßen­sper­run­gen, Umlei­tun­gen u.d.G – machen es jedem Frem­den, selbst mit dem bes­ten Navi aus­ge­stat­tet, unmög­lich sich in Erfurt zurecht zu fin­den.

Das Objekt wur­de 2009–2011, also nach Königins letz­tem Besuch, gründ­lich moder­ni­siert und erhielt zudem eine Über­da­chung. Es macht einen gefäl­li­gen Ein­druck und strahlt eine gewis­sen Gedie­gen­heit und Pro­fes­sio­na­li­tät aus. Meh­re­re star­ke Spon­so­ren schei­nen mit den Orga­ni­sa­to­ren für einen gelun­ge­nen Abend zu sor­gen – das mer­ken wir bereits an der Ver­sor­gung. Mode­ra­ter Ein­tritt, Essen und Trin­ken alle paar Meter, kei­ne Schlan­gen – so macht der Abend Spaß.

18 Uhr geht es los. Das ers­te von drei Ste­her­ren­nen an die­sem Tag. Der Rabe stu­diert neu­gie­rig das Regle­ment. Acht Gespan­ne dre­hen 100 Run­den, rund 75 Km, und sam­meln ….. auf­pas­sen …. SO WENIG WIE MÖGLICH PUNKTE. Die Punk­te wer­den ent­spre­chend der Posi­ti­on im Ziel ver­ge­ben also: der ers­te bekommt EINEN Punkt der Ach­te eben ACHT Punk­te. Wer nach ins­ge­samt drei Ren­nen die wenigs­ten Punk­te hat – hat gewon­nen.

Allein die Geräusch­ku­lis­se aus Moto­ren­lärm, der Stim­me des Kom­men­ta­tors und dem Rau­nen und Jubeln der Men­ge ver­leiht solch einem Ren­nen eine ganz beson­de­re Atmo­sphä­re. Heu­te sind es zusätz­lich die Stars die sich ange­sagt haben — Mar­cel Kit­tel und Kris­ti­na Vogel.

Kit­tel, der bei der dies­jäh­ri­gen Tour de Fran­ce fünf Etap­pen gewon­nen hat­te, war mit dem Tan­dem unter­wegs. Zusam­men mit sei­nem Part­ner, Maxi­mi­li­an Levy ver­wies er das Duo End­ers-Dorn­bach auf den zwei­ten Platz. Auch die zwei­ma­li­ge Olym­pia­sie­gern Kris­ti­na Vogel, eine ech­te Erfur­ter Puff­boh­neJ — tri­um­phier­te im „Lon­gest Lap“ — Sprint­ren­nen gegen die U23-Euro­pa­meis­te­rin Pau­li­ne Gra­bosch.

 

 

Zu guter Letzt ging auch bei den Ste­hern der Sieg an den Lokal­ma­ta­dor Mar­cel Barth obwohl eher ein Zwei­kampf der Favo­ri­ten, des Euro­pa­meis­ters Schä­fer und sei­nes Vize Schie­wer erwar­tet wur­de.

Hier noch­mal für alle Unwis­sen­den, wie der Rabe es WAR — der Ste­her das ist der Rad­fah­rer hin­ter dem Motor­rad – Schritt­ma­cher, das ist der Motor­rad­fah­rer der in den Fuß­ras­ten ste­hend (davon kommt aber nicht den Name Ste­her) auf einem spe­zi­ell umge­rüs­te­ten Motor­rad mit einer Rol­le hin­ten, dem Ste­her Wind­schat­ten gibt. Das „Gespann“ erreicht dabei Geschwin­dig­kei­ten um die 100 Km/h und hält die­se über die Stre­cken­län­ge. Der Begriff Ste­her – lei­tet sich vom engl. Wort Stay­er ab – was so viel heißt wie, jemand der Aus­dau­er hat. Frü­her hieß es Dau­er­ren­nen und nicht Ste­her­ren­nen. 100 Km war die Min­dest stre­cke – oft wur­de wesent­lich län­ger gefah­ren. Selbst 24h Ren­nen waren an der Tages­ord­nung. Dau­er­ren­nen – Aus­dau­er – letzt­lich Ste­her (Qua­li­tä­ten) beschreibt ganz gut wor­um es bei die­sem Sport geht.

Übri­gens von der oben erwähn­ten Rol­le am Motor­rad­heck, hin­ter der mög­lichst dicht der Ste­her fährt – lei­tet sich der Spruch „von der Rol­le kom­men“ ab. Ver­liert der Rad­fah­rer den engen Kon­takt zum Motor­rad – sagt man „er ist von der Rol­le“. Wie­der was dazu gelernt.

Der Rabe frag­te sich die gan­ze Ver­an­stal­tung lang wie die bei­den, Ste­her und Schritt­ma­cher, mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Die Schritt­ma­cher haben Kopf­hö­rer auf – so sieht es jeden­falls aus. Bei den Ste­hern konn­te der Rabe trotz moderns­ter Zeiss-Optik am Tele­ob­jek­tiv unse­rer Spie­gel­re­flex kein Micro oder Ähn­li­ches aus­ma­chen. Die Ant­wort ist ver­blüf­fend ein­fach. Bei dem Lärm der Moto­ren ist eine Ver­stän­di­gung zwi­schen Schritt­ma­cher und Ste­her akus­tisch nur durch kur­ze, in ihrer Bedeu­tung zuvor fest­ge­leg­te Rufe mög­lich. Dazu benut­zen die Schritt­ma­cher Hel­me mit nach hin­ten geöff­ne­ten Ohren­klap­pen. Raf­fi­niert.

Es war eine fas­zi­nie­ren­des Event. Wer denkt, dass über 100 Run­den nicht viel pas­siert der irrt gewal­tig. Es ist non­stop Bewe­gung im Feld. Unser Erfur­ter Mar­cel – lag stre­cken­wei­se ganz hin­ten und schob sich in auf­re­gen­den Auf­hol­jag­den an die Spit­ze. Das Publi­kum, immer­hin 2200 Zuschau­er, tobt dann natür­lich und jubelt. End­lich konn­ten wir mal wie­der erle­ben, dass Erfur­ter gewin­nen. Bei den SWE-Vol­ley­ball Damen und den Black-Dra­gon Eis­hock­eis­ten. war das in letz­ter Zeit sel­ten der Fall. Eine neue Sport­art haben wir soeben gemein­sam ins Pro­gramm genom­men. Ein Hoch auf unse­re Rad­ler.

DM in Leichtathletik — der besondere Kommentar

Deut­sche Meis­ter­schaf­ten in Leicht­ath­le­tik .… und das in E R F U R T, das woll­ten sich die Eule und der Rabe nicht ent­ge­hen las­sen. Der Grün­de gab es gleich ein Hauf. Zum einen woll­ten wir die auf Krampf, mit Schul­den, Pan­nen und für viel zu viel Geld umge­bau­te Mul­ti­funk­ti­ons­are­na — unser Stei­ger­wald-Sta­di­on end­lich mal unter die Lupe neh­men. Ein För­der­mit­tel­be­trug son­ders­glei­chen wird hier mit einer Akri­bie von allen Akteu­ren betrie­ben, dass es jeder Beschrei­bung spot­tet. Dem Bund wur­de vor­gegau­gelt, dass hier 100 — 120 GROSS­ver­an­stall­tun­gen pro Jahr statt­fin­den wer­den. Das wäre jeden drit­ten Tag eine — Respekt, das schaft die Olym­pia­hal­le in Mün­chen oder die MB-Are­na in Ber­lin nicht mal ansatz­wei­se. Hej, in Ber­lin ist es nie­man­den auf­ge­fal­len, man muss die 16 Mil­lio­nen Euro nicht zurück­zah­len.

Aber zurück zum The­ma. Als Mut­ter einer frü­he­ren Deut­schen Meis­te­rin in 400m Hür­den hat­te die Köni­gin natür­lich auch einen ganz pro­fa­nen Wunsch einer sol­chen Ver­an­stal­tung bei­zu­woh­nen und ganz abge­se­hen davon, ist es bereits über eine Woche her, dass wir in einer gro­ßen Are­na waren … in der 2000 Jah­re alten von Sala­mis … ok, die war etwas grö­ßer … 15000 Sitz­plät­ze (in Erfurt nur 10000)

Nun aber zum eigent­li­chen Gesche­hen. Sonn­tag ist der zwei­te Wett­kampf­tag. Wir lau­fen gemüt­lich gegen 14 Uhr in das Sta­di­on ein. Ok die Orga­ni­sa­to­ren haben die Sta­di­on­plä­ne (die mit den Rang-Buch­sta­ben) spie­gel­ver­kehrt aus­ge­druckt. Es dau­ert etwas bis wir unse­re “Kur­ve” fin­den. Ist schon etwas anders als frü­her bei den FC-RWE Chor-Gesangs­stun­den:))) Bes­ter Blick auf die Stab­hoch­sprung­an­la­ge.

Los gehts aber mit den 5000 Metern der Frau­en. Eine rela­tiv unspek­ta­ku­lä­re Lauf­dis­zi­plin. Die deut­sche Spit­ze ist die­se Jahr schon mal Zei­ten von 14,51 min gelau­fen. Das Ren­nen been­det Gela Feli­zi­tas Krau­se  in über 16 min (16,20 min)

Etwas span­nen­der wird es bei den 400 Meter der Frau­en. Ruth Sophia Spel­mey­er legt ein sen­sa­tio­nel­les Ren­nen hin. Führt ab der zwei­ten Kur­ve und über­läuft die Ziel­li­nie bei 51.84s. Damit ver­bes­sert sie die eige­ne Jah­res­best­zeit um fast eine hal­be Sekun­de. Respekt — das Sta­di­on fei­ert. Es fol­gen die 400 Meter der Män­ner … ok, schön gelau­fen:)))  45,82 kann man gel­ten las­sen:)))

Dann für uns die SENSATION. Das wird sicher kei­ne ande­re Sei­te so sehen, in den Ergeb­nis­sen wird es nicht auf­fal­len und die Nach­rich­ten­re­dak­teu­re dür­fen so “etwas” sicher gar nicht erst brin­gen. Die Rede ist vom WEITSPRUNG. Juli­an Howard, der Stern am deut­schen Weit­sprung­him­mel erfüll­te auch in Erfurt die Erwar­tun­gen sei­nes Trai­ners, des Ver­ban­des und des Publi­kums. Traum­haf­te 8 Meter 15 Springt er bereits im zwei­ten Ver­such. Ers­ter Platz, haus­hoch vor dem zwei­ten Maxi­mi­li­an Ent­holz­ner mit 7 Meter 76. Alles gut — alles bes­tens. Ware da nicht .… Mar­kus Rehm.

(Foto: Wiki­me­dia by_Olaf_Kosinsky)

Der Bein­am­pu­tier­ter Paraolym­pics Gewin­ner star­tet aus­ser Kon­ku­renz und springt .… 8 Meter 19 cm. Ein Wahn­sinn und ein schö­ner zwei­ter Platz für Juli­an Howard. Scha­de, dass Rabens Kame­ra-Akku leer war — mit dem Han­dy haben wir kein Foto von der Weit­sprung-Anla­ge hin­be­kom­men. Rehm hat bei den Paraolym­pics übri­gens auch noch eine zwei­te Gold­me­dai­l­ie in der 4x100m Staf­fel gewon­nen. Ham­mer­ath­let.

400 Meter Hür­den der Frau­en

In einem sen­sa­tio­nel­len Lauf holt sich die Düs­sel­dor­fe­rin Dja­mi­la Böhm in 56 Sekun­den 92 — mit einem deut­li­chen Abstand auf die Zwei­te den Sieg. Sie ver­bes­sert dabei Ihre eige­ne Jah­res­best­leis­tung um 3 Hun­derts­tel. Eben­falls Hut ab. Bei den Män­nern fällt eben­falls ein Rekord. Luke Camp­bell ist mit 49,40 Sekun­den fast eine hal­be Sekun­de schnel­ler als die deut­sche Jah­res-Best­zeit  und eine hal­be Sekun­de schnel­ler als sei­ne eige­ne Best­leis­tung die­ses Jahr.

Vie­le wei­ter Wett­kämp­fe begeis­ter­ten dann noch die Eule, den Raben und die ande­ren Anwe­sen­den aber zwei Wett­be­wer­be müs­sen wir hier noch erwäh­nen.

 Stab­hoch­sprung der Män­ner

Momen­tan der bes­te DEUTSCHE Stab­hoch­sprün­ger, Rapha­el Holz­dep­pe wird mit 5.60 im 3. Ver­such nur zwei­ter — lie­fert aber eine sym­pa­thi­sche Show ab. Bo Kan­da Lita Baeh­re gewinnt die Dis­zi­plin und wird mit 5.70 m — Deut­scher Meis­ter. Bo Kan­da ver­bes­sert sei­ne eige­ne Best­leis­tung um 10cm — Holz­dep­pe, der Favo­rit, ver­fehlt sei­ne um 20cm. War ein klas­se Duell -eine schö­ne Show — scha­de nur, dass der Rest der deut­schen Stabhochsprung-“ELITE” weit unter den EMWM Ergeb­nis­sen rum ran­giert und sich bei 5.40m ver­ab­schie­det.

 Ein Erfur­ter wird Deut­scher Meis­ter … in Erfurt 

Ein ERFURTER ret­tet den eins­ti­gen Stolz des Olym­pia-Stütz­punk­tes Erfurt. Tim Ste­ge­mann vom LAC Erfurt holt beim 3000m mit Hin­der­nis­sen der Män­ner, auf den letz­ten Metern die Deut­sche Meis­ter­schaft — Ziel­fo­to muss ent­schei­den. 8 Minu­ten 43 Sekun­den 40 Hun­derts­tel — Erfur­ter Stei­ger­wald Sta­di­on tobt. Wenigs­tens ein Erfur­ter auf der Ehren­run­de — das war frü­her auch anders:)))

 1500 Meter der Frau­en

Fast wäre jetzt noch eine außer­ge­wöhn­li­che von uns unter­schla­gen wor­den. Die 13600 Zuschau­er am zwei­ten Tag (die Medi­en haben fein von 25000 Zuschau­ern berich­tet — kei­ner hat erwähnt, dass es an bei­den Tagen zusam­men war) haben noch einen gran­dio­sen 1500 Meter Lauf der Frau­en zu sehen bekom­men. Nach 40 Jah­ren ist der Meis­ter­schafts-Rekord in Erfurt gefal­len. Dia­na Sujew von der Ein­tracht Frank­furt — hat mit 3.59.58 s auch ihre eigen Best­mar­ke um 10 Sekun­den ver­bes­sert.

Die Köni­gin ist ober­glück­lich — der Rabe begeis­tert. Es war sei­ne ers­te Leicht­ath­le­tik-Ver­an­stal­tung von Rang und Namen (die Sport­fes­te der eige­nen Kin­der nicht mit­ge­zählt:))) — und bestimmt nicht sei­ne letz­te. Das Stei­ger­wald­sta­di­on bot eine gebüh­ren­de Kulis­se und kann sich mitt­ler­wei­le sehen las­sen. Alle paar Meter ein Geträn­ke­stand und alle paar Meter eine Toi­let­te. Da wur­de doch das Geld rich­tig gut inves­tiert:))))

Discovery Weekend …. viele Neuentdeckungen

Glo­bal-sinn­lo­se Ener­gie­spar­po­li­tik schenkt uns an die­sem Wochen­en­de eine Stun­de Schlaf, christ­li­che Glau­bens-Unein­heit gleich einen gan­zen frei­en Tag. Dan­ke lie­ber ML (für Athe­is­ten — der Mar­tin, der Luther ist gemeint — nicht Mar­xis­mus-Leni­nis­mus;)))) Wie auch immer, ihre Eul­heit freu­te sich auf ruhi­ge drei­ein­halb Tage — was aller­dings fol­gen soll­te war ein Erleb­nis-Mara­thon. Auf der Agen­da dies­mal, lau­ter Neu­ent­de­ckun­gen.

Den FREI­tag, den ein­zi­gen Tag des Wochen­en­des der nicht gänz­lich frei war, lie­ßen wir noch in gewohn­ter Manier ver­strei­chen. Tra­di­tio­nel­le Grün-Mom-Bau­ern­hof-Shop­ping-Tour bescher­te uns Eier, Nudeln, Milch, fri­sche Wurst und Fleisch für die gesun­de Ernäh­rung bis zum nächs­ten WE.

Den Sonn­abend, an dem es weder am Tag noch am Abend Son­ne gab, woll­ten wir in der Roland-Mat­thes-Schwimm­hal­le ein­läu­ten. 30×50m ist unse­re Haus­stre­cke um nicht ein­zu­ros­ten. Lei­der ist die Sport­stät­te wegen eines Wett­be­werbs am WE für den ÖBB (öffent­li­chen Bade­be­trieb ….. eine traum­haf­te Blü­te der Deut­schen Spra­che) geschlos­sen. Ein Not­fall­plan wird akti­viert. Wir ent­de­cken die Arn­städ­ter Schwimm­hal­le für unse­re rekrea­ti­ons­zwe­cke.
Schö­nes altes Gemäu­er aus dem Indus­trie­zeit­al­ter, Sau­na, Well­ness-Erho­lungs­be­cken … und sechs 25m Bah­nen. Ide­al um einen Tag hier zu ver­brin­gen. Wir zäh­len nur jede zwei­te, geschwom­me­ne Bahn — so hat man das Gefühl in einem 50m Becken zu schwim­men. (Ist so ähn­lich wie mit der Tor­te: soll ich sie Ihnen in 8 in 16 Stü­cke schnei­den fragt der Kon­di­tor — na in acht, wer soll den 16 Stück sah­ne­Tor­te schaf­fen). Apro­pos Essen — ein Grie­che ver­sorgt die Baden­den mit ECHTEN grie­chi­schen Spä­zia­li­tä­ten. Ein­fach vor­züg­lich — hat ech­te Restau­rant­qua­li­tät — wir sind begeis­tert. Auf der Kar­te sowohl klei­ne Hap­pen als auch rich­ti­ge Por­tio­nen, es dau­ert biss­chen bis es fer­tig ist — man kann aber zuse­hen wie es zube­rei­tet wird. Eul­chen von der Loca­ti­on über­zeugt — der Rabe war es schon frü­her und hat mis­sio­niert aber lei­der bis zu die­sem Tage erfolg­los. Das hat sich nun schlag­ar­tig geän­dert — hier­her wer­den wir öfters kom­men.

volleyball2315.jpgGen Abend beschlie­ßen wir fremd zu gehen. Unser Spon­sor der VIP-Kar­ten für die Heim­spie­le der Vol­ley­stars Thü­rin­gen (ein Pro­jekt­na­me um die Sport­art in der Gegend zusam­men mit Erfurt auf Spit­zen­ni­veau zu hal­ten), heu­te wie­der VfB Suhl 91 — hat sich von sei­nem Ver­trag getrennt. Dass wir bis nach Suhl gefah­ren sind um hoch­ran­gi­ge Spie­le die­ser wun­der­schö­nen Mann­schafts­sport zu sehen hat­te ver­schie­de­ne Grün­de. VIP-Kar­ten samt deli­ziö­sen Cate­rings, Sekt­chen, Wein­chen und bes­ter Plät­ze in der Wolfs­gru­be waren die Ver­lo­ckung. Die Abwe­sen­heit der Erfur­ter Vol­ley­ball-Damen im Liga-Ober­haus war die Not, die uns zusätz­lich trieb. Nun sind die Mädels von SWE — Schwarz-Weis-Erfurt (NICHT zu ver­wech­seln mit Stadt­wer­ke Erfurt — dem Haupt­spon­sor — Welch ein Abkür­zungs­zu­fall) in die obers­te Liga der Vol­ley­ball-Repu­blik auf­ge­stie­gen. Heu­te das ers­te Heim­spiel in der RIETH-Sport­hal­le, gegen VCO Ber­lin.

Die Atmo­sphä­re steht der in Suhl in nichts nach. Die Erfur­te­ri­nen, ver­stärkt durch sechs Neu­zu­gän­ge (davon drei US-Ame­ri­ka­ne­rin­nen) domi­nie­ren die ers­ten bei­den Sät­ze, kämp­fen sich ent­schlos­sen auch durch wei­te­re drei Sät­ze und … ver­lie­ren nur knapp 2:3. Wir müs­sen nicht mehr nach Suhl um guten Vol­key­ball zu sehen — wir drü­cken unse­re Dau­men ab sofort für die Erfur­ter Mädels. Beson­ders freu­en uns auf das Der­by.

Sonn­tag wird eben­falls Kein­son­netag. Ursprüng­lich mit Grün­mom gedach­ter Tag muss neu ver­plant wer­den. Alters­wehweh­chen machen der älte­ren Dame und uns ein Strich durch die Rech­nung. Das Wet­ter lädt kaum zu groß­ar­ti­gen Unter­neh­mun­gen ein. Um nicht kom­plett zu fau­len­zen legen wir eine locke­re Hoch­heim-Run­de ein. Natür­lich mit obli­ga­to­ri­schem Abschluss im Pusch­kin bei hei­ßem *Fit für den Herbst* Bee­ren-Direkt­saft aus Holun­der-, Hei­del- und Johan­nis­bee­ren, Brom­bee­ren, Cran­ber­rys & Gra­nat­ap­fel! 🙂 … dazu ein Quark-But­ter­streus­sel-Kuchen …… leeeeeeeecker. 10 000 Schrit­te sind spie­lend geschafft — es ist doch so ein­fach etwas für die eige­ne Gesund­heit zu tun.

stummfilm.jpgAbends die drit­te Neu­ent­de­ckung. Der SPEICHER in der Waa­ge­gas­se. Gale­rie, Kul­tu­rate­lier und Bar in einem. Ein uri­ger mit­tel­al­ter­li­cher Stadt­spei­cher in Beschlag genom­men von Klein­kunst- und Kul­tur­li­en­ha­bern. Die Kar­ten­re­ser­vie­rung per Mail wur­de freund­lichst ange­nom­men, die Besit­zer und die Bedie­nung sehr sym­pa­thisch. Die Loca­ti­on selbst sehr urig — in einem Spei­cher­haus aus dem 18. Jahr­hun­dert, Wän­de und Gebälk unan­ge­tas­tet im Ori­gi­nal­zu­stand, pas­send uri­ge Patch­work-Ein­rich­tung zwi­schen Leder­so­fas, Bier­zelt­bän­ken und Eisen­klapp­stüh­len — sehr lie­be­voll deko­riert und wich­tig ein altes Kla­vier. Heu­te steht “The cat and the cana­ri­en” auf dem Pro­gramm.

Ein Stumm­film aus dem Jah­re 1927. Eine Hor­ror­par­odie auf 16mm mit 20 Bildern/Sekunde und ins­ge­samt 870m Film­ma­te­ri­al auf zwei Rol­len. Dazu wie in den Kinos dama­li­ger Zeit — live Kla­vier Klän­ge vom Richard Sied­hof — total stim­mungs­voll. Ein span­nen­der Abend, eine inspi­rie­ren­de Loca­ti­on, Fin­ger­food, Bier­chen schme­cken super — hier waren wir auch nicht zum letz­ten Mal.

Der Mon­tag (ein Teils­son­netag:))) gehört dank ML noch zum Wochen­en­de. Wir beschlie­ßen erneut was für die Fit­ness zu tun und bege­ben uns nach Wei­mar. Die Schlös­ser Tie­furt und Kroms­dorf sind mit einem Spa­zier­weg ver­bun­den, dem Anna Paw­low­na Weg. Zudem wird die Gast­stät­te samt Bier­gar­ten in Kroms­dorf ange­prie­sen. Aber der Rei­he nach. Die Wegau­schil­de­rung ist dürf­tig, meh­re­re Wegeg­ab­lun­gen unbe­schrif­tet, eini­ge Wege mit Bau­zäu­nen ver­sperrt. Die knapp zwei Kilo­me­ter lau­fen sich gut, erst Recht mit dem Gedan­ken an eine lecke­re Brat­wurst im Ziel — dar­aus wird jedoch nicht. Die Gast­stät­te hat Ruhe­tag — man kann an einem gesetz­li­chen Fei­er­tag gern auf die Tou­ris­ten und Wan­der­lus­ti­gen ver­zich­ten. Wegen Reich­tum geschlos­sen. Übri­gens genau­so wie das Schloss selbst und die dazu­ge­hö­ri­ge Kapel­le — Stadt Wei­mar hält es nicht für nötig ihre Sehens­wür­dig­kei­ten “außer der Rei­he” zu prä­sen­tie­ren …….. armes Deutsch­land:( Bereits am ver­gan­ge­nem Wochen­en­de waren bei unse­rer Bur­gen­wan­de­rung bei­de Gast­stät­ten nicht ansprech­bar.