Die Gegen­stän­de auf den fol­gen­den zwei Fotos hei­ßen in Alba­ni­en bei­de: DER KORAN. Viel­leicht ist das schon ein ers­ter Hin­weis dar­auf, dass in Alba­ni­en irgend­et­was anders ist als in der GANZEN übri­gen Welt. Die Mehr­heit der Alba­ner sind Mus­li­me … aaaaaber … auf die Aus­le­gung der Fer­se des Buches der Bücher kommt es an. Ein Ver­sucht der Ergrün­dung die­ses Phä­no­mens.
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Trotz der oft ver­laut­bar­ten Beden­ken, dass der isla­mi­sche Fun­da­men­ta­lis­mus auch in Alba­ni­en und im Koso­vo Fuß fas­sen könnte, scheint es hie­für kei­ne Bestä­ti­gung zu geben. Im Koso­vo und West­ma­ze­do­ni­en, wo ein libe­ra­ler Islam wie in Bos­ni­en durch eini­ge fana­ti­sier­te ortho­do­xe Ser­ben und Maze­do­ni­er ange­grif­fen wird, scheint es höchst unwahr­schein­lich, dass der Fun­da­men­ta­lis­mus sich fest­set­zen könnte. Der Kampf der Koso­vo-Alba­ner um Frei­heit und Unabhängigkeit ist und bleibt ein natio­na­ler und poli­ti­scher Kampf. Von alba­ni­scher Sei­te spielt die Reli­gi­on dar­in kei­ne Rol­le.

In der alba­ni­schen Bevölkerung fehlt immer noch das Inter­es­se an der Reli­gi­on. Die Men­schen sowohl in Alba­ni­en wie auch im Koso­vo sind viel zu sehr mit der Bewältigung ihres täglichen Lebens beschäftigt – mit dem nack­ten Überleben, als dass sie Zeit hätten, über Grund­fra­gen des Glau­bens nach­zu­den­ken. Den­noch ist nicht zu leug­nen, dass der Islam wesent­lich dazu bei­getra­gen hat, aus den Alba­nern das zu machen, was sie heu­te sind. Er ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Natio­nal­kul­tur Alba­ni­ens. Dass es so ist, ist der sehr mode­ra­ten und gemä­ßig­ten Aus­le­gung des Islams zu ver­dan­ken. Die Zau­ber­for­mel heißt

Alevitentum

Ob das Ale­vi­ten­tum in sei­ner heu­ti­gen Form dem Islam zuzu­ord­nen ist oder eine eigen­stän­di­ge Reli­gi­on dar­stellt, ist in der For­schung und unter den Ale­vi­ten selbst umstrit­ten. Ziel eines Ale­vi­ten ist die Erleuch­tung / Voll­kom­men­heit durch Wer­te wie Nächs­ten­lie­be, Beschei­den­heit und Geduld. Huma­nis­mus und Uni­ver­sa­lis­mus prä­gen den ale­vi­ti­schen Glau­ben. Die Mehr­heit der für Sun­ni­ten und Schii­ten gel­ten­den Ver­bo­te und Gebo­te aus dem Koran wer­den von Ale­vi­ten nicht befolgt. Die grund­le­gen­den Unter­schie­de zwi­schen Ale­vi­ten und Sun­ni­ten sind seit der osma­ni­schen Zeit der Grund für die Unter­drü­ckung und Ver­fol­gung der Ale­vi­ten.
Die zwei­te Zau­ber­for­mel heißt …

Bektashi

Die reli­giö­se Pra­xis der Bek­ta­schi weicht von der isla­mi­schen Ortho­do­xie ab. Das Gebet ist nicht an bestimm­te Tages­zei­ten gebun­den, son­dern kon­zen­triert sich auf die Abend­stun­den, in denen die Arbeit ruht …  und die Gläu­bi­gen sich mit Hin­ga­be den Zere­mo­ni­en des Cem wid­men. In die­sem Ritus wer­den die Gläu­bi­gen (Frau­en UND Män­ner) durch Gesang, Musik und die Rezi­ta­ti­on von Hym­nen und Hel­den­sa­gen, beglei­tet von Klän­gen einer Saz (einer Art Lau­te)  in mys­ti­sche Stim­mung des ‚Eins-Seins‘ (El ele ve el hak­ka) ver­setzt.

Alle stre­cken dabei gemein­sam ihre Hän­de dem Schöp­fer (Hak-Tan­ri-Allah) ent­ge­gen. Der Semah-Tanz ist der ritu­el­le Tanz der Ale­vi­ten und Bek­ta­schi, der inner­halb der Cem-Zere­mo­nie statt­fin­det. Er ist Aus­druck der ewi­gen Wie­der­kehr aller Schöp­fun­gen, denn im Semah-Tanz dre­hen sich Frau­en und Män­ner (als Sinn­bild der Gegen­sät­ze) im Kreis und bil­den sym­bo­lisch den Umlauf der Pla­ne­ten um die Son­ne nach.

Ihr höchs­tes Fest bege­hen die Bek­ta­schi all­jähr­lich eine Woche lang am Berg Tomorr bei Berat in Süd­al­ba­ni­en. Um die Lebens­hal­tung der Bek­ta­schi zu beschrei­ben, wird gern fol­gen­de Anek­do­te erzählt: „Der Kalif besuch­te das Ober­haupt des Bek­ta­schi-Ordens. Als er die üppi­gen Wein­ber­ge um das Kon­vent des Ordens erblick­te, frag­te er: ‚Mein lie­ber Freund, was macht ihr denn mit den vie­len Wein­trau­ben?‘ ‚Ach‘, ant­wor­tet der Der­wisch, ‚wir essen ger­ne süße, rei­fe Trau­ben.‘ Der Kalif dar­auf: ‚Aber es ist doch unmög­lich, so vie­le Wein­trau­ben zu ver­spei­sen.‘ Der Der­wisch dar­auf­hin: ‚Das ist kein Pro­blem. Was wir nicht essen kön­nen, das pres­sen wir und lagern es in Holz­fäs­sern. Und was dann geschieht, ist allein Allahs Wil­le.‘“

Wie tief die­ser Wil­le zum fried­li­chen Mit­ein­an­der ver­wur­zelt ist ver­deut­lich­te uns der Imam der Xha­mia Mbret (Königs­mo­schee in Berat). Fas­zi­niert hör­ten wir sei­nen Erzäh­lun­gen zu. Die Eulen­kö­ni­gin war ver­wun­dert, dass sie ohne Kopf­tuch sein Got­tes­haus betre­ten durf­te und sogar in dem über 250 Jah­re alten Koran blät­tern durf­te. Als er uns spä­ter die Hal­ve­ti-Tek­ke zeigt und erläu­tert, geht er eben dar­auf ein, dass in Alba­ni­en die Men­schen, Fami­li­en­mit­glie­der, Nach­barn ver­schie­de­ner Reli­gio­nen sich seit Jahr­hun­der­ten ver­tra­gen.
Zusam­men ihre jewei­li­gen Fei­er­ta­ge fei­ern, sich gegen­sei­tig respek­tie­ren und ach­ten. Der Rabe über­setzt sei­nem Eul­chen was er den eng­lisch spra­chi­gen Aus­füh­run­gen des Imams ent­nimmt. An einer stel­le “ergänzt” der Rabe die Über­set­zung und erklärt, dass über­all sonst —  Suni­ten und Schii­ten (bei­des Mus­li­me) nicht mit­ein­an­der aus­kom­men, und schlägt dabei mit sei­ner rech­ten Faust in die lin­ke Hand­flä­che. Als der Imam das sieht (viel­leicht ver­stand er auch etwas Deutsch) — wird sei­ne Stim­me fes­ter und er betont sehr ein­dring­lich

HIER NICHT, hier in Albanien nicht. Wir verstehen uns untereinander, Es gibt keine Probleme.”

Wir sind geplät­tet und beein­druckt zugleich. War­um funk­tio­niert es in einem Land und woan­ders nicht??? Wie vie­le Kon­flik­te wer­den noch im Namen von Reli­gio­nen geführt??? Wie vie­le Men­schen wer­den noch ster­ben müs­sen im Namen Got­tes, wie auch immer er hei­ßen mag?

Ein­mal beim The­ma Reli­gi­on, hier noch ein Text von EDUARD Q. GASHI (vom 26. Dezem­ber 2015) zum The­ma

Albanische Weihnachten — Nata e Krishtit

Wenn in die­sem Text von Alba­ni­en gespro­chen wird ist immer der alba­ni­sche Kul­tur­raum gemeint. Die­ser erstreckt sich über wei­te Tei­le  Alba­ni­ens, des Koso­vo, Ost- und Süd Mon­te­ne­gro, Süd-West Ser­bi­en, West-Maze­do­ni­en und sowie West-Grie­chen­land.

Die christ­li­chen Alba­ner gehö­ren der ortho­do­xen und katho­li­schen Kon­fes­si­on an. Daher gibt es inner­halb der christ­li­chen Alba­ner Unter­schie­de in der Art und Wei­se wie man Weih­nach­ten fei­ert. Seit Mit­te des 20. Jahr­hun­derts wech­sel­ten die Ortho­do­xen in Alba­ni­en zum gre­go­ria­ni­schen Kalen­der über und fei­ern Weih­nach­ten nun im Dezem­ber. Was man beson­ders erwäh­nen soll­te ist, dass die reli­giö­sen Fes­te in Alba­ni­en gemein­sam gefei­ert wer­den. Auch die reli­giö­sen Füh­rer besu­chen sich gegen­sei­tig zu den gro­ßen Fes­ten und beglück­wün­schen sich. So beglück­wünscht die Isla­mi­sche Ver­ei­ni­gung die christ­li­chen Gläu­bi­gen zu deren Fes­ten genau­so wie die alba­ni­schen Bischö­fe die mus­li­mi­schen Gläu­bi­gen zu deren Fes­ten.

Schießereien in Albanien

In eini­gen Regio­nen Alba­ni­ens war es Brauch, einen Wid­der zu schlach­ten und den Armen einen Teil des Flei­sches als Almo­sen zu geben: Bei dem Stamm Kel­men­di wur­den zu die­ser Jah­res­zeit Almo­sen auf die Grä­ber von ver­stor­be­nen Ver­wand­ten gelegt. Bei den Sha­la war es Sit­te, Käse, Brot, Sah­ne und Joghurt auf die Grä­ber zu legen und eine Ker­ze auf das Kreuz zu stel­len. Die Lebens­mit­tel wur­den anschlie­ßend an die Armen ver­schenkt. In Boga behiel­ten die Schaf­hir­ten am Hei­li­gen Abend den gan­zen Tag lang einen Stein im Mund, den sie erst vor dem Abend­mahl aus­spuck­ten. Die gan­ze Nacht wur­de gewacht, damit die am Hei­li­gen Abend ange­zün­de­te Ker­ze nicht erlosch. Um Mit­ter­nacht läu­te­ten die Kirch­glo­cken und man besuch­te die hei­li­ge Mes­se. Im Anschluss an die hei­li­ge Mes­se fand eine mit­ter­nächt­li­che Schie­ße­rei statt. Heu­te wird mit einem Feu­er­werk die­se Tra­di­ti­on wei­ter auf­recht erhal­ten. Das Schie­ßen galt für die Alba­ner immer als ein Zei­chen der Freu­de und Fei­er.  Bis heu­te wird bei Hoch­zei­ten gern ein Feu­er­werk ver­an­stal­tet.

In der Regi­on um Mir­d­i­ta wur­de am Hei­li­gen Abend schon bei Son­nen­un­ter­gang geschos­sen. Wenn der Abt der Mir­di­ten am Weih­nachts­tag nach der Mes­se die nie­der­kni­en­den Gläu­bi­gen, mit den Reli­qui­en des hei­li­gen Alex­an­der, seg­ne­te — ant­wor­te­ten sie, ohne auf­zu­ste­hen, mit Schüs­sen.

Um eine gute Obst­ern­te im Som­mer zu sichern, berühr­te man zu Weih­nach­ten mit einem Beil das Stroh, das sich unter dem Küchen­tisch befand. Der Besit­zer von Obst­bäu­men sag­te dabei “Bin­de oder ich zer­ha­cke euch!” Dann ging er mit dem Stroh nach drau­ßen und band es um die Obst­bäu­me, um sicher zu sein, dass im Som­mer das Obst nicht vor­zei­tig vom Baum fal­len wür­de. Die­se Sit­te wird noch in vie­len alba­ni­schen Dör­fern West­ma­ze­do­ni­ens auf­recht­erhal­ten, wo Weih­nach­ten unter der sla­wi­schen Bezeich­nung Bozhiq genannt wird. In  Nord­al­ba­ni­en und im Koso­va wur­de Stroh zu Weih­nach­ten auf die Fel­der gestreut, um eine gute Ern­te zu sichern.

Weihnachtsklotz

Der Weih­nachts­klotz (alba­nisch BUMM) ist in vie­len christ­li­chen Län­dern der Erde bekannt. Am Hei­li­gen Abend, geht ein Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger, in den Hof, ruft den Namen des Haus­her­ren und ver­kün­det “Heu­te kommt der Weih­nachts­klotz. Er kommt mit Brot, er kommt mit Käse, er kommt mit But­ter und er kommt mit allem Guten!” Hier­auf ant­wor­tet der Haus­herr “Sei will­kom­men!”
Der Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge kommt nun wie­der her­ein und bringt auf sei­nem Rücken einen gro­ßen Holz­klotz hin­ein, der von allen gegrüßt wird. Er wird “edler Weih­nachts­klotz” genannt und mit Wür­de behan­delt, als ob es sich um einen wer­ten Gast han­delt.
Aus Gast­freund­schaft, und im über­tra­ge­nen Sin­ne als Opfer­ga­be, stellt man einen guten Teil der Spei­sen und Geträn­ke auf dem Weih­nachts­klotz. Dann wird der Klotz ange­zün­det und muss die gan­ze Nacht über bren­nen. Die vom Klotz übrig geblie­be­ne Asche wird danach auf die Fel­der bzw. unter die Obst­bäu­me gestreut, um für das kom­men­de Jahr eine gute Ern­te zu sichern. In Nord­al­ba­ni­en bemüh­ten sich die Pries­ter frü­her die­sen Brauch zu unter­bin­den, angeb­lich wegen des gro­ßen Ver­lusts an Lebens­mit­teln.

Im Koso­vo ist es brauch auf dem Klotz auch ein Kreuz zu malen oder zu rit­zen. Auch wur­den Äste zu einem Kreuz geformt und im Hof stan­den Kin­der die dann mit dem Weih­nachts­klotz ins Haus gin­gen. Es wur­de oft geru­fen “Der Weih­nachts­klotz kommt mit Gesund­heit, Wohl­stand, Reich­tum und Fort­schritt” Der Brauch des Weih­nachts­klot­zes wur­de nicht nur von Katho­li­ken, son­dern auch von Mos­lems ein­ge­hal­ten und lässt auf ein vor­christ­li­ches Fest schlie­ßen, das mit der Win­ter­son­nen­wen­de in Ver­bin­dung steht. Aber es zeigt auch, dass die alba­ni­schen Mus­li­me sich ihrer christ­li­chen Wur­zeln bewusst sind, so fei­ern sie auch den hei­li­gen Georg (Shen Gje­rg­ji) und ande­re Fes­te deren Ursprung im Chris­ten­tum lie­gen.

In eini­gen Gegen­den Alba­ni­ens wur­de der Weih­nachts­klotz am Heii­li­gen Abend ange­zün­det und aus­ge­löscht, am Syl­ves­ter­abend wie­der ange­zün­detund wie­der aus­ge­löscht und schließ­lich am Drei­kö­nigs­tag, den 6. Janu­ar, zum drit­ten und letz­ten Mal ange­zün­det. Im Tal der Reka e Eper­me (Maze­do­ni­en) wird der Brauch des Weih­nachts­klot­zes, dort BENIK genannt, nur am Drei­kö­nigs­tag ein­ge­hal­ten. Vor Son­nen­un­ter­gang gehen die Män­ner der ortho­do­xen Fami­li­en in den Wald, um eine Buche zu fäl­len. Dabei wer­den Wett­be­wer­be ver­an­stal­tet, um aus­zu­ma­chen, wer mit dem Baum­stamm als ers­ter nach Hau­se kommt. Die Stäm­me wer­den zunächst in die Innen­hö­fe gebracht und gegen die Haus­mau­er gelehnt. Wenn man am Abend den Klotz ins Haus bringt, muss man dafür Sor­ge tra­gen, dass das gefäll­te Ende des Baums auf die letz­ten Son­nen­strah­len gerich­tet wird. Erst nach Son­nen­un­ter­gang wird der Klotz ange­zün­det.

Speisen am Heiligen Abend

Der hei­li­ge Abend heißt auf alba­nisch “Nata e Krish­tit” (Die Nacht des Chris­tus). Unter den Katho­li­ken im Koso­vo war es brauch an die­sem Tag als Zei­chen der Vor­be­rei­tung auf Weih­nach­ten zu Fas­ten. So kommt an die­sem Abend kein Fleisch auf den Tisch. Tra­di­tio­nel­le Spei­sen sind Boh­nen­sup­pe, Fisch und Blät­ter­teig gefüllt mit Wal­nüs­sen und Kür­bis. Am Hei­li­gen Abend wird der Tisch nicht abge­deckt. Er muss als Zei­chen für die Dank­bar­keit für den Wohl­stand und als bit­te für Wohl­stand im kom­men­den Jahr voll mit Lebens­mit­teln blei­ben. Auch wird über Nacht das Licht an dem reich gedeck­te Tisch nicht aus­ge­macht.

In den fol­gen­den Weih­nachts­ta­gen besucht man sei­ne Ver­wand­ten, Bekann­ten und Freun­de und man erhält viel Besuch. Cha­rak­te­ris­tisch für den Koso­vo sind die übli­chen und teil­wei­se lang aus­fal­len­den Gruß­wor­te des Haus­her­ren und der Gäs­te.
— Der Haus­herr begrüßt sei­ne katho­li­schen Gäs­te Gelobt sei Jesus Chris­tus”
- die Gäs­te ant­wor­ten “in Ewig­keit und wäh­rend des gan­zen Lebens”.
- D
er Haus­herr “wir dan­ken Gott, dass er euch zu uns geführt hat. Will­kom­men Fro­he Wei­hach­ten. Mögen die­se Weih­nach­ten euch alle behü­ten und euch alles gute brin­gen. Möget ihr jedes Jahr aufs neue immer bes­se­re Weih­nach­ten fei­ern und so wie es euer Herz wünscht!
— die Gäs­te ant­wor­ten der Rei­he nach “Gelobt sei Jesus Chris­tus”
— der Haus­herr “In Ewig­keit und wäh­rend des gan­zen Lebens”
— der Gast “Gott schen­ke euch Wohl­stand. Es freut uns, dass ihr die­ses Fest gut behü­tet und Gesund fei­ert. Möget ihr vie­le wei­te­re Weih­nach­ten fei­ern. Mögen die­se Weih­nach­ten euch Glück, Gesund­heit und Wohl­stand schen­ken” Die­sen Gruß spricht man aus mit einem Gläs­chen Raki oder Rot­wein in der Hand.

Geschenke spielen zu Weihnachten keine große Rolle wie in Deutschland. Die Kinder bekommen paar Kleinigkeiten. Weihnachten ist mehr ein religiöses Familienfest, wo der Kommerz und Konsum nur drittrangig ist.

Obwohl die alba­ni­schen Gebie­te mus­li­misch geprägt sind, wer­den die Städ­te und Plät­ze in der Advents­zeit weih­nacht­lich deko­riert und es gibt auch Weih­nachts­märk­te in den grö­ße­ren Städ­ten. Das zeigt, dass die Alba­ner eine gesun­de Ein­stel­lung zur Reli­gi­on haben. Sie prak­ti­zie­ren ihre eige­ne Reli­gi­on und doch respek­tie­ren sie die Reli­gi­on des ande­ren. Dies ist beson­ders gut sicht­bar da, wo Fami­li­en  stark ver­mischt sind. Wo es inner­halb einer Groß­fa­mi­lie, Mus­li­me und Chris­ten gibt. Denn als letzt­end­lich einend, wird die Spra­che, das Land und die Nati­on ange­se­hen. Es ist nicht unüb­lich in Kir­chen und Mosche­en die alba­ni­sche Natio­nal­flag­ge vor­zu­fin­den, denn wer sei­ne Nati­on nicht liebt, kann auch Gott nicht lie­ben, so die ver­brei­te­te Mei­nung.

3 Kommentare

  1. Vie­len Dank für die Ant­wort. 😀Natür­lich ist Ihre Beschrei­bung sub­jek­tiv, aber wenn ande­re Men­schen Ihre sub­jek­ti­ve Beschrei­bung lesen, dann bekom­men sie einen fal­schen Ein­druck von Alba­ni­en, wie Sie einst vor Ihrer Rei­se hat­ten.

    Fakt ist, dass vor allem die sogen­n­an­ten Mus­li­me, Agnos­ti­ker oder gar Athe­is­ten sind. Die meis­ten Mosche­en wur­den nach 1990 gebaut und kaum Alba­ner gehen heut­zu­ta­ge hin.
    Lei­der bekom­men aber vie­le arme Fami­li­en Geld, damit ihre Töch­ter ein Kopf­tuch tra­gen und dass ist natür­lich nicht, was den alba­ni­schen Islam gekenn­zeich­net hat. Die­se Fami­li­en leben meis­ten am Rand der Städ­te, des­halb haben Sie sie ver­mut­lich nicht gese­hen. Sol­che Gel­der kom­men aus Sau­di Ara­bi­en und der Tür­kei. Falls man jetzt mehr Mosche­en sieht, hat eben damit zu tun und nicht, weil die Alba­ner plötz­lich ihr ursprüg­li­ches Glau­ben wie­der ent­deckt haben. Und his­to­risch gese­hen wol­len sich die meis­ten Alba­ner vor allem nicht mit dem Islam iden­ti­fi­zie­ren.

    Ein Alba­ner ist nur dar­auf stolz, Alba­ner zu sein und nicht, weil er irgend­ei­ner Reli­gi­on ange­hört. Wenn er sagt, dass er Mus­lim ist, bedeu­tet das nur, dass sei­ne Fami­lie frü­her die­sem Glau­ben ange­hört hat und er ver­mut­lich ein mus­li­mi­schen Namen trägt, aber nicht das er die­ses Glau­ben prak­ti­ziert. Chris­ten haben auch wäh­rend des Kom­mu­nis­mus teil­wei­se ihre Bräu­che bei­be­hal­ten aber Mus­li­me nicht. Ich bin in Alba­ni­en auf­ge­wach­sen, also den­ke ich schon, dass mei­ne Aus­füh­run­gen kor­rekt sind.
    Reli­gi­on hat nichts mit der alba­ni­schen Tra­di­ti­on gemein­sam. Mein Groß­va­ter ist einst Imam gewe­sen, aber weder mein Vater noch wir Kin­der haben irgend­ei­ne Ahnung davon gehabt. Aus­län­di­sche Medi­en wis­sen wohl bes­ser, dass Alba­ner aus Alba­ni­en Mus­li­me sind, als die Alba­ner sel­ber.

    Alba­ner in Alba­ni­en sind ein­fach nicht reli­gi­ös. Sie sind nicht gemä­ßig­te Mus­li­me, wie etwa die Bos­ni­er oder Koso­­vo- Alba­ner.

    Wie auch immer, es freut mich, dass Ihnen Alba­ni­en gefal­len hat.
    Vie­le Grü­ße
    Anna

    Ant­wor­ten
  2. Der Arti­kel ist über­haupt nicht objek­tiv. In Alba­ni­en dind die Men­schen über­haupt nicht reli­gi­ös. Das hat einer­seits damit zu tun, dass Alba­ner eher Paga­ner sind und ande­rer­seits, dass die Reli­gio­nen für 50 Jah­re ver­bo­ten waren. In Alba­ni­en gibt es kei­ne reli­giö­se Tole­ranz, son­dern ein reli­giö­ses Indi­fe­ren­tis­mus. Außer­dem hat fie Reli­gi­on im alba­ni­schen Selbst­ver­ständ­nis nie eine Rol­le gespielt, son­dern die Eth­nie, das Alba­ner­tum!

    In Koso­vo und Maze­do­ni­en sind die Alba­ner gläu­big und da ist die reli­giö­se Tole­ranz auch gerin­ger.

    Also in Alba­ni­en sind 95% der Men­schrn Agnos­ti­ker und Athe­is­ten des­halb ist Ihnen die Reli­gi­on des gegen­übers egal.

    Ihre Dar­stel­lung idt was Alba­ni­en angeht somit total falsch!

    Ant­wor­ten
    • Lie­be Anna, wir legen in unse­rem Blog kei­nen Wert auf Objek­ti­vi­tät. Es sind unse­re SEHR SUBJEKTIVEN Ein­drü­cke. Aber zu Dei­nen Ein­wän­den. Dass die Reli­gi­on wäh­rend der Dik­ta­tur ver­bo­ten war — heißt nicht, dass sie per Fin­ger­schnipp ver­schwun­den ist. Schön wäre gewe­sen wenn Du die objek­ti­ven Quel­len nen­nen wür­dest, die Dei­ne Aus­sa­gen unter­mau­ern. Wir haben vie­le Alba­ner ken­nen­ge­lernt und gut die Hälf­te davon war auf ihre Reli­gi­on stolz (sowohl Chris­ten als auch Mus­li­me). Fakt ist, dass die Reli­gi­on kein Dik­tum ist und kei­ne extre­men For­men annimmt. Es ist mehr eine Tra­di­ti­on. Soweit zu gehen von Agnos­ti­zis­mus zu reden wür­den wir nicht. Aber, es ist hier weder ein poli­ti­scher noch ein reli­gö­ser Blog — son­dern ein sehr pri­vas­ter:)
      Lie­be Grü­ße
      Der Rabe

      Ant­wor­ten

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