Vom Schwein, Blut und Biss oder Dracula und der Bio-Bauer

Was hat Dra­cu­la mit dem deut­schen Haus­schwein zu tun? NICHTS. Genau­so wenig wie das deut­sche Haus­schwein mit Bio-Fleisch. Schwein ist Schwein (oder soll­te es zumin­dest sein). Des­we­gen ver­kauft Bau­er Birn­baum in Schmie­ra es nicht als BIO-Fleisch. Schme­cken tut es den­noch 100x bes­ser als irgend­ein BIO-Fet­zen aus dem Dis­coun­ter. Was die­ser Auf­ma­cher soll? Schon seit etwa zehn Mona­ten ernäh­ren wir uns aus­schließ­lich von frisch zube­rei­te­ten Zuta­ten — ledig­lich die Quel­len für den Ein­kauf der­sel­bi­gen sind in und um Erfurt ver­siegt. Ange­regt durch das Hof­la­den-Shop­ping unse­res Nürn­ber­ger Freun­des haben wir eine Recher­che gestar­tet … und sind fün­dig gewor­den. Auch um Erfurt rum gibt es eini­ge ver­ein­zel­te Hof­lä­den — deren Ange­bot und in einem Fall auch Qua­li­tät zwar viel zu wün­schen übrig läßt, den­noch …. in Schmie­ra wer­den wir Stamm­kun­den.
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Schon der Hof flößt bäu­er­li­che Gefüh­le, Gerü­che und Ein­drü­cke samt Kind­heits­er­in­ne­run­gen ein. Hüh­ner, glück­li­che Kühe, Schwei­ne, Kin­der die Getrei­de ver­le­sen ….. man sieht woher die Ware in den Rega­len und Kühl­tru­hen des Mini-Hof­la­dens kommt. Wir holen Rin­der­gu­lasch, meh­re­re Wurst­glä­ser (die Leeeeeeber­wurst … hmmmmmm), Eier und Kna­cker — soll meh­re­re Tage hal­ten ….. man kann ja mal träu­men:))))

Jetzt fehlt noch ein rich­ti­ges Brot. Wie frü­her im Osten — Sauer­teig, duf­tend, frisch. Nun so ein Brot haben wir alle samt etwa 25 Jah­re nicht mehr geges­sen …. (und das wo wir seit Mona­ten Koh­len­hy­dra­te mei­den) … aber heu­te soll es genau das Brot sein. Nach einer Stun­de und einer Suche in drei Dör­fern fin­den wir mit­ten in Erfurt, am Gotha­er Platz eine alte DDR-Bäcke­rei. Fin­den ist zuviel gesagt — es gibt sie seit Jahr und Tag aber der Halt dort gleicht der Ent­de­ckung einer neu­en Pyra­mi­de im Tal der Köni­ge.
WIR HABEN ESDAS DDR-BROT …..

 

 

 

Und am Sams­tag — nun zum Dra­cu­la.
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Der Titel des neu­en Stücks der Thea­ter­fir­ma Erfurt heißt eigent­lich — Dra­cu­la — Spen­de Blut — ret­te Leben. Lei­der bekommt die Sto­ry weder die Kur­ve bei­des mit­ein­an­der zu ver­bin­den noch schafft sie es die Besu­cher zu begeis­tern. Ver­hal­te­ner Bei­fall, lan­ge Gesich­ter beim Stamm­pu­bli­kum, in zwei Stun­den nur weni­ge Lacher und selbst die ….. na ja:((( Schon unser letz­ter Besuch einer Vor­stel­lung die­ser sonst phä­no­me­na­len Trup­pe ende­te mit einer Ent­täu­schung und auch die­ser Abend trug nicht dazu bei in Ver­zü­cken zu ver­fal­len. Scha­de eigent­lich …
Den Abend geret­tet haben ein lecke­res Essen mit Freun­den beim Due Ange­lo am Dom­platz vor der Auf­füh­rung(… obwohl Eul­chens Vitel­lo Tona­to — Expe­ri­ment ist mal wie­der miss­glückt) und ein Absa­cker unter dem nächt­li­chen, Som­mer­him­mel im Dub­li­ner-Pub mit L&E. Dan­ke Euch bei­den:))

Eine Nacht im Russenpuff

Die Alte Oper Erfurt lud ein zum, wir wir anschlie­ßend bei­de ein­stim­mig, fest­stel­len muss­ten BESTEN COMEDY THEATER CHANSON ABEND unse­rer bei­der Lebens­läu­fe. Phä­no­me­nal, geni­al, atem­be­rau­bend und Lach­mus­kel-stra­pa­zie­rend, hoch­pro­fes­sio­nell, amü­sant — ein­fach gro­ßes Kino ….. ähhhh, sor­ry — Thea­ter.
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Die­ses Pro­gramm ist das Ergeb­nis der Zusam­men­ar­beit von vier Künst­lern, die jeweils in ihrem Fach in ganz Deutsch­land seit Jah­ren Erfol­ge fei­ern. Der Dresd­ner Autor und Regis­seur HOLGER BÖHME, der u.a. auch die Kult­fi­gur „Ilse Bäh­nert” mit­ent­wi­ckel­te, schrieb die Vor­la­ge zu die­sem unge­wöhn­li­chen Abend.

Mit: Schau­spie­ler TOM PAULS, Mit­glied des „Zwin­ger-Tri­os”, Dar­stel­ler der „Ilse Bäh­nert”, bekannt durch sei­ne TV-Auf­trit­te u.a. als Part­ner von Diet­her Krebs und vie­ler wei­te­rer Rol­len in TV, Film, Thea­ter, Oper und Musi­cal. Er gehört mit sei­nen unter­schied­lichs­ten Thea­ter- und Kaba­rett­pro­gram­men zu den erfolg­reichs­ten Künst­lern. Sän­ge­rin und Dar­stel­le­rin KATRIN WEBER, die sowohl in Musi­cals wie „Evi­ta”, „My fair Lady”, „Caba­ret”, „Jesus Christ Super­star” und vie­len ande­ren — als auch bei zahl­rei­chen Kaba­rett- und Showauf­trit­ten eben­so gefei­ert wird wie bei ihren zahl­rei­chen TV-Auf­trit­ten. Musi­ker DETLEF ROTHE, Kom­po­nist und Arran­geur, als Mit­glied des Kaba­retts „ANTRAK auf STUMPH­sinn” jah­re­lang Beglei­ter von Wolf­gang Stumph , Dar­stel­ler in Film und TV, u.a. in „Sal­to Postale/Kommunale” und „Go Tra­bi, Go II”, Inten­dant des Thea­ter­k­ahns Dres­den.

TOM PAULS als Sem­jon Alex­an­d­ro­witsch und sein schieß­wü­ti­ges Fak­to­tum Kus­ma (DETLEF ROTHE) eröff­nen in Deutsch­land ein Eta­blis­se­ment mit ganz beson­de­rem Anspruch. Die Damen, die sie anbie­ten (KATRIN WEBER, KATRIN WEBER, KATRIN WEBER,…), ver­ste­hen ihr Gewer­be in jeder Lage: Sie kön­nen tan­zen und sin­gen, lachen und trin­ken — mit und ohne … Aus­druck.

Bes­te Unter­hal­tung ist garan­tiert, wenn Sem­jon und Kus­ma ihre Mäd­chen prä­sen­tie­ren — in einer Show zwi­schen Revue und Estra­de, zwi­schen Samo­war und Kalasch­ni­kow in einem etwas son­der­ba­ren rus­si­schen Puff ganz am Ran­de des Ner­ven­zu­sam­men­bruchs!

Sonnenallee … auf einer Bühne

Und wie­der ein­mal schaft es Roland May, Inten­dant des Thea­ters Zwi­ckau-Plau­en ein orgas­ti­sches Stück Unter­hal­tung auf die Bret­ter der Büh­ne des Zwi­ckau­er Gewand­hau­ses zu stel­len. Man­che lie­ben ihn dafür, manch alter Fan des klas­si­schen Thea­ters, hasst ihn dafür. Seit nun­mehr fast sie­ben Jah­ren tut sei­ne Per­so­na dem Thea­ter und sei­ner Akzep­tanz in der säch­si­schen “Pro­vinz” gut. Die Son­nen­al­lee, ein mit­tel­präch­ti­ger Film­strei­fen aus dem Jahr 1999, wur­de in Zwi­ckau zum Stoff für ein herr­li­ches Musik-Thea­ter-Stück. Wie immer in Zwi­ckau, mit phan­ta­sie­vol­len Kulis­sen, einer Rie­sen­schar von Dar­stel­lern und einer erst­klas­si­gen Band (sicher Tei­le des Thea­ter­or­ches­ters). Unter der Regie von Gil­bert Mieroph ent­fal­tet das Schau­spiel­ensem­ble ein tur­bu­len­tes Spiel in den Kulis­sen, die Ange­li­ka Wed­de, pas­send zur Zeit der Sieb­zi­ger und zum Schat­ten der Mau­er gestal­tet hat.
Minu­ten­lan­ger eupho­ri­scher Bei­fall belohnt das Spiel auf der Büh­ne und ani­miert die Trup­pe noch zu einer Zuga­be.
Fakt ist wir waren begeis­tert — obwohl wir dies­mal nicht in der ers­ten Rei­he saßen:) …. und Fakt ist, das Stück ist um Mei­len bes­ser als der Film. Wir freu­en uns auf das nächs­te Mal im Gewand­haus.

Requiem für Onkel Knut” ….. and more:)

Es ist das ers­te Wochen­en­de im Novem­ber und gleich Voll­pro­gramm! Frei­tag Geburts­tags­fei­er auf dem Kickel­hahn, dem Ilmen­au­er Haus­berg … in der gleich­na­mi­gen Gast­wirt­schaft. Eule und Rabe sty­len sich, wie nicht anders zur erwar­ten auf und ern­ten neid­vol­le wie bewun­dern­de Bli­cke — Ziel #1 erreicht:))) Nach einem rus­ti­ka­len Mahl und ein-zwei Wein beschen­ken wir das Geburts­tags­kind mit einem Live-Auf­tritt. Pur’s “Ein grau­es Haar” und Brun­ner & Brunner’s “wir sind alle über 40” von Rabens Gitar­re beglei­tet, mit Eul­chens Stim­me geschmückt ver­feh­len Ziel #2 nicht. Die sonst akti­vi­täts­lah­me Gäs­te-Trup­pe singt die Refrains sogar begeis­tert mit. Die klei­ne Hil­fe­stel­lung mit aus­ge­druck­ten Tex­te in Groß­buch­sta­ben war eine gute Idee:))))
Mis­si­on erfüllt — alle glück­lich. Gegen 23:30 Lan­dung in Erfurt — Mor­gen müs­sen wir wie­der fit sein.

Sams­tag wird gemäch­lich ein­ge­läu­tet. Lan­ges Heia, Cafe im Bett­chen, zusam­men­ge­ku­schelt eine Fol­ge CSI, Sekt­früh­stück mit fri­schen Thie­me-Land­bröt­chen, immer noch im Bett­chen .. ein eksta­ti­sches LP:))) und zur Ent­span­nung eine “Bos­ton Legal” als Abschied vom Kuschel­nest:))))) Genug des Faul­ent­zens — 13 Uhr Star­tet das Töff­töff Rich­tung Leip­zig. Onkel Knuts buck­li­ge Ver­wand­schaft erwar­tet und Abends im Fürs­ten­hof, einer von Leip­zigs bes­ten Adres­sen zu einer Trau­er­fei­er — freu­freu­freu. Kei­ne Blas­phe­mie — Krimi­din­ner!!! Mit vor­züg­li­chen vier Gän­gen: Tafel­spitz­ter­ri­ne mit Sah­ne­meer­ret­tich-Creme und fei­nen Salat­spit­zen, Schwarz­wur­zel-Schum­sup­pe, aus­ge­lös­te Ente mit Klö­ßen und Rot­kraut und Tira­mi­su mit Zwet­schen in Zimt­so­ße — aus­nahms­los ALLES ein Genuss.
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Wäh­rend des­sen ein amü­san­tes Stück über die gegen­sätz­li­chen Lebens­wei­sen und Moti­ve der nächs­ten Ver­wand­ten des rei­chen Ver­stor­be­nen. Fröh­li­che Flower­Power trifft stren­ge Kon­ser­va­ti­ve. Alle wol­len dabei natür­lich nur das Bes­te:) Dabei schei­det die bie­de­re Toch­ter des Toten der, wie sich am Schluss her­aus­stellt, gar nicht tot ist, aus dem Leben und bringt zum wie­der­hol­ten Mal die Erbrei­hen­fol­ge durch­ein­an­der. Mord? ja — wer ist der Täter? — das haben die Macher offen gelas­sen, die Zuschau­er soll­ten per Votum ent­schei­den. Auch eine Mög­lich­keit:)) Die Mehr­heit (wir auch) hat den Pfar­rer zum Täter gekürt — der Kle­rus soll mil­de für uns Sün­der wal­ten las­sen:))) Hat Spaß gemacht — wer­den wir mal wie­der­ho­len.
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Nach einer kur­zen aber tief durch-geschla­fe­nen Nacht erwar­tet uns schon wie­der … na was? ESSEN. Brunch im “Hun­dert­was­ser” — einer illus­tren Loka­li­tät im Still ihres Namens­ge­bers. Zu Viert, mit Töch­ter­chen 2 und ihrem Man­ni — dis­ku­tie­ren wir beim Kaf­fee, Sekt und aller­lei Köst­lich­kei­ten die aktu­el­le poli­ti­sche Lage. Gut zu hören, dass auch die Jugend kein Ver­ständ­nis für die Anstren­gun­gen unse­rer Regie­rung hat — einen schlei­chen­den Staats­sui­zid zu fabri­zie­ren. Auch bei der Poli­zei — ist die Stim­mung auf dem Null­punkt …. berich­tet Kind aus ers­ter Hand. Nach einem drei­stün­di­gem Fest­mahl ver­ab­schie­den wir uns von unse­rer Gast­ge­be­rin und von Leip­zig … auf ein Bal­di­ges:)))

Dem letz­ten Höhe­punkt des Wochen­en­des ent­sa­gen wir. Es wird nur noch getan wozu wir Lust haben. Kei­ne Pflicht mehr — nur noch Kür. Espach ist end­gül­tig gestor­ben.