Maze­do­ni­en ist eigent­lich kom­plett falsch — das Land heißt ja offi­zi­ell EJRM —  Ehe­ma­li­ge jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en — aber Ejrm läßt sich so beschei­den aus­spre­chen:) Skop­je die Haupt­stadt, weil wir einen lächer­lich bil­li­gen Flug hier­her bekom­men haben (erst nach der Rei­se sind wir dank­bar die­ses Land ken­nen­ge­lernt zu haben) — und das mit der Gebär­mut­ter kommt wei­ter unten … Geduld:)

Unse­re Vor­freu­de auf den dies­jäh­ri­gen Bal­kan-Road­tripp ist etwas getrübt. Unse­re gute Freun­din und im „Neben­hob­by“ Nym­phen­nan­ny – hat gro­ße Sor­gen. Ihre Mama liegt im Kran­ken­haus und es sieht nicht gut aus. Sie ver­si­chert uns, sich trotz­dem um das Wil­ly­kind zu küm­mern – wir sind so unend­lich dank­bar.

Dann will Sky­pe der Eulen­kö­ni­gin Eins aus­wi­schen. Pünkt­lich am ers­ten Sep­tem­ber legt Sky­pe alle alten Ver­sio­nen sei­ner Soft­ware lahm. Eul­chens „Spieg­lein“ zum Wil­ly – mehr­fach am Tag unter­hal­ten wir uns mit dem Klei­nen der allein zu Hau­se geblie­ben ist. In der aktu­el­len Ver­si­on, wur­de „aus Sicher­heits­grün­den“ das auto­ma­ti­sche Ran­ge­hen abge­schafft – idio­tisch. Der IT-Rabe fin­det eine, zuge­ge­ben etwas umständ­li­che, aber immer­hin EINE Lösung.

Fahrt und Flug mit WIZZAIR völ­lig unpro­ble­ma­tisch. Übri­gens, mit WIZZAIR sind wir das ers­te Mal geflo­gen und kön­nen nicht kla­gen. Top Ser­vice, top Abfer­ti­gung, alles top. End­lich in Skop­je ange­kom­men aller­dings die nächs­te Hiobs­bot­schaft. Weil wir zwei Stun­den zu spät gelan­det sind ist unser Miet­wa­gen gecan­celt. Auch Check24, unser Dia­ler, kann uns tele­fo­nisch nicht aus der Pat­sche hel­fen – im „Rent-a-Car-Busi­ness“ geht’s frei nach Gor­bi. Wer zu spät kommt den bestraft EUROPCAR – „rie­sen Dan­ke­schön“ an die Trup­pe – sie hat­ten unse­re Flug­num­mer.

Wir fra­gen uns an den Schal­tern der ande­ren 15 Auto­ver­mie­tun­gen durch. Eule von links begin­nend, der Rabe von rechts. Frei nach dem Mot­to: “give me your best car at your best Pri­ce” haben wir bin­nen 10 Minu­ten völ­lig unpro­ble­ma­tisch ein Gefährt . „STAR CAR“ gibt uns einen schnu­cke­lig blau­en Suzu­ki Bale­no – voll­ver­si­chert und …. with „Green­card“ for Alba­nia (war bei der ursprüng­li­chen Reser­vie­rung, übri­gens ein hei­den Heck­meck), zu einem Preis der um ein Drit­tel unter dem des Wochen vor­her gebuch­ten liegt.

Alles wird gut!!!! ( … und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht alles😊)

Heu­te müs­sen wir GsD (Gott sei Dank) nicht mehr weit fah­ren. Unser Ziel ist der ” Mat­ka Can­yon” – zu Deutsch – die Gebär­mut­ter Schlucht. Ein „must see“ in Maze­do­ni­en – aber bei einer 17:20 Uhr Lan­dung woll­ten wir kei­ne gro­ße Stre­cke am Anrei­se­tag absol­vie­ren. Nach dem Rent-a-car-Deba­kel und in Anbe­tracht des Son­nen­un­ter­gangs, kurz nach 19:00 Uhr, eine sehr wei­se Ent­schei­dung. (DIe Fotos hier sind am nächs­ten Tag gemacht wor­den)

Die Mat­ka-Schlucht ist ein 1937 ent­stan­de­ner künst­li­cher See. Tür­kis­blau­es Was­ser, fast senk­rech­te Fel­sen links und rechts, Klös­ter aus dem 14. Jahr­hun­dert, die tiefs­te Unter­was­serhöh­le der Welt …. usw. Vor allem aber ein reiz­voll anmu­ten­des und hoch gelob­tes Restau­rant mit eini­gen Gäs­te­zim­mern direkt über dem See. Wir spe­ku­lie­ren dar­auf, dass Abends die Tou­ris­ten- und Besu­cher­mas­sen wie­der weg sind, und früh (zumal Mon­tag) kei­ne kom­men wer­den. Das mit dem Mon­tag ging nicht ganz auf:)

Zuerst müs­sen wir es aber fin­den, das „Can­yon Mat­ka Hotel“. Goog­le-Mops behaup­tet schon an der „Fresh Lounge Bar, dem (schein­bar) letz­ten Lokal an dem schma­len Weg zum Can­yon, am Ziel zu sein. Auch eine Ein­ga­be­kor­rek­tur mit der Adres­se aus Boo­king, bringt kei­ne Klar­heit. Dafür gehen aber 30€ für „sagen­haf­te“ 20 MB – Inter­net­vo­lu­men drauf. Jaaaa außer­halb der EU ist Inter­net für uns teu­er – 10MB für 15€ — das macht drei TAUSEND €uro für einen gän­gi­gen 2GB Ver­trag in Deutsch­land … alles klar?

Als muti­ge Ent­de­cker fah­ren wir wei­ter  bis es nicht mehr geht, par­ken dann  auf einen engen Park­platz zwi­schen Müll und Abfall, biss­chen gru­se­lig das Gan­ze. Ein spär­lich beleuch­te­ter schma­ler Weg am Fel­sen ent­lang, vom Hotel kei­ne Spur, ein Wach­pos­ten sagt, wir sind rich­tig. Die Eulen­kö­ni­gin ist bereits hef­tig am nölen und ver­zwei­feln. Der Rabe bleibt  gelas­sen. Es kann nicht mehr weit sein, denkt er – aber in völ­li­ger Dun­kel­heit, am Fel­sen ent­lang – kei­ne Wer­bung für ein Hotel.

Wir eini­gen uns noch 200–300 Meter zu lau­fen und dann gege­be­nen­falls umzu­keh­ren. Der Rabe soll Recht behal­ten – nach weni­gen Metern, hin­ter der nächs­ten Fels­bie­gung, erstrahlt das Restau­rant im vol­len Glan­ze. Wer­bung braucht es nicht – ist hier das Ein­zi­ge weit und breit und funk­tio­nie­ren­de Weg­be­leuch­tung hat kei­nen hohen „Stel­len­wert“ – braucht es auch nicht – die Gäs­te kom­men alle am Tag um die Schön­heit der Natur zu bewun­dern.

Wir sind jeden­falls end­lich ange­kom­men, ohne Gepäck, ohne Zahn­bürs­te, ohne Wech­sel­schlüp­fer, ohne alles. Unser  Zim­mer­chen total süß und das spä­te Abend­essen auf der Ter­ras­se, die über dem Was­ser hängt  ein abso­lu­ter Traum. Für uns bei­de gab es vor­weg Salat mit Schafs­kä­se und ober­le­cke­rem Schin­ken und einer ein­zig­ar­ti­gen Salat­so­ße mit Sesam­öl, für den Raben ein Schwei­ne­fi­let mit Pfef­fer­sauce und für das Eul­chen Geflü­gel­rou­la­de mit gerös­te­ten Schin­ken und Pis­ta­zi­en in einer Sau­ce von Sel­le­rie Pis­ta­zie Ana­nas  und Curry…ein Hoch­ge­nuss. Dazu die gra­tis Fla­sche Belan (ober­le­cke­ren maze­do­ni­schen Wein), die inclu­si­ve zur Zim­mer­bu­chung gehör­te … ach gehts uns gut 😊.  Das Aben­teu­er Maze­do­ni­en Alba­ni­en kann begin­nen.

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