Läjptsch — Sach­sens Metro­po­le Nr.1 lädt wie­der­holt zur lan­gen Nacht der Live­mu­sik ein. Der selbst erschaf­fe­nen Tra­di­ti­on fol­gend grüs­sen wir dort jähr­lich das Mur­mel­tier;)) Unser “Kon­su­lat” im Nach­bar­bun­des­land (Raben’s Second daugh­ter;))) haben wir lei­der zu spät über unse­re Plä­nen unter­rich­tet wodurch die Gäs­te­couch bereits fremd ver­mie­tet war:((( Wir wären aber nicht Prinz und Köni­gin wenn wir aus der Not nicht eine Tugend gemacht hät­ten. Jun­ge Men­schen buchen heut zu Tage ihre Koje über Airb­nb. Airb­nb ist ein 2008 im kali­for­ni­schen Sili­con Val­ley gegrün­de­ter Com­mu­ni­ty-Markt­platz für Buchung und Ver­mie­tung von Unter­künf­ten. Pri­va­te Ver­mie­ter ver­mie­ten ein­fach ihr Zuhau­se oder einen Teil davon — eine für Gäs­te wie Ver­mie­ter glei­cher­ma­ßen tol­le und genia­le Idee. Der ursprüng­li­che Name Air­be­dandbre­ak­fast (eng­lisch: Luft­ma­trat­ze und Früh­stück) wur­de 2009 ver­kürzt zu Airb­nb.

Nathan Blech­ar­c­zyk, einer der drei Grün­der von Airb­nb — heu­te Mili­ar­där und unter den 1000 reichs­ten Men­schen der Welt nutzt auf Geschäfts­rei­sen selbst Airb­nb und ver­mie­tet, um einen Ein­druck zu bekom­men, wie sich Kun­den von Airb­nb füh­len, noch heu­te einen Teil sei­ner Woh­nung in San Fran­cis­co. Er hat so schon an über 100 Airb­nb-Gäs­te “unter­ver­mie­tet”. Übri­gens, vor einem Jahr ist Blech­ar­c­zyk, zusam­men mit den bei­den ande­ren Co-Grün­dern von Airb­nb, der Giving Pledge bei­get­ret­ten und hat sich somit ver­pflich­tet mehr als 50 % sei­nes Ver­mö­gens an gemein­nüt­zi­ge Zwe­cke zu spen­den. Respekt, Hut ab und .… dan­ke im Namen aller Namen­lo­ser. Wenn nur mehr Rei­che so den­ken wür­den .….

Aus Not also und unse­rer Neu­gier fol­gend neue Men­schen ken­nen zu ler­nen, sich aus­zu­tau­schen, etwas über und von Ande­ren zu ler­nen — mel­de­ten wir uns bei der Com­mu­ni­ty an. Es soll­te unser “Ers­tes Mal” wer­den. Schnell war eine pom­pf­or­ti­onö­se Blei­be in Leip­zigs Zen­trum gefun­den. Eine Stu­di-WG bot ihr Wohn­zim­mer feil. Es war nicht bil­lig aber im Ange­sicht der Lage und Aus­stat­tung ver gleichs­wei­se preis­wert, per­fekt. Sehr sty­lisch desi­gne­tes Zim­mer, mit Bett­wä­sche, fri­schen Hand­tü­chern, für jeden eine Mozart­ku­gel auf dem Kopf­kis­sen und hygie­nisch sau­ber. Ordent­lich war es oben­drein. Wenn alle Ver­mie­ter so sind freu­en wir uns schon auf Zypern und Alba­ni­en;)))

Kur­ze Ver­schnauf­pau­se und ab ins Getüm­mel. Beim dies­jäh­ri­gen Hon­key Tonk machen 28 Bands auf 24 Büh­nen mit. Wäh­rend einer Cafe­stär­kung in der Küm­mel-Apo­the­ke, Leip­zigs First-Nobles Adres­se in der Mäd­ler­pas­sa­ge wird der Schlacht­plan aus­ge­ar­bei­tet. Mehr als drei-vier Loca­ti­ons schafft man sowie­so nicht — also müs­sen die­se wohl aus­ge­wählt sein:)) Unse­re drei Lieb­lin­ge sind schnell aus­er­ko­ren — einen haben wir in Reser­ve falls noch Zeit ist oder ein Rein­fall dabei sein soll­te.

Wir begin­nen in der Moritz­bas­tei. Die Moritz­bas­tei wur­de als Bas­ti­on in den Jah­ren 1551–1554 errich­tet und nach dem Kur­fürs­ten Moritz von Sach­sen benannt. Heu­te ist sie der ein­zi­ge noch erhal­te­ne Teil der Stadt­be­fes­ti­gung und ein Kul­tur­zen­trum. Den beson­de­ren Reiz der mit­tel­al­ter­li­chen Bau­ten und Gewöl­be ent­deck­ten 1973/1974 Stu­den­ten auf der Suche nach geeig­ne­ten Räu­men für einen Stu­den­ten­club. Sie über­zeug­ten die Uni­ver­si­tät und die Stadt vom Wie­der­auf­bau. Heu­te, wie bereits in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, eröff­nen wir unse­re Knei­pen-Pil­ger­tour in die­sen ehr­wür­di­gen Gemäu­ern.

Dies­mal erst gegen 20:00 Uhr mit einer Mann­hei­mer almost-all-fema­le-For­ma­ti­on. Tu-t’ar­re­tes Scho­get­te — Bru­net­te Scho­get­te — Iri­set­te Scho­get­te — Alou­et­te Scho­get­te — Eigent­lich-Sehr-Nett Scho­get­te — Ange­let­te Scho­get­te — Noi­set­te Scho­get­te — Kokett Scho­get­te und Yogu­ret­te Scho­get­te feu­ern einen Rei­gen aus 60ies, Motown, Girl­group, Rare Soul und eige­nen Songs von Büh­ne. Kraft­voll, ursprüng­lich, natür­lich — nicht per­fekt eher etwas unge­schlif­fen aber umso mehr authen­tisch.

Rabens Töch­ter­chen ziert sich noch etwas aber wir bei­de haben bereits Spaß, sin­gen und tan­zen — übri­gens als ein­zi­ge im (wie uncool ist das denn) von hin­ten, halb gefüll­ten Kel­ler. Die Mädels ver­su­chen krampf­haft die (ost?)deutsche Phleg­ma­tik aus den Kno­chen, bes­ser gesagt Hir­nen, des zum Fei­ern unfä­hi­gen Publi­kums zu ver­ban­nen — lei­der gelingt es nur ansatz­wei­se und erst nach gut einer Stun­de. Wir sind begeis­tert — fin­den die Mädels taff und hof­fen, dass sie ihr Poten­zi­al noch wei­ter aus­bau­en.

Mega Gig der Mann­hei­mer Mädels — Stim­mung (zumin­dest auf der Büh­ne) von der ers­ten Minu­te:)))

Ab in die Tho­mas-Braue­rei. Es spie­len schon seit einer knap­pen Stun­de unse­re “alten” Bekann­ten — B1000 aus Dres­den. Eine jun­ge Band die sich in den Rock­zei­ten Ihrer Eltern ver­gnügt und Klas­si­ker und weni­ger Bekann­tes aus der Hit­ma­schi­ne DDR spielt. Bra­vu­rös ent­staubt, rockig und einer Sauer­stoff­the­ra­pie unter­zo­gen schmet­tern sie Titel von Keim­zeit, Karat, Puh­dys, Neu­mis Rock Zir­kus, City, Sil­ly, Rock­haus ‚Ele­fant und Karus­sell teil­wei­se bes­ser, fri­scher hin als die Urhe­ber. Sil­vio am Micro (und Herr der Tas­ten) ver­sprüht dabei etwas Son­nen-Allee-Fee­ling im Raum. Lukas am Schlag­zeug, mit sei­nen fet­ti­gen Loten erin­nert einen an den Scham­poo-Man­gel in der DDR. Dani­el an der Lead-Gitar­re wür­de als auch Mitro­pa-Kell­ner durch­ge­hen. Alle samt unter­hiel­ten sie ohne Unter­lass das Brau­haus mit einer Hym­ne nach der Ande­ren. Tan­zen war aus Platz­man­gel nicht drin aber unse­re Keh­len wur­den hei­ßer vom Mit­grö­len. Jul­chen bekam wäh­rend des­sen eine Geschichts­lek­ti­on in Musik ver­passt — auch waren das Zei­ten.

Nach zwei Run­den schmerz­li­cher Rück­zug. “Night­fe­ver” aus Leip­zig ver­sprach im Chco­lat-Club­kel­ler eine hei­ße Dis­co-Par­ty. Und sie ver­spra­chen nicht zuviel. Nach anfäng­li­chen Irr­lauf in der Loca­ti­on — fal­sche Eta­ge, fal­sche Büh­ne — betra­ten wir den Dis­cotem­pel. Men­schen­über­füllt waren Raum und Tanz­flä­che aber ein geüb­tes und selbst­be­wuss­tes Königs­paar benö­tig­te kei­ne 30 Sekun­den um den gebüh­ren­den Platz am Büh­nen­rand, gaaaaaaaaaaaa­anz nah der Band in Beschlag zu neh­men. Eine Tanz­or­gie soll­te fol­gen. Zwei Stun­den schwan­gen wir unse­re Glied­ma­ßen zu Hits von Abba, Bee Gees, Dia­na Ross, Whit­ney Hus­ton und vie­len, vie­len wei­te­ren. Ein Live-Feu­er­werk aus Groo­ve und Gla­mour mit per­fek­ter Büh­nen­show und bril­li­an­tem Sound umhüllt von jeder Men­ge indi­vi­du­el­lem Charme der 5 Musi­ker.

Rake­te (Bass), Frit­ze (Drums) und Hei­ko (Key­bords) beherr­schen nicht nur vir­tu­os Ihre Instru­men­te son­der ver­zau­bern, grad bei Bee Gees Songs mit einem glas­kla­ren mehr­stim­mi­gen Gesang. Bar­ry, Mau­rice und Robin wür­den stau­nen:)))) Kars­ten an der Gitar­re, hät­te bei Abba wie bei Motör­head kei­ne Pro­ble­me — ein Meis­ter sei­nes Fachs.

Und dann Pavi — Pavi de Mayo ist eine Aus­nah­me­erschei­nung. Eine klei­ne auf Phil­li­pi­nen gebo­re­ne Per­son deren Stimm­ge­walt, ‑umfang, — gefühl und Per­fek­ti­on alle Diven die­ser Welt ver­blas­sen lässt. Die schwie­rigs­ten Pas­sa­gen aus den schwie­rigs­ten Stü­cken von Whit­ney bis Ari­tha Fran­k­lin, von Pink bis Amy Whine­house führt sie der­art sicher, gefühl­voll und kraft­voll sowohl in den Höhen als auch in den Tie­fen, dass uns teil­wei­se der Atem weg­blieb. Sol­che Dia­man­ten tin­geln durch Clubs, Bars, Hotels, Ban­ket­te und Kreuz­schif­fe anstatt ein Mil­lio­nen­pu­bli­kum zu ver­zau­bern.

Die­se Band MÜSSEN wir noch­mal erle­ben — der Sound ist unver­gleich­lich, der Stim­mung kann man sich nicht ent­zie­hen (haben trotz­dem etli­che geschafft) und der Spaß­fak­tor liegt ober­halb der mess­ba­ren Mar­ke. Völ­lig ent­kräf­tet sind wir gegen 2 Uhr Nachts in unse­ren Airb­nb-Bett­chen gelan­det.

Am Sonn­tag-Mor­gen woll­ten wir dem Wochen­en­de noch ein Krön­chen auf­setz­ten. Ein Früh­stück im ALEX — Leip­zigs Früh­stücks­lo­ca­ti­on Nr.1. Vier Wochen Vor­anmel­dung sagen alles. Dafür bekommt man das umfang­reichs­te Früh­stücks-Buf­fet ever. Die Auf­zäh­lung wür­de den Blog­rah­men spren­gen — sagen wir es mal kurz — gefehlt haben ledig­lich Aus­tern. Selbst Kavi­ar war da.

Nach die­sem lang­ge­dehn­ten wie opu­len­ten Mahl konn­ten wir nur noch Heim. Knap­pe 90 min nach Erfurt — essen kön­nen wir heu­te nichts mehr. Bis viel­leicht auf ein Eischen im Pusch­kin:)))) Bis nächs­tes Jahr zum Hon­ky-Tonk. Kathi, kannst schon mal reser­vie­ren:))))

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