TINA — The Rock Legend (Das Musical)

Und wie­der hat eine Jung­frau ein Kind bekom­men. Zum hal­ben Preis „schie­ßen“ wir im Netz zwei Kar­ten für TINA. Gemeint ist TINA – the Legend – Break every rules“ das Musi­cal. In der Regel sind sol­che 3.Liga Shows eher ent­täu­schend – in Anbe­tracht des bei You­tube gesich­te­ten Video­ma­te­ri­als wagen wir den­noch einen Ver­such.

Das Ange­neh­me ver­bin­den wir zusätz­lich mit dem …. Ange­neh­men und besu­chen bei der Gele­gen­heit die „Raben­el­tern“. Nach einer klei­nen Stär­kung folgt Sty­ling. Wir wol­len in Zwi­ckau nicht wie die Dele­ga­ti­on des Thü­rin­ger Pro­le­ta­ri­er­bun­des auf­lau­fen. Gegen 19:00 Uhr tref­fen wir uns mit Ramo­na & Fri­ends vor der klei­nen Zwi­ckau­er Stadt­hal­le. Who the fuck is Ramo­na? – Ramo­na ist Oli’s (Cou­sin­ra­be) neue-„alte“;-) Flam­me – sie­he unse­ren Bei­trag LET’S DANCE
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Knud­deln, Quat­schen, Lachen, Sel­fies machen und dann geht es auch schon los. Tina Tur­ners leben wird auf der Büh­ne thea­tra­lisch auf­ge­rollt. Mit dem 3.Liga Cha­rak­ter liegt der Rabe nicht ganz dane­ben. Die Beschal­lung ist selbst für das klei­ne Haus dürf­tig – viel zu vie­le Mit­ten­tö­ne, zu wenig Höhen und Bäs­se. Der Sound kommt sehr Clean rüber. Die Live-Band ist durch­aus mit Pro­fis besetzt ver­mag aber den typi­schen, fet­ten, Tina-Sound­tep­pich nicht hin­zu­be­kom­men. Ob der feh­len­den Key­board-Spu­ren oder der feh­len­den Sound­brei­te wegen, ist nicht klar. Die solis­ti­schen Ein­zel­leis­tun­gen sind gut – beson­ders Saxo­phon und Gitar­re. Die Tän­ze­rin­nen sind enthu­si­as­tisch bei der Sache – den­noch nicht sexy. Back­round-Vocals lie­gen stimm­lich nah bei ein­an­der und eine bril­li­an­te Mol­li-Gesangs­stim­me bei tän­ze­ri­schen Ein­la­gen ein­zu­bau­en bestä­tigt den Spar­rah­men der Pro­duk­ti­on. Ach­ja die Büh­nen­be­leuch­tung und die Video­show sind eben­falls spar­sam.

Auf jeden Fall eine kauf­män­ni­sche Glanz­leis­tung dem ori­gi­nal TINA TURNER MUSICAL (momen­tan in Lon­don) schon mal ein Teil der Zuschau­er abzu­gra­benJ Und wo wir bei kauf­män­ni­schen The­men sind – frü­her gab es DAS Ori­gi­nal, die zwei­te Liga und die Regio­nal­li­ga …. Und alle waren klar an den Ticket­prei­sen zu unter­schei­den. Heu­te bezahlt man für eine bil­li­ge Pro­duk­ti­on schon an die 70 – 80 € … das fin­den wir empö­rend wie übri­gens über­haupt die Prei­se für Kon­zer­te, Musi­cals, Oper und Thea­ter. Wer kann sich das heu­te noch leis­ten? Und wo ist da eine Rela­ti­on? Muss man mit einem Kon­zert eine hal­be oder gan­ze Mil­li­on Dollar/Euro Gewinn machen??? Bis­her rei­tet man auf den Ver­diens­ten der For­mel 1 oder der Bun­des­li­ga – im Kul­tur­busi­ness ist es genau­so. Die Ticket­prei­se wer­den auch der Grund für vie­le lee­re Plät­ze in der Hal­le gewe­sen sein.

Aber zurück zur Tina. Trotz schlech­ter Vor­aus­set­zun­gen wird der Abend den­noch zu einem High­light. Der Grund dafür ist Tess. Tess DYNAMITE Smith, eine von den Phili­pi­nen stam­men­de Erschei­nung mit end­lo­ser Ener­gie und einer Power­stim­me. Tess gilt als DAS bes­te Tina Tur­ner Dou­ble welt­weit.
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Eul­chen ist sofort ver­liebt. Die 55 jäh­ri­ge schafft es der Show Glanz zu ver­lei­hen. Ihre Kos­tü­me, ihre Bewe­gun­gen, ihre Stim­me las­sen Tina Tur­ners Songs wür­de­voll auf­le­ben.

Die Show besteht aus zwei Tei­len. Im Ers­ten wer­den die 60/70er Jah­re, noch mit Ike Tur­ner, abge­han­delt. Nach der Pau­se kom­men die 80/90er Welt­hits dran. In bei­den Wel­ten fühlt sich Tess schein­bar wohl. Das Publi­kum fei­ert das Duett „Cosas de la vida“, ursprüng­lich mit Eros Rama­zot­ti, genau­so wie „What You Get Is What You Se“, „Typi­cal male“ und „Sim­ply the best“.
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Sowohl die etwas mini­ma­lis­ti­sche Optik der Show als auch ihren Klang wer­tet die quir­li­ge Tess um eini­ges auf. Auch das zwi­ckau­er Publi­kum hat super mit­ge­macht. Zöger­te es anfäng­lich noch – konn­te es nach der Pau­se kaum noch sit­zen blei­ben. Mit­sin­gen, Tan­zen und Stan­ding Ova­ti­on über lan­ge Zeit hin­weg. Respekt und Aner­ken­nung dafür nach Zwi­ckeJ Fast über­all anders­wo kann der Bür­ger nicht mehr genie­ßen … und bril­liert mit gelang­weil­ten Bli­cken.

Wir hat­ten jeden­falls einen Mega-Spaß. Der Rabe ver­gibt der Show 7 von 10 mög­li­chen Punk­ten. Fai­rer Wei­se muss man erwäh­nen, dass der Rabe seeeehr kri­tisch bei musi­ka­li­schen Ereig­nis­sen ist. Selbst Hob­by­mu­si­ker und seit Jah­ren bei Hun­der­ten von Kon­zer­ten dabei gewe­sen – unter ande­rem auch bei TINA TURNER’s For­eign Affair Tour 1990 – kann er es ganz gut beur­tei­len. Von Eul­chen gibt es sogar 9 von 10 — (wahr­schein­lich wegen der Knud­del­or­gie after the show.

Jeden­falls ist Tess nicht nur auf der Büh­ne “Dyna­mi­te” — wir tref­fen Sie nach der Show um ein wenig zu fach­sim­peln und zu lob­hu­deln. Die Frau muss man ein­fach gern haben. Nach­dem der letz­te Auto­gramm­jä­ger aus der Hal­le war, hat sie sich für uns Zeit genom­men — FUN FUN FUN — das hat den Abend noch abge­run­det. Das Eul­chen müht sich anfäng­lich mit gebro­che­nem Eng­lisch ab. Rabens dezen­te Hin­wei­se auf das aus­ge­zeich­ne­te Deutsch der, in Mühl­heim an der Ruhr seit Jah­ren leben­den Künst­le­rin, igno­riert sie genau­so sie­ges­si­cher wie unbe­irrt. Erst als Tess und Raben sich lächeln­de Bli­cke zuwer­fen wird die Köni­gin ein­sich­tig. Dar­über und noch über so eini­ge Gemein­sam­kei­ten der zwei Power­frau­en wird lan­ge gelacht. Tess — wir drü­cken Dir die Dau­men für noch vie­le erfolg­rei­che Shows.

Sport-Wochenende … Bundes“Regional“Liga und Weltklasse

Ein ulti­ma­ti­ves Sport­wo­chen­en­de liegt hin­ter uns. Wir zwei bun­te Vögel, die sonst nach sport­li­chen Akti­vi­tä­ten lech­zen, haben uns dabei, mal aus­nahms­wei­se nicht hero­isch ver­aus­gabt. Ledig­lich ein leich­tes 5 Km-Wal­king mit Stop im Espach­ca­fe konn­ten wir auf der Haben­sei­te ver­bu­chen. Ande­ren bei Höchslteis­tun­gen zuzu­se­hen macht auch Spaß.

Schwarz-Weis Erfurt vs. Allianz MTV Stuttgart — Bundesliga Volleyball Damen

Am Sams­tag stat­ten wir unse­ren Bun­des­li­ga Vol­ley­ball-Damen in der Rieth-Sport­hal­le einen Besuch ab. Der SWE trat gegen Alli­anz MTV-Stutt­gart an. Der Tabel­len-Vor­letz­te gegen den Tabel­len-Zwei­ten. Genau so deut­lich fiel auch das Ergeb­nis aus – 0:3 nach Sät­zen. Die Erfur­te­rin­nen hat­ten kei­ne Chan­ce. Etwas Kri­tik muss nun erlaubt sein. Was den Raben, einst selbst Tabel­len-Drit­ter der Vol­ley­ball-Bezirks­li­ga mit der Aus­wahl der IHS-Zwi­ckau und lang­jäh­ri­ger Schül­ler einer Vol­ley­ball-Spe­zi­al­klas­se, sehr wun­dert – ist das Spiel­ni­veau der Damen-BUN­DES­LI­GA. Auf bei­den Sei­ten wur­den jede Men­ge Anga­ben ver­ge­ben – meist zu weit. Zu unse­rer Zeit haben wir Anga­ben bis zum Erbre­chen trai­niert. Aus­ge­feil­te, ange­schnit­te­ne Anga­ben konn­ten fast alle, sogar vie­le Mädels. Wir muss­ten im Trai­ning Badt­ep­pich gro­ße Mat­ten in der geg­ne­ri­schen Hälf­te tref­fen. Kraft­vol­le Flach­bäl­le wur­den vom Trai­ner erwar­tet sonst kam man erst gar nicht in die Aus­wahl für Spie­le. Angriffs­bäl­le am Netz durf­ten auch gegen gezielt plat­zier­te Hebe­bäl­le getauscht wer­den wenn der Block unüber­wind­bar gut stand – dafür scheint es in der Bun­des­li­ga der Frau­en Straf­punk­te zu geben. Wir muss­ten jeden Block mit einem Spie­ler sichern – ist das heut nicht mehr nötig? Scha­de so ver­lo­ren bei­de Mann­schaf­ten eini­ge Punk­te. Von Kraft gar nicht erst zu reden – ledig­lich die Ecua­do­ria­ne­rin, Eri­ka Mer­ca­do, brach­te Power in den Angriff – lei­der ver­lor Sie dafür mas­sen­wei­se Anga­ben.
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Noch vor weni­gen Jah­ren wohn­te der Rabe dem Vol­ley­ball Cham­pi­ons-League Halb­fi­na­le der Damen zwi­schen Suhl und Baku bei – ein Spiel auf Welt­ni­veu. Was ist seit dem gesche­hen? Wo sind unse­re Spit­zen­spie­le­rin­nen? Alle im Aus­land? Wir freu­en uns jeden­falls auf das Der­by in Mei­ni­gen am 17. Febru­ar – der 9. der Tabel­le gegen den 10. – das Niveau wird hof­fent­lich etwas bes­ser 🙂

Worldcup im Eisschnelllauf — 21. Januar 2018 

Am Sonn­tag dann end­lich doch Welt­klas­se – aller­dings im Eis­schnell­lauf. Ein Welt­cup aus­ge­tra­gen in unse­rem beschau­li­chen Städt­chen, in der Gun­da Nie­mann-Stir­n­e­mann Hal­le. Mehr wegen der Stim­mung als wegen der bekann­ten Namen haben wir uns die­se Ver­an­stal­tung gegönnt. Der Ein­zi­ge uns bekann­te Name gehör­te Clau­dia Pech­stein, die mit fast 46 Jah­ren ihrer Ehre hin­ter­her hechelt. Ihre Doping –Sper­re vor fast zehn Jah­ren will Sie immer noch ver­ges­sen machen – ob das der rich­ti­ge Weg ist? Ihr Auf­tritt über 3000m ende­te jeden­falls mit einem ernüch­tern­den Ergeb­nis. Mit 4:11,04 — Elf­ter Platz — viel­leicht hat Sie sich des­halb ver­mummt warm gelau­fen.
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Im Gesamt­welt­cup belegt Sie jedoch einen respek­ta­blen drit­ten Rang. Erfreut haben uns die vie­len pol­ni­schen Läu­fe­rin­nen und Läu­fer. Artur Nogal, Pio­tr Mich­alski, Nata­lia Czer­won­ka, Karo­li­na Bosiek, Sebas­ti­an Klosin­ski und eini­ge mehr …. waren in den Final­läu­fen unse­ren weni­gen Ath­le­ten jeden­falls nicht nur Zah­len­mä­ßig über­le­gen. Die Deut­schen hol­ten bei die­sem Welt­cup, immer­hin der Olym­pia-Gene­ral­pro­be, erst­ma­lig nicht eine ein­zi­ge Medai­l­i­le. Nicht nur Pech­stein war schwach — ein Nico Ihle ver­pass­te das Trepp­chen um 3 Hun­derts­tel trotz dem Feh­len der kom­plet­ten Welt­eli­te.

Stim­mung in der Hal­le war Super, dafür sorg­ten vor allem aus­län­di­sche Fans
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… aller­dings ver­sa­gen die deut­schen Ver­an­stal­ter sol­cher Events im inter­na­tio­na­len Ver­gleich. Eine Damen­toi­let­te mit zwei „Boxen“ für die gan­ze Hal­le???? Essens­ver­sor­gung warm nur aus­ser­halb der Hal­le, kalt nur ein Punkt in der Hal­le. Trin­ken immer­hin noch ein zwei­ter Punkt aus­ser­halb der Hal­le. Die Ein­lass­kräf­te haben sich sicher gefreut … rein, raus, rein, raus. Egal ob man Trin­ken, Essen oder Pipi woll­te – eine hal­be Hal­len­run­de war min­des­tens fäl­lig. Das erle­ben wir in „drit­te Welt Län­dern“ wie Grie­chen­land, Alba­ni­en und Polen bedeu­tend bes­ser. Na viel­leicht bekom­men es die Erfur­ter irgend­wann mal hin – ein Groß­ereig­nis Welt­klas­se durch zuzie­hen:) Das Pau­sen­pro­gramm war jeden­falls schon mal super.:)
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Fazit der Sport­schau

B & B — Budniki & Bajm

Die Advents­zeit erle­ben wir jedes Jahr auf unse­re spe­zi­el­le Art und Wei­se. Wir stim­men uns auf das Fest ein – ohne jeg­li­chen Stress, ohne Hek­tik, ohne Druck Geschen­ke kau­fen zu müs­sen, ohne Erwar­tun­gen Ande­rer erfül­len zu müs­sen. Schen­ken kann man jeder­zeit und Fami­li­en­be­su­che sind auch außer­halb von Weih­nach­ten schön. Ego­is­tisch? … etwas … Zuge­ständ­nis­se haben wir Jahr­zehn­te lang gemacht. Wir besu­chen aus­ge­fal­le­ne Weih­nachts­märk­te und das „Bas­teln“ eines musi­ka­li­schen Video-Weih­nachts­gru­ßes – macht uns seit Jah­ren auch einen rie­sen Spaß.

Es adven­tet also und uns treibt es in die See­len­hei­mat – nach Kar­pacz. Zeit wird’s, wir haben schon wie­der vier Wochen hier geschuf­tet – da ist ein Hei­mat­ur­laub wohl erlaubt:))) Eine schnu­cke­li­ge Pen­si­on namens „Rezy­den­c­ja Gor­s­ka“ nimmt uns auf. Am Wald­rand, ganz ruhig gele­gen, genie­ßen wir ein traum­haf­tes Zim­mer, ein feu­da­les Bad, einen gro­ßen Bal­kon, ein lie­be­vol­les Früh­stück und die Natur rund­her­um.

Wir sind die ein­zi­gen Gäs­te und wer­den von der „Früh­stückstan­te“ jeden Tag aufs Neue über­rascht. NUR FÜR UNS berei­tet sie Racuszki – ein süßes Teig­ge­bäck, hier mit war­men Apfel­schei­ben gefüllt, Toast mit Raclette­kä­se und fri­schen Prei­sel­bee­ren, uvm – das ist so lieb und schmeckt so lecker.

Das B Nr. 1 — Budniki

Es ist das ers­te Advents­wo­chen­en­de – wir wol­len uns aus­ru­hen, ent­span­nen, alle Vier gera­de sein las­sen. Eine Wan­de­rung darf natür­lich nicht feh­len. Die Lage unse­rer Unter­kunft bringt uns auf eine Idee. Ober­halb von Kar­pacz, im Tal des Baches Mali­na, auf knapp 900 m.ü.d.M. gab es bis in die 40er Jah­re eine klei­ne Men­schen­sied­lung mit dem Namen Bud­ni­ki – Forst­lang­was­ser oder Forst­bau­den.

Das Beson­de­re an die­sem Ort war (und ist), dass an 113 Tagen im Jahr kei­ne Son­ne scheint. Jedes Jahr am 26. Novem­ber fei­er­te man den Son­nen-Abschied und am 19. März begrüß­te man sie fei­er­lich. Seit eini­gen Jah­ren orga­ni­siert der Freun­des­kreis Forst­bau­den die tra­di­tio­nel­le „Ver­ab­schie­dung der Son­ne” in Bud­ni­ki wie­der. Beim strah­len­den Son­nen­schein star­ten wir von unse­rer Her­ber­ge in der Fels­sied­lung (Osied­le Skal­ne) in die Ber­ge.

Stim­mungs­voll und male­risch wer­den wir von der dick mit Schnee bedeck­ten Natur beglei­tet. Von der Sied­lung ist nicht mehr viel übrig. Tafeln ste­hen dort wo Gehöf­te waren den­noch kann man sich gut vor­stel­len wie hart das Leben hier gewe­sen sein muss.

Die alten Fotos stam­men von der Sei­te des Freun­des­krei­ses Bud­ni­ki

Wir sind allein in den Ber­gen. Genuss pur. Erst nach vier Stun­den, fast wie­der in Kar­pacz, tref­fen wir wie­der eini­ge Homo-Sapi­ens. Ein herr­li­ches Gefühl — und das Essen im Dwor Lic­zyr­ze­py schmeckt gleich noch­mal so lecker:)

Weihnachtsmarkt im Schloss Lomnitz

Es ist schon Tra­di­ti­on gewor­den den Advents und Weih­nachts­markt in Schloss Lom­nitz zu besu­chen. Auf dem Gelän­de der ehe­ma­li­gen Stal­lun­gen und des Wirt­schafts­ho­fes laden vie­ler­lei bun­te Stän­de zum Wun­dern, Stau­nen und Kau­fen ein! Man fühlt sich in Kin­der­ta­ge zurück ver­setzt wenn man mit auf­ge­ris­se­nen Augen und offe­nen Mund durch die­se wun­der­sa­me, bun­te Weih­nachts­welt schlen­dert.
Im alten Stall spielt ein Gora­len-Chor auf — wit­zig, alte Män­ner von einer reso­lu­ten Frau diri­giert — da stimmt der Rabe glatt mit ein.

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Gemüt­li­che Sitz­ecken mit Kuschel­kis­sen laden zum Ver­wei­len ein um die kuli­na­ri­schen Lecke­rei­en zu genie­ßen. Für uns dies­mal “Kas­zan­ka” eine Art Grütz­wurst , ein­fach ober­le­cker! Dazu ein Glüh­wein mit Gewür­zen und Oran­ge, was kann es schö­ne­res geben!
Hier ent­ste­hen auch die ers­ten Video-Take’s für unse­ren dies­jäh­ri­gen Weih­nachts-Clip
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Das B Nr.2 – BAJM

Am Sonn­tag ist in Jele­nia Gora was los. In der Kon­zert- und Sport­are­na fin­det zum sie­ben­ten Mal eine Cha­ri­te-Gala statt. Unter dem Titel „Ver­zau­ber­te Weih­nacht mit der Tau­ron-Fun­da­ti­on“ wird Geld für geis­tig wie kör­per­lich behin­der­te Kin­der und Jugend­li­che gesam­melt. Ver­schie­de­ne musi­ka­li­sche und reha­bi­li­ta­ti­ons Work­shops fin­den schon Tage zuvor mit beson­ders gesangs­be­gab­ten, behin­der­ten Jugend­li­chen statt. Die Bes­ten von ihnen sowie die Gewin­ner des polen­weit im Fern­se­hen aus­ge­tra­ge­nen Musik­wett­be­werbs „Das ver­zau­ber­te Lied“ (Zac­za­ro­wa­na pio­sen­ka) für Behin­der­te bestrei­ten die ers­te Hälf­te des Pro­gramms. Eini­ge Kin­der­grup­pen lei­ten das Gesche­hen auf der Büh­ne gemein­sam mit ihren Betreu­ern an.

Dann kom­men die jun­gen Stars an die Rei­he. Wir sind zu Trä­nen gerührt … die musi­ka­li­sche Klas­se der Voka­lis­ten über­steigt bei Wei­tem die man­cher, nicht behin­der­ten, Fina­lis­ten von DSDS, Pop­stars oder Super­ta­lent. Die Stim­men und die Per­sön­lich­kei­ten begeis­tern uns wie das gesam­te Publi­kum – ein Wahn­sinn.

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Haupt-Attrak­ti­on des Abends ist eine pol­ni­sche Rock-Pop-Legen­de – die Grup­pe BAJM, so benannt nach den Vor­na­men ihrer Grün­dungs­mit­glie­der im Jahr 1978. Eine Zeit lang beglei­te­te der Rabe das Schaf­fen der Band aus Lub­lin auf Kas­set­ten-Sam­plern, wie es so in den 80ern üblich war. Songs wie “Nie ma wody na pus­ty­ni”, “Dwa ser­ca, dwa smut­ki” oder “Dzie­sięć przyka­zań” kennt jeder Pole. Die Eulen­kö­ni­gin kann­te zwar kei­nen ein­zi­gen Titel der an die­sem Abend gespielt wur­de – ist aber nach dem Kon­zert zum lebens­lan­gen Fan der Trup­pe gewor­den. Eine bril­li­an­te Show ist dafür genau­so ver­ant­wort­lich wie die etwas gleich­al­te Bea­ta Kozid­rak

(das B von Bajm) – die Rock­la­dy lie­fer­te eine leben­di­ge, ener­gie­ge­la­de­ne Vor­stel­lung ab. Die Fans am rech­ten Rand der Büh­ne fei­er­ten von Beginn an mit. Zum Schluss stan­den auch die zig Rei­hen Offi­zi­el­ler beim Stan­ding Ova­ti­on und wipp­ten im Takt der letz­ten Akkor­de.
Selbst der lang­bei­ni­ge Back­round-Chor bekam in dem eh gekürz­ten Auf­tritt ein Solo­stück — das spricht für die sym­pa­ti­sche Che­fin.

Wäh­rend des Auf­tritts schloss Eul­chen eine klei­ne Freund­schaft mit ihrer Sitz­nach­ba­rin. Bei­de ver­stan­den ein­an­der über­haupt nicht — schun­kel­ten, lach­ten und tanz­ten aber gemein­sam wie zwei ver­lieb­te Teen­ager. Ein leib­haf­ti­ger Beweis dafür, dass Musik ver­bin­det und Gren­zen über­win­det. 

 

Traumhits — vöööllig losgelöst

Es ist wie­der was los in der Lan­des­haupt­stadt. Immer­hin die 3. Liga der Rock-Pop-Dance Vete­ra­nen gas­tiert geballt in unse­rem “Dörf­chen”. Über die zwei­te oder gar ers­te Liga wür­den wir uns auch freu­en aber Erfurt ist nun mal nicht Ober­hau­sen und unse­re Mul­ti­funk­ti­ons­are­na, für geplan­te 120 Groß­ver­an­stal­tun­gen im Jahr, hat außer dem sub­ven­tio­nier­ten Grö­ne­mey­er Auf­tritt kei­nen Rock­star gese­hen.

In der Not frisst der Teu­fel bekannt­lich Flie­gen und so macht sich die Köni­gin auf die Suche nach valen­ten Tickets. Für die 3. Liga sind wir aber nicht bereit Erst­li­ga-Prei­se zu zah­len zumal kei­ner der Akteu­re bei uns für einen erhöh­ten Puls sorgt. Na viel­leicht mit klei­nen Aus­nah­men. Die Ost­ro­cker  von Pan­kow hat der Rabe frü­her gern gehört und  die Eulen­kö­ni­gin bekommt mit­tel­schwe­re Wehen  beim Klang des Namens Peter Schil­ling. Wir “müs­sen” also drin­gend zur “Ent­bin­dung” in die Mes­se­hal­le.

Die ers­te Hür­de ist schnell bewäl­tigt. Eine klei­ne, könig­li­che Online-Suche ver­schafft uns, wie so oft, zwei Tickets für einen lächer­li­chen Bruch­teil des Ori­gi­nal­prei­ses.

Im ers­ten, ekli­gen, stür­mi­schen Schnee­re­gen des Win­ters befah­ren wir den eli­tä­ren Park­platz der Mes­se­hal­le. (Obo­lus teue­rer als an der MB Are­na in Ber­lin). Schnell hal­ten wir zwei Glas Sekt in der Hand (16€ — das Cate­ring lässt sich auch nicht lum­pen;))) und las­sen zwei schö­ne Erin­ne­rungs-Fotos von den Mädels der Medi­en­grup­pe Thü­rin­gen schie­ßen. Bei der AOK besor­gen wir uns zwei blin­ken­de Arm­bän­der.
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Etwas hung­rig stel­len wir uns im nass-kal­ten Außen­be­reich in die Schlan­ge nach Brat­gut an. Für 9000 Men­schen EIN Grill … ist IN THÜRINGEN natür­lich völ­lig aus­rei­chend. Halb erfro­ren hal­ten wir nach über 20 Minu­ten ein Brä­tel und eine Brat­wurst in unse­ren Hän­den. Es kann los­ge­hen.

REDNEX

Es begin­nen die Euro­dance-Stars der 90er — REDNEX. Eine cle­ve­re Ent­schei­dung der Orga­ni­sa­to­ren. Mit ihren Gute-Lau­ne-Kra­chern sor­gen die Schwe­den für aus­ge­las­se­ne Stim­mung in Hal­le 1. “Coton eye Joe”, “Old Pop in an Oak”, “The Spi­rit of the Hawk” und Wei­te­re brin­gen das Publi­kum in Fahrt.

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Pankow

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Die dar­auf fol­gen­den PANKOW sind etwas in die Jah­re gekom­men. Die Mitt­sech­zi­ger der frü­he­ren Vero­ni­ka Fischer Begleit­band kön­nen aus Raben’s Sicht nicht an ihre frü­he­re Büh­nen­prä­senz anknüp­fen. Das letz­te Mal hat der Rabe sie vor über 20 Jah­ren live gese­hen.

Bild­quel­le: Tino Zip­pel — Ost­thü­rin­ger Zei­tung

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Peter Schilling 

Dann die “Ent­bin­dung”;))) Irgend­was muss der Major Tom seit sei­nem Absturz 1989 wie­der rich­tig machen. Bei den ers­ten Tönen von “Die Wüs­te lebt” schie­ben sich vier, etwa vier­zig-fünf­zig­jäh­ri­ge poten­ti­el­le “Leih­müt­ter” Rich­tung Büh­ne. Sie blei­ben, son­nen­be­brillt wie ihr Idol, genau hin­ter dem Raben ste­hen und schluch­zen und krei­schen abwech­selnd “Peter, Peter, Peeee­ter” … als ob sie ein Kind von ihm woll­ten.

Zur glei­chen Zeit ver­läuft Eulchen’s ” Ent­bin­dung” auch sehr ent­hemmt. “Ter­ra Tita­nic” sorgt für hoch­fre­quen­te Mut­ter­mu.… ähh Mund-Kon­trak­tio­nen;))) Als zum Höhe­punkt des Auf­tritts “Völ­lig los­ge­löst” gespielt wird — beschreibt es auch (völ­lig … unter­trie­ben;))) den see­li­schen Zustand Ihrer Eulen­tät.
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Der Rabe singt den bekann­ten Refrain zusam­men mit tau­sen­den Fans mit, schwingt dabei rhyth­misch sein Speck, ist jedoch weit von einem Adre­na­lin Schub nach einer Geburt ent­fernt. Eben ein NDW-Kas­perl mit “3–4 auf­ge­ba­cke­nen Bröt­chen”. Immer­hin bes­ser als manch OHW (One-Hit-Won­der).
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089 Freiheit

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Die Mün­che­ner Frei­heit folgt. Die mitt­ler­wei­le seit 37 Jah­ren bestehen­de Com­bo hat­te in den 80ern ihre bes­ten Tage. Die am Rent­ne­ral­ter nagen­den Musi­ker spu­len zwar pro­fes­sio­nell aber hin­ga­be­frei ihr Reper­toire ab. Ein­zig das Küken, der Kin­der-TV-Mode­ra­tor Tim Wil­helm (40), seit fünf Jah­ren in der Band, wir­belt auf der Büh­ne unun­ter­bro­chen hin und her. Der Büh­nen-Kame­ra­mann gibt nach einer Wei­le sicht­lich genervt auf;))) “Ohne Dich”, “Tau­send­mal du”, “So lang’ man Träu­me noch leben kann” und vie­le ande­re Hits der Trup­pe kom­men trotz­dem gut beim Publi­kum an.
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O.M.D

Zum Schluss bestei­gen Orches­tral Mano­eu­vres in the Dark kurz OMD die Büh­ne. Die eng­li­schen New Wave und Syn­thie-Pop Hau­de­gen sind nicht ganz unser Geschmack. Sel­ten hat der Rabe den Auf­tritt eines Head­liners ver­las­sen (zuletzt bei  Man­fred Mann’s Earth Band und bei Metal­li­ca). Wir ver­la­gern unse­re Anwe­sen­heit in die Hal­le 2 der Mes­se. Hier ist eine wei­te­re Büh­ne auf­ge­baut sowie jede Men­ge Sitz­ge­le­gen­hei­ten und Tische, dazu Essens- und Geträn­ke­stän­de. Das Pro­gramm der Haupt­büh­ne wird auf einer gro­ßen Lein­wand hier­her über­tra­gen. Wir gön­nen unse­ren lädier­ten Stel­zen eine Erho­lungs­pau­se.
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OMD hau­en uns auch auf der Lein­wand nicht von den Hockern. Zwei Bier­chen sor­gen indes für die Rege­ne­ra­ti­on unse­res Elek­tro­lyt-Haus­hal­tes. Sofort nach Ende des Pop-Kon­zerts in Hal­le 1 star­tet die sehr jun­ge Erfur­ter Nach­wuchs­band NEW CHAPTER ihr Cover­pro­gramm auf der Büh­ne der Hal­le 2. Das ist der Start­schuss zur ent­fes­sel­ten Hin­rich­tung. Wir legen eine sagen­haf­te Tanz­or­gie aufs Par­ket. Zwei Stun­den Sexy-Dance-Exzess der Extra­klas­se. Der Rest des Saals ist unser Publi­kum. Wir kas­sie­ren neid­vol­le wie wohl­wol­len­de Bli­cke und, erst­ma­lig in Deutsch­land, ver­ba­le Kom­pli­men­te. Schöööööön — danach sind wir aber auch völ­lig aus­ge­powert.
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Zu Hau­se ange­kom­men rei­chen die Kräf­te ledig­lich noch fürs “ins Bett Fal­len”. Trotz­dem, das brau­chen wir hin und wie­der, da sind wir in unse­rem Ele­ment. Wir freu­en uns schon aufs nächs­te Jahr.

P U R …er Wahnsinn auf Schalke

Ein “Guter Stern” 

.. steht über dem heu­ti­gen “Herz­be­ben”. Es ist der zwei­te Sep­tem­ber und wir sind unter­wegs ins “Aben­teu­er­land” auf Schal­ke um mit unse­ren eige­nen “Fun­kel­per­len­au­gen” “.… all die India­ner” zu sehen, die mit ihren Songs und mit ihren Tex­ten die deutsch­spra­chi­ge Musik­welt seit Jahr­zehn­ten ver­zau­bern. “Ach­tung und Respekt” schon mal dafür.

… der Ein­tritt kos­tet den Ver­stand” und einen, für solch Mega-Event ver­gleichs­wei­se, klei­nen Salär — den wir wis­send, dass es dabei (k)“ein grau­es Haar” geben wird, bereits vor 13 Mona­ten, gern ent­rich­tet haben. Das war auch gut so, denn die 66.000 Tickets für eines der größ­ten Sta­di­on-Kon­zer­te 2017 waren schnell rest­los aus­ver­kauft.

Wer hät­te vor 42 Jah­ren gedacht, dass die Schü­ler­com­bo des Ellen­tal-Gym­na­si­ums aus Bie­tig­heim, im Stutt­gar­ter Länd­le, mal Sta­di­en fül­len wird?! Wahr­schein­lich Nie­mand — wenn aber doch, war es kein “Seil­tän­zert­raum” denn es soll­te sich bestä­ti­gen — “Adler sol­len flie­gen”;)))

Bie­tig­heim??? … was muss der Raben­prinz über Bie­tig­heim im Wiki­pe­dia da lesen? Paul von Hin­den­burg ist hier Ehren­bür­ger. Zufall oder Schick­sal, dass der Rabe in einer Stadt gebo­ren wur­de, die den Paul sogar so sehr ver­ehr­te, dass sie sei­nen Namen annahm?

Heu­te füllt die Band, bei ihrem ein­zi­gen Auf­tritt 2017, spie­lend die gewal­ti­ge Vel­tins-Are­na in Gel­sen­kir­chen, und mehr noch — das Kon­zert wird Live im Fern­se­hen über­tra­gen.

Wir sind ein­ge­fleisch­te PURis­ten — gemein­sam haben wir der Band schon 14 Kon­zert­kar­ten abge­kauft. Der Rabe hat die Kult­band zum ers­ten Mal bereits 1990 im alt­ehr­wür­di­gen Schüt­zen­haus in Pres­sig, in der Frän­ki­schen Pro­vinz, bei einer Dis­co, als “Drein­ga­be” erlebt. Die Jungs pro­mo­te­ten da wahr­schein­lich gra­de ihr Album “Unend­lich mehr” auf dem sich “Prin­zes­sin” befand — der ers­te Song der Band, der sowas wie Beach­tung fand. An Bekannt­heit und kom­mer­zi­el­len Erfolg war da noch nicht zu den­ken, man tin­gel­te eben durch Dorf­clubs.

Die, bis vor eini­gen Jah­ren noch, mas­sen­ver­an­stal­tungs-scheue Eulen­kö­ni­gin ist nun zum vier­ten Mal bei einem PUR-Kon­zert dabei und zum zwei­ten Mal bei “PUR & FRIENDS” dem ganz beson­de­ren Spek­ta­kel, wel­ches alle paar Jah­re das Schal­ke-Sta­di­on kom­plett füllt. “.… and Fri­ends” ist das Mar­ken­zei­chen die­ser Shows — PUR fei­ern mit ihren Fans nicht nur die eige­ne, schier end­lo­se Hit­lis­te — es tre­ten außer­dem hoch­ka­rä­ti­ge Gäs­te auf, die gemein­sam mit der Band einen Pur-Song sin­gen, eige­nes “Hit­gut” vor­tra­gen und davon eins wie­der gemein­sam mit Hart­mut zele­brie­ren. (Für Hard­core-Volks-TV-Jun­kies, qua­si das “Sing mein Song — das Tausch­kon­zert”;))) Es waren schon Peter Maffay, Nena, Leith Al-Deen, Chris­ti­na Stür­mer, John Miles, Pur­ple Schulz, Karel Gott, Luxus­lärm, Opus, Roger Hodg­son (Super­tramp) und vie­le wei­te­re dabei. Wir durf­ten 2014 Chris de Burgh, Otto Waal­kes, Glas­per­len­spiel und Chris Thomp­son — die “Stim­me” der Man­fred Mann’s Earth Band — live in … tschul­di­gung … auf Schal­ke erle­ben. Am heu­ti­gen Sams­tag rei­hen sich wei­te­re Grö­ßen in die­se Auf­zäh­lung ein, aber der Rei­he nach:)

Betrüger auf einem Kamel

Zusam­men mit den Tickets haben wir vor Mona­ten auch ein Hotel in Essen „klar gemacht“ (macht bei dem Event wirk­lich Sinn, spä­ter bekommt man kaum ein Zim­mer in der Gegend) – aber damals kann­ten wir AIRBNB noch nicht. Bei „Luft­ma­trat­ze und Früh­stück“ fin­den wir kurz­fris­tig ein schnuck­li­ges Zim­mer, noch näher an der Are­na und für ein Drit­tel des Hotel­prei­ses. Schnell ist die Hotel­re­ser­vie­rung stor­niert und das AirB­NB-Zim­mer gebucht. Lei­der ent­puppt sich das Ange­bot als Fake  Die Bewer­tun­gen sind Super aber es hät­te uns auf­fal­len kön­nen, dass der Kamel­rei­ten­de Jay (Foto ori­gi­nal aus den Pro­fil des Betrü­gers) 8 Zim­mer in drei Län­dern anbie­tet und kein Deutsch spricht. Pas­siert uns nicht wie­der.

Als der s.g. Anbie­ter sich bis zum Sams­tag­vor­mit­tag nicht mel­det, nicht auf Mails, SMS und Anru­fe reagiert wer­den wir miss­trau­isch. Wäh­rend der Fahrt sucht die etwas ner­vö­se Eulen nach einem Bett im Ruhr­ge­biet. Alle Hotels sind nun aus­ge­bucht, Pri­vat­zim­mer im Umfeld von Gel­sen­kir­chen eben­falls. Die Lau­ne der Köni­gin sinkt expo­nen­ti­ell zum Blut­zu­cker­spie­gel was für Lebe­we­sen in unmit­tel­ba­rer Umge­bung schon mal poten­ti­ell gefähr­lich wer­den kann. Das Raben­prinz­chen bleibt der­weil gelas­sen und ver­traut wäh­rend­des­sen auf unse­ren himm­li­schen Bei­stand. Er soll Recht behal­ten. Kur­ze Zeit spä­ter fin­den und buchen wir eine traum­haf­te Unter­kunft in (oder bes­ser auf?:-) ….. Hei­mat­er­de !!! Wer jetzt noch zwei­felt, dass wir einen oder meh­re­re Schutz­en­gel haben – dem muss spä­tes­tens bei die­sem Namen bewusst wer­den, dass es sich um ein Save-House für Engel han­delt. (Sonst unter­hal­ten nur Geheim­diens­te solch „siche­re“ Häu­ser – das Gött­li­che Außen­mi­nis­te­ri­um offen­sicht­lich auch:)

Unse­re Gast­ge­ber Chris­toph und Debbie über­las­sen uns ihr kom­plet­tes, geschichts­träch­ti­ges Krupp­haus samt Gar­ten, Ter­ras­se und einem voll bestück­ten Geträn­ke-Kühl­schrank. Roman­ti­sches Bett, himm­li­sche Ruhe, Rob­by – der klei­ne Mäh­ro­bo­ter und Toffy – die Labra­dor­hün­din der Nach­barn im Gar­ten, Guin­ness, Kil­ke­ny, Tyskie und Grim­ber­gen im Kühl­schrank und kei­ne 300m weg ein tol­ler Bäcker bei dem wir Sonn­tag mor­gen fri­sche Bröt­chen holen dür­fen. Das ers­te Bier­chen genie­ßen wir noch mit den Hosts – bei­de total nett und sym­pa­thisch. Eine Idyl­le inmit­ten der Indus­trie­land­schaft des Ruhr­ge­biets.

Hab mich wieder mal an dir betrunken”

Gestärkt und auf­ge­tankt absol­vie­ren wir, erstaun­lich staufrei, die Anfahrt zur Vel­tins-Are­na. Ein­lass und Kon­trol­le dau­ern kei­ne 3 Minu­ten und dank der Knap­pen-Kar­te ist man an jedem Stand im Nu bedient. Die Orga­ni­sa­ti­on im moderns­ten Sta­di­on Euro­pas klappt wie ein Län­der­spiel. Wir gön­nen uns Leber­kä­se und Grillschin­ken mit Sauer­kraut – bei­des für „Mas­sen-Imbiss-Fließ­band-Abfer­ti­gung“ uner­war­tet Lecker und im Ver­gleich zur Wald­büh­ne fast bil­lig. Auch die Geträn­ke-prei­se sind nahe­zu human. Es geht also doch in der Bun­ten Repu­blik Deutsch­land:) Wir genie­ßen das schö­ne Wet­ter (ein­mal auf dem Gelän­de kann man sich Innen wie Außen über­all frei bewe­gen), läs­tern etwas über ande­re Besu­cher, ver­til­gen das ers­te Bier­chen und ver­pas­sen fast Max Gie­sin­ger, den ers­ten von 80 Mil­lio­nen:), der bereits in der Hal­le den Anhei­zer gibt.

Schlag 19:50 beginnt Sky die Live­über­tra­gung und die Are­na taucht ein in ein Meer aus Licht, Pyro­ef­fek­ten und Musik. Bereits der Ein­marsch der „Gla­dia­to­ren“ macht klar — wir wer­den Zeu­gen eines beson­de­ren Ereig­nis­ses.

Die Gäs­te­lis­te ist Hoch­ka­rä­tig und lässt nicht lan­ge auf ihren Anfang war­ten. Nach weni­gen Songs, dabei eine Neu­vor­stel­lung aus dem erst nächs­tes Jahr erschei­nen­den Album, beschrei­tet der ers­te Sohn Mann­heims den Weg zur Mit­tel­büh­ne.

Wir fin­den es klas­se, dass PUR den Auf­tritt von Xavi­ar Nai­doo, der bereits im Dezem­ber 2016 klar stand, nicht gecan­celt haben. Immer­hin sorg­te er für poli­ti­sche Erre­gung unter den „Mario­net­ten“. Wir fin­den Kunst ist Kunst und Mei­nungs­frei­heit das wich­tigs­te Gut einer Demo­kra­tie – wenn wir die­se durch Zen­sur der Lied­tex­te und Mei­nun­gen kas­trie­ren – enden wir wie­der in der DDR.

An die Zeit vor der DDR, an Ver­trei­bung und Flucht aber auch an die Ein­sam­keit und Gleich­gül­tig­keit in der heu­ti­gen Gesell­schaft erin­nert kurz dar­auf Dani­el Wirtz zusam­men mit Hart­mut.

Es ist immer wie­der ein High­light wenn bei PUR-Kon­zer­ten das Publi­kum die Songs mit­singt – es ist aber unbe­schreib­lich in einem Oze­an von 66 000 Men­schen zu ste­hen und gemein­sam mit allen gan­ze Refrains zu skan­die­ren – Gän­se­haut und allein schon den Ein­tritt wert. “Wenn sie die­sen Tan­go hört ver­gisst” selbst das Eul­chen kei­ne ein­zi­ge Sil­be;)

Weni­ge Hits spä­ter steigt Andre­as Bou­ra­ni (ein) hoch auf die Büh­ne.

Durf­te“ Xavi­ar sei­ne Mario­net­ten nicht sin­gen (weil viel­leicht zu pro­vo­kant) rappt SIDO gemein­sam mit Andre­as und Hart­mut den nicht min­der ein­deu­ti­gen „Astro­nau­ten“.

Der Text ist im Video kaum zu ver­ste­hen …  umso bes­ser drun­ter zu lesen 🙂

Wir lau­fen rum mit der Schnau­ze voll, die Köp­fe sind leer
Sit­zen im Dreck bis zum Hals, haben Löcher im Herz
Erträn­ken Sor­gen und Pro­ble­me in dem Becher voll Wein
Mit einem Lächeln aus Stein, uns fällt nichts Bes­se­res ein
Wir ham’ mor­gen schon ver­ges­sen, wer wir ges­tern noch war’n
Ham’ uns alle voll­ge­fres­sen, nie ver­ges­sen zu zahl’n
Las­sen alles steh’n und lie­gen für mehr Asche und Staub
Wir woll’n alle, dass es passt, doch wir pas­sen nicht auf
Die Stim­me der Ver­nunft ist längst ver­stummt, wir hör’n sie nicht mehr
Denn manch­mal ham’ wir das Gefühl, wir gehör’n hier nicht her“

Danach sorgt PUR wie­der für Roman­tik und Ker­zen … sor­ry Han­dy-Flash­light-Schein in der Hal­le. Alte Kra­cher wie „Mein Freund Rüdi“ (MIT Rüdi der am Down-Syn­drom lei­det, „was ganz beson­de­res ist“ und seit 2001 bei jedem Auf­tritt in Schal­ke auf der Büh­ne dabei ist), „Hab mich wie­der mal an Dir betrun­ken“,

Fun­kel­per­len­au­gen“

und „Seil­tän­zert­raum“, bei dem der Raben­prinz die Trä­nen minu­ten­lang nicht zurück­hal­ten kann,

wer­den gefei­ert und wie Hym­nen von Tau­sen­den mit­ge­sun­gen. Dann, nach zwei Stun­den, ers­ter Stop. Das PUR-Publi­kum kennt es schon und weis was zu tun ist. Von wegen Zuuugaaabeee …. Bei PUR heißt es „ohhhh wie ist das schööööön“ … wenns sein muss minu­ten­lang.

Die ers­te Zuga­be bestrei­tet der „Türk“ aus Mann­heim. (Wahr­schein­lich per Fahr­ge­mein­schaft mit Xavi­ar nach Schal­ke gekom­men:-)
Ceylan’s State­ment ist ein­deu­tig – und in der Men­ge sind sich alle, über die kom­plet­te poli­ti­sche Gesin­nung hin­weg, einig. Es geht also doch???

Bülent muss als Hof­narr des unei­nig Inte­gra­ti­ons-Deutsch­land eben­falls mit PUR sin­gen. Die Jungs kom­men dem Hard­ro­cker etwas ent­ge­gen und stim­men Sta­tus Quo’s  „Rockin’ all over the world“ an. Selbst beim „fremd­län­di­schen Bei­trag“ beweist das Sta­di­on Text­si­cher­heit …. Ein­fach geil.

Zwi­schen­durch wird noch Peter Schil­ling, Ali­as Major Tom, aus der Kis­te gezau­bert – die Eulen­kö­ni­gin ist „völ­lig los­ge­löst“ 🙂

Fast zum Schluss prä­sen­tiert Hart­mut mit Floran­ce Joy Enns, von Köni­ge und Pries­ter, eine völ­lig unbe­kann­te, christ­li­che Stim­me dem Publi­kum. „Dra­chen sol­len flie­gen“ und „Auf der Park­bank“ beglei­tet die jun­ge, talen­tier­te New­co­me­rin sou­ve­rän als Zweit- und Drittstim­me im Duett mit dem 55 Jäh­ri­gen Eng­ler. Hof­fent­lich ist es nicht wie­der eine klei­ne Lie­bes-Wun­der­ker­ze für den ego­zen­tri­schen Front­mann. Wun­dern wür­de es einen nicht. Ver­wun­dert hat auf jeden Fall die Per­so­na Joy in Gesell­schaft deut­scher Erst­li­ga der natio­na­len Super­stars. 2003 war es Nubya die, völ­lig unbe­kannt, plötz­lich mit PUR auf der Büh­ne stand – dar­aus wur­de eine fünf­jäh­ri­ge Lie­be­lei.

Nach drei Stun­den ist die Musi­ka­li­sche-Orgie vor­bei. Wir jeden­falls “Hab(en) uns wie­der mal an PUR betrun­ken” und haben “Geweint vor Glück”. Hof­fent­lich krie­gen die Orga­ni­sa­to­ren 2020, beim sie­ben­ten PUR & Fri­end, die Park­platz­si­tua­ti­on bes­ser in den Griff. Sowas gab’s auf Schal­ke noch nie. Ein­andhal­be Stun­de ging gar­nichts und danach zeig­te die (Autofahrer)Nation wie­der ihr wah­res Gesicht.
Vor­bei war es mit der Einig­keit und (erst recht mit) Recht und … Ord­nung.