Ein längst fäl­li­ges, freu­di­ges Fami­li­en­tref­fen führt uns heu­te in die Rhön — genau­er nach Bischofs­heim. Das  ältes­te Mit­glied der Raben­schen Sip­pe samt Gat­tin erwar­ten sehn­süch­tig die Vor­stel­lung der Eulen­kö­ni­gin. Frü­her hat der “Patron” über Glück und Unglück ent­schie­den. Ohne sei­nen Segen lief in der Fami­lie nichts. Ist auf Sizi­li­en heut noch so;)))) Heu­te Ver­wal­tet das Fami­li­en­ober­haupt die Fami­li­en­ge­schich­te und pro­ta­giert sei­nen Nach­fol­ger. Onkel und Tant­chen sind kei­ne typi­schen Ver­tre­ter der Senio­ren­par­tei. Bei­de strot­zen vor Tem­pe­ra­ment, haben noch Ener­gie, Charme und Witz. Wie schon unlängst in Schle­si­en wird das Tref­fen zu einer Fei­er. Eul­chen wird bin­nen Minu­ten Adop- und Annek­tiert — eine tie­fe, gegen­sei­ti­ge Sym­pa­thie brei­tet sich wie ein Tsu­na­mi aus. Gene spie­len eben doch eine gewich­ti­ge Rol­le — und die schle­si­schen erst Recht.

Nach dem ers­ten Cham­pa­gner aber vor dem ers­ten Wein wird ein wich­ti­ger Tages­ord­nungs­punkt “abge­ar­bei­tet”.  Doku­men­ten­über­ga­be:)))) — in lus­ti­ger Run­de wer­den, teils 150 Jah­re alte Urkun­den aus­ge­wer­tet und kopiert. Wir lachen uns sche­ckig bei den Geburts­ur­kun­den — bes­ser bei den zwei­ten Vor­na­men. Auch Rari­tä­ten sind dabei — Zuge­hö­rig­keit zum Deutsch­tum nach dem  Ober­schle­si­chem Refe­ren­dum, 20 Reichs­mark Kin­der­geld­zu­la­ge für kin­der­rei­che Fami­li­en von 1937, Fami­li­en­buch­ein­trä­ge mit eigen­ar­ti­gen Jah­res­an­ga­ben .… das alles teils mit dem Reichs­ad­lerstem­pel teils gar mit dem Hacken­kreuz.

Pflicht” getan — der desi­gnier­te “Nachfolge”-Pate ist mit einem vol­len Doku­men­ten­satz aus­ge­stat­tet. Tant­chen hat in der Zwi­schen­zeit völ­lig unauf­fäl­lig das Abend­mahl gezau­bert. Extra für uns wur­de Bigos gemacht (daaaaaaa­an­ke Tant­chen;))) und schle­si­sche Wurst orga­ni­siert. Der Tisch biegt sich wie über­all in der Raben­schen Sip­pe. Es wird ein lan­ger und total lus­ti­ger Tag. Bis spät in die Nacht über­trump­fen sich Onkel und Tant­chen im Erzäh­len von Anek­do­ten aus alten und neu­en Zei­ten. Bis zum nächs­ten Mal — viel­leicht klappt es mit einem gro­ßen Fami­li­en­tref­fen — da wird der Juni­or-Pate lan­ge Pre­dig­ten an sei­ne Jün­ger hal­ten müs­sen:)))

Ein­mal in der Rhön woll­ten wir uns auch etwas anschau­en und unse­rer Wan­der­lust einen klei­nen Zoll gön­nen. Die Wahl fällt (leicht) auf die klei­ne 3,3 Km lan­ge Gip­fel­run­de um den Kreuz­berg — so zu sagen eine Mini-Pil­ger­tour zum gleich­na­mi­gen Klos­ter und zum welt­be­kann­ten, seit 1731 gebrau­ten Klos­ter­bier. Der Rabe ist wie­der voll fit und so macht die Gip­fel­er­stür­mung wie­der Spaß. Recht schnell sind wir vom Park­platz, an den Ski­lif­ten vor­bei, auf dem Gip­fel-Pla­to. Herr­li­che Natur und traum­haf­te Aus- und Rund­bli­cke sind unser Lohn.  Von dort geht es (logi­scher­wei­se:))) nur noch berg­ab. Kurz unter­halb des Gip­fels tref­fen wir auf die Sta­tio­nen des Kreuz­we­ges.  Es ist einer der ältes­ten Kreuz­we­ge Deutsch­lands nach Ham­mel­burg und Ful­da — errich­tet zwi­schen 1710 und 1729 und — was ihn so beson­ders macht — ohne jeg­li­chen, sonst übli­chen Prunk. Die Sta­tio­nen ste­hen in exakt den glei­chen Ent­fer­nun­gen zuein­an­der wie der Kreuz­weg in Jeru­sa­lem. Die zwölf­te Sta­ti­on ist das wohl meist foto­gra­fier­te Motiv der Rhön.

Wenn die Bay­ern sonst alles rich­tig machen, hier haben sie Murks gemacht. Genau hin­ter dem präch­ti­gen, christ­li­chen Motiv wur­de 1951 der Sen­der Kreuz­berg des Baye­ri­schen Rund­funks hin­ge­stellt. Sein abge­spann­ter Stahl­rohr­mast wur­de 1985 errich­tet und 2016 von 207,5 m auf 227 m Höhe auf­ge­stockt. Den UKW- und Han­dy­wel­len wäre es sicher egal wenn das Mons­trum eini­ge Meter wei­ter ste­hen wür­de. So ver­schan­delt es jede Auf­nah­me.

Von der 12. Sta­ti­on führt ein Trep­pen­weg bis fast zum Klos­ter. Die Geschich­te des Kreuz­ber­ges begann bereits im 7. Jh. Einer Legen­de nach stell­te der iro­schot­ti­sche Mis­sio­nar Kili­an das ers­te Kreuz auf dem Gip­fel des Ber­ges auf. Von 1681 — 1692 errich­te­ten die Fran­zis­ka­ner die heu­ti­ge Wall­fahrts­kir­che zusam­men mit einem Klos­ter auf dem Kreuz­berg. Sei­ne Bekannt­heit ver­dankt es aber zum gro­ßen Teil sei­nem, seit anno dazu­mal, unver­än­der­ten, Bier.  Der Rabe will ganz cool tun und bestellt gleich ein “Gro­ßes” — ohne sei­nen geo­gra­phisch-poli­ti­schen Stand­ort in die Bestel­lung ein­zu­be­zie­hen. In Bay­ern ist ein “Gro­ßes” eine Maß — also EIN Liter:)))

Nun — wir trin­ken eben bei­de aus einem Krug:))) Schon im Jah­re 1901 hat sich der spä­te­re Kar­di­nal Faul­ha­ber mit einem tref­fen­den Kom­men­tar im Gäs­te­buch der Klos­ter­braue­rei ver­ewigt: „Den Kreuz­berg her­auf kam ein end­lo­ser Zug, die einen zur Kir­che, die ande­ren zum Krug.“ Wurst­sa­lat und Hax’n müs­sen natür­lich auch sein — das kön­nen die Bay­ern eben.

 

Im Anschluss besich­ti­gen wir das Klos­ter, die Klos­ter­kir­che und die Andachts­grot­te in der auch wir zwei Ker­zen für unse­re Lie­ben zün­den. Als Wall­fahrts­ort weist der Kreuz­berg eine Jahr­hun­der­te alte Tra­di­ti­on auf, die ihm den Bei­na­men „Hei­li­ger Berg der Fran­ken“ ein­brach­te. Mit rund 600 000 Besu­chern (uns nicht ein­ge­rech­net:)) und bis zu 70 Pil­ger­tou­ren (unse­re nicht ein­ge­rech­net:))) ist es das meist­be­such­te Tou­ris­ten­ziel in der Rhön. Lei­der ist unse­re Zeit begrenzt — der Patro­ne war­tet schon:)))) — aber hier­her kom­men wir bald wie­der … noch in die­sem Jahr.   .

 

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Dei­ne E‑Mail-Adres­se wird nicht ver­öf­fent­licht. Erfor­der­li­che Fel­der sind mit * mar­kiert.

Ich akzep­tie­re

Die­se Web­site ver­wen­det Akis­met, um Spam zu redu­zie­ren. Erfah­re mehr dar­über, wie dei­ne Kom­men­tar­da­ten ver­ar­bei­tet wer­den.