Nun ob die klam­men Dra­chen oder der klam­me Dra­che — das geht aus der Namens­ge­bung nicht her­vor. Die Eisen­acher DRACHENSCHLUCHT war jeden­falls Ziel unse­rer Wan­ders­lust am Wochen­en­de. Einen Dra­chen haben wir nicht zu Gesicht bekom­men die Schlucht aber sehr wohl und die ist wirk­lich sehens­wert.

Die­se spe­zi­el­le Schlucht wird gern auch als Klamm bezeich­net. Wiki­pe­dia meint dazu: “Eine Klamm ist ein im Fest­ge­stein ein­ge­schnit­te­nes, schma­les Tal. Das Wort Klamm ist vor allem im öster­rei­chi­schen und bay­ri­schen Sprach­raum geläu­fig und bezeich­net eine beson­ders enge Schlucht im Gebir­ge.” Eng ist die Dra­chen­schlucht im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes — die engs­te Stel­le ist gera­de Mal 67cm breit. Der Raben­prinz will es, ob sei­ner olym­pi­schen Figur, ganz genau wis­sen. — zu Not wird gedrückt und gescho­ben, muss das Eul­chen eben durch:)

Unse­re Wan­der­lust ist unmit­tel­bar an unser Genie­ße-Zen­trum im der vor­de­ren Hirn­rin­de ange­schlos­sen. Aus die­sem Grund bear­bei­ten und geneh­mi­gen wir Wan­der­an­trä­ge nur von Stre­cken die mind. ein Aus­flugs­lo­kal ent­lang der Tras­se besit­zen. Zwei Loka­le sind noch bes­ser. Lecke­res Essen und Trin­ken gehört zum Wan­dern wie das Her­bert Roth’s Ohr­wurm zum Renn­steig.

In der Bewer­bung des Drachenklamm’s waren ord­nungs­ge­mäß zwei Loka­le auf­ge­führt somit wur­de der “Bewan­der-Antrag” zügig abge­ar­bei­tet und geneh­migt:)

Um unse­re (gemein­sam) über 100 jäh­ri­gen Kör­per nicht unnö­ti­gen Stra­pa­zen aus­zu­set­zen, wird die Marsch­rich­tung meist so gewählt, dass der größ­te Anstieg gleich zu Beginn erobert wer­den muss — so auch im Fall der Dra­chen­schlucht. Der Auf­stieg zum uri­gen Gast­haus Sän­ger­wie­se ist zwar kurz führt aber bereits fast auf das höchs­te Niveau der gesam­ten Wan­de­rung. Das Bier­chen schmeckt und der Gas­tro-Azu­bi grillt pas­sa­ble Thü­rin­ger Brat­würs­te im Bier­gar­ten.

Danach wird es dann etwas unge­müt­lich. Der Eulen­kö­ni­gin ange­bo­re­nes Navi­ga­ti­ons­sys­tem kol­li­diert (mal wie­der:)))) mit moderns­ter Satel­li­ten-Tech­nik. Obwohl das welt­um­span­nen­de Tra­ban­ten­netz per GPS-Posi­ti­ons­be­stim­mung und aktu­ells­ten Kar­ten­ma­te­ri­al uns an einer Weg­ga­be­lung RECHTS schi­cken will — über­stimmt das EOS (Eulen-Ortungs-Sys­tem) demo­kra­tisch die Tech­nik und gibt LINKS als wei­tern Kurs an.

Wir begin­nen den Sink­marsch — bis wir etwa 10 min spä­ter in der Schlucht ankom­men die wir eigent­lich, nach einem Rund­kurs, erst auf dem Rück­weg belau­fen woll­ten. Ab die­ser Stel­le beginnt erneut ein Anstieg und zwar über die vol­le Schlucht­län­ge. Nach drei Kilo­me­tern errei­chen wir die “Hohe Son­ne”, einen Aus­flugs-Imbiss am Ende der Schlucht. Der Rabe, der noch nicht gänz­lich von einem Infekt gene­sen ist — pfeift auf dem hohen C sei­nes äußers­ten Lun­gen­flü­gels. Wür­de man sein T‑Shirt auf­rin­gen wür­de es locker eine ordent­li­che Kom­pott­schüs­sel mit Schweis fül­len. Eine Pau­se ist ange­sagt und drin­gend nötig.

Die Brat­wurst sieht hier nicht so lecker aus — wir ent­schei­den uns für eine Erb­sen­sup­pe mit Bock­wurst. Die kann man wei­ter­emp­feh­len:)
Wir setz­ten uns zu einem älte­ren Paar an den Tisch und erfah­ren viel über die Thü­rin­ger Sehens­wür­dig­kei­ten. Das fast 80 jäh­ri­ge Pär­chen kommt zwar aus Bay­ern — genau­er Roten­burg ob der Tau­ber — ist aber fast jedes Wochen­en­de im “Nach­bar­land” unter­wegs. Wan­dern tun sie nicht mehr — die Dame kann nicht mehr so nach einer OP, aber fah­ren, schau­en und essen geht pri­ma:))

Nach der Rast der Rück­weg. Ein herr­li­cher Blick auf die Wart­burg eröff­net den Abstieg.

Erst ab hier kann auch das Raben­prinz­chen das Natur­schau­spiel genie­ßen. Tosen­des Was­ser unter den Füßen, Mil­lio­nen glit­zern­de Was­ser­tröpf­chen an bemoos­ten Fel­sen, die nur weni­ge Zen­ti­me­ter aus­ein­an­der ste­hen. Die Dra­chen­schlucht ist eines der span­nends­ten Geo­denk­mä­ler Thü­rin­gens. Über Jahr­mil­lio­nen hat sich das Was­ser eines Baches fast zehn Meter tief in die roten Fel­sen unter­halb der Wart­burg gegra­ben. Es wur­de durch die gut 200 Meter lan­ge Klamm ein Weg errich­tet, auf dem man direkt über dem klei­nen Bach durch die phan­tas­ti­schen Fels­for­ma­tio­nen spa­zie­ren kann. Wir machen traum­haf­te Fotos. Dies­mal geht es aus­schließ­lich berg­ab — der Rabe ist glück­lich und kann wie­der atmen:)) Nach einer knap­pen 3/4 Stun­de sind wir wie­der am Park­platz wo wir unse­ren Kea allein gelas­sen haben. Schööö war es — gern irgend­wann mal wie­der.

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Dei­ne E‑Mail-Adres­se wird nicht ver­öf­fent­licht. Erfor­der­li­che Fel­der sind mit * mar­kiert.

Ich akzep­tie­re

Die­se Web­site ver­wen­det Akis­met, um Spam zu redu­zie­ren. Erfah­re mehr dar­über, wie dei­ne Kom­men­tar­da­ten ver­ar­bei­tet wer­den.